Bürgerlicher Neorassisliberalismus

Anfang September 2019 bezeichnete die MDR‐Moderatorin Wiebke Binder, im Zuge der Landtagswahlen in Sachsen, eine mögliche Koalition zwischen CDU und AfD als »bürgerlich«. Es dauerte nicht lange und der Chefredakteur des MDR entschuldigte sich für den vermeintlichen »Versprecher«.

»Der befragte sächsische Politiker Marco Wanderwitz (CDU) hatte Binder in der Sendung geantwortet: Eine Koalition mit der AfD wäre keine bürgerliche Koalition. Wir haben von vornherein gesagt, dass wir mit den Rändern nicht koalieren, nicht zusammenarbeiten, und dabei wird es auch bleiben.«

Das war Anfang September. Und in Sachsen. Nun haben wir Anfang November und die Landtagswahl in Thüringen. Jetzt heißt es:

»Nach der Wahlschlappe in Thüringen beleben 17 CDU‐Funktionäre eine alte Debatte in der Union neu: Wie umgehen mit der AfD? Die Funktionäre appellieren in dem Papier an die eigene Partei, die bisher ablehnende Haltung zu überdenken und ergebnisoffene Gespräche mit der AfD zu führen.«

Es kommt wohl zusammen, was zusammen gehört. Lieber mit den Rassisten, als mit den Sozialisten. Und wen interessiert schon das Geschwätz von gestern? :PFEIF:

In naher Zukunft...

...wird der Selbstmord eines Konzernmitarbeiters als »mutwillige Beschädigung von Konzerneigentum« eingestuft. Deshalb werden bei dieser Form von Vandalismus die Angehörigen auf Schadensersatz verklagt werden.

...wird jeder, der kein smartphone, kein Facebook‐, Twitter‐, Instagram‐ oder whatsapp‐Account vorweisen kann, präventiv für 30 Tage in die Sicherheitsverwahrung eingeknastet.

...wird es Therapiezentren für Menschen geben, die wieder lernen sollen, ohne smartphone und offline (über-)leben zu können.


Bankokratie 2500
Digitale Dystopien

Radioaktivität

Depleted Uranium (DU). Uranwaffen. Todesstaub. Ist weiterhin kein Thema in der Öffentlichkeit. Dabei wurden diese hochgiftigen Waffen unter anderem in Serbien, Kosovo, Afghanistan, Somalia, Irak und Syrien eingesetzt. DU besitzt eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahre und die radioaktive Strahlung wird durch Wind und Wetter auf der ganzen Erde verteilt. Im Irak wurden 320 Tonnen verschossen. Das US‐Militär bezeichnete die radioaktiv verseuchten Soldaten, zynisch‐euphemistisch als Menschen, die an einem »Golfkriegssyndrom« leiden würden. Mindestens 18 Staaten setzen heute Uranwaffen ein.

Die größte Gefahr für alle Atomkraftwerke auf dieser Welt ist zudem nicht der Terrorismus, sondern der Kapitalismus. Sparzwänge, Profitdenken und Kosten‐Nutzen‐Habitus sorgen langfristig immer dafür, dass Reaktoren und Bestandteile verschleißen und nicht mehr regelmäßig gewartet werden. Da machen Kernkraftwerke leider keine Ausnahme. Es gibt unzählige Beispiele für »Zwischenfälle« und »Unfälle«, die an die Öffentlichkeit gelangt sind.

Dennoch wird weltweit weiter an der Atom‐Technologie festgehalten, die vom Menschen nicht beherrschbar ist und langfristig den gesamten Planeten verseucht (illegal entsorgter Atommüll in Böden und Meeren). Einen Zusammenhang zwischen der weltweiten Zunahme an Krebserkrankungen und der radioaktiven Verseuchung durch DU, Atommüll und »Zwischenfällen« wird auch weiterhin »nicht festgestellt werden« können.


Das China‐Syndrom (1978)
Chernobyl (HBO‐Serie)
Chernobyl 3828
Uranatlas 2019

Bildungsrepublik Deutschland

»Der Mangel an Lehrkräften verfestigt sich. [...] Insbesondere im Grundschulbereich [...] Anwerbemaßnahmen zum Nulltarif ohne qualitative und monetäre Verbesserungen werden nicht ausreichen, um die Lücke zu schließen [...] vor allem in Schulen in sozial schwierigen Wohnquartieren.«

(13.09.2019, Marlis Tepe, GEW‐Vorsitzende)

Anmerkung: Warum es wohl vor allem bei den Altenpflegern, Erziehern und Lehrern so einen Notstand gibt? Die Arbeitsbelastung ist hoch, die Bezahlung (Ausnahme Lehrer) ist unterwältigend, die gesellschaftliche Anerkennung niedrig und die Karrieremöglichkeiten begrenzt. Wer eine neoliberale, »marktkonforme Demokratie« (Merkel) propagiert, sollte sich nicht wundern, wenn immer weniger Menschen Freude an empathischen Berufen entwickeln. Das marktradikale Motto heißt doch allerorten: »Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht!« Klappt wohl doch nicht, oder? ;)


Berliner Bildungsprogramm: eine Kritik
Neusprech: Sozial schwach und bildungsferne Schichten

Der Anschlag (60)

Wer die NATO öffentlich kritisiere oder positiv von Russland oder Putin spreche, müsse zukünftig mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen, so das Bundesjustizministerium. Die Gesetzesänderung solle ein weiteres effektives Werkzeug im Kampf gegen Putintrolle, Fake News, Populismus, Hassreden und Verschwörungstheorien sein. :JAJA:

In Zukunft sollen nur noch Filme über Transgender, Homosexualität, Sexismus und Gender finanziell gefödert werden. Das seien die wirklich wichtigen Themen in unserer Gesellschaft, so die Staatsministerin für Kultur und Medien. »Soziale Ungleichheit, Wirtschaftskriminalität oder Neoliberalismus hätten keine aktuelle zivilgesellschaftliche Relevanz!«

In Deutschland öffnen die ersten Sexual‐Kanzleien. Diese ermöglichen rechtssichere und beglaubigte Verträge zwischen Menschen, die Sex haben wollen. Nur so könne man Sicherheit haben, dass man hinterher nicht wegen Vergewaltigung verklagt werden könne.


»Der Anschlag«

Gesellschaftlicher Zusammenhalt

»Für uns war es ganz normal, die Welt in oben und unten einzuteilen. [...] Gesellschaftlicher Zusammenhalt war mit uns nicht zu machen. [...] Und diese arroganten Wichser glauben bis heute, dass es sinnvoll ist, Kinder in separate Gruppen aufzuteilen.«

(»Ansichten eines Gymnasiasten«, Michael Feindler am 29. Oktober 2017)

Anmerkung: Inklusion kann nicht funktionieren, wenn wir weiterhin ein neofeudales Schul‐ und Bildungssystem haben, dass auf dem neoliberalen Leistungsprinzip beruht, Kinder systematisch zu Verlierern macht und »Eigenverantwortung« zur Leitmaxime erhebt, bei denen Kinder aus schwierigen Verhältnissen alleine gelassen werden.


Berliner Bildungsprogramm: eine Kritik

Trigger‐Themen

Mit dem Einkaufswagen die Welt retten!

Der neoliberale Habitus (Ich‐Zentrierung, Eigenverantwortung, Wettbewerb etc.) hat es nicht nur geschafft, die wirklich existenziellen Themen im öffentlichen (und privaten) Diskurs zum Verschwinden zu bringen, sondern hat auch zahlreiche Nebelkerzen gezündet und Nebenkriegsschauplätze aufgemacht. Dort darf sich jeder -wie auf einem Spielplatz der Möglichkeiten‐ beliebig austoben und auskotzen. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe an Trigger‐Themen, bei denen man nur eine Aussage oder These in den Raum werfen muss, um den Bolzplatz zu eröffnen: Trump, Sexismus, Ossi‐Wessi, AfD, Veganismus, Feminismus, Flüchtlinge, Putin, (Trans-)Gender, Nachhaltigkeit und so weiter.

Da rede ich beispielsweise (im beruflichen oder auch privaten Kontext) von der Makroebene und viele kommen aus ihrer Mikroebene nicht heraus. Nur die eigene kleine Ich‐, Familien‐ und Lohnarbeits‐Blase wird als Bewertungs‐ und Analysemuster heran gezogen: »Also bei mir ist das so...«, Ich kenne da einen Fall, wo es so und so ist« Mit immer mehr Menschen ist es schlicht unmöglich, über Strukturen, Gesetze, Rahmenbedingungen und Sachzwänge zu reden. »Eigenverantwortung« beherrscht die Köpfe. »Was kann ich gegen den Klimawandel und gegen Plastikmüll tun?« Dabei sind und bleiben die Industrie und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen das eigentliche Problem. Den überwiegenden Anteil der Treibhausgas‐Emissionen, des weltweiten Mülls sowie der Umweltgifte (»Diesel‐Skandal«) produziert immer noch die Industrie! Darüber will man aber nicht reden.


Neusprech: Bedauerlicher Einzelfall
Hauptsache Ich!

Echte Menschenfreunde

»Waschen und rasieren, dann finden Sie auch einen Job!«
— Kurt Beck (SPD) im Dezember 2006

»Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!«
— Franz Müntefering (SPD) im Mai 2006

»Es gibt kein Recht auf Faulheit!«
— Gerhard Schröder (SPD) im Frühling 2001

»Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.«
— Guido Westerwelle (FDP) im Februar 2010

»Es geht um einen niederschwelligen Einstieg in die Altersvorsorge.“
— Brigitte Zypries (SPD) im Oktober 2010 zu ihrer Idee Pfandbons via App auf ein Renten‐Fonds einzuzahlen

»Eine große Anzahl der Türken und Araber hat keine produktive Funktion, außer für den Obst‐ und Gemüsehandel, und es wird sich vermutlich auch keine Perspektive entwickeln.“
— Thilo Sarrazin (SPD) im Oktober 2009

»Vor allem Leute, die sonst auch Flaschen sammeln, könnten dann für jede tote Ratte einen Euro bekommen.«
— Henner Schmid (FDP) im Dezember 2008

»Ich halte nichts davon, wenn 85‐Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen.«
- Philipp Mißfelder (CDU) im Jahr 2003


»10 Aussagen von Menschenfreunden«

»Meinungs‐ und Pressefreiheit«

Kein seltenes Bild auf zeit.de.

Immer wenn Journalisten, Verlage und Presse‐Eigentümer sich selbst und ihre Branche auf diversen Veranstaltungen feiern (»Wir sind die Wahrheitspresse!«), loben sie die hohe Meinungs‐ und Pressefreiheit in Deutschland. Fernab der täglichen Realität in den Redaktionen, wo Copy&Paste-Agenturmeldungen, Selbstzensur, SEO‐Druck, werbekonformes Texten sowie Tendenzschutz herrschen, kann auch jeder selbst beobachten, wie ihre Online‐Partner mit Meinungsfreiheit wirklich umgehen.

Abweichende Kommentare zu den Themen‐Bereichen Sexismus, Syrien, Feminismus, Putin/Russland, NATO, Ukraine‐Konflikt, AfD oder Flüchtlinge, werden nur noch sehr selten geduldet. Ganz aktuell ist auch die sehr einseitige Berichterstattung zum Thema Venezuela. Geostrategische Machtinteressen sowie neoliberale Narrative sollen in die Köpfe gehämmert werden. Darüber hinaus wird auch auf Facebook und Google fleißig gelöscht und zensiert. Eine kleine Rundreise unserer Online‐Meinungsfreiheit. Weiterlesen