Selektive Menschenrechte

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“
(– Art. 1: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte)

Wenn es gegen Sexismus geht, ist die Einschränkung der Meinungsfreiheit erwünscht.
Wenn es gegen Sexualverbrecher geht, wird Lynchjustiz geduldet.
Wenn es gegen Linksextreme geht, wird Polizeigewalt toleriert
Wenn es gegen Putin und Russland geht, ist NATO‐und‐Kriegs‐Propaganda ein probates Mittel.
Wenn es gegen, in der Öffentlichkeit stehende, Banken‐, Konzern‐ oder Regierungskritiker geht, ist Rufmord ein übliches Herrschaftsinstrument.

Qualitätsjournalisten und Social‐Media‐Wutbürger scheinen die Universalität der Menschenrechte immer weniger anzuerkennen. Der Zweite Weltkrieg, und damit verbunden die totale Zerstörung jedweder Menschlichkeit, scheint für Einige zu weit weg und zu abstrakt zu sein. Über beispielsweise die Hintertür einer vermeintlich authentisch‐emotionalen Öffentlichkeit (»Todesstrafe für Kinderschänder«) werden argumentativ‐sachliche Diskussionen, über den grundsätzlichen Wert und die Bedeutung von universellen Menschenrechten für alle, blockiert, verhindert und/oder mundtot gemacht. Wer zur Mäßigung aufruft, wird zum Schluffi oder gar zum (Mit-)Täter gemacht. Ich halte das für eine bedenkliche, wenn nicht gar gefährlichen Entwicklung.

Kinder in Deutschland; Teil 46: Entwicklung

In der Pädagogik und der Psychologie gibt es bergeweise Studien, Untersuchungen und Bücher über die Entwicklung des Kindes. Dort wird festgehalten, was normal und was entwicklungsverzögert sei und somit gegebenenfalls einer Diagnose eines Facharztes bedarf. Ob pränatale Frühförderung, die Sprach‐Meilensteine oder die altersentsprechenden Kompetenzen und Entwicklungen im sozial‐emotionalen, kognitiven oder motorischen Bereich: darüber gibt es unzählige Veröffentlichungen. Häufig steht die Frage im Vordergrund: wie kann ich das Kind noch weiter unterstützen und/oder besser fördern? Dabei kann man auch eine ganz andere Geschichte erzählen. Mit weniger euphemistischen Blümchen und mit weniger neoliberaler Sozialromantik. Weiterlesen

»Krass, Alter!«

Im Social‐Media‐Zeitalter scheint man häufig auf der Jagd nach Entertainment zu sein. Große und auch kleine Geschichten wollen erzählt werden, die witzig, lustig, verrückt oder sonstwie unterhaltsam sind. Wie oft habe ich es erlebt, dass man in gemütlichen Gesprächsrunden mit Bekannten, Kollegen oder Fremden, etliche Coming‐of‐Age‐Stories erzählt bekommt. Die vermeintlich verrückten Geschichten der eigenen Pubertät, die häufig was mit Drogen, Gewalt oder anderen nicht immer ganz legalen Handlungen zu tun haben. Man habe sich ausprobiert, die Welt erkundet und sei verrückt gewesen, so der Tenor.

Wenn man dann erzählt, dass man schon als 14Jähriger Koma‐Saufen, kiffen, kleinere Diebstähle, Sachbeschädigungen, Vandalismus oder Schlägereien als wenig aufregend empfand und schon früh vieles hinterfragt hatte, wird man entweder zum Langweiler oder überheblichen Schnösel degradiert. Die Leute wollen Entwicklungsgeschichten hören. Menschen, die sich aus der Scheiße gezogen oder die irgendwie halbseidene Sachen gemacht haben. Das sei halt spannend und interessant. Mir scheint jedoch: Weisheit ist -wenn überhaupt in unserer digitalen Idiokratie‐ nur im Alter erwünscht, aber so gar nicht in jungen Jahren.


Ich. Bin. Wichtig.
Echte Lebensweisheiten
»Erwachsene sind doof!«

Unbequeme Fragen

  1. Wieso werden in vielen Bildungseinrichtungen (Schule, Universität, Ausbildung etc.) offene Fragen gestellt, wenn doch so häufig nur eine Antwort erwünscht und erlaubt ist?
  2. Wo werden die Medikamente aus der örtlichen Apotheke hergestellt? Und warum erfährt der Verbraucher absolut gar nichts über die Herstellungsbedingungen?
  3. Warum wird Faulheit allgemein verachtet, obwohl sie doch durch allerlei Produkte im privaten Konsum gezielt gefördert wird?
  4. Was machen eigentlich die mehr als 25.000 PR‐Berater der CIA?

Unerwünschte Fragen
Zehn wichtige Fragen
Die wichtigsten Fragen unserer Zeit

Presseblick (81)

Jörg Heynkes bejubelt auf t3n.de die Digitalisierung, Automatisierung sowie den Silicon‐Valley‐Wahnsinn von der neuen Gesellschaft. Ich halte solche Positive‐Thinking‐Reden mittlerweile nicht mehr nur für grenzenlos naiv, sondern auch für komplett geschichtsvergessen. Wann und wo haben sich Konzerne oder das (Groß-)Kapital jemals für die Belange der Mehrheit der Bevölkerung interessiert oder eingesetzt? Es ging und geht ihnen immer nur um ihre eigenen Interessen, um Macht und Profit. Stop! Das zu behaupten ist Populismus! :JAJA: Weiterlesen

Mary Sue

»Mary‐Sue steht synonym für eine bestimmte Sorte Charakter, der hübsch oder herausragend talentiert ist, dem alles ohne großes Zutun oder Opfer gelingt, der im Zentrum des ganzen Universums steht, der keine Fehler macht und auch keine (wirklichen) Fehler hat — kurzum, ein perfekter Charakter ist.« (fanfiktion wiki)

Im Zeitalter von Social‐Justice‐Warrior‐Kämpferinnen (SJW) in der Unterhaltungsindustrie, trifft man diese Form der weiblichen Charakterzeichnung leider immer häufiger an. Dabei gibt es eben keinen langweiligeren Helden als den (fast) unbesiegbaren »Superman«. Ein Charakter, der (so gut wie) keine Schwächen und Fehler hat, entwickelt sich nicht. Mit ihm kann sich niemand so wirklich identifizieren, weil so eine Figur über den Dingen schwebt. Ein prominentes Beispiel für eine »Mary Sue« ist beispielsweise »Rey« aus der neuen Star Wars‐Reihe. Während Luke Skywalker noch Meister Yoda benötigte, um die Macht zu lernen (und dabei ordentlich Fehler machte), besiegt Rey, die noch nie ein Lichtschwert in der Hand hatte, gleich beim ersten Kampf Kylo Ren, der jahrelanges Training bei einem Meister hatte.

Auch Michael Burnham aus »Star Trek: Discovery«, kann alles, weiß alles und hat keine wirklichen Schwächen. Captain Marvel, Buffy und Pipi Langstrumpf, wären weitere Beispiele. Dabei gibt es toll geschriebene weibliche Rollen, wie Ripley aus der Alien‐Saga oder Carrie in der »Homeland« Serie. Und ja, es gibt auch den männlichen »Gary Stue« (Captain Kirk!). Aber wenn ich mir so die heutige Filmlandschaft anschaue, scheint man da, was männliche Charakterzeichnungen angeht, erheblich weiter zu sein. Oder was denkt Ihr?


Moviefans
TV‐Reflektion

Der Feind ist bekannt

Wer ist schuld am schlechten Wetter?
Wer ist schuld für Sozialabbau, Lohndumping, Inflation und steigende Mietpreise?
Wer ist schuld an politischer Korruption?
Wer ist schuld an Plastikmeere, Landraub, Umweltzerstörung und Elektro‐Schrottbergen?
Wer ist schuld an Banken‐ und Konzernmacht?
Wer ist schuld an SEO, Click‐Bait und Boulevard‐Journalismus?
Wer ist schuld an smartphone‐Zombies?

Putin. Putin. Putin. Und jetzt alle zusammen: P‐U‐T‐I‐N. :JAJA:


Die Russen kommen! (1)
Die Russen kommen! (2)

Superhelden

Die Kämpfer für das Gute erleben seit einigen Jahren einen weltweiten Boom. Besonders die Marvel‐ und DC‐Superhelden spielen durch die Hollywood‐Blockbuster weltweit Milliarden Dollar ein. Die Massen lieben diese Filme. Warum eigentlich? Es ist eben Krach‐Bumm‐Peng‐Popcorn‐Unterhaltung mit tollen Effekten, so die gängige Argumentation! Ist das wirklich alles? Gibt es womöglich noch andere Gründe? Eine Spurensuche und ein paar Thesen. Weiterlesen

Smombie Nation

Fragmentierte Wahrnehmung. Marktplatz der Aufmerksamkeiten. Narzisstisches Nicht‐Streicheln. Gebeugtes Versinken. Vernetzung ohne Auffangnetz. Schein als Sein verkaufen. Gestreute Zerstreuung. Elektronische Emotionen. Sozial‐fiktive Identitätsproduktion als Erweiterung des verstümmelten Selbst. Mensch‐Sein als endgelagertes Endgerät.

»Das ist heute halt so! Man muss eben mit der Zeit gehen!« Echt jetzt? Ich muss jeden Bullshit mitmachen, weil es eben alle so machen? Hatten wir das nicht schon mal?


Handystrahlung produziert Zombies
Die Ablehnung der Wirklichkeit

»Teilhabe an der Gesellschaft«

1.) Warum ist man nur Teil der Gemeinschaft, wenn man Geld oder eine Lohnarbeit hat?

2.) Weshalb soll es selbstverständlich sein, dass die sog. »Überflüssigen« (zu alt, zu krank, zu schwach, zu häßlich, zu arm, zu behindert, zu kritisch etc.) nicht als ehrenwerte Mitglieder unserer Menschheitsfamilie angesehen werden?

3.) Wenn Geld, Vermögen und Besitz die primären Eintrittskarten der Zugehörigkeit sein sollen, dann wäre eine lohnenswerte kriminelle Karriere doch auch nur konsequent, oder nicht?

4.) Wenn ich als individueller Mensch nur dann von Anderen toleriert werde, wenn ich finanziell etwas darstelle, warum sollte ich dann in irgendeiner Form den Wunsch verspüren, von eben diesen oberflächlichen Menschenverachtern unbedingt respektiert werden zu wollen?

Man wird ja wohl noch fragen dürfen...