Mein Leben für die Lohnarbeit!

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Dir sind Deine Prinzipien, Werte und Moralvorstellungen wichtiger als die Arbeit?
Dir sind Deine Hobbys und Leidenschaften wichtiger als die Arbeit?
Dir sind Deine Familie und Kinder wichtiger als die Arbeit?
Dir sind Deine Freunde wichtiger als die Arbeit?

Dann Tschüss! So eine Motivationsschwäche und Illoyalität können wir nicht gebrauchen! Geh doch zum Jobcenter! Werd‘ doch Hartzi! :BULLE:

Presseblick (64)

sueddeutsche.de vom 28. Juni 2017

sueddeutsche.de vom 28. Juni 2017

„Katastrophale Fehler, Dramatische Versäumnisse und Pannen beim Verfassungsschutz“ – so bezeichnet die Systempresse den bis heute nicht aufgeklärten NSU-Skandal. Zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge, 15 Banküberfälle und bisher sieben tote NSU-Zeugen. Gegen die RAF wurde mit aller Härte und Entschlossenheit vorgegangen. Aber der NSU-Ausschuss stellt nun seine Arbeit ein. Rechtsstaat Deutschland. :SICK: Weiterlesen

Wirtschaftskultur

„Seit ein paar Jahren denken manche Leute aus der Musikbranche mehr ans Geld als an alles andere. Die Musiker werden manipuliert. Sie unterzeichnen Knebelverträge und müssen ihre Urheberrechte auf Lebenszeit an diese Unternehmen abtreten. Für die ist Musik bloß Content, den man zu Geld machen kann, nicht die Frucht künstlerischer Arbeit.“

Frage: Von welchem Land ist hier die Rede?

Der pädagogische Happen (15)

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(Schulhort. Abmeldung. Das Telefon klingelt.)

Pädagoge: „Schulhort. Herr Lehmann am Apparat. Ich grüße Sie!“

Mutter: „Ja, Hallo! Hier ist die Mutter von Jan-Felix. Da es draußen in Strömen regnet, soll mein Sohn heute nicht alleine nachhause gehen. Er könnte ausrutschen oder ein Baum könnte ihn durch Wurzelaufweichung erschlagen. Ich hole ihn heute lieber selbst ab!“

Pädagoge: „Ok. Alles klar. Ich mache einen Vermerk und gebe es an die Kollegen weiter.“

Mutter: (kommt deutlich zu spät. Überzieht um mehr als 30 Minuten ihre vertraglich zugesicherte Hortzeit für ihren Sohn.) „Ah hey. Ich habe es leider nicht schneller geschafft.“

Pädagoge: „Hallo Frau Kaditz. Leider haben Sie diesen Monat bereits fünf mal die Zeit überzogen. Vielleicht sollten Sie ihr Hortmodul entsprechend anpassen?“

Mutter: (Wütend. Uneinsichtig.) „Kommt gar nicht in Frage! Es hat halt geregnet!“

(Bisherige Folgen)

Zeitgemäße Romantik

romantik_titelEine attraktive Frau steht an einem menschenleeren Strand. Die Sonne geht gerade unter. Der Wind umspielt ihr Haar. Der Sand streichelt ihre Haut. Aber es interessiert sie nicht. Absolut nicht. Ein smartphone glitzert in der Sonne. Mehrfaches Knipsen. Selfies werden gemacht. Auf Facebook und WhatsApp hochgeladen. Als Profilbild eingestellt. Mit dem Satz „genießt den Sonnenuntergang.“ Dann geht sie.

Die G20-Medien-Hölle

tagesschau.de vom 10. Juli 2017

tagesschau.de vom 10. Juli 2017

Ich war bei den diesjährigen G20-Protesten in Hamburg nicht dabei. Ich kann also nicht berichten, was sich wann und wie vor Ort wirklich abgespielt hat. Für die bürgerlichen Massenmedien, die natürlich immer sofort zur Stelle sind, um das Kapital zu verteidigen und um systemkritische Menschen zu diffamieren, sind die Schuldigen stets die Gleichen: die Demonstranten. Auch das Ritual, nur von Randale, Chaos und Gewalt zu berichten, anstatt auch mal einen Veranstalter und/oder Demonstranten zu interviewen, also die eigentliche Motivation für den Protest komplett medial zu verschweigen und zu ignorieren, wird bei großen Protesten schon seit Jahrzehnten so gehandhabt. Auch von Agent Provocateurs ist natürlich nie eine Rede. Eine kleine Presseschau. Natürlich ohne Links, denn man muss die Systempresse nicht auch noch mit Klicks unterstützen. ;) Weiterlesen

Werbesprech

werbesprech_titelSprache lenkt Denken, Meinung und Wertung. Häufig subtil, indirekt und schleichend. Assoziationen und Konnotationen werden konstruiert und/oder ausgebeutet. Politik, Wirtschaft und Medien instrumentalisieren stets die Sprache im Sinne ihrer Interessen. Im Medienzeitalter sind Neusprech, Euphemismen, Bullshit-Bingo-Phrasen, Diffamierungsbegriffe und Umdeutungen ganz reale Alltagsphänomene. Insbesondere die kommerzielle Propaganda mit ihren Werbe-, PR- und Marketing-Soldaten tauchen die Wahrnehmung unserer Lebenswelten in zwangsoptimistische Blendlichter:

  • Gratis, umsonst und kostenlos statt: Sie zahlen mit ihren Daten, ihrer Zeit und ihrer Aufmerksamkeit
  • Hype statt Übertreibung, Lüge und einseitige Berichterstattung
  • Sponsored Story/Advertorial statt gekaufter Beitrag
  • Hardware-News statt versteckte Produkt-Reklame
  • Messe/Pressekonferenz statt Dauerwerbeveranstaltung
  • Leak statt PR-Meldung

>> Marketing-Deutsch
>> Der Gratis-Schwindel
>> Neusprech: Authentisches Marketing

Die Flüchtlinge sind schuld!

flüchtlinge_titelIch finde keine Arbeit und habe eine viel zu kleine und teure Wohnung. Aber weder der katastrophale Arbeitsmarkt mit seinem riesigen Niedriglohnsektor, noch die Immobilienhaie sind dafür verantwortlich. Die Gas- und Stromkosten explodieren seit Jahren, die Lebensmittel werden teurer und die Eintrittspreise für Museen, Kinos und Schwimmbäder steigen. Kapitalismus, Neoliberalismus sowie verschuldete Kommunen und Gemeinden haben damit aber nichts zu tun. Für den Abbau von Bürgerrechten und der Ausweitung von Überwachungsmaßnahmen ist nicht die Bundesregierung zuständig, sondern Trump, Putin, Erdogan und die Terroristen. Weiterlesen

Praktikanten

praktikanten_titelIn vielen Unternehmen und in der Medienlandschaft gibt es ein vorwiegend negatives Bild von Praktikanten: „Das Werbeplakat sieht ja mies aus. Das war bestimmt der Praktikant!“ Oder: „Hat man da wieder den Praktikanten rangelassen?“ Sie würden zusätzliche Arbeit verursachen und keine Ahnung haben. Dabei muss jede neue Arbeitskraft in die lokalen Rahmenbedingungen, Strukturen, Absprachen, persönlichen Befindlichkeiten und Mentalitäten eingearbeitet werden. Ganz zu schweigen von technischen Methoden. Vor- und Fachwissen kann zwar helfen, die Einarbeitungszeit zu verkürzen, aber ganz ohne wird es nie gehen. Denn ein wesentlicher Bestandteil jedes Unternehmens sind die Mitarbeiter. Und die muss man immer wieder neu kennen- und mit ihnen umgehen lernen.

Davon abgesehen schützt berufliche Erfahrung überhaupt nicht vor Tunnelblick, Alltagsmuff und Innovationsmangel. Vielleicht werden Praktikanten mitunter auch deshalb als Eindringlinge betrachtet, weil sie die verkrusteten, oft wenig effizienten Strukturen und Arbeitsmethoden, durch ihre Neugier und Fragerei unbewusst transparent machen. Insofern sind eben nicht immer die Noch-Lernenden für alle Fehlleistungen verantwortlich, sondern auch die fertigen Menschen im Betrieb.