Archiv für die Kategorie ‘Gedanken’

Kultivierte Doppelmoral

24. Januar 2012 von epikur

Barking Tigs von flickr

Nordkorea, Iran, Syrien, Somalia und Libyen sind Schurkenstaaten. »Unrechtsstaaten«, in denen böse Diktatoren ihre Bevölkerungen tyrannisieren. Wir, d.h. Europa und die USA, haben und leben die Menschenrechte. Wir, also der sog. »Westen« befürworten die Demokratie, Bürgerrechte und Meinungsfreiheit. Wir sind die Guten und sie die Bösen. So oder so ähnlich wird es uns tagtäglich durch Medien, Politik, Wissenschaft und dem Stammtisch eingeimpft. Bei genauerer Betrachtung jedoch, ist der sog. »Westen« nicht minder eine Schurkenregion. Weiterlesen »

Alles bleibt anders

20. Januar 2012 von epikur

Ein Motiv taucht in der wissenschaftlichen und politischen Debatte seit Jahrzehnten immer wieder auf: die Beschwörung von einmaligen Herausforderungen in einer immer schneller werdenden, immer komplexer werdenden Welt mit veränderten Lebenslagen, modernen Lösungen und vermeintlich nie da gewesenen Problemen, die neue Antworten erfordern:

Gleichzeitig müssen wir uns in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes den aktuellen Herausforderungen unserer Zeit stellen. Ich nenne hier nur:

  1. die komplexer werdenden Strukturen, inklusive der zunehmenden Internationalität,
  2. die Reaktionsgeschwindigkeiten auf allen Ebenen, die von uns allen immer mehr abverlangen,
  3. die Veränderung der Gesellschaft, die sich auch in den Erwartungen und Reaktionen auf Behördenhandeln niederschlägt.

- Dr. Hans-Peter Friedrich, Bundesminister des Innern, Rede vom 17. Juni 2011 Weiterlesen »

Ein Vorschlag

17. Januar 2012 von epikur

Wie wäre es, wenn ab sofort keine Reinigungskräfte mehr Hundescheiße und weggeworfene Kippen entsorgen würden? In den Straßen, Parks, Grünflächen, Schulhöfen, Parkplätzen, Spielplätzen usw. würde sich sprichwörtlich die Scheiße und alte Zigaretten stapeln. Anfangs wäre es sehr widerlich und besonders für spielende Kinder nicht schön. Es würde jedoch nicht lange dauern, bis der Unmut bzw. der Protest von Eltern, Nachbarn, Lehrern, Freunden, Familienangehörigen usw. ansteigen würde. Ob Bürgerinitiativen, Wutbürger oder engagierte Eltern – die Schmutzfinken würden überall auf Ablehnung und Wut stoßen. Kippenwegwerfer, ignorante Hundebesitzer und alle Schmierlinge würden jeglichen gesellschaftlichen Rückhalt verlieren und anfangen sich für ihren Dreck verantwortlich zu fühlen, da sie ihn ja auch täglich sehen würden. Vielleicht beginnen sie sogar, sich zu schämen und entsorgen in Zukunft ihren Schmutz verantwortungsvoll?

Könnte das klappen oder ist die Ignoranz mancher Menschen einfach zu groß?

Im Jahre 2015...

06. Januar 2012 von epikur

...beschließt die deutsche Bundesregierung die Gründung eines sog. Integrationsministeriums. Fortan sind alle in Deutschland lebenden Ausländer und alle Menschen die einen Migrationshintergrund haben, verpflichtet, sich einmal jährlich bei der Behörde zu melden. Wer nicht erscheint, wird relativ zeitnah in sein »Ursprungsland« abgeschoben werden. Selbst wenn er oder sie bereits in der dritten Generation in Deutschland lebt. Jährlich wird nun von Ministeriumsmitarbeitern mit weitreichenden Kompetenzen, überprüft, ob in Deutschland lebende Ausländer, erwerbslos, kriminell oder anderweitig »auffällig« geworden sind. Wer »auffällig« geworden ist, z.B. die deutsche Sprache nicht beherrscht, wird ohne großes Zögern mitsamt seiner Familie in sein Ursprungsland abgeschoben werden.

Frage: Würde diese Politik großen Protest oder eher heimliche Zustimmung in der deutschen Bevölkerung auslösen?

Frage: Wo fängt Fremdenfeindlichkeit an?

Nichtgesichter

02. Januar 2012 von epikur

Kaltgeifernde Giergesichter
verbreiten das menschlose Glück
der Tothüllen

Spiegelbleiche Leergesichter
verbeißen sich in den Fetisch
der Gleichmacherei

Aufgepfropfte Nutzgesichter
verbrauchen die seelenfreien Bilder
der Lieblosmaschine

Schmalzvergoldete Lammgesichter
verlieben sich in die Fratze
der Ich-Welt

Der Nicht-Journalismus

08. Dezember 2011 von epikur

Uns linken Bloggern wird oft vorgeworfen, wir würden nur nörgeln, meckern und schimpfen. Wir seien die Zweit– und Resteverwerter der bürgerlichen Presse und anderer Internet-Plattformen. Wir würden kaum eigene Alternativen aufzeigen. Vergessen wird häufig, dass ein Blog ein Meinungsmedium ist und dass viele mehr daran interessiert sind, ein kritisches Bewusstsein zu fördern, als sich um Details von vermeintlichen Alternativen zu streiten. Des weiteren vermischen viele die Medien Blog und Journalismus. Der Journalismus hat nicht nur sehr viel mehr Ressourcen, als ein Ein-Mann/Frau-Blog, sondern auch eine Verantwortung und Aufgabe gegenüber der Gesellschaft. Die sog. »vierte Gewalt« soll zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vermitteln und den demokratischen Geist fördern. Leider sind viele Medien gleichgeschaltet und ergötzen sich an ihrer Hofberichterstattung. Im folgenden einige Verbesserungsvorschläge für unsere liebe Presse:

  1. Reportagen über Asyl-, Obdachlosen– und Altenheime
  2. Kritische Fragen bei Interviews mit Politikern und führenden Wirtschaftsvertretern statt Stiefelleckerei
  3. Regelmäßige Selbstreflektion und Selbstkritik über eigene journalistische Vorgehensweisen und Methoden
  4. Aufzeigen alternativer Gesellschafts– und Wirtschaftsmodelle
  5. System– und Strukturkritik statt dauernde Personalisierungsmethoden
  6. Transparenz und Übersicht aller Journalisten, Praktikanten und freien Mitarbeiter einer Redaktion

Warum ich blogge...

06. Dezember 2011 von epikur

Ich gebe zu, leichte bis mittelstarke egozentrische, narzistische oder selbstverliebte Neigungen zu haben. Vielleicht sogar alles zusammen. Mein Mitteilungsbedürfnis ist wohl auch überdurchschnittlich stark entwickelt. Ob das daran liegen mag, dass ich als Kind zu wenig in den Arm genommen wurde oder einfach eine Labertasche bin, sollen andere beurteilen. Ich begegne in meiner realen Lebenswelt kaum interessierten Zuhörern. Konsum, Lohnarbeit, Materialismus, Fernsehen und vor allem die eigene Lebensumwelt sind bei vielen die einzigen Themenbereiche. Politik, Gesellschaft und Medien kritisieren oder auch vermeintlich anerkannte Zustände und Strukturen hinterfragen bzw. in Frage stellen, empfinden viele als unbequem und anstrengend. Weiterlesen »

Politiklosigkeiten

28. November 2011 von epikur

Was ist Politik überhaupt? Zunächst gibt es keine einheitliche Politikdefinition. Die Diskussion um die Bedeutung des Begriffes wird schon seit Jahrhunderten geführt. »Politik« leitet sich aus dem griechischen »Polis« ab, mit dem ein antiker griechischer Stadtstaat gemeint war. In der Geschichte wird die Polis oft als erste Form einer Demokratie herangezogen. Das digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) definiert den Begriff Politik auf zwei Ebenen:

  1. Handlungen von Parlament, Regierung, Parteien und Organisationen eines Landes, die bestimmte Ziele durchsetzen, die Ordnung im Staat gewährleisten und das öffentliche Leben gestalten sollen.
  2. zielgerichtetes, klug berechnendes Verhalten, Vorgehen eines Menschen.

In diesem Sinne sind Parteien, Politiker, die Tagespolitik und der Akt des Wählens im heutigen Zeitgeist völlig unpolitisch. Weiterlesen »

Einkaufsneurose

24. November 2011 von epikur

Ich muss zugeben, ich bin ein Einkaufsneurotiker. Ich bin ein unfreundlicher Konsument. Mir fällt es verdammt schwer, jemand fremdes anzulächeln, der automatisiert lächelt und den Kunden am Tag über hundert mal einen inhaltsleeren-Plastik–»Schönen Tag noch« wünscht. Den Kassierern ist auch kein Vorwurf zu machen, es ist schließlich ihre Lohnarbeit und sie werden dazu gezwungen angehalten. Warum aber, soll ich als Konsument, diese ganze scheinheilige, verlogene »Bitte Lächeln«–Heuchelei mitmachen? Weiterlesen »

Das Sex-Sells-Prinzip

18. November 2011 von epikur

Sex verkauft sich. Sex ist allgegenwärtig. Die sexualisierte Gesellschaft stellt Dogmen auf, die zwar unausgesprochen sind, aber verinnerlicht werden:

1.) Nur wer sich dem Schönheitsideal unterwirft und seinen Körper bzw. sein Auftreten dem Schönheitsfaschismus angleicht, wird Sex haben können. Weiterlesen »

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