Artikel mit ‘Arbeitsfetischismus’ getagged

Die perfekte Absage

19. August 2011 von epikur

Der Markt ist voll mit Bewerbungstrainern, Job-Coachern und Vorstellungsgespräch-Konditionierern, die dem Jobhungrigen erklären wollen, wie man sich am besten verkauft und präsentiert. Weshalb mit den Losern Geld verdienen? Wir, von der HastaLaVista GmbH widmen uns den Gewinnern: den Arbeitgebern, den Unternehmern, den Personalern. Wollten Sie schon immer wissen, wie man am besten eine Absage schreibt? Wie man sie vermeintlich individuell, direkt und doch massenkompatibel formuliert? Wir geben Ihnen Satzbausteine und Phrasen zur Hand. Außerdem geben wir Ihnen Tips und Tricks, wie man aus den überflüssigen Bewerbern Profit schlagen kann. Weiterlesen »

Ein ganz normaler Amtsalltag

18. Juni 2011 von epikur

- Ein Gespräch zwischen Kunde (K) und Arbeitsvermittlerin (A) -

 

K: Guten Tag, Frau X!

A: Herr Z, bitte warten Sie noch einen Moment draußen.

K: Ok.

A: (ca. 20 Minuten später)  Herr Z, Sie können jetzt reinkommen! Schön, dass Sie der Einladung gefolgt sind!

K: Einer Einladung, die ich nicht ablehnen darf.

A: (lacht) Sie sind mir ja einer. Na, was haben Sie mir heute schönes mitgebracht, hm? Weiterlesen »

Der kleingeistige Glaspalast

09. Mai 2011 von epikur

Wie groß ist Deine Wohnung? Wieviel Zimmer hast Du? Und wie teuer ist die Miete? Welches Auto fährst Du? Wieviel verbraucht er so? Und wie teuer war er? Welches Handy hast Du? Nokia? Vertrag oder Prepaid? Ach, ein iphone hast Du auch? Hast Du schon den neuen Actionfilm mit Vin Diesel im Kino gesehen? Was machst Du so beruflich? Welchen Schulabschluss hast Du? Und wieviel verdienst Du? Hast Du einen Garten oder eine Laube? Ach, Du hast ja neue Klamotten? Von Esprit oder C&A? Hast Du einen PC und auch eine Playstation 3? Und warste am Wochenende mal wieder bissl feiern? Wodka oder Becks? Hast Du eine/n Freund/in? Wohin fährst Du in den Urlaub? Vollpension? Hast Du DSDS im Fernsehen gesehen? Habendenken als Normalzustand.

Systemische Schizophrenie

03. April 2011 von epikur

Lohnarbeitverschenker: Guten Tag, Herr X! Schön, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben.

Lohnarbeiter: Vielen Dank, Herr Z .

Lohnarbeitverschenker: Nun, Herr X, erzählen Sie uns doch mal bitte, wie Sie auf unsere Firma gekommen sind?

Lohnarbeiter: Durch eine Stellenanzeige.

Lohnarbeitverschenker: Interessant. Und welche Motivation haben Sie in unserer Firma zu arbeiten?

Lohnarbeiter: Es wird bezahlt und ich brauche Geld, um Miete, Strom, Nahrung usw. bezahlen zu können. Ihre Firma interessiert mich, entschuldigen Sie, ehrlich gesagt nicht. Weiterlesen »

Neusprech: Gehaltsvorstellung

16. Februar 2011 von epikur

»Unter Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung«

- eine häufige Formulierung in Stellenanzeigen

Die Formulierung im Zitat stellt die Frage nach der eigenen finanziellen Wertigkeit. Die Phrase unterstützt die Vorstellung, nach einer vermeintlich leistungsgerechten Bezahlung. Dazu müsste man aber Leistung seriös messen können. Leistet ein Manager mehr, als eine Putzfrau? Eine Krankenschwester weniger, als ein Banker? Wie misst man Leistung? An der Bezahlung? Dann dreht man sich im Kreis: Leistung ist gleich Bezahlung und Bezahlung ist gleich Leistung. Weiterlesen »

Arbeit ist Arbeit ist Arbeit

10. Februar 2011 von epikur

Interessant, was bei monsters.de, einer der großen Online-Stellenbörsen alles als »Lohnarbeit« gilt. Es ist überhaupt auffällig, dass bei vielen Stellenanzeigen keinerlei Unterschiede zwischen  sozialversicherungspflichtiger Lohnarbeit, Minijobs, Zeitarbeit oder Praktikas gemacht werden. Es wird einfach alles zusammengeworfen und euphemistisch als »Job« bezeichnet. Schauen wir uns mal ein paar ausgewählte Stellenanzeigen von monsters.de an. Weiterlesen »

Bereit? »Immer bereit, Sir!«

07. Februar 2011 von epikur

Laut einer Befragung des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen sind über die Hälfte aller Berufstätigen auch privat für ihren Arbeitgeber erreichbar. Nehmt ihr den Telefonhörer auch immer ab, wenn der Chef anruft?

Quelle: Boeckler-Impuls 20/2010

Bewerbungsanalphabeten

10. Januar 2011 von epikur

In der vermeintlich linksbürgerlichen Süddeutschen Zeitung gibt es einen Artikel vom 28. Oktober 2010 mit Tips und Ratschlägen für das Bewerbungsschreiben und das Vorstellungsgespräch. Mithilfe von Bewerbungstrainern, wird den jobhungrigen Bewerbungsanalphabeten nahe gelegt, dass die Chance, eine sozialversicherungspflichtige Lohnarbeit zu erhalten, einzig und allein vom richtigen Verhalten der Bewerber abhängt. Beziehungen, sozialer Status, Glück und Aussehen spielen dabei natürlich eine untergeordnete Rolle. Folgendes sollte, laut dem lustig-lustig geschriebenem SZ-Bewerbungsknigge beachtet werden (mit bissigen Kommentaren von mir): Weiterlesen »

»Bürger, bettelt um Lohnarbeit!«

04. Dezember 2010 von epikur

Im April 2010 schrieb ich einen Artikel mit dem Titel »Arbeitslose dürfen nicht glücklich sein!«. Darin schrieb ich, dass es für viele Menschen eine Kausalität zwischen Lohnarbeit und Glück gebe. Ferner, dass wer erwerbslos ist, auch gar nicht glücklich sein könne bzw. nicht glücklich sein dürfe! Wer erwerbslos ist und auch noch behaupte, er sei gar nicht so unglücklich darüber, wird als Parasit, Schmarotzer, ja als Unmensch gesehen. Wer erwerbslos ist, hat sich zu schämen, zu ducken und sich ständig bei der Familie und bei Freunden zu rechtfertigen, warum er denn keine Lohnarbeit habe? Weiterlesen »

Die Jugend von heute

12. November 2010 von epikur

Die Jugend von heute sei größtenteils nicht ausbildungsfähig und nicht ausbildungswillig, wird oft behauptet. Sie seien undiszipliniert, vorlaut, wollen nur rumhängen, vor dem PC oder dem Fernseher sitzen, saufen, sms schreiben, mp3´s hören und chatten. Viele Ausbildungsbetriebe beklagen sich, dass Jugendliche große Bildungslücken aufweisen würden. Kurz: die Jugend ist dumm und schuld! Für viele Jugendliche gibt es heute nur zwei Perspektiven: Superstar werden oder Hartz 4 beziehen. Nach den Ursachen fragt wie immer keiner.

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