Kognitive Dissonanzen

kogni_titelWarum nennt man einen Flüchtling, der in Deutschland angekommen ist, eigentlich weiterhin einen Flüchtling? Ist er jetzt nicht ein Angekommener?

Weshalb sollte ein Problem oder ein Missstand, mit dem sich Geld verdienen lässt, überhaupt endgültig gelöst werden? Wäre das -marktwirtschaftlich betrachtet‐ nicht kontraproduktiv? Sind Süchtige nicht die besten Kunden, die es gibt?

Warum reden wir über ein Mindesteinkommen/einen Mindestlohn, aber niemals über ein Maximaleinkommen? Warum gibt es eine Lohnzurückhaltung, aber keine Gewinnzurückhaltung?

Presseblick (47)

Der Unmut in Europa wächst. In Griechenland gab es am 12. November sowie am 3. Dezember einen Generalstreik,  der den öffentlichen Verkehr sowie staatliche Einrichtungen komplett lahmgelegt hat. Darüber haben freilich nur wenige Lei(d)medien berichtet. Grund: der Kürzungszwang der Troika (euphemistisch: »Sparkurs« oder »Austeritätspolitik«). In Portugal erstarkt ein Linksbündnis aus Sozialisten, Kommunisten und Grünen, welche die Troika‐Politik strikt ablehnen, Reiche besteuern und die Löhne anheben wollen. Und in Spanien genießt die linke Podemos‐Bewegung eine zunehmende Popularität. Fest steht, dass die meisten Menschen vom menschenverachtenden Neoliberalismus die Nase gestrichen voll haben. Und nun kommt der Terrorismus und über Nacht werden die Bürgerrechte geschliffen, die Bundeswehr wird bald im Innern sowie in Syrien eingesetzt, Durchsuchungen ohne Gerichtsbeschluss finden statt, die Überwachung wird ausgeweitet, das Grundgesetz umgangen. Der feuchte Traum der Konservativen wird wahr.

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Der Anschlag (21)

anschlag_teaserLaut seriösen Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), wurden -durch die Einführung des Mindestlohns in Deutschland seit dem 1. Januar 2015‐ mehr als 10 Millionen sozialversicherungspflichtige, existenzsichernde Arbeitsplätze vernichtet. Das Institut empfiehlt der Politik dringend, den gesetzlichen Mindestlohn ersatzlos abzuschaffen. Stattdessen sollen allein die Unternehmen die Löhne bestimmen.

Weltweite Psychologie‐Experten empfehlen, immer glücklich, zufrieden und optimistisch zu sein. Sachverhalte zu hinterfragen, seinen Chef zu kritisieren oder sich (links-)politisch zu engagieren, würde nur unglücklich machen und berufliche Nachteile mit sich bringen.

Beim Wasserkonzern Veolia ist der Umsatz eingebrochen. Um die Aktionäre zufrieden zu stellen, wird der Dienstleister vor allem in Frankreich, Großbritannien und den USA, das Wasser tagsüber abdrehen und nur noch von 20 bis 21:00 Uhr den Bürgern zur Verfügung stellen. Die entsprechenden Regierungen haben, wegen zu erwartender Proteste, diesbezüglich 50 neue Wasserwerfer bestellt.

Sprachanomalien

  1. Wenn es unschuldige Opfer (also Frauen, Kinder, alte Menschen und Zivilisten) gibt, wer sind dann die schuldigen Opfer? Männliche Soldaten?
  2. Alle Welt spricht vom Mindestlohn. Was ist mit dem Maximallohn? Warum gibt es hierfür keine Begrenzung? Oder kann ein Mensch tatsächlich so viel »leisten«, dass es ein Millionen‐Gehalt rechtfertigt? Während der einfache Lohnarbeiter mit 8,50 Euro die Stunde abgefertigt werden soll?
  3. Wenn es sinnlose Gewalt und nackte Gewalt gibt, was ist dann die sinnvolle Gewalt? Die staatliche Gewalt etwa? Beispielsweise der brutale Polizei‐Einsatz bei der S 21 Demonstration im Oktober 2010? Oder der Bombenabwurf in Kunduz im Jahre 2009 bei dem über 140 Zivilisten getötet wurden? Nationale Kriege vielleicht?
  4. In den Massenmedien gibt es häufiger Artikel, die vom frischen Geld schreiben. Was ist denn bitte altes und verdorbenes Geld?
  5. Sind nur Islamisten, Kriminelle und Terroristen gewaltbereit? Polizisten, Soldaten, Geheimdienste, Sicherheitsleute und Söldnerfirmen in aller Welt etwa nicht?

Zum Thema Mindestlohn

»2012 waren nur noch 58 Prozent der abhängig Beschäftigten durch Tarifverträge abgesichert, 60 Prozent in den westlichen und 48 Prozent in den östlichen Bundesländern. 15 Jahre zuvor waren es noch 75 respektive 63 Prozent.«

- Olivier Cyran, »Deutschland, ein Wirtschaftsmärchen«, Le Monde Diplomatique, Ausgabe September 2013, S. 4

Anmerkung: Überall wird nun große Hoffnung in die Einführung eines Mindestlohns gesteckt. Er kann und darf, nur der Anfang um den Kampf für mehr soziale Gerechtigkeit sein. Denn man sollte nicht so naiv sein und glauben, der Mindestlohn würde tatsächlich überall gezahlt werden. Ob Outsourcing, Subunternehmen, Leiharbeit, Standortverlagerung, Austritt aus den Tarifverträgen etc. — es gibt genug Möglichkeiten, ihn selbst bei einer flächendeckenden Einführung, nicht bezahlen zu müssen.

Ackermann droht Armut!

Da der Vorstandschef der Deutschen Bank Josef Ackermann, freiwillig, mediengerecht inszeniert und der Finanzkrise entsprechend auf seine jährlichen Bonuszahlungen verzichtet, droht ihm wohl bald die Armut. Er wolle schließlich mit seinem Vorhaben »ein ganz persönliches Zeichen der Solidarität setzen«, sagte er  WeltOnline am 17.10.08. Vermutlich wird Herr Ackermann ein ganz großes persönliches Opfer bringen. Ob er bald so enden wird: