»Ich bin dagegen, denn ihr seid dafür!«

Montag, den 22. März 2010 von epikur

Dieses Zitat der Berliner Punkband »die Ärzte« aus ihrem Lied »Rebell« verdeutlicht eine Lebenseinstellung, die sich vom Mainstream-Denken abgewendet hat. Wieder einmal muss ich das Thema der Kritik, der »Dagegen-Mentalität« aufgreifen, denn zurzeit begegne ich wieder vermehrt Menschen, die fatalistischer kaum sein könnten: »Kann man eh nix machen«, »Es war schon immer so« oder »Bringt doch eh alles nix mit Deiner Dagegen-Einstellung«. Dabei wird von vielen das Wesen der Kritik weder thematisiert, noch für wichtig erachtet. Ohne Kritik keinen menschlichen Fortschritt. Ohne Kritik keine gesellschaftlichen Verbesserungen. Wie stellt Ihr euch das Zusammenleben in einer menschlichen Gesellschaft vor, in der  alles geschluckt, akzeptiert und nichts hinterfragt wird? Weiterlesen »

Am Vorabend des Running Man

Samstag, den 20. März 2010 von epikur

Im Jahre 1987 gab es einen US-Film mit dem Titel »Running Man«, der an Richard Bachmans Buch (alias Stephen King)  »Menschenjagd« angelehnt war. In diesem Film ging es um eine Spielshow, die weltweit übertragen wurde und große Einschaltquoten hatte. Inhalt der Show war, dass eine Gruppe bzw. ein Mann von sog. Jägern gejagt und auch publikumswirksam getötet wurden. Während das Buch noch Medien- und Gesellschaftskritik enthielt, war der Film eine oberflächliche Hollywood-Materialschlacht mit Arnold Schwarzenegger. Weiterlesen »

im Palais

Freitag, den 19. März 2010 von jtheripper

Ich kann mir eigentlich schon seit längerer Zeit die Talk-Shows von Illner/Will/Maischberger/Plasberg nicht mehr antun. Wenn ich die Sendungen mal ausversehen sehe, merke ich schon, wie ich schon nach kurzer Zeit nervös werde und ab/wegschalten muss, wenn ich mir immer wieder diese gleiche Grütze von den Parteiprominenten anhören muss.

Nun habe ich zwar erst 1,5 Teile von »im Palais« gesehen, aber Dieter Moor bringt einfach eine ganz andere Atmosphäre herüber, was für mich die Sendung viel attraktiver macht. Sicher gibt es dort auch abgedroschene Phrasen, aber auch die Gäste sind viel spezieller ausgesucht, so dass dieser Gockelkampf sich meistens gar nicht erst ergibt.

Wie gesagt, ich habe noch nicht so viel gesehen, aber es war sehr erfrischend. Die Sendungen lassen sich übrigens auch online anschauen.

Neusprech: Innovative Verhörmethoden

Mittwoch, den 17. März 2010 von epikur

»CIA-Chef Porter Goss erklärt, die CIA habe einzigartige und innovative Techniken entwickelt, aber diese seien keine Folter und völlig legal«

- Meldung auf Telepolis vom 22. November 2005

Gibt man bei der Suchmaschine Google den Begriff »Verhörmethode« ein, kommt als erster Eintrag die sog. »Waterboarding«-Folter auf Wikipedia. Umstrittene und grausame Verhörmethoden sind die weiteren Einträge. Dies zeigt sofort auf, dass selbst Google, den Terminus Verhörmethode als einen Euphemismus für Folter definiert. Das Adjektiv innovativ verhält sich ähnlich wie das Plastikwort »modern« – es wird als positive Aufladung für das darauf folgende Nomen verwendet. Innovativ soll neu, kreativ, modern und dem Zeitgeist entsprechend bedeuten. Ob und inwiefern eine Sache wirklich innovativ dann ist, steht auf einem anderen Blatt. Weiterlesen »

Zur Gleichberechtigung

Dienstag, den 16. März 2010 von epikur

Die Debatte um die Benachteiligung von Männern in Deutschland, ist für viele unbequem, erregt die Gemüter und ist  ein Tabuthema, da es eben ein Allgemeinplatz ist, dass nur Frauen benachteiligt werden. Frauen und Männer werden jedoch gleichermaßen, nur in und auf verschiedenen Ebenen benachteiligt. Um also hiermit nochmal für ein bisschen Gesprächsstoff zu sorgen, komme ich heute nicht umhin, euch ein paar Häppchen zum Thema zu liefern:

»Merkwürdigerweise wird die Tatsache, dass Väter unehelicher Kinder im Gegensatz zu verheirateten Vätern das Sorgerecht vorenthalten werden kann, von Gerichten; Politikern und Familienrechtlern weder als verfassungswidrig noch als eine Ungleichbehandlung angesehen.«

- Der Spiegel Nr.42/11.10.04 Seite 52 Familienpolitik: Diskriminiert der Gesetzgeber nichteheliche Kinder? Weiterlesen »

Tauschbares Fleisch

Montag, den 15. März 2010 von epikur

Der eigene Marktwert auf dem zwischenmenschlichen Persönlichkeitsmarkt in Deutschland, errechnet sich durch folgende Faktoren:

- äußerliche Attraktivität (Aussehen, Kleidung, Alter, Figur usw.)

- soziale Attraktivität (Humor, Intelligenz, Charme, Schlagfertigkeit usw.)

- materielle Attraktivität (Geld, Macht, Einfluss, Vermögen, Besitz usw.)

Die große bestimmende Variable hierbei ist die Fähigkeit sich »gut zu verkaufen«. Wer dies überdurchschnittlich beherrscht, ist auch in der Lage nicht vorhandene Attraktivitäten zu verschleiern. Fromm würde uns heute sagen, dass die romantische Liebe eine Verklärung und Verschleierung genau dieser drei Attraktivitäten ist, die genauestens »gemessen« werden können. Der Mensch als meßbare Wareneinheit und Tauschobjekt.

Across the Universe

Sonntag, den 14. März 2010 von jtheripper

I was just listening to the song and felt sharing it ;-) So this is Fiona Apple singing »Across the Universe«. Yes, it is a cover of the original Beatles song and yes, this video is related with the movie »Pleasantville«. I think she sings it at the end.

I saw the video the first time. I like the spin she does in the middle and interessting how destruction can be so peacefully.

Die Methode der Verleugnung

Samstag, den 13. März 2010 von epikur

Eines der wohl beliebtesten rhetorischen Werkzeuge in der Politik, ist die Methode der Verleugnung. Tatsachen, Zustände und Gegebenheiten werden einfach als nicht vorhanden abgeschrieben. Das geht meist sogar so weit, dass an die eigene Verleugnung geglaubt wird. Wenn also Müntefering mit dem Zitat »in Deutschland gibt es keine Unterschichten, sondern nur Menschen die es schwer haben« auftrumpft, dann ist es eher unwahrscheinlich, dass er lügt. Er glaubt an seine eigene Realitätsverleugnung. Auch Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder glaubte sicherlich an seinen Satz, den er am 5. Juli 2004 in der ARD-Sendung »Bericht aus Berlin« der Nation mitteilte: »Es gibt keine Alternative zu meiner Reformpolitik«. Auch viele Experten die davon überzeugt sind, dass es keine Zwei-Klassen-Medizin in Deutschland gäbe und dass Hartz4 ja eigentlich etwas ganz tolles sei, glauben sehr wahrscheinlich an ihre eigenen Aussagen. Auch Westerwelle ist eher ein Überzeugungstäter, als ein notorischer Lügner.

Es ist eine Sache, gezielt zu lügen und Dinge zu verleugnen. Eine andere ist es, an die eigene Lüge zu glauben. Wie nennt man sowas noch gleich in der Psychologie?

Bodenlosigkeit

Freitag, den 12. März 2010 von epikur

Heute werde ich das Blog auch wirklich mal als solches gebrauchen: als persönliches Tagebuch. Mir ist stark danach. Und nach dem Lesen des Beitrages wird vielleicht auch klar, wieso ich diesmal ein solches Bedürfnis hege. Kurz und knapp, um die Einleitung zu überspringen: ich war insgesamt 5 Tage im Krankenhaus, mit Vollnarkose und davon 1 Tag  in künstlichem Koma. Heute bin ich entlassen worden. Weiterlesen »

Magic: The Puzzling

Donnerstag, den 11. März 2010 von todesglupsch

Mark Rosewater, Chefdesigner bei Wizards of the Coast, hat vor vielen Jahren als Redakteur des »Duelist« eine Rubrik ins Leben gerufen in der relativ komplizierte Boardsituationen dargestellt wurden und der Leser das Out (also die Möglichkeit das Spiel noch zu gewinnen) herausfinden musste.

Vor einigen Wochen fühlte ich mich ein wenig in einer tatsächlichen Spielsituation an ein solches Puzzle erinnert. Hier also für alle zum Nachvollziehen (mit alle sind wohl eher alle mit Magickenntnissen gemeint):

Ich spiele am Tag des  Wordwake-Prerelease ein Triple-Worldwake Draft und habe ein eher durchschnittliches G/W-Möchtegernaggrodeck zusammengepicked. Ich bin unglücklicherweise Colorscrewed und habe lange Zeit nur grünes Mana zur Verfügung. Meine Gegnerin legt einen Halimar Excavator und mühlt mir, wie soll es anders sein, eine Ebene. Als ich anfange zu spielen habe ich die Befürchtung das Spiel ist eigentlich schon gelaufen, denn das Board ist überladen mit Bodenkreaturen und dank multipler Halimar Excavator und Join the Ranks habe ich nur noch 2 Karten in der Bibliothek und habe meiner Gegnerin bisher fast keinen Schaden zufügen können.

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