Herrschaftsprinzipien

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Manche Kampagnen sind pure Realsatire. Im Impressum von demokratie-ist-alles.de ist Kajo Wasserhövel zu finden. Ein Spin-Doctor der SPD.

In der Medien- und Politikoligarchie Deutschland gibt es seit Jahrzehnten ein ganzes Arsenal an Methoden und Instrumenten, um die Meinungs- und Deutungshoheit aufrecht zu erhalten. Hinzu kommen weitere dutzende Werkzeuge und Maßnahmen, um Auflage, Reichweite, Quote, Aufmerksamkeit sowie Klick- und Verkaufszahlen zu erzielen. Insofern sind die öffentlich geführten Fake News- und Hate Speech-Debatten auch komplett absurd, da niemand soviel hetzt und lügt, wie die System-, NATO-, Kauf-, Lügen-, Produkt-, Lücken- (oder wie auch immer man sie nennen mag) -Presse. Dabei überschneiden sich regelmäßig die Methoden und Techniken, welche beispielsweise primär nur Aufmerksamkeit und Reichweite erzielen sollen, mit den Instrumenten, die Meinungs- und Deutungshoheit erreichen -also Narrative installieren- wollen. Weiterlesen

Game of Thrones

Ja, ich schaue die Serie auch. Und ja, sie hat deutlich nachgelassen. Nun ist sie endgültig im Hollywood-Mainstream-Popcorn-Kino angekommen. Die Serie ist aber auch ein guter Beweis dafür, wie unsere bürgerlichen Massenmedien gleichgeschaltet sind, jeden Hype mit machen bzw. befeuern und primär vom SEO gesteuert werden. Hinzu kommt das systematische Abschreiben von reuters, dpa und anderen Agenturen. Hauptsache, es werden entsprechende Keywords in der Adresszeile, im Titel und im Artikel platziert. Ob sie inhaltlich irgendetwas interessantes beizusteuern haben oder ob nicht auch weniger populäre Serien eine Erwähnung wert wären, spielt indessen weniger eine Rolle. Der Klick zählt. Deshalb ohne Link:

  • taz.de: „Ende siebte Staffel Game of Thrones: Zottelige All-Star-Combo in Flokati“
  • zeit.de: „Game of Thrones: Zum Leben verdammt“
  • spiegel.de/bento.de: „Was im großen Finale der 7. Staffel passiert“
  • nzz.ch: „Sieben Fakten zur siebten Staffel“
  • sueddeutsche.de/jetzt.de: „Das GoT-Staffelfinale ist wie die Trennung von einem geliebten Menschen“
  • n-tv.de: „Letzte Staffel verzögert sich: Game of Thrones-Fans müssen stark sein“
  • tagesschau.de: „Game of Thrones-Drehbuch gestohlen“
  • morgenpost.de: „Müssen Game of Thrones-Fans bis 2019 aufs Finale warten?“
  • stern.de: „Game of Thrones-Finale: Das Ende einer Ära“
  • bild.de: „Die letzten Geheimnisse von Game of Thrones“
  • tagesspiegel.de: „Staffelfinale von Game of Thrones: Schnelle Flotte für Cersei Lennister“

Die „Le Monde Diplomatique“ und die „Blätter“

Eigenwerbung der "Blätter". Bei Obama, der offiziell 2363 Tage in sieben Kriegen weltweit aktiv war, gab es deutlich weniger Widerstand bei der "Insel der Vernunft".

Eigenwerbung der „Blätter“. Bei Obama, der offiziell 2363 Tage in sieben Kriegen weltweit aktiv war, gab es deutlich weniger Widerstand bei der „Insel der Vernunft“.

Seit vielen Jahren habe ich die Blätter für deutsche und internationale Politik sowie die Le Monde Diplomatique abonniert. Ich fühle mich stets mit vielen interessanten und alternativen Blickwinkeln, Analysen, Interpretationen und Bewertungen versorgt. Doch in letzter Zeit lese ich immer wieder Beiträge in beiden Publikationen, die unverhohlen im NATO-Mainstream-Meer fischen. Zwar gibt es immer wieder sehr gute, linke und kritische Berichte, Artikel und Reportagen, aber sobald es beispielsweise um Themen wie Trump oder Putin geht, wird- ähnlich wie auf Spiegel Online, Zeit, Welt oder sueddeutsche.de– nicht selten der Populismus- und Verschwörungstheorie-Hammer geschwungen und/oder häufig sehr einseitig analysiert. Dafür habe ich diese linken Monatszeitungen aber nicht abonniert. Weiterlesen

Jubelpresse

Titelseite von gamestar.de vom 15. Juni 2017

Titelseite von gamestar.de vom 15. Juni 2017

„wagt Crytek einen Neuanfang“ […] „mit abgedrehtem Humor“ […] „Nach 14 Jahren: Großartig“ […] „Günstig und leise!“ […] „Wahnsinns-0815-Singleplayer!“ […] „Das größte E3-Comeback“

Ein Aspekt, der mir bei der vielfachen Medienkritik häufig zu kurz kommt, ist die Kommerzialisierung der Medienlandschaft. Sie ist häufig so stark von Anzeigen und Werbeeinnahmen abhängig, so dass sie stellenweise nur noch als Produkt-, Vertriebs- und Jubelpresse bezeichnet werden kann. Es wird gelobt, gejauchzt und gepriesen, was das Zeug hält. Ganz so, wie es sich die Marketing- und PR-Abteilungen der Anzeigen-Unternehmen wünschen, damit ihre Produkte in einem positiven Licht dargestellt werden. Dieser Journalismus versucht nicht einmal mehr, eine neutrale oder sachlich orientierte Berichterstattung abzuliefern (von Kritik ganz zu schweigen), sondern nur noch -ganz devot- seinen Geldgebern zu gefallen.

Presseblick (61)

Junge Welt vom 21. März 2017

Junge Welt vom 21. März 2017

In den Niederlanden wurde der „Rechtspopulist“ (wieso gibt es nur Rechts- und Linkspopulisten, aber niemals Mittepopulisten?) Geert Wilders „verhindert“. Das lässt den Redakteur Peter Riesbeck von der Frankfurter Rundschau zur Rettung der Demokratie hinreißen und er beschwört zugleich den Martin Schulz: „Die Sozialpolitik als klassische Verteilungspolitik ist zurück.“ Klar doch. Verteilen wird der EU-Technokrat höchstens von unten nach oben. Warum warten immer noch so viele Menschen auf Erlösung? Weiterlesen

Anti-Fake-News

Das große ARD-Fake-News-Special (ohne Link)

Das große ARD-Fake-News-Special (ohne Link)

Die öffentlich inszenierte Bigotterie nimmt immer groteskere Formen an. Wüsste man es nicht besser, müsste man glauben, man wäre in einem schlechten Film, voll mit inszenierter (Real-)Satire. Denn auf einmal behaupten die Berufslügner, sie würden stets nur die Wahrheit sagen. Berufsschauspieler betonen voller Inbrunst, sie würden ganz authentisch sein. Und Berufsautokraten sowie Neo-Feudalisten in den großen Unternehmen und Redaktionsstuben, wollen auf einmal für die Meinungsfreiheit kämpfen. Weiterlesen

Replik auf: „Journalismus unter Beschuss“

Haben Journalisten den Mut, die Hand zu kritisieren, die sie füttert?

Haben Journalisten den Mut, die Hand zu kritisieren, die sie füttert?

Der Chef des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), Frank Überall, schreibt in den aktuellen Blättern für deutsche und internationale Politik (Blätter, Ausgabe April 2016), einen Artikel über die Bedrohungen von Journalisten. Als Hauptgefahr sieht er Blogger, Social Media – Aktivisten sowie diejenigen, welche die Medien mit dem Lügenpresse-Vorwurf belegen. Er spricht von „Hass-Blogs, Hass-Mails, Hasskommentaren“ sowie von tätlichen „hasserfüllten Angriffen“ auf Journalisten bei Demonstrationen und Kundgebungen. Weder gibt es eine sachliche Analyse darüber, warum soviel Kritik (eben nicht nur „Hass“) in der Bevölkerung gegenüber den Massenmedien vorhanden ist, noch eine schonungslose und ehrliche Selbstreflektion über den aktuellen Zustand von Berufsjournalisten und Leitmedien. Weiterlesen

Das ist kein Sexismus

gesehen und fotografiert am 28. Januar 2016 in Berlin, an einer großen Hauptstraße.

gesehen und fotografiert am 28. Januar 2016 in Berlin, an einer großen Hauptstraße.

Wenn hier eine Frau mit nacktem Oberkörper oder mit einem Bikini zu sehen wäre, ja dann wäre es Sexismus. Diskriminierung. Objektreduzierung. Frauenfeindlichkeit. Sexistische Kackscheisse vom Patriarchat. Der #Aufschrei wäre groß. So aber nicht.  Das ist kein Sexismus! Männer, habt euch mal nicht so! Geht lieber trainieren! Ihr Memmen! :KICHER:

Journalisten vs Blogger

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Der Medienjournalist Steffen Grimberg schreibt in den aktuellen „Blättern“ (Ausgabe September 2015) über das Ende der Deutungshoheit“ und meint damit primär die Massenmedien. Er wehrt sich gegen den Vorwurf der „Lügenpresse“ vom rechten Rand der Pegida-Freunde sowie von linken „biederen Familienvätern“. Zwar sei das Vertrauen in die Massenmedien „empfindlich gestört“, die Ursache sei jedoch nicht „eine Art von Einheitsmeinung“ in den Leitmedien oder Journalisten die ideologisch von der Atlantikbrücke konditioniert seien, sondern –wie könnte es auch anders sein- überspannte Verschwörungstheoretiker, die glauben, Aliens würden an den Schalthebeln der Macht sitzen (S. 103). Weiterlesen

Gemietete Blogjournalisten

nigge_titelStefan Niggemeier, Journalist und Blogger, bekannt durch seinen Bildblog, fragt in seinem FAZ-Artikel Journalismus unter Verdacht“ vom 2. November 2014: „Manipulieren die Nachrichten die Nachrichten? Hetzt die Presse gegen Putin? Lassen sich Journalisten kaufen? Die Kritik an den Medien in Blogs und Büchern wird immer exzessiver und aggressiver.“ Bezeichnenderweise werden in dem Artikel auch keine Kommentare zugelassen. Weiterlesen