Fakten. Fakten. Fakten.

Knallhart recherchiert. Redakteure in Topform. Journalisten decken auf. Die »vierte Gewalt« in Aktion. Garantiert nicht abgeschrieben. Von eindringlicher Relevanz. Unglaubliche Bedeutsamkeit. Das müssen Sie wissen! Heute: Montag, der 2. Dezember 2019 auf n-tv.de (ohne Links):

  • »Frau kämpft nach Fettabsaugung um Leben«
  • »Trump‐Tweet sorgt im Dax für schwere Verluste«
  • »Deutscher Reformstau schreckt US‐Firmen ab«
  • »Inzucht war Ursache für Habsburger Lippe«
  • »Starke Leistung, große Zweifel: Wenn Erfolg nur sauer schmeckt«

Ich habe meinen Glauben an die Massenmedien endlich wiedergewonnen! Nach diesen Beiträgen wurde ich geläutert! So viel Relevanz und Recherche findet man nur bei den »Großen«! Bitte, nehmt mich wieder in eure NATO‐Herde auf! Ich werde auch nie nie wieder kritisch sein! Versprochen! Claus Kleber, Claas Relotius und Josef Joffe: Ihr seid doch meine Idole! :JAJA:

NATO‐Medien

Zwei Meldungen vom gleichen Tag (16.11.2019) aus der gleichen Zeitung. Beide Male geht es um Demonstrationen und Protestbewegungen. Während dort die Polizei auf Demonstranten losgehen würde, ist sie hier stets das Opfer von gewaltbereiten Chaoten. Zumindest sagt uns das unsere Wahrheitspresse. Und nein, das ist kein Einzelfall, sondern kann systematisch immer und immer wieder genau so beobachtet werden:

»Gelbwesten‐Proteste in Paris — Krawalle zum Jahrestag«

»Gewalt und Krawalle wieder aufgeflammt [...] massiven Ausschreitungen [...] Die Polizei wollte Krawalle wie in der Vergangenheit unbedingt verhindern [...] Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein«

Proteste in Hongkong: »Ich bin bereit, heute Nacht zu sterben«

»Die Polizei wurde schon gewalttätig, als wir noch friedlich auf die Straße gegangen sind und nichts als unsere Stimme erhoben haben. Das waren Demonstrationen, kein Krawall [...] eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt und freie Wahlen.«

Merke: Protestbewegungen in China, Russland, Iran oder Nordkorea kämpfen immer für mehr Demokratie und Freiheit. Demonstranten in Deutschland, Frankreich oder Spanien hingegen, sind stets gewaltbereite Chaoten, die den Verkehr blockieren und Vandalismus betreiben würden. :JAJA:


whataboutism
Kultivierte Doppelmoral

Ziegenjournalismus (3): Kriegspropaganda

Haben Journalisten den Mut, die Hand zu kritisieren, die sie füttert?

Inwiefern die bürgerlichen Massen‐ und Leitmedien überhaupt ein intrinsisches Interesse an Objektivität, Sachlichkeit, Menschenrechte und der Suche nach der Wahrheit haben, erkennt man spätestens bei der Kriegsberichterstattung. Werden hier beide Seiten des Konflkts möglichst wertneutral beschrieben? Wird zur Diplomatie und zum Frieden aufgerufen oder für den Krieg getrommelt? Werden Meldungen und Informationen doppelt und dreifach geprüft oder einfach übernommen, weil sie in das eigene ideologische Narrativ passen? Wie viele Quellen, Kriegsreporter und Informanten gibt es? Werden diese dem Leser transparent gemacht, sind sie womöglich selbst in den Konflikt involviert oder eher ideologisch voreingenommen? Weiterlesen

Klima: »Du bist schuld!«

»CO2‐Emissionen durch SUV steigen stärker als durch Luftfahrt und Schwerindustrie.«

Spiegel Online vom 17. Oktober 2019

Anmerkung: Die Klima‐Debatte beherrscht aktuell sämtliche Diskurse. Und dennoch werden (wieder einmal) die üblichen Herrschaftsprinzipien eingesetzt. Der Fokus auf die »Eigenverantwortung«, Spaltungsdebatten sowie Ablenkungs‐ und Alibi‐Diskurse. Wer soll denn wirklich glauben, dass SUV´s die Umwelt mehr verdrecken als Großindustrie, Schifffahrt oder der weltweite militärische Komplex? Die militärischen Emissionen werden bei allen Debatten systematisch ausgeklammert. Und wieder redet kein Mensch mehr über die weltweiten Kriege, über den perversen Reichtum einiger Weniger oder über korrupte und kriminelle Strukturen. Stattdessen: »Keine Plastiktüten mehr verwenden, dann rettet Ihr die Welt!« Ja nee, ist klar.


»Herrschaftsprinzipien«
»Mehr Eigenverantwortung wagen!«

NATO‐Propaganda

»Anschläge vom 11. September: Das Sterben geht weiter«

»Vor 18 Jahren starben bei den Anschlägen vom 11. September in den USA tausende Menschen. Auch heute noch fordert der einschneidende Tag Todesopfer.« (tagesschau.de)

Anmerkung: Mir liegt es fern, Todesopfer gegeneinander aufzurechnen. Es ist für die Angehörigen immer schrecklich. Im genannten Artikel ist jedoch kein einziges Wort darüber zu finden, was der anschließende »war on terror« weltweit an Todesopfer gefordert hat. In Afghanistan. Libyen. Irak. Syrien. Pakistan. Jemen. Und es wird weiter täglich völkerrechtswidrig ge‐drohnen‐mordet was das Zeug hält. Auch mit deutscher Hilfe. Über all das kein einziges Wort. Ja, »das Sterben geht weiter«, aber vor allem auch im Nahen und Mittleren Osten.


»Die Wahrheitspresse«
»NATO: Finde den Fehler!«

Antikriegsfilme

Es gibt für mich nur wenige Filme, denen ich das Attribut »gegen den Krieg zu sein« verleihen würde (»Apocalypse Now«, »Der schmale Grat«, »Full Metal Jacket«). »Der Soldat James Ryan« gehört beispielsweise nicht dazu. Ein Antikriegsfilm (oder besser: Friedensfilm) muss nicht nur schockieren, nachdenklich stimmen sowie die Grausamkeit und Brutalität des Krieges zeigen, sondern darf auch keinen heuchlerischen Pathos oder verlogenen Nationalismus beinhalten. Wenn er Kriegslügen aufdeckt (oder zumindest thematisiert) und die Dämonisierung des Feindes als Propagandainstrument entlarvt, umso besser.

Vor kurzem habe ich zum ersten mal »Johnny zieht in den Krieg« aus dem Jahre 1971 von Dalton Trumbo, der zu den berüchtigten »Hollywood Ten« gehörte, gesehen. Der Film ist auch 50 Jahre später immer noch düster, depressiv, ein lebendiger Alptraum. Wenn ein Antikriegsfilm unterhält, hat er etwas falsch gemacht. Denn Krieg ist kein »Spaß«. Die NATO‐Massen‐und‐Unterhaltungs‐Medien schweigen ihn tot, was vermutlich auch an solchen Aussagen liegt: »Demokratie ist wie andere Regierungsformen, wo sich junge Leute gegenseitig umbringen.«


Kriegssprache
Die Inszenierung des Krieges
»Und plötzlich war er da: der Krieg«

Der Anschlag (60)

Wer die NATO öffentlich kritisiere oder positiv von Russland oder Putin spreche, müsse zukünftig mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen, so das Bundesjustizministerium. Die Gesetzesänderung solle ein weiteres effektives Werkzeug im Kampf gegen Putintrolle, Fake News, Populismus, Hassreden und Verschwörungstheorien sein. :JAJA:

In Zukunft sollen nur noch Filme über Transgender, Homosexualität, Sexismus und Gender finanziell gefödert werden. Das seien die wirklich wichtigen Themen in unserer Gesellschaft, so die Staatsministerin für Kultur und Medien. »Soziale Ungleichheit, Wirtschaftskriminalität oder Neoliberalismus hätten keine aktuelle zivilgesellschaftliche Relevanz!«

In Deutschland öffnen die ersten Sexual‐Kanzleien. Diese ermöglichen rechtssichere und beglaubigte Verträge zwischen Menschen, die Sex haben wollen. Nur so könne man Sicherheit haben, dass man hinterher nicht wegen Vergewaltigung verklagt werden könne.


»Der Anschlag«

Zwei Meldungen: Eine Ideologie

Kleine, aber feine Nuancen lassen erkennen, wie die herrschenden Narrative und Meinungen gestrickt sind. In beiden Fällen geht es um Kritiker der jeweiligen Regierungen. Wortwahl, Sprache, Zitierregeln und subtile Zwischentöne lassen einiges erkennen.

»USA beantragen offiziell die Auslieferung von Julian Assange«
(zeit.de vom 12. Juni 2019)

In dem Artikel geht es vor allem darum, was die USA und Schweden ihm vorwerfen: »Insgesamt liegen 18 Anklagepunkte gegen Assange vor.« Assange wird als »Aktivist«  (und eben nicht als Whistleblower oder gar Investigativjournalist) bezeichnet, außerdem sei er »geflüchtet« und habe sich »verschanzt«. Mutig klingt anders:

»Kremlkritiker Nawalny bei Kundgebung in Moskau festgenommen«
(zeit.de vom 12. Juni 2019)

Er ist: »Russlands führender Oppositioneller«, »ein Wortführer der Massenproteste« und ein »Investigativjournalist«. Zitiert werden hier das Bürgerrechtsportal OWD‐Info sowie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR), aber eben nicht die offizielle Regierung, wie im Falle Assange. Statdessen: »wegen angeblichen Drogenhandels festgenommen.«

Auch ich weiß nicht, was stimmt und was nicht. Aber ich möchte gerne eine absolut neutrale und sachliche Berichterstattung in beiden Fällen lesen. Stattdessen: Parteilichkeit, tendenziöse Berichterstattung, Meinungsmache. Solche Details finden in den NATO‐Medien beispielsweise gar nicht mehr statt: »Amerikanische Lehrer fordern Freilassung von Julian Assange und Chelsea Manning.«

Die binäre Bewertung

Die SEO‐Algorithmen von Google, Amazon, Facebook und vielen anderen digitalen Portalen produzieren und fördern ein moralisch totalitäres Denken. Denn um Big Data besser verwerten zu können, gibt es häufig nur 0 oder 1. Sämtliche Grauzonen, Differenzierungen und tiefergehende Analysen, verschwinden in der öffentlichen Bewertung und Wahrnehmung von Ereignissen. Bist Du dafür oder dagegen? Brexit? Impfen? EU? Abtreibung? Uploadfilter? Weiterlesen

Presseblick (70)

meedia.de vom 22.02.2018

meedia.de vom 22.02.2018

Wenn es gegen Putin und/oder Russland geht, wird alles genommen. Das Satire‐Magazin »Titanic« hatte die BILD‐Zeitung mit gefälschten Informationen hereingelegt und behauptet, dass der Juso‐Vorsitzende Kevin Kühnert mit russischen Internettrollen Kontakt hätte. Die BILD hielt das natürlich für echt und machte eine große Schlagzeile: »Schmutzkampagne bei der SPD.« Als das ganze aufflog, schrieb BILD‐Chefredakteur Julian Reichelt eine E‐Mail an sein Team. Jakob Augstein wird peinlich: »Ich erkenne das aufklärerische Interesse nicht. Das ist reine Destruktion.« Richtig, wenn es gegen Putin und Russland geht, gibt und darf es niemals Aufklärung geben. :JAJA: Weiterlesen