Archiv für die Kategorie ‘Vermischtes’

»Ich bin dagegen, denn ihr seid dafür!«

22. März 2010 von epikur

Dieses Zitat der Berliner Punkband »die Ärzte« aus ihrem Lied »Rebell« verdeutlicht eine Lebenseinstellung, die sich vom Mainstream-Denken abgewendet hat. Wieder einmal muss ich das Thema der Kritik, der »Dagegen-Mentalität« aufgreifen, denn zurzeit begegne ich wieder vermehrt Menschen, die fatalistischer kaum sein könnten: »Kann man eh nix machen«, »Es war schon immer so« oder »Bringt doch eh alles nix mit Deiner Dagegen-Einstellung«. Dabei wird von vielen das Wesen der Kritik weder thematisiert, noch für wichtig erachtet. Ohne Kritik keinen menschlichen Fortschritt. Ohne Kritik keine gesellschaftlichen Verbesserungen. Wie stellt Ihr euch das Zusammenleben in einer menschlichen Gesellschaft vor, in der  alles geschluckt, akzeptiert und nichts hinterfragt wird? Weiterlesen »

Zur Gleichberechtigung

16. März 2010 von epikur

Die Debatte um die Benachteiligung von Männern in Deutschland, ist für viele unbequem, erregt die Gemüter und ist  ein Tabuthema, da es eben ein Allgemeinplatz ist, dass nur Frauen benachteiligt werden. Frauen und Männer werden jedoch gleichermaßen, nur in und auf verschiedenen Ebenen benachteiligt. Um also hiermit nochmal für ein bisschen Gesprächsstoff zu sorgen, komme ich heute nicht umhin, euch ein paar Häppchen zum Thema zu liefern:

»Merkwürdigerweise wird die Tatsache, dass Väter unehelicher Kinder im Gegensatz zu verheirateten Vätern das Sorgerecht vorenthalten werden kann, von Gerichten; Politikern und Familienrechtlern weder als verfassungswidrig noch als eine Ungleichbehandlung angesehen.«

- Der Spiegel Nr.42/11.10.04 Seite 52 Familienpolitik: Diskriminiert der Gesetzgeber nichteheliche Kinder? Weiterlesen »

Tauschbares Fleisch

15. März 2010 von epikur

Der eigene Marktwert auf dem zwischenmenschlichen Persönlichkeitsmarkt in Deutschland, errechnet sich durch folgende Faktoren:

- äußerliche Attraktivität (Aussehen, Kleidung, Alter, Figur usw.)

- soziale Attraktivität (Humor, Intelligenz, Charme, Schlagfertigkeit usw.)

- materielle Attraktivität (Geld, Macht, Einfluss, Vermögen, Besitz usw.)

Die große bestimmende Variable hierbei ist die Fähigkeit sich »gut zu verkaufen«. Wer dies überdurchschnittlich beherrscht, ist auch in der Lage nicht vorhandene Attraktivitäten zu verschleiern. Fromm würde uns heute sagen, dass die romantische Liebe eine Verklärung und Verschleierung genau dieser drei Attraktivitäten ist, die genauestens »gemessen« werden können. Der Mensch als meßbare Wareneinheit und Tauschobjekt.

Bodenlosigkeit

12. März 2010 von epikur

Heute werde ich das Blog auch wirklich mal als solches gebrauchen: als persönliches Tagebuch. Mir ist stark danach. Und nach dem Lesen des Beitrages wird vielleicht auch klar, wieso ich diesmal ein solches Bedürfnis hege. Kurz und knapp, um die Einleitung zu überspringen: ich war insgesamt 5 Tage im Krankenhaus, mit Vollnarkose und davon 1 Tag  in künstlichem Koma. Heute bin ich entlassen worden. Weiterlesen »

Bitte Lächeln!

22. Februar 2010 von epikur

»Versuchen Sie, ein positiver, fröhlicher, heiterer Mensch zu sein. Seien sie optimistisch, und ermutigen Sie andere. Seien Sie fröhlich und locker. Legen Sie sich eine Ausstrahlung zu, von der andere sich angezogen fühlen. Egal, wie es in Ihrem Privatleben aussieht, lassen Sie es die Kunden nicht spüren.«

- Brian Tracy, Verkaufsstrategien für Gewinner, Seite 76

Lächeln gehört zum Geschäft. Lächeln ist Geschäft. Mit Lächeln macht man Profite, lockt Kunden an, gibt ihnen ein gutes Gefühl. Lächeln ist ein immanenter Bestandteil der Verkaufsstrategie, der Werbung. Eine Maßnahme, die Geld in die Taschen der Profitmacher spülen soll. Lächeln ist hier nicht nur künstlich, kalt und unehrlich, sondern verbirgt die Fratze des Kapitalismus: Egoismus, Gier und Profitdenken. Der zwischenmenschliche Mechanismus der Anziehung und Sympathie wird instrumentalisiert, zur Ware degradiert. Ob Versicherungsvertreter, Bankangestellte oder Kassierer – sie alle sollen ein »freundliches Auftreten« an den Tag legen und möglichst viel lächeln. Weiterlesen »

Tierethik und die Konstruktion der Welt

21. Februar 2010 von epikur

Der Eisbär Knut und sein PflegerDiebisch wie eine Elster, geschmeidig wie eine Katze, schlau wie ein Fuchs, scheu wie ein Reh oder stumm wie ein Fisch? Fabeln und Märchen weisen Tieren Eigenschaften zu, personalisieren sie. Wir werden mit diesem Kulturkontext groß, leiten daraus moralisch gerechtfertigte Entscheidungen ab. Spinnen sind für viele eklig, hinterlistig und böse. Sie zu töten, sie zu zertreten bereitet den wenigstens ernste Gewissensbisse. Würde aber jemand öffentlich eine Katze töten, wäre der Aufschrei groß. Zumindest in Deutschland. Kann man Tieren einfach Kategorien wie »gut« und »böse« zuweisen? Hat nicht jedes Tier, jedes Lebewesen seine Berechtigung? Und auch wenn diese moralischen Kategorien erzogen worden sind, so erscheinen sie mir doch willkürlich festgelegt. Weiterlesen »

ZG kauft auch Daten-CD?

14. Februar 2010 von jtheripper

Heute kam eine E-Mail rein, wo uns der Kauf von 6,5 Millionen deutschen E-Mailadressen angeboten wurde. Für günstige 1.000€ kann ich die Daten-DVD bekommen. Ich dachte schon, jetzt stehe ich wie unsere Regierung auch vor dem Dilemma: Kaufen oder nicht kaufen. Wobei… ach ne, die hat damit ja gar kein Problem. Weiterlesen »

Neulich in der U-Bahn…

21. Januar 2010 von epikur

…saß mir eine etwas ältere Frau gegenüber, als sie plötzlich einen jüngeren Herren wieder erkannte. Daraufhin folgte ein Dialog zwischen den Beiden, der in Sachen Sklavenmoral und Arbeitsfetischismus fast schon repräsentativ war:

Sie: »Wie gehts Dir? Haste endlich Arbeit?«
Er: »Gut. Ne, keine Arbeit.«
Sie: »Ach komm, so richtig Bock haste eh nicht, wah? Gibs zu, bist bissl faul?«
Er: »Ich will ja arbeiten, finde aber nix. Ich such auch schon….« (es folgt eine große Rechtfertigungsrede)

Vielleicht hätte er sagen sollen: »Ja, ich bin stinkend faul, ernähre mich von Chips, Pizza und Cola,  sitze nur vorm Fernseher, werde immer fetter und will sowieso nicht arbeiten«. Ob die Ironie eine Wirkung gezeigt hätte? Oder wäre die Antwort dann: »Wenigstens bist Du ehrlich« gewesen?

»Nicht die Selbstvermarktung einschlafen lassen«…

17. Januar 2010 von epikur

…rät uns die Personalberaterin Maren Lehky in Zeiten der Wirtschaftskrise. Anständiges sich-verwursten, sich wertvoll machen, sich einbringen, sich anstrengen, Leistung zeigen, schuften bis der Arzt kommt. Ach nein, das solle man natürlich schon vermeiden, sagt Lehky. Aber »sich einen Tick mehr engagieren als sonst«, das wäre schon ganz gut. Weiterlesen »

Was ist Glück?

08. Januar 2010 von epikur

»Glück hängt nicht davon ab, wer du bist oder was du hast; es hängt nur davon ab, was du denkst.»

- Dale Carnegie

In letzter Zeit bekomme ich immer wieder zu hören, dass Glück bedeute, einen Lebenspartner, Haus, Geld, Kinder, Auto und einen Garten zu haben, zu besitzen. Ein »erfolgreiches« Leben ist für viele im Kapitalismus eben viel Besitz zu haben – abstrakte wie fassbare Dinge. Unsere Sprache ist derart marktwirtschaftlich korrumpiert, dass selbst das Streben nach Glück, kaum mehr mit wahrer Freude, Leben im Sein und schöpferischem Handeln identifiziert wird, sondern vor allem mit einem sozialen Status, mit Haben-Denken. Kaum jemand hinterfragt, diese Glücksformel einmal – sie wird als natürlich gegeben angesehen. Weiterlesen »


kostenloser Counter