Verarmt und Vergessen

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Beitrag auf zeitgeistlos.de von roberto j. de lapuente

Finanzielle Armut hat vielschichtige Auswirkungen. Es geht eben nicht nur darum, dass man weniger Geld zur Verfügung hat, sondern auch gesamtgesellschaftlich als überflüssige Ballastexistenz wahrgenommen, ja abgewertet wird. Wer wenig Geld hat, dem werden nicht nur mangelnde soziale Kompetenzen zugeschrieben („sozial schwach“), der wird nicht nur für dumm erklärt („bildungsferne Schichten“), nein, der wird auch weniger Freunde finden und in der Schule bei gleichen Leistungen, im Vergleich mit Kindern aus finanziell starken Haushalten, schlechter bewertet werden. Und zur Krönung wird die Massenarmut stets mit der Eigenverantwortungs-Dogmatik verargumentiert.

Man könnte zur Abwechslung doch mal das Narrativ verbreiten, dass die Wertschätzung eines Menschen nicht an seinen finanziellen Status geknüpft werden darf! Selbstwert und Selbsbewusstsein sollten nicht mehr an der Höhe des Kontostandes gemessen werden! Aber dann würden ja sämtliche Karriere-Psychopathen, Chef-Narzissten und Lohnarbeits-Fetischisten eine ernsthafte Sinnkrise bekommen. Und das darf natürlich nicht sein! Denn eine menschenverachtende Profitmaschinerie ist ohne Psychopathen nicht überlebensfähig.


>> Armut schwächt die sozialen Beziehungen
>> Lehrer trauen sozial schwachen Schülern weniger zu
>> Beiträge zum Thema Armut

Das Verschwinden der Hobbys

Ein Hobby, dass kaum noch ohne Leistungs-, Konkurrenz- und Wettbewerbsdenken ausgeübt wird: Fussball

Ein Hobby, dass kaum noch ohne Leistungs-, Konkurrenz- und Wettbewerbsdenken ausgeübt wird: Fussball

Laut wikipedia leitet sich das Wort Hobby von „hobby horse“ (Steckenpferd) ab. Es ist eine zweckfreie Tätigkeit, die kein direktes Ziel hat, außer der eigenen Entspannung, Zufriedenheit und Freude zu dienen. Im Zeitalter der neoliberalen Selbstoptimierung, in der wirklich jede Tätigkeit einen persönlichen Vorteil und Nutzeneffekt generieren muss, ist es wenig verwunderlich, dass immer weniger Menschen einer Freizeitbeschäftigung nachgehen, die auch Mut zu Schwäche und Fehlern erfordert. Aber selbst ein Teilzeit-Leben -neben dem Erwerbsleben- ohne Leistungsdruck, Wettbewerbsdenken und Haben-Habitus können sich viele überhaupt nicht mehr vorstellen. Zwischen optimieren und konsumieren gibt es aber mehr, als nur die schnöde Lohnarbeit. Weiterlesen

Der Anschlag (48)

anschlagNachdem Israel die Todesstrafe für Terroristen einführen will, möchten Frankreich, England und Deutschland diese exzellente Idee noch erweitern. Sie planen, die Wiedereinführung der Todesstrafe, die Ausweitung auf weitere Zielgruppen sowie die Vollstreckung deutlich zu beschleunigen. 10 Millionen Nutzer auf Facebook finden das gut.

Die Gaming-Industrie möchte ab Sommer 2018 neue Bezahlmodelle einführen. Demnach soll jeder Spieler auf PC und Konsole für das Laden eines Spielstandes jeweils einen Euro bezahlen. Der Pressesprecher von Electronic Arts bezeichnete diesen Vorstoß als „innovativen Kundenservice“.

Laut einer unabhängigen (und politisch wertneutralen) US-Studie soll Russlands Präsident Putin, jeden Abend ein Katzenbaby in seiner Badewanne ertränken und mit Vorliebe kleine Hunde-Welpen mit seinem Auto überfahren.

„Hauptsache Arbeit!“

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Mutter: „Endlich hast Du Arbeit gefunden!“

Sohn: „Möchtest Du nicht wissen, was und wo ich jetzt arbeite?“

Mutter: „Och, eigentlich ist mir das fast egal! Nach so langer Zeit bin ich nur froh, dass Du jetzt eine Arbeit hast! Denn das bedeutet, dass Du jetzt Dein eigenes Geld verdienst und finanziell unabhängig bist. Von daher: Glückwunsch!“

Sohn: „Nach dieser Logik könnte ich ja auch Waffen für Kindersoldaten produzieren, Drogen verkaufen oder für die Mafia arbeiten?“

Mutter: „Aber die Mafia tötet Menschen!“

Sohn: „Und Du glaubst, Banken und Konzerne töten keine Menschen?“


>> „Wer wirklich arbeiten will, der findet auch eine Arbeit!“
>> Der tägliche Lohnarbeitswahnsinn
>> Über den gemeinen Erwerbslosen

Kinder in Deutschland; Teil 43: Übergänge

übergänge_titelIm Leben eines jeden Kindes gibt es vor allem zwei große Übergangsphasen: der Eintritt in die Schule sowie der Eintritt in das Arbeitsleben. In der pädagogischen Literatur gibt es primär jede Menge Beiträge und Untersuchungen vom Übergang Kindergarten – Schule. Die Untersuchung von der Schulphase zum Berufsleben scheint meist eher ein wirtschaftspolitisches Thema zu sein.  Beide Übergangsphasen sind für Kinder und Jugendliche entscheidende Wegpunkte. Sehr viel wird und wurde darüber geredet und geschrieben, wie man Kinder in dieser sensiblen Lebensphase unterstützen kann. Was jedoch der Aufprall von gegensätzlichen Werten und Normen bei Kindern verursacht, wird eher selten bis gar nicht thematisiert. Weiterlesen

Alternativlos.org

alternativlos_orgDer aktuelle Podcast (Folge 41) von Frank und Fefe auf alternativlos.org beschäftigt sich  mit den Themen Bitcoin, KI, Machine Learning und die Frage nach der Verantwortung für technische Entwicklungen. Eine der vielen interessanten Thesen ist beispielsweise, dass eine Erhöhung von technischer Komplexität von Politik und Wirtschaft gerne in Kauf genommen werden, da man hiermit die Verantwortung für technische Fehler und Mängel unsichtbar machen könne. Ein durchaus spannendes und unterhaltsames Gespräch zum Mithören!

Die Definition von Irrsinn

irre_titelSeit bald zehn Jahren schreibe ich gegen den ständigen Wahnsinn an. Gegen die installierten Narrative, gegen den massenmedialen Konsum-Zeitgeist, gegen Sprachpropaganda, gegen Kulturimperialismus, gegen pseudo-pädagogische Dogmen, gegen Medienverblödung und Lohnarbeitsfetischismus. Aber wofür schreibe ich eigentlich? Für Empathie, Nächstenliebe und Solidarität. Solche Werte sind heute völlig wertlos geworden. Schlimmer noch, sie werden im sozialen und pflegerischen Bereich für Profite instrumentalisiert: „ein Lächeln als Bezahlung ist doch mehr wert als eine anständige Entlohnung, nicht wahr?“ Nichts und Niemand entkommt heute der marktradikalen Verwertungs- und Funktionslogik. Eine Weihnachtsrede, die keine sein kann. Weiterlesen

Handystrahlung produziert Zombies

Eine große, internationale Studie hat nun herausgefunden, dass smartphones in jeder Hinsicht schädlich für die Gesundheit des Menschen sind. Sie verursachen alle Formen von Krebs, Diabetes, Blindheit, Demenz, Wahrnehmungsstörungen, sozial-emotionale Beeinträchtigungen, multiple Sklerose, Taubheit, Arthritis, Filzläuse, Pickel am Hintern, Dummheit, Nervenschäden, Tripper und viele andere Beschwerden und Krankheiten. Wer außerdem mehrmals täglich WhatsApp benutzt, soll 15 Jahre früher sterben. Laut einer großen Umfrage von RTL und Facebook interessiere das die Nutzer einen „feuchten Scheiß“. Müssten sie wählen, so würden sie sich lieber von ihren Ehepartnern und Haustieren trennen, anstatt das Überwachungsgerät smartphone zu entsorgen. :ANBETEN:

Herrenloser Rucksack

„Der Weihnachtsmarkt auf dem Gelände der Kulturbrauerei auf dem Prenzlauer Berg ist am Freitagabend geräumt worden. […] Ein herrenloser Rucksack hatte den Alarm ausgelöst, aus dem offenbar ein Kabel heraushing. […] Das Kabel gehörte offenbar zu einem Ladegerät für ein Handy.“

Spiegel Online vom 15 Dezember 2017

Anmerkung: Besteht die neue Anti-Terror-Strategie der Polizei nun darin, jeden Weihnachtsmarkt sofort zu räumen, wenn ein Handy-Ladekabel heraus schaut? Soll das Real-Satire, Panikmache oder der Aufruf sein, Handy-Ladekabel eindeutig als solche zu kennzeichnen? Ich bin verwirrt. :WTF:

Presseblick (68)

zeit.de vom 5. Dezember 2017

zeit.de vom 5. Dezember 2017

Marx, Orwell und Huxley sollten verboten oder besser: als irrelevant gelehrt werden. Humanistische Werte wie Empathie, Solidarität und Nächstenliebe sollten durch Wettbewerbs- und Konkurrenzdenken sowie durch einen gesunden Egoismus in der Pädagogik ersetzt werden. Wir brauchen weniger Menschen, die womöglich noch eigenständig denken (Hilfe!), dafür aber umso mehr funktionierende Lohnarbeits-Roboter, die genau das tun und genau das denken, was das Kapital will. :BULLE:   Weiterlesen