Anti-Fake-News

Das große ARD-Fake-News-Special (ohne Link)

Das große ARD-Fake-News-Special (ohne Link)

Die öffentlich inszenierte Bigotterie nimmt immer groteskere Formen an. Wüsste man es nicht besser, müsste man glauben, man wäre in einem schlechten Film, voll mit inszenierter (Real-)Satire. Denn auf einmal behaupten die Berufslügner, sie würden stets nur die Wahrheit sagen. Berufsschauspieler betonen voller Inbrunst, sie würden ganz authentisch sein. Und Berufsautokraten sowie Neo-Feudalisten in den großen Unternehmen und Redaktionsstuben, wollen auf einmal für die Meinungsfreiheit kämpfen. Weiterlesen

Presseblick (59)

Der „Kiezneurotiker“ ist weg. Einfach so. Ohne Ankündigung, Brandrede oder Verabschiedung. Vorausgegangen war ein Streit mit dem Kiezschreiber. Ob der aber was damit zu tun hatte, weiß ich nicht.

kiez

Sein Zynismus, die direkte und rotzfreche Art, sowie der ehrliche Blick eines Menschen, der sein tägliches Lohnarbeits-Hamsterrad reflektiert hatte, werden mir fehlen. Auch die Rubrik „Junkfrass aus der Hölle“, bei der er widerliches Fast Food getestet hatte, war amüsant. Claudia Klinger stellt fünf Thesen auf, warum er so plötzlich verschwunden ist. Traurig ist leider auch, dass kaum jemand in Kleinbloggersdorf davon Notiz nimmt. :(   Weiterlesen

Uran-Munition

Die Dokumentation „Deadly Dust“ (Todesstaub) von Grimme-Preisträger Frieder Wagner aus dem Jahre 2007 wird medial weiterhin totgeschwiegen. Wagner bekommt keine Aufträge mehr. Für die Doku findet sich bis heute kein Filmverleih und er läuft auch nicht im Fernsehen. Der Film thematisiert die Nutzung und die Folgen von Uran-Munition (in Deutschland hergestellt!), besonders in den vergangenen NATO-Kriegen. Wer den Film noch nicht kennen sollte: unbedingt nachholen!

Die Meinungsfreiheit, die sie meinen

"Ja, wir Journalisten haben Russland unfair behandelt" (mehr als 900 Kommentare; viele zensiert). Kolumne von Jochen Bittner. Zeit.de vom 13. Oktober 2016

„Ja, wir Journalisten haben Russland unfair behandelt“ (mehr als 900 Kommentare; viele zensiert). Kolumne von Jochen Bittner. Zeit.de vom 13. Oktober 2016

Anmerkung: Wer die NATO-Versteher Jochen Bittner und Josef Joffe auf ihre transatlantischen Netzwerke und somit auf ihre Parteilichkeit hinweist, wird zensiert. Wer die USA und die NATO kritisiert gilt wahlweise als Putin-Troll, Antiamerikaner, Populist, Verschwörungstheoretiker oder Antisemit. Und nein, im Syrien-Krieg gibt es keine Guten. Jeder, der andere Menschen tötet, ist böse.

Presseblick (52)

tagesspiegel.de vom 23. April 2016

tagesspiegel.de vom 23. April 2016

Wutbürger, Extremist, Protestwähler, Verschwörungstheoretiker, Antiamerikaner, Radikaler, Antisemit, Spinner und immer wieder: Populist! Es gibt mittlerweile ein ganzes Arsenal an verunglimpfenden Wörtern und Begriffen, um diejenigen, die den offiziellen Verlautbarungen von Politik und Presse keinen Glauben schenken (oder sie auch nur in Frage stellen), als nicht ernstzunehmende Gesprächspartner zu diskreditieren. Damit zeigt sich dieser Tage ganz deutlich, dass Politik und Presse an einem echten Meinungsaustausch überhaupt kein Interesse (mehr) haben. Wir sollen schlucken, was sie uns einimpfen und anschließend die Fresse halten. Die Hoffnung von Jürgen Habermas, dass in einem offenen Diskurs, sich die besten Ideen durchsetzen würden, hat sich als absolut naiv erwiesen. Denn eine zensur- und propagandafreie (Medien-)Öffentlichkeit kann und wird es niemals geben. Weiterlesen

ZG-Rückblick: Kein Kommentar

ZG-RückblickDie Süddeutsche hat auf ihrem Online-Portal die Kommentarfunktion bei ihren Artikeln abgeschafft. Die FAZ deaktiviert sie nur bei einigen Beiträgen. Ist die Lösung wirklich so einfach? Trollen einfach gar nicht erst die Tür aufmachen? Oder muss man wirklich allen mit Internetzugang eine Plattform bieten? Weiterlesen

Mentale Maulkörbe

„Um zu erfahren, wer über dich herrscht, finde einfach heraus, wen du nicht kritisieren darfst.“

– Voltaire (1694-1778)

Anmerkung: Politiker und Abgeordnete werden von den Massenmedien, von Unternehmen, Verbänden und Nicht-Regierungsorganisationen, der Wissenschaft und letztlich von der Bevölkerung in großem Umfang kritisiert. Sie sind der Boxsack, an dem sich Wut, Frust und Ohnmacht entladen darf. Aber sie haben nicht die Kontrolle, wenn man nach Voltaire geht. Wen wir nicht in Frage stellen dürfen, sind unsere Geldgeber, „Arbeitgeber“, Anzeigenkunden, Sponsoren, Investoren und Förderer. Alle, von denen wir ökonomisch abhängig sind. Da halten wir komplett die Schnauze. Sie sind es, die über uns herrschen.

Auch Selbstzensur ist Zensur

„Es ist halt ein fruchtbarer Boden für die Zensur, wenn man als Journalist eine Familie mit zwei Kindern ernähren muß und auf Basis von Zeitverträgen arbeitet. Irgendwann ertappt man sich bei der Selbstzensur – weil man seinen Job behalten will.“

– Anonymer Redakteur des deutschen Auslandssenders Deutsche Welle (DW) im Interview mit der Jungen Welt am 15. Mai 2014

Anmerkung: Wenn von Zensur gesprochen wird, ist fast immer die von außen einwirkende Unterdrückung gemeint. Die subtile, sich selbst zwingende Zensur, ist jedoch weitaus effektiver und kostensparender, denn sie benötigt keine permanente Überwachung und damit weniger Ressourcen.

Kopfscheren

„Auch in der Bundesrepublik darf man nicht alles sagen, und das obwohl alles Gesagte so gut wie keine Wirkung hat.“

– Daniela Dahn, „Hier bin ich Mensch, hier greif ich ein“, Blätter, Dezember 2013.

Anmerkung: Das wird immer wieder, auch und gerade von liberalen Linken, vehement geleugnet. Ob in der Politik, in den Redaktionsstuben der Massenmedien oder in Unternehmen: vorauseilender (Gedanken-)Gehorsam, kultivierte Kopfscheren, Tabu-Themen und verordnete Denkverbote sind auch bei uns Alltag. Sie sind letztlich auch nichts anderes als Zensur. Aber die gibt es  natürlich nur in autoritären Staaten und nicht in Deutschland.