Ursachen. Kontext. Hintergrund.

kontext_titelWir leben in einer Welt, in der Freidenker und das eigenständige Denken –mit Ausnahme von funktioneller Marktintelligenz– weder gefordert, noch nachgefragt werden. Ganz im Gegenteil: sie stören den Betriebsablauf mit unbequemen Fragen. Wieso, weshalb und warum bestimmte Dinge passieren, ob es dazu eventuell einen geschichtlichen Hintergrund und/oder eine Vorgeschichte gibt und in welchem größeren Gesamtzusammenhang manche Ereignisse gesehen und bewertet werden sollten – das alles ist heute keine Frage mehr. Weder in den Massenmedien, in Unternehmen, in der Politik, noch im privaten Alltag. Stattdessen werden uns Fragmente der Realität präsentiert, Bruchstücke – die ihrer eigentlichen Bedeutung entzogen und für eigene Interessen instrumentalisiert werden. Weiterlesen

„Mir doch egal!“

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© epikur

Ab sofort ist mir alles egal. Sollen die Finanzindustrie, global-agierende Konzerne und die korrupte Politik, die Welt ausbeuten und zerstören. Sollen doch Milliardäre, Bankster und kriminelle Institutionen ihren Reibach machen. Warum sollte ich mir auch Gedanken über etwas machen, was ich eh nicht ändern kann? Warum sollte ich überhaupt etwas ändern wollen? Mir geht es doch gut. Naja meistens. Manchmal überkommt mich so ein Gefühl der Einsamkeit, der inneren Leere oder Traurigkeit. Aber dann schalte ich den Fernseher an, höre ein wenig Musik, gucke in WhatsApp nach, wem ich jetzt so schreiben könnte (oder ob mir jemand geschrieben hat. Hihi.) und schaue mir auf Facebook ein paar lustige (Katzen-)Videos an – und schon geht es mir wieder besser. Weiterlesen

Worüber sich Diktatoren freuen würden

  • wenn die Massenmedien ohne ein zentrales Zensurorgan alle das Gleiche schreiben.
  • wenn die Bürger mit Vorliebe nach oben kriechen und nach unten treten.
  • wenn die Mehrheit die Wiedereinführung der Todesstrafe freudig begrüßt.
  • wenn Lohnarbeits- und Schuldknechtschaft für Freiheit gehalten werden.
  • wenn der Staat einen Krieg führt und es niemanden interessiert.
  • wenn ein Großteil der Bevölkerung sich in ihr Schicksal fügt, resigniert und davon überzeugt ist, „nichts ändern“ zu können.
  • wenn Kunst, Kultur und Philosophie stark an Bedeutung verlieren und das ökonomisch-bürokratisch-technokratische Denken dominiert.
  • ein Gerät zu besitzen, daß die Bürger bespaßt, überwacht und Daten sammelt, dass den Menschen aber vollkommen gleichgültig ist.

„Warum schweigen die Lämmer?“

Der Psychologe und Hochschullehrer Rainer Mausfeld hält eine sehr empfehlenswerte Vorlesung darüber, wie aktuelle Herrschaftsinstrumente sowie Kontrolltechniken funktionieren und warum es keinen Widerstand in der Bevölkerung gibt. Empörungs- und Meinungsmanagement seien sehr effektive Maßnahmen, um die Menschen ruhig zu stellen. Zudem behauptet er treffend: „Westliche Demokratien sind de fakto Oligarchien.“

Ursachen interessieren nicht

ursachen_titelDie Leute meckern, nörgeln und motzen, was das Zeug hält. Sie arbeiten und mühen sich an Folgen, Konsequenzen und Symptomen des Kapitalismus ab, ohne ihn zu kritisieren oder gar in Frage zu stellen. Während die Systemfrage in der politischen und medialen Öffentlichkeit einem Tabu unterliegt, (und man sofort wahlweise als Verschwörungstheoretiker, Antisemit oder Populist beschimpft wird, sollte man es dennoch wagen), wird im Privaten auch selten darüber nachgedacht, warum, wieso und weshalb die Dinge so sind, wie sie sind. Es ist eben so. Alternativen gibt es nicht. Darüber nachzudenken bringt ja nichts. Schließlich muss alles Nachdenken einen persönlichen Nutzen haben. Weiterlesen

Fatalismus und Faschismus

Politik
„Die da oben machen doch eh alle was sie wollen.«
„Man kann ja doch nichts ändern.«

Überwachung
„Ich habe ja eh nichts zu verbergen.«

Ernährung
„Wenn man danach geht, dann kann man sowieso nix mehr essen.« (Typische Reaktion auf einen kritischen Einwand bei gesundheitlich bedenklichen Zusätzen oder Lebensmitteln)

Lebenseinstellung
„Wir sind hier nicht bei ´Wünsch Dir was´, sondern bei ´So isses!´«
„Ist eben so. Kann man nix machen.«

Der fatalistisch eingestellte Bürger hält sich für macht-, verantwortungs- und hilflos. Er sei primär nicht Gestalter und Schöpfer, sondern Opfer einer Welt, in die er sich bedingungslos einfügen will. Er geht jedem Konflikt aus dem Weg und bevorzugt die Zwangsharmonie, auch um den Preis der persönlichen Integrität. Dieser (leider weit verbreitete) Charakter in Deutschland bevorzugt weniger ein demokratisches, als vielmehr ein autokratisches, diktatorisches und faschistisches Herrschaftsprinzip. Insofern leben wir schon lange nicht mehr in einer Demokratie. Denn die ist -ohne freiheitsliebende, an Aufklärung, Politik und Kultur interessierte Menschen- schlichtweg nicht machbar.

Der rosarote Duckblick

rosa_titelVor einiger Zeit war ich auf einer Eltern-Kind-Reise im nahegelegenen brandenburgischen Wald bei Wandlitz mit vielen anderen Kindern und Eltern unterwegs. Alles in allem war das eine durchaus nette und klassische Angelegenheit mit Lagerfeuer und Stockbrot, im See schwimmen, einen Pferdehof besuchen und so weiter. Es gab weder große Probleme, noch Konflikte (außer einer Horde Mücken :SICK: ). Was mir allerdings extrem aufgefallen ist, war das oft völlig übertriebene Positiv-Gequatsche der Eltern. Offensichtliche Dinge, wie beispielsweise das wirklich schäbige Essen der Jugendherberge mit zerkochten Nudeln, Kartoffel-Püree-Pampe, halbgaren Fischstäbchen sowie einer Resteverwertung vom Vortag, wurden nicht kritisch erwähnt, sondern sogar gelobt: „Echt leckeres Essen hier, das muss man schon sagen!“ Weiterlesen

Das Schweigen der Lämmer

schweigen

  • Als man meinen Lohn und meine Rente gekürzt hat, habe ich geschwiegen.
  • Als man mich zur Ein-Euro-Zwangsarbeit verdonnert hat, habe ich geschwiegen.
  • Als man die Miet-, Strom- und Lebensmittelpreise erhöht hat, habe ich geschwiegen.
  • Als man die Bevölkerung wegen den Zocker-Banken enteignet hat, habe ich geschwiegen.
  • Als man mich abgeholt hat, habe ich geschwiegen.

Reden ist Silber. Schweigen ist Gold.

Blogger bewirken nichts

BloggerDas Web 2.0 wird maßlos überschätzt. Auf Facebook werden Tier- und Babybilder gepostet, auf Twitter versuchen Möchtegern-Komiker uns mit lahmen Sprüchen zu beeindrucken und auf den Onlineseiten der bürgerlichen Massenmedien treiben sich in den Kommentarspalten Hasstrolle und Putinversteher herum. Am Schlimmsten aber, sind die sogenannten politischen Blogger, die sich für Redakteure oder gar Autoren halten und uns ständig ungefragt ihre Gesellschafts-, Medien- und Wirtschaftskritik ins Gesicht rotzen. Gleichzeitig wollen sie uns zu ihrer allumfassenden, alternativlosen und geschlossenen Wahrheit bekehren. Niemand braucht diese gefrusteten, verbitterten und ständig nörgelnden Querulanten. Sie sind so sinnlos wie Staub auf dem Vibrator. Weiterlesen