Superhelden

Die Kämpfer für das Gute erleben seit einigen Jahren einen weltweiten Boom. Besonders die Marvel‐ und DC‐Superhelden spielen durch die Hollywood‐Blockbuster weltweit Milliarden Dollar ein. Die Massen lieben diese Filme. Warum eigentlich? Es ist eben Krach‐Bumm‐Peng‐Popcorn‐Unterhaltung mit tollen Effekten, so die gängige Argumentation! Ist das wirklich alles? Gibt es womöglich noch andere Gründe? Eine Spurensuche und ein paar Thesen. Weiterlesen

»Teilhabe an der Gesellschaft«

1.) Warum ist man nur Teil der Gemeinschaft, wenn man Geld oder eine Lohnarbeit hat?

2.) Weshalb soll es selbstverständlich sein, dass die sog. »Überflüssigen« (zu alt, zu krank, zu schwach, zu häßlich, zu arm, zu behindert, zu kritisch etc.) nicht als ehrenwerte Mitglieder unserer Menschheitsfamilie angesehen werden?

3.) Wenn Geld, Vermögen und Besitz die primären Eintrittskarten der Zugehörigkeit sein sollen, dann wäre eine lohnenswerte kriminelle Karriere doch auch nur konsequent, oder nicht?

4.) Wenn ich als individueller Mensch nur dann von Anderen toleriert werde, wenn ich finanziell etwas darstelle, warum sollte ich dann in irgendeiner Form den Wunsch verspüren, von eben diesen oberflächlichen Menschenverachtern unbedingt respektiert werden zu wollen?

Man wird ja wohl noch fragen dürfen...

Strukturelle Gewalt

»Nach den jüngsten Anschlägen auf Fahrzeuge des Immobilienkonzerns ›Deutsche Wohnen‹ wächst der Druck auf den rot‐rot‐grünen Berliner Senat [..] Wer tagein, tagaus die Immobilienwirtschaft dämonisiert [...] nimmt auch Gewalt in Kauf.«

dnn.de vom 29. März 2019

Anmerkung: Es ist wie bei Konflikten unter Schulkindern: viele Eltern, Pädagogen und andere Kinder schreien meist erst dann auf, wenn die Gewalt körperlich wird. Die psychische Gewalt vorher, das provozieren, triezen, beleidigen und stänkern — fällt häufiger unter den Tisch. Oder mal provokant gefragt:

1.) Warum ist denn die strukturell‐existenziell‐gefährdende Gewalt der Immobilienkonzerne erlaubt (und wird teilweise auch gesetzlich gefördert/unterstützt), während die Sachbeschädigung an einem Auto als »Anschlag« tituliert wird?

2.) Und wer übt hier eigentlich Gewalt aus und ist gleichzeitig im Besitz der eigentlichen Macht? Die Immobilien‐Haie oder die Vandalisten?

Neusprech: »Freiwillige Selbstverpflichtung«

Das Schlagwort »freiwillige Selbstverpflichtung« ist in Politik und Wirtschaft ein beliebtes Argument, um verbindliche Regelungen zu vermeiden. Es wird suggeriert, dass eine gesetzliche Regulierung nicht nötig sei, da Konzerne, Banken und Unternehmen freiwillig ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung nachkommen würden. Warum sie -ohne effektive Sanktionsmöglichkeiten‐ überhaupt etwas anderes machen sollten, was nicht in ihrem ureigenen (Profit-)Interesse liegt, verraten uns weder das Schlagwort, noch Politiker, die diese Phrase verwenden. Weiterlesen

Die »Pro‐Kopf‐Verantwortung«

»Ja, wenn doch nur jeder Einzelne dies und das kaufen würde, ja dann gäbe es weniger Müll, weniger Armut und weniger Kohlendioxid!«

Pro‐Kopf‐Verpackungsmüll
Pro‐Kopf‐CO²‐Emissionen
Pro‐Kopf‐Verschuldung

Die internationalen Verursacher von Massenarmut, Umweltzerstörung, Klimawandel und Müllbergen -also primär Konzerne, Banken und Milliardäre‐ werden seit Jahrzehnten durch die »Pro‐Kopf‐Berechnung« nicht nur versteckt, ihre Taten werden zu einer kollektiven Sippenhaft umgedeutet. Ganz im Sinne der Eigenverantwortung wird uns überall suggeriert, dass man mit dem Einkaufswagen die Welt retten könnte. Daran will vor allem die bequeme Mittelschicht unbedingt glauben. Politischer Widerstand erfordert Mut. Bio‐Produkte kaufen besänftigt dagegen die elitäre Selbst‐Haltung.

Warum gibt es von unserer bürgerlichen (Anzeigen-)Presse eigentlich keine Datensätze, Listen und Aufzählungen, wo wir ganz genau erkennen könnten, wer, wann und wie viel Müll produziert? Ich will Namen, genaue Daten und Adressen von Konzernen und Unternehmen statt die ominösen Länder‐Angaben! Wer genau kippt wann und wie viel Chemie‐Abfälle in die Natur? Welche Konzerne arbeiten mit kriminellen Organisationen und Geheimdiensten zusammen?

Welche Industrie‐Zweige verursachen den größten Co²‐Ausstoß? Welche Banken und Unternehmen bedienen sich regelmäßig bei unseren Steuergeldern? Wer, wann und wie viel? Statt Banken, Konzerne und die Industrie gesetzlich zu verpflichten, werden Länder und Einzelpersonen in Kollektivhaft genommen. Genau an dieser Stelle beweisen Politik und Medien regelmäßig, dass sie nicht dem Volk, sondern dem Kapital dienen.

Alternativlos.org

alternativlos_orgDer aktuelle Podcast (Folge 41) von Frank und Fefe auf alternativlos.org beschäftigt sich  mit den Themen Bitcoin, KI, Machine Learning und die Frage nach der Verantwortung für technische Entwicklungen. Eine der vielen interessanten Thesen ist beispielsweise, dass eine Erhöhung von technischer Komplexität von Politik und Wirtschaft gerne in Kauf genommen werden, da man hiermit die Verantwortung für technische Fehler und Mängel unsichtbar machen könne. Ein durchaus spannendes und unterhaltsames Gespräch zum Mithören!

Die Flüchtlinge sind schuld!

flüchtlinge_titelIch finde keine Arbeit und habe eine viel zu kleine und teure Wohnung. Aber weder der katastrophale Arbeitsmarkt mit seinem riesigen Niedriglohnsektor, noch die Immobilienhaie sind dafür verantwortlich. Die Gas‐ und Stromkosten explodieren seit Jahren, die Lebensmittel werden teurer und die Eintrittspreise für Museen, Kinos und Schwimmbäder steigen. Kapitalismus, Neoliberalismus sowie verschuldete Kommunen und Gemeinden haben damit aber nichts zu tun. Für den Abbau von Bürgerrechten und der Ausweitung von Überwachungsmaßnahmen ist nicht die Bundesregierung zuständig, sondern Trump, Putin, Erdogan und die Terroristen. Weiterlesen

Bullshit‐Bingo‐Begründungen

bullshit_titelGibt es einen Skandal, eine Affäre oder irgendeinen anderen politischen Missstand, so werden typische Argumentationsmuster aus der PR‐Mottenkiste für die Steigbügelhalter des Kapitals geholt. Sofern überhaupt auf die entsprechenden Fragen geantwortet, ihnen nicht ständig ausgewichen oder sie sogar komplett ignoriert werden. Dabei müssen entsprechende Lego‐Gummibegriffs‐Hülsen nicht zwingend selbst erwähnt werden, es wird jedoch jegliche Verantwortung abgestritten. Politik beschließt Gesetze, für dessen Folgen sie dann aber nicht mehr haftbar gemacht werden will. Schuld ist dann:

Die Eigenverantwortung.
Das Vermittlungsproblem.
Der Markt.
Der Russe.
Der Einzelfall.
Der Sachzwang.
Die Alternativlosigkeit.
Die Globalisierung.
Der Terrorismus.
Die andere Partei.

Die Schuldfrage

Wir alle sind schuldig. Laut Statistischem Bundesamt steht in Deutschland jeder durchschnittlich mit 35.000 Euro in der Kreide. Die Staatsverschuldung ist ein medialer Dauerbrenner. Die Schulden des Einen, sind jedoch die Vermögen des Anderen. In jeder zwischenmenschlichen Beziehung basieren fast alle Konflikte und Probleme auf Vorwürfen, der Suche nach Fehlern sowie der Frage nach der Schuld. Bei gerichtlichen Auseinandersetzungen geht es stets darum, wer Recht bekommt, und nicht, was gerecht ist. Nach der christlichen Erbsünde und dem Sündenfall von Adam und Eva haben wir uns alle versündigt.

Wer erwerbslos ist und/oder sein Leben in finanzieller Armut fristet, ist laut dem neoliberalen Dogma der »Eigenverantwortung« selbst schuld daran. Laut Feministinnen haben Männer eine Kollektivschuld. Wer gerne nach unten tritt und Angst vor den wahren Verbrechern hat, macht vermeintlich Schwächere für alle Probleme verantwortlich: Migranten, Ausländer und Flüchtlinge. Die Menschen in irgendeiner Form von Schuld zu halten oder sie für schuldig zu erklären, macht sie abhängig, ohnmächtig und ängstlich. Ein Traum für alle Herrschenden.

Fatalismus und Faschismus

Politik
»Die da oben machen doch eh alle was sie wollen.«
»Man kann ja doch nichts ändern.«

Überwachung
»Ich habe ja eh nichts zu verbergen.«

Ernährung
»Wenn man danach geht, dann kann man sowieso nix mehr essen.« (Typische Reaktion auf einen kritischen Einwand bei gesundheitlich bedenklichen Zusätzen oder Lebensmitteln)

Lebenseinstellung
»Wir sind hier nicht bei ´Wünsch Dir was´, sondern bei ´So isses!´«
»Ist eben so. Kann man nix machen.«

Der fatalistisch eingestellte Bürger hält sich für macht‐, verantwortungs‐ und hilflos. Er sei primär nicht Gestalter und Schöpfer, sondern Opfer einer Welt, in die er sich bedingungslos einfügen will. Er geht jedem Konflikt aus dem Weg und bevorzugt die Zwangsharmonie, auch um den Preis der persönlichen Integrität. Dieser (leider weit verbreitete) Charakter in Deutschland bevorzugt weniger ein demokratisches, als vielmehr ein autokratisches, diktatorisches und faschistisches Herrschaftsprinzip. Insofern leben wir schon lange nicht mehr in einer Demokratie. Denn die ist -ohne freiheitsliebende, an Aufklärung, Politik und Kultur interessierte Menschen‐ schlichtweg nicht machbar.