»Ich liebe mein Kind!«

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© epikur

Ich sage ja nicht, dass ich meinem Kind keine Grenzen setzen und ihm alles erlauben würde. Aber ich liebe mein Kind! Ich verstehe echt nicht, warum ich mich dafür ständig rechtfertigen muss? Besonders vor anderen Müttern, Erziehern und Lehrern. Alle wissen sie es besser. Dabei habe ich meinen Sohn im Bauch gehabt. Ich versorge ihn mit ausreichend Essen, Trinken und Liebe. Ich gebe einen Haufen Geld für meinen Nachwuchs aus. Ich kümmere mich um ihn, wenn er krank ist. Ich lasse mir da von Niemandem reinreden! Erst recht nicht von anderen Vätern oder kinderlosen Männern. Die haben sowieso keine Ahnung, wie man sich als Mutter so fühlt. Ich allein bestimme, wie ich mit meinem Zögling umgehe. Basta! Weiterlesen

Presseblick (31)

Windows XP sei eine tickende Zeitbombe, so heise.de. Fast sieben Prozent aller deutschen Rechner würden noch mit dem Betriebssystem arbeiten. Seit Monaten schreiben sich die PR-Huren von Microsoft in den Leidmedien (Welt, Focus, Handelsblatt etc.) die Finger wund, verbreiten Angst und Panik — alles nur deshalb um die Menschen dazu zu bringen, sich endlich ein neues Betriebssystem, natürlich von Microsoft, zu kaufen. Wer ein ordentliches Antivirus-Programm hat, gefährliche Seiten und unsichere E-Mails nicht öffnet, regelmäßig seinen PC entmistet, keine Cookies zulässt, seinen Temp Ordner und Browserverlauf regelmäßig löscht, ccleaner oder spybot nutzt — der braucht sich von der Panikmache auch nicht groß beeindrucken zu lassen. Würde mich nicht wundern, wenn Microsoft bald ein paar Hacker losschickt, welche die weltweiten Win XP Rechner mit einem Virus infizieren sollen, um auch den letzten Rest davon zu »überzeugen« sich ein neues Windows zuzulegen. Weiterlesen

Wort. Wert. Wirkung.

cola_titelWerbung kann in unsere Gedanken tröpfeln, unsere innere Ruhe zersetzen oder auch unser Unterbewusstsein manipulieren. In der Regel ist sie jedoch verdammt dämlich, sinnbefreit und kontextlos. Häufig werden positiv besetzte Begriffe aus dem Assoziations-Baukasten verwendet, Plastikbuchstaben und Gummiwörter eingesetzt sowie Worthülsen-Domino gespielt. Ganz ähnlich wie in der Politik. Dennoch halten sich nicht wenige PR– und Marketing-Soldaten für extravagante, kreative Zeitgeister, die stolz von sich behaupten, dass sie mit der Sprache jonglieren und Kunstwerke produzieren würden. Weiterlesen

Der Anschlag (11)

anschlagDer »Verband wahre Mütter e.V.« (bundesweit rund 13 Millionen Mitglieder) spricht in einer Pressemeldung über die Rolle von Vätern. Sie seien vor allem dazu da, die Mütter bei der Erziehung der Kinder zu unterstützen, aber sie sollen nicht selbst in die Erziehung eingreifen. Sie sollen die Ansichten und Pädagogik-Methoden der Mütter nicht in Frage stellen, sondern sie ausführen. Väter, die beim Grenzen setzen der Kinder laut werden, würden den Kindern Gewalt antun, so der Verband.

Die Walt Disney Company (WDC) will zunächst in den USA und dann In Deutschland alle öffentlichen Spielplätze aufkaufen. Das Unternehmen plane, die Areale mit meterhohen Elektrozäunen und mit Sicherheitspersonal auszustatten. Außerdem soll ein »angemessener Eintrittspreis«, so der Disney Präsident Robert A. Iger, für die Spielplätze erhoben werden. Die US-Administration und die deutsche Bundesregierung befürworten das Vorhaben.

Der zahnärztliche Notdienst in Berlin hat in einem internen Schreiben die Zahnärzte dazu aufgefordert, ihre Patienten nicht mehr daran zu erinnern, dass sie regelmäßig ihre Zähne putzen sollen. Kaputte Zähne und verfaultes Zahnfleisch seien schließlich wichtig, um immer genügend Patientenkunden zu haben.

Filmzitate raten VIII

Aus welchem Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1981 stammt dieses Zitat?

»Das ist eine ganze Maschinerie, die arbeitet, weil jedes Schräubchen genau das tut, was von ihm erwartet wird. Ich hab herausgefunden, dass ich ein Schräubchen bin, das falsch funktioniert. Es gehört doch aber auch irgendwie zum Programm. Das ist meine kleine dreckige Arbeit in der dreckigen Maschine.«

Digitale Premiumexistenzen

social_titelNachdem ich mich bereits ausführlich über die sogenannte »Shitstorm-Bewegung« ausgelassen, sowie die These aufgestellt habe, das Social Web bedeute eben nicht zwingend ein mehr an qualitativer Kommunikation und Vernetzung, sondern sei vor allem eine Plattform zur Selbstinszenierung und Selbstbestätigung (gebt mir Likes!) – so möchte ich mich heute mit den Inhalten auseinandersetzen. Also  damit, was die Facebook-Jünger so gerne tausendfach teilen. Und was sie komplett ignorieren. Weiterlesen

Alles verboten

verboten5Freiheit bedeutet Liberalisierung, Privatisierung und Deregulierung im Interesse der internationalen Finanz-Oligarchie. Frei ist der, der die Verbote, Regeln und Gesetze festsetzt und sie gleichzeitig umgehen kann. Für alle anderen ist Freiheit: Anpassung, Konformität und Unterordnung. Weiterlesen

Neulich bei Hugendubel

Als ich vor einigen Tagen zufällig bei der Buchhandlung »Hugendubel« war, ist mir aufgefallen, dass die Abteilung zum Bereich »Philosophie« nun innerhalb von einem Jahr schon wieder kleiner geworden ist. Ganze zwei Ebenen eines Bücherregals werden hierfür nur gebraucht. Mehr nicht. Es gibt dort zwar ein paar Klassiker von Platon, Schopenhauer, Arendt oder sogar Adorno, aber auch den nervigen Hirschhausen.

Gleichzeitig nehmen die Bereiche »Spiritualität« und »Lebensratgeber« kontinuierlich zu. Zusammen nehmen sie im ersten Stock mittlerweile einen recht großen Bereich ein. Dort stehen dann Wegweiser-Bücher von C-Promis, die billige Seelenklempnerei (»So werden Sie glücklich!«), statt authentisches Selbstdenken propagieren. Die Menschen scheinen nicht mehr auf der Suche nach Weisheit oder echter Horizont-Erweiterung zu sein, sondern nach Götzen, die ihnen die Sinnsuche und die eigene Vernunft abnehmen.

Multi-Millionär: Endlich sorgenfrei!

reich_titelAuf einmal war ich reich. Sehr reich. 10 Millionen Euro schwer. Es hieß, machen Sie einfach mit, finden Sie die Antwort auf die Frage, tragen Sie ihre Daten dort ein und schicken sie den Brief ab. Natürlich dachte ich mir nichts dabei. Ich hatte gerade nur nichts Besseres zu tun und vergaß die Hoffnung auf ein glückliches Leben. Vier Wochen später hatte ich Post: »Sie haben 10 Millionen Euro gewonnen«. Ich glaubte nicht daran. Schon wieder einer von diesen Spam-Briefen, die nur meine Daten abfischen wollten. Ich zerriss ihn und warf ihn weg. Zwei Tage später klingelte es am Telefon: »Guten Tag, spreche ich da mit Herrn Vollack?« »Ähm ja, was gibt es?«, antwortete ich leicht genervt, da ich annahm mal wieder von diesen Callcenter-Pseudo-Umfrage-Deppen gestört zu werden. »Steubing, mein Name. Wir hatten Sie bereits vor zwei Tagen kontaktiert und ihnen mitgeteilt, dass Sie 10 Millionen Euro gewonnen haben.« Von da an war alles anders. Weiterlesen