Hambacher Forst

»Der Wald sei Betriebsgelände, gehöre also zum Tagebau. Wer den Wald noch betrete, begehe Hausfriedensbruch.«

RWE‐Sprecher Guido Steffen, tagesschau.de vom 2. Oktober 2018

Anmerkung: Wälder. Flüsse. Seen. Gebirge. Alles ist heute Privateigentum. Dabei: »Die Luft gehört denen die sie atmen!« Die aktuellen Vorkommnisse im Hambacher Forst bezeugen die Machtlosigkeit von Politik und Bevölkerung sowie das Durchregieren von Banken, Konzernen, Kapital und der Finanzindustrie. Wer das noch immer für eine linke Übertreibung oder gar eine Verschwörungstheorie hält, dem ist echt nicht mehr zu helfen. :NENE:


hambacherforst.org

Von welchem Land ist hier die Rede?

1.) »Für radikale Sprüche gibt es immer noch schnellere Schlagzeilen als für die Suche nach konstruktiven Lösungswegen. Oft geht es ohnehin nur um publikumswirksame Parolen, die -jedenfalls bis jetzt‐ ohne Chance auf Verwirklichung sind.«

2.) »In einigen Zeitungsartikeln wurde das Thema aufgegriffen, aber ansonsten geschah nichts. Weder wurde eine Untersuchung eingeleitet noch wurden die Verantwortlichen behelligt. [...] Immer wieder wurde ihr Fall weiterverwiesen, Unterlagen verschwanden.«

3.) »Journalisten, die sich gegenseitig decken, um die Kaste zu schützen, systemtreue Unternehmer, die sich für öffentliche Aufträge oder staatliche Konzessionen mit allerlei Gegenleistungen erkenntlich zeigen, und schließlich Politiker, die sich wie Prostituierte kaufen lassen.«

Big Pharma

»Doch die Pharmaindustrie interessiert sich nicht dafür, wie Betroffene ihre Freiheit wiedergewinnen, denn dann würden sie sich ja ihrem Zugriff entziehen. Sie hat vielmehr ein Interesse daran, dass es noch mehr Krankheiten gibt. [...] ADHS sei ein „Parade­beispiel für eine fabrizierte Erkrankung“, und dass die genetische Veranlagung für hyperaktives Verhalten vollkommen überschätzt werde.«

- Gérard Pommier. Le Monde Diplomatique. Ausgabe April 2018. S. 23

Anmerkung: Wie jetzt? Das klingt ja alles wie eine große Verschwörungstheorie! Ich dachte immer, die Pharmaindustrie will uns in erster Linie helfen und heilen? Und jetzt muss ich lesen, dass es ihr primär um den Profit geht? Das kann nicht sein. Weil es nicht sein darf. :NENE:

Bildung nur für Reiche

»Laut einer aktuellen Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fehlen Eltern mit geringerem Einkommen die Ressourcen, um ihre Kinder bei der Bewältigung des größeren Lernpensums zu unterstützen.«

- Böckler Impuls Ausgabe 09/2018. »G8 verringert die Chancengleichheit«. (Hans‐Böckler‐Stiftung. Deutscher Gewerkschaftsbund. DGB)

Anmerkung: Das war und ist wohl das Ziel des Bologna‐Prozesses gewesen. Die finanziell Armen raus und unten halten. Mission erfolgreich!

Giftgas

»Während der Einsatz von Chemiewaffen in Kriegen inzwischen international geächtet ist, dürfen Polizisten Tränengasdosen am Gürtel tragen.«

- Anna Feigenbaum. »Zerstreuen und ersticken«: über die Geschichte des Tränengases. Le Monde Diplomatique. Ausgabe Mai 2018. S. 9

Anmerkung: Eine interessante Perspektive und Analyse. In dem sehr empfehlenswerten Artikel heißt es weiter, dass die Herrschenden bereits im 1. Weltkrieg aktiv nach Kampfgasen geforscht haben, um Massenunruhen einzudämmen und um »die Machthaber zu schützen«. Es ist übrigens mitnichten so, dass Tränengas ungefährlich ist. Immer wieder sterben Menschen daran oder tragen schwere Verletzungen davon. Nur wird dies in aller Regel vertuscht und verschwiegen.

Vitamin S

»Außerdem ließen sich die Projektleiter oft von persönlichen Sympathien leiten.«

Chris Avellone, Obsidian‐Mitbegründer auf gamestar.de vom 4. Mai 2015

Anmerkung: Schön, dass das mal jemand öffentlich ausspricht! Wie oft habe ich in Büros, bei Vorstellungsgesprächen, in Praktikas, in Schule, Ausbildung, Universität, bei Neben‐ und Aushilfsjobs, in der Medienbranche oder auch bei Freunden und Kollegen erlebt, dass Entscheidungen, Bewertungen oder auch Kompetenzen primär nach Vitamin S, also Sympathie, getroffen wurden. Das ganze Job‐ und Bewerbungscoacher‐Gerede von Leistung, Fachwissen und Selbstmarketing, wird nicht nur extrem überbewertet, sondern ist in den meisten Fällen auch völlig belang‐ und nutzlos.

Denn die ganzen Theorien, Verhaltensnormen und Selbstmarketings‐Optimierungen sind komplett unerheblich, wenn Dich jemand nicht riechen oder leiden kann. Und da die Gründe für persönliche Sympathien so zahlreich, wie die NATO‐Jünger in den LeiDmedien sind, gibt es hierfür eben auch kein Patentrezept, dass die Coacher‐und‐Selbstoptimierungs‐Industrie finanziell verwerten könnte. Was sie aber natürlich trotzdem nicht davon abhält, ihre Seminare und Kurse anzubieten: »So werden Sie sympathisch!« :EYEBROWS:

Ärzte als Dealer

»2016 hat die Drogenkrise ein weiteres Mal zur Verkürzung der Lebenserwartung in den USA beigetragen. Dort sterben jedes Jahr mehr Menschen durch Opiumderivate (65.000 Todesopfer) als durch Verkehrsunfälle (37.000) oder Schusswaffen (39.000).[...] In der aktuellen Krise beginnt die Sucht mit einem Besuch beim Hausarzt, Zahnarzt oder bei einem Sportmediziner.«

- Maxime Robin. »Als der Arzt zum Dealer wurde«. Le Monde diplomatique vom 08.02.2018.

Anmerkung: Süchtige sind eben immer noch die besten Kunden. Das weiß nicht nur der Drogenhändler, sondern ganz besonders auch die Pharmaindustrie. Nur darf sie das nicht laut sagen. Stattdessen weist mich beispielsweise die Apothekerin darauf hin, dass ich das Nasenspray nicht länger als 5–7 Tage nutzen und keinesfalls durchgängig verwenden darf. Suchtgefahr! 100.000 sollen in Deutschland bereits abhängig sein. Das tut der Pharmaindustrie auch ganz dolle leid. Schließlich weisen ihre Apotheker immer darauf hin! Jawohl! :JAJA:


» »Vom Arzt zum Dealer«
» »Betäubte Bürger«

Die Wirtschaft wächst. Die Armut auch.

»Die Wirtschaft in Deutschland wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt – und trotzdem meldet der Paritätische Wohlfahrtsverband, dass sich die Armut auf einem historischen Höchststand befindet.«

Angelika Finkenwirth und Stefanie Diemand auf zeit.de

Anmerkung: Wenn elementare Zusammenhänge und Ursachen nicht erkannt und/oder ausgeblendet werden, darf man sich nicht wundern, wenn alles so bleibt wie es ist. Der Euphemismus »die Wirtschaft in Deutschland wächst« bedeutet nichts anderes, als: die Reichen werden reicher und genau deshalb müssen die Armen ärmer werden. Das nennt man neoliberale Umverteilung von unten nach oben. So weit dürfen Journalisten der bürgerlichen Mainstream‐Presse aber nicht denken. Da wird sich dann lieber mit dutzenden, geschönten, ungenauen und herrschaftskonformen Statistiken beschäftigt. Oder man wirft Nebelkerzen‐Vokabeln wie »umstritten«, »Armutsdefinition« und »Kaufkraft«  in den Ring. :JAJA:

Reichtumsgerechtigkeit

»Die in Leistungsgesellschaften durch die unterschiedlichen Talente und Fähigkeiten der Menschen erzeugte soziale Ungleichheit lässt sich langfristig nur durch eine hinreichende Fairness des Wettbewerbs rechtfertigen, vor allem durch die Gleichheit der Ausgangschancen

Berthold Franke. »Aus Angst wird Wut wird Hass«. Blätter. Ausgabe Juni 2017. S. 97

Anmerkung: Bei solchen Sätzen frage ich mich ernsthaft, auf welchem Planeten, in wechem Elfenbeinturm und in welcher Filter‐Bubble die Herren Akademiker eigentlich leben!? Ist es (leistungs-)gerecht, dass 62 Supereiche soviel besitzen, wie die Hälfte der Weltbevölkerung? Wo, außer in der Theorie, gibt es denn überhaupt einen »fairen Wettbewerb«? Wie kann es jemals »gleiche Ausgangschancen« geben, wenn weltweit Millionen Kinder in bitterer Armut aufwachsen, während sich die Reichen in ihren »Gated Communities« verschanzen? Wie kann Bildung überhaupt die Lösung für alles sein, wenn neofeudale Strukturen vorherrschen? Wo ist die Eigentums‐ und Verteilungsfrage? :NENE: