Presseblick (79)

Es vergeht kaum ein Tag, bei der die NATO‐LeiDmedien nicht über Fake‐News, Putintrolle, Hate‐Speech, Social Bots, Populismus, Antisemitismus oder Verschwörungstheorien berichten, um jedwede alternative Berichterstattung zum neoliberalen Narrativ zu denunzieren. Und dann das: »Fake News im Spiegel«. Claas Relotius, ein Journalistenstar, der mit zahlreichen Preisen überhäuft wurde, hat im großen Stile Fake‐News betrieben: »Seine Lügen passten in ihr offizielles Narrativ, sie bestärkten die Propaganda der herrschenden Eliten.« Nein, nicht doch! Relotius ist und bleibt natürlich ein absolut bitterer und unglücklicher Einzelfall. So etwas wird es nie, nie wieder und niemals wieder geben! Versprochen! :NENE: Weiterlesen

Es gibt keine Lügen mehr

Niemand sagt heute mehr die Unwahrheit. Wie auch, wenn die Wahrheit von allen nur als relativ und subjektiv angesehen wird? Es gibt Meinungen, Ansichten, Geschmäcker — aber weder Lüge noch Wahrheit. Es gibt »Vermittlungsprobleme« (Agenda 2010) beim Sozialabbau und bei Kürzungen im Bereich Kultur, Sport und Bildung. Es gibt schlechtes Marketing sowie erfolglose PR‐Kampagnen (Hamburg Olympia), die ihr Ziel verfehlen und keine Meinungs‐ und Deutungshoheit erlangen. Es gibt »handwerkliche Fehler« (Ukraine‐Krise), wie beispielsweise bei der Öffentlich‐Rechtlichen Berichterstattung zu Syrien und zu Putin‐Russland. Es gibt »politische Kompromisse« (Gabriel: Fracking), die eine Kehrtwende der eigenen Position und anderslautender Ankündigungen erfordern. Aber Lügen? Nein, die gibt es heute nicht mehr. Vor allem gibt es keine System‐, Hof‐, Kauf‐ oder Lügenpresse.

»Die Lüge, einmal ein liberales Mittel der Kommunikation, ist heute zu einer der Techniken der Unverschämtheit geworden, mit deren Hilfe jeder Einzelne die Kälte um sich verbreitet, in deren Schutz er gedeihen kann.«

- Theodor W. Adorno. »Minima Moralia«. Suhrkamp Verlag. 8. Auflage 2012. S. 32