Erwerbslos – Na Und?

erwerbslos_titelSeit einiger Zeit bin ich nun unverschuldet erwerbslos. Nun darf, soll und muss ich mich offiziell schämen, ducken, schlecht fühlen, verteidigen und rechtfertigen. Und zwar ständig und überall: in der Familie, bei Freunden und den sogenannten Sachbearbeitern. Warum, wieso und weshalb es nur so weit kommen konnte, wird gefragt. Betroffenheit wird geheuchelt. Verachtung versteckt. Und soziale Überlegenheit empfunden. Man gehöre schließlich noch dazu. Erwerbslosigkeit wird hierzulande nicht als ein vorübergehender Zustand begriffen, sondern als persönlicher Makel. Als Sünde und Ketzerei. Gegenüber dem Gott des (Arbeits-)Marktes und der hart arbeitenden (Rest-)Bevölkerung. Wer sich jedoch nicht primär durch seine Lohnarbeit definiert, der ist auch halbwegs in der Lage –selbst in der Erwerbslosigkeit– seine Würde und sein Selbstbewusstsein zu bewahren. Allein das empfinden viele Lohnarbeiter schon als absolute Dreistigkeit. Wer erwerbslos ist, hat depressiv zu werden. Weiterlesen ?

Zweierlei Maß

»Nach einer Erhebung des Bundeskriminalamts (BKA) gab es im vergangenen Jahr 1005 Attacken auf Asylunterkünfte. Davon haben demnach 901 einen eindeutig rechtsradikalen Hintergrund.«

Spiegel Online vom 28.01. 2016

Anmerkung: Wo bleibt der gesellschaftliche Aufschrei? Was wäre denn, wenn in gleicher Höhe Türken oder Moslems, Synagogen und Kirchen angegriffen hätten? Hätten wir dann nicht das große Terror-und-Sicherheits-Geschrei? Geht es letztlich gar nicht um die Straftaten selbst, sondern nur darum, wer sie, mit welcher Ideologie ausgeführt hat? Weshalb messen wir hier mit zweierlei Maß?

Brotlose Künste

kein geld_titelLohnarbeit, Ernährung, Wohnungseinrichtung, Haus, Garten, Auto, TV-Programm, Selbstoptimierungs-Sport, Facebook, smartphone, Geld, Familien-und-Arbeitskollegen-Getratsche, Kinder, WhatsApp, Alltags-Gedöns — Das sind die Themen, die den Deutschen bewegen. Immer. Überall. Und sowieso. Alles andere ist ja sooo anstrengend. Der radikale Rückzug ins Private, das neue Biedermeier, paart sich mit dem Lohnarbeits-Fetisch, einem vorauseilenden Gehorsam gegenüber dem Chef sowie einem allgemeinen Desinteresse an allem, was nicht im eigenen Filter-Erlebnis-Radius liegt. Wir wurden erfolgreich umerzogen. Zu infantilen und einfältigen Krämerseelen. Zum Homo Neoliberalicus.

Als intelligent, klug und schlau gelten heute Menschen, die wissen, wie man Geld macht oder zu Geld kommt. So seien Fussball-Profis, die keinen anständigen Satz formulieren können, beruflich erfolgreiche Rapper, die Bullshit labern sowie ehrgeizige Models, die keine Prozentrechnung können, intelligente Zeitgenossen. Schließlich haben sie Kohle. Money. Moneten. Bildung sei schließlich nur dazu da, später ein besseres Gehalt zu bekommen. Mittel zum Zweck. Insofern ist es nur folgerichtig und angemessen, wenn Afrikanistik, Kunstgeschichte, Philosophie, Germanistik und all die anderen Klugscheißer-Wissenschaften immer unwichtiger werden. Zusammenhänge erkennen, Ursachen analysieren und bestehende (Eigentums-)Verhältnisse in Frage stellen, ist überflüssig und unerwünscht.

Putschversuch in der Türkei

Der Politik– und Islamwissenschaftler Osman Softic hält es für möglich, dass die USA aufgrund ihrer Unzufriedenheit mit der (Außen-)Politik Erdogans die Gülen-Bewegung aufbaut, um die Türkei zu destabilisieren und ihr angesichts des Versagens der alten säkularen kemalistischen Eliten ein »recyceltes« säkulares Gesellschaftsmodell aufzudrücken, das auch von einer großen Mehrzahl konservativer Moslems akzeptiert werden könnte. Er trägt vor, dass die Gülen-Schulen in Zentralasien 130 als Englischlehrer getarnte CIA-Agenten beschäftigten.

–wikipedia

Anmerkung: Das die USA Herrn Gülen benutzen, um den unkontrollierbaren Erdogan los zu werden, halte ich für keine unwahrscheinliche Variante. Ist aber natürlich wieder reine Verschwörungstheorie. Und das auf wikipedia. :BLING:

Gender. Sex. Bullshit.

sexgender_titelFrüher war die individuelle Sexualität Privatsache. Teil des Charakters und der persönlichen Selbstbestimmung. Etwas, dass man nur selten offensiv in die Öffentlichkeit getragen hatte. Keine Marke, Image oder ein Franchise. Und damit will ich explizit nicht sagen, dass ich konservative Vorstellungen oder ein neues Biedermeier befürworte, sondern, dass der inszenierte Marketing-Missionseifer bei den Gender-Themen völlig ausgeufert ist. Mit geschlossenen Weltbildern sollen Dogmen, Ismen und vorgefertigte Meinungen in die Köpfe eingehämmert werden. Unternehmen fahren Marketingkampagnen und die Massenmedien freuen sich über die erhöhte Aufmerksamkeit. Dabei nervt das alles nur noch. Einige Beispiele. Weiterlesen ?

Digitale Dystopien

Das erledigen heute smartphones:

Die Omnipräsenz des Smartphones scheint niemanden (mehr) zu kümmern oder zu stören. Man kann kaum noch im Augenblick leben, ihn genießen und auf sich wirken lassen. Alles wird mit dem smartphone via Foto und Video konserviert, sich in den Chats und sozialen Netzwerken inszeniert (»Seht her! Mein tolles Leben! Mein süßes Kind! Mein gutes Aussehen! Meine niedliche Katze!«). Als ich letztens bei einer Tanz-Aufführung in einer großen Sporthalle von mehreren Schulen mit vielen Kindern war, saßen hunderte Eltern auf den Plätzen und hielten die ganze Zeit ihre smartphones hoch. Sie machten Fotos und/oder Videos. Es war eine Groteske. Wie in einem dystopischen Science-Fiction-Film.

Als ich mal an einem See war, haben sich zwei junge Mädchen vor ihren mobilen Endgeräten inszeniert, ohne auch nur einen Fuß in das Wasser zu setzen. Dann sind sie gegangen. Auf Facebook/WhatsApp stand dann bestimmt: »Coole Party am See gemacht« oder so ähnlich. In Bus und Bahn hängt mittlerweile fast jeder vor diesen Geräten. Mit Stöpsel in den Ohren. Abgeschirmt. Isoliert. In einer Bespaßungs-Glocke. Im Museum, im Schwimmbad, im Kino, auf Wald-Spaziergängen, in Restaurants, auf Konzerten, auf Kinderspielplätzen, in den Schulen und auf den Arbeitsplätzen – es gibt keinen sozialen Raum mehr, der frei ist von Digitalisierung, Konservierung und (Selbst-)Inszenierung. Und dann wollen mir diese Junkies weismachen, das alles hätte keine langfristigen Folgen? :WTF:

Presseblick (53)

Als hätte es fast schon Tradition, während großer Sportveranstaltungen, die unbequemen Gesetze durch zu peitschen. Der Pöbel jubelt der deutschen Mannschaft zu und im Hintergrund werden fleißig soziale Grausamkeiten besprochen und beschlossen. In der Vergangenheit wurde beispielsweise die Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent, während der Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2006, erhöht. Dieses mal geht es um die Privatisierung der Autobahnen, weitere ALG2-Verschärfungen, Erbschaftssteuereform, Netzsperren sowie um die Aufweichung der Fracking-Gesetze. Ist natürlich alles nur Zufall, weil danach eben die parlamentarische Sommerpause ansteht. Wer hier ein System sieht, der ist ein Verschwörungstheoretiker. Punkt. Weiterlesen ?

Zahlenspiele

Wenn international Länder miteinander verglichen, bewertet und beurteilt werden, so fallen schnell Rankings, Listen und Tabellen, wie beispielsweise der Human Development Index (HDI), der Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption Perceptions Index, abgekürzt CP) oder die Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen. In aller Regel schneiden die afrikanischen Länder bei all diesen Zahlenspielen immer sehr schlecht und die westlichen Länder meist sehr gut ab.

Wie wäre es denn mal mit einem Ranking, in dem festgehalten wird, welche Länder wie intensiv und verbissen neokolonialistische Strukturen nach Afrika und Asien pflegen und ausbauen? Eine Liste, in der steht, welche Konzerne weltweit mit ihren Produkten und ihrer Firmenpolitik Menschen in die Armut treiben und/oder sogar töten (Monsanto, Lockheed Martin, Pfizer etc.)? Oder einer vergleichenden Statistik von weltweiten militärischen Interventionen und Angriffskriegen von Regierungen, die sich in die Belange anderer Nationen, Kulturen und Völker rücksichtslos einmischen, um eigene, meist ökonomische Interessen durchzusetzen?

Der Anschlag (31)

anschlag_teaserWikileaks will herausgefunden haben, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel in der DDR als »IM Erika« für die Stasi gearbeitet habe. Weiterhin habe die CIA ausreichend Material, um das zu beweisen. Damit hätten der US-Geheimdienst sowie die US-Administration die deutsche Bundeskanzlerin komplett in der Hand. Die bürgerlichen Medien bezeichneten das als »abstruse Verschwörungstheorie«.

Auf der ersten bundesweiten Versammlung sämtlicher linkspolitischer Kräfte in Deutschland, wollte man eigentlich eine gemeinsame Agenda gegen Kriegstreiberei, aufkommenden Rechtsradikalismus und gegen Sozialabbau beschließen. Am Ende diskutierten die mehr als 30.000 Teilnehmer primär drei Tage lang darüber, was denn nun wirklich links sei. Beschlossen wurde nichts.

Weil ein Mann in einer öffentlichen Bahn eine Frau rund 2,8 Sekunden lang in die Augen geschaut hatte, verklagte sie ihn wegen sexueller Belästigung auf 10 Millionen Dollar Schadensersatz. Die Social-Justice-Warrior-Bewegung (SJW) und Alice Schwarzer lobten den Mut der Klägerin. Denn wer eine Frau in der Öffentlichkeit mehr als Zwei Sekunden anblicken würde, sei ein notgeiler, frauenverachtender Patriarchats-Sack und gehöre eingesperrt.