Gesellschaftlicher Zusammenhalt

»Für uns war es ganz normal, die Welt in oben und unten einzuteilen. [...] Gesellschaftlicher Zusammenhalt war mit uns nicht zu machen. [...] Und diese arroganten Wichser glauben bis heute, dass es sinnvoll ist, Kinder in separate Gruppen aufzuteilen.«

(»Ansichten eines Gymnasiasten«, Michael Feindler am 29. Oktober 2017)

Anmerkung: Inklusion kann nicht funktionieren, wenn wir weiterhin ein neofeudales Schul‐ und Bildungssystem haben, dass auf dem neoliberalen Leistungsprinzip beruht, Kinder systematisch zu Verlierern macht und »Eigenverantwortung« zur Leitmaxime erhebt, bei denen Kinder aus schwierigen Verhältnissen alleine gelassen werden.


Berliner Bildungsprogramm: eine Kritik

Eigennützig Gemeinnützig (2)

Manche halten den (Börse-)Werte-Westen -und insbesondere Deutschland‐ immer noch für den Demokratie‐und‐Friedens‐Nabel der Welt. In was für einer Bananenrepublik wir eigentlich leben, erkennt man beispielsweise daran:

»Das globalisierungskritische Netzwerk Attac ist in seiner bisherigen Struktur nicht gemeinnützig. Der Bundesfinanzhof urteilte, Attac versuche mit seinen Kampagnen die politische Meinung zu beeinflussen.« (tagesschau.de vom 28.03.2019)

Gleichzeitig behalten Organisationen, wie die Bertelsmann‐Stiftung oder die »Initiative Neue soziale Marktwirtschaft« die vorrangig Industrie‐ und Konzerninteressen vertreten, ihre Gemeinnützigkeit. Industriewohl gleich Gemeinwohl? Was ist das für ein Verständnis von Gesellschaft?


Eigennützig Gemeinnützig
Typisch Bürgersöhnchen
Attac: Gemeinwohl ist politisch!

Strukturelle Gewalt

»Nach den jüngsten Anschlägen auf Fahrzeuge des Immobilienkonzerns ›Deutsche Wohnen‹ wächst der Druck auf den rot‐rot‐grünen Berliner Senat [..] Wer tagein, tagaus die Immobilienwirtschaft dämonisiert [...] nimmt auch Gewalt in Kauf.«

dnn.de vom 29. März 2019

Anmerkung: Es ist wie bei Konflikten unter Schulkindern: viele Eltern, Pädagogen und andere Kinder schreien meist erst dann auf, wenn die Gewalt körperlich wird. Die psychische Gewalt vorher, das provozieren, triezen, beleidigen und stänkern — fällt häufiger unter den Tisch. Oder mal provokant gefragt:

1.) Warum ist denn die strukturell‐existenziell‐gefährdende Gewalt der Immobilienkonzerne erlaubt (und wird teilweise auch gesetzlich gefördert/unterstützt), während die Sachbeschädigung an einem Auto als »Anschlag« tituliert wird?

2.) Und wer übt hier eigentlich Gewalt aus und ist gleichzeitig im Besitz der eigentlichen Macht? Die Immobilien‐Haie oder die Vandalisten?

Klima? Umwelt? Eigenverantwortung!

»Im übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.« (Kurt Tucholsky)

»Die USA allein sind für 26,3 Prozent aller seit dem Beginn des Industriezeitalters ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich. [...] Die ­reichsten 10 Prozent sind für 45 Prozent der Emissionen verantwortlich.«

- Phillipe Descamps. »Reich und dreckig«. Le Monde diplomatique vom 10.01.2019.

Anmerkung: Wie jetzt? Ich kann mit meinem Einkaufswagen (»bewusster Konsum«) nicht die Welt retten? Sind bio, vegan, regional und Papiertüten doch nicht die Lösung des Klima‐Problems, solange die Superreichen und die Industrie primär an ihren Profiten statt an Umweltschutz, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit interessiert sind? Wie jetzt? Aber...aber...Eigenverantwortung! :JAJA:

Klassenkampf in Frankreich

»Sollen sie doch ordentlich von ihren Waffen Gebrauch machen gegen diese elenden Schergen, diese elenden Schweine von der extremen Rechten und der extremen Linken.«

- Luc Ferry, von 2002 bis 2004 Bildungsminister in Frankreich. Am 7. Januar 2019 bei »Radio Classique«. Zitiert aus der Le Monde Diplomatique.

Anmerkung: Hier zeigt sich der menschenverachtende, neoliberale Habitus, für den Reichenförderung, die radikale Mitte, Status‐Quo erhaltende Machtprinzipien, Armenverachtung sowie Besitzstandswahrung, alternativlose Politik sei. Es verdeutlicht, dass letztlich alle politischen Strömungen als extrem eingestuft werden, sobald sie die Einkommens‐, Besitz‐, Eigentums‐ und Vermögensverteilung thematisieren und/oder verändern wollen.

Echte Menschenfreunde

»Waschen und rasieren, dann finden Sie auch einen Job!«
— Kurt Beck (SPD) im Dezember 2006

»Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!«
— Franz Müntefering (SPD) im Mai 2006

»Es gibt kein Recht auf Faulheit!«
— Gerhard Schröder (SPD) im Frühling 2001

»Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.«
— Guido Westerwelle (FDP) im Februar 2010

»Es geht um einen niederschwelligen Einstieg in die Altersvorsorge.“
— Brigitte Zypries (SPD) im Oktober 2010 zu ihrer Idee Pfandbons via App auf ein Renten‐Fonds einzuzahlen

»Eine große Anzahl der Türken und Araber hat keine produktive Funktion, außer für den Obst‐ und Gemüsehandel, und es wird sich vermutlich auch keine Perspektive entwickeln.“
— Thilo Sarrazin (SPD) im Oktober 2009

»Vor allem Leute, die sonst auch Flaschen sammeln, könnten dann für jede tote Ratte einen Euro bekommen.«
— Henner Schmid (FDP) im Dezember 2008

»Ich halte nichts davon, wenn 85‐Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen.«
- Philipp Mißfelder (CDU) im Jahr 2003


»10 Aussagen von Menschenfreunden«

Hambacher Forst

»Der Wald sei Betriebsgelände, gehöre also zum Tagebau. Wer den Wald noch betrete, begehe Hausfriedensbruch.«

RWE‐Sprecher Guido Steffen, tagesschau.de vom 2. Oktober 2018

Anmerkung: Wälder. Flüsse. Seen. Gebirge. Alles ist heute Privateigentum. Dabei: »Die Luft gehört denen die sie atmen!« Die aktuellen Vorkommnisse im Hambacher Forst bezeugen die Machtlosigkeit von Politik und Bevölkerung sowie das Durchregieren von Banken, Konzernen, Kapital und der Finanzindustrie. Wer das noch immer für eine linke Übertreibung oder gar eine Verschwörungstheorie hält, dem ist echt nicht mehr zu helfen. :NENE:


hambacherforst.org

Von welchem Land ist hier die Rede?

1.) »Für radikale Sprüche gibt es immer noch schnellere Schlagzeilen als für die Suche nach konstruktiven Lösungswegen. Oft geht es ohnehin nur um publikumswirksame Parolen, die -jedenfalls bis jetzt‐ ohne Chance auf Verwirklichung sind.«

2.) »In einigen Zeitungsartikeln wurde das Thema aufgegriffen, aber ansonsten geschah nichts. Weder wurde eine Untersuchung eingeleitet noch wurden die Verantwortlichen behelligt. [...] Immer wieder wurde ihr Fall weiterverwiesen, Unterlagen verschwanden.«

3.) »Journalisten, die sich gegenseitig decken, um die Kaste zu schützen, systemtreue Unternehmer, die sich für öffentliche Aufträge oder staatliche Konzessionen mit allerlei Gegenleistungen erkenntlich zeigen, und schließlich Politiker, die sich wie Prostituierte kaufen lassen.«