Der pädagogische Happen (21)

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(Auf dem Schulhof. Eine Mutter beobachtet zwei Jungen beim raufen und toben. Die Jungen lachen dabei.)

Mutter: »Wie handhaben Sie das hier eigentlich mit der Gewalt?«

Schulpädagoge: »Gar nicht! Wir schauen nur zu, schließen unter den Kollegen Wetten ab und freuen uns tierisch darüber, wenn Knochen knacken und das Blut spritzt!«

Schulpädagoge: »Wir gehen dazwischen, wenn es notwendig ist und Grenzen überschritten werden. Dennoch benötigen die Kinder auch eine gewisse Form von körperlicher Ertüchtigung, Bewegungserziehung, Wettkampf und Bolzerei. Das ist für die Entwicklung von Selbstbestimmtheit, Selbstwirksamkeit und Selbstbewusstsein wichtig!

Mutter: »Also haben Sie hier kein wirkliches Anti-Gewalt-Konzept? Verstehe ich das so richtig?«


» »Der pädagogische Happen«
» »Kinder in Deutschland; Teil 35: Gewalt«

Der pädagogische Happen (20)

_happen_Tochter: »Du Mama? Darf ich heute alleine vom Hort Nachhause gehen?«

Mutter: »Ich hole Dich doch um 16 Uhr heute ab!«

Tochter: »Ja, aber warum darf ich nicht einfach um vier Uhr vom Hort los gehen und wir treffen uns dann Zuhause?«

Mutter: »Nein, Claire. Ich möchte das noch nicht. Dafür bist Du noch zu jung! Vielleicht in Zwei Jahren oder so!«

Tochter: »Aber ich bin doch schon 10 Jahre alt!«


» »Der pädagogische Happen«
» »Elternängste«

Der pädagogische Happen (19)

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Mutter: »Hast Du heute Deine Mathearbeit wieder zurück bekommen? Und welche Note hast Du?«

Sohn: »Es lief ganz okay! Ich hab nur zwei oder drei Sachen nicht gewusst. Aber ich bin ganz zufrieden.«

Mutter: »Ja, welche Note hast Du denn jetzt bekommen? Gib mal her!«

Sohn: »Reicht es nicht, wenn ich Dir sage, dass ich damit zufrieden bin?«

Mutter: (leicht gereizt) »Ich will jetzt sofort Deine Arbeit sehen!« [...] »Waaas? Eine Drei? Ne, oder?«

Sohn: (schweigt)

Mutter: (wütend) »Jetzt weiß ich warum Du mir die Arbeit nicht zeigen wolltest! Mit einer Drei kann man doch nicht zufrieden sein!« Das geht gar nicht! Ab morgen werden wir jeden Abend Zwei Stunden Mathe üben!«


» »Der pädagogische Happen«

Eltern können nicht lesen!

Was? Wie? Wo? Ich?

Was? Wie? Wo? Ich?

Tatort: Schule.

  • An jeder Tür steht in großen Lettern und in bunt: »Im Winter bitte die Türen geschlossen halten!« Die Eltern lassen die Türen offen.
  • Vor und in der Schulmensa gibt es viele Hinweise darauf, dass dieser Ort ausschließlich nur für Kinder und Schulpersonal da ist. Die Eltern mögen bitte im Foyer warten. Machen viele aber nicht.
  • Smartphones sind auf dem ganzen Schulgelände für alle verboten. Jeder weiß das. Viele Eltern setzen sich irgendwo hin, zocken oder chatten.
  • An der Tür der Schulbibliothek steht in großen Buchstaben mit Bild: »Schuhe bitte ausziehen!« und »Ausleihe nur Mittwochs und Freitags!« Eltern ignorieren das regelmäßig und/oder machen auf doof-vorwurfsvoll: »Wieso kann mein Sohn/meine Tochter heute nichts ausleihen?«
  • Bei jedem Elterngespräch, bei Infoabenden und Elternbriefen wird immer wieder darauf hingewiesen, dass alle Kleidungsstücke, Trinkflaschen und Schulsachen mit den Namen des Kindes versehen werden sollten. Wird leider nur selten gemacht. Dann aber Pädagogen dazu auffordern, Jacken und Trinkflaschen suchen zu gehen.

Der pädagogische Happen (18)

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Zwei Kinder im Alter von Zehn Jahren spielen und unterhalten sich auf einem Spielplatz.

Felix: »Was machst Du in den Herbstferien?«

Michel-Max: »Ich fliege mit meinen Eltern nach Ägypten.«

Felix: »Boah cool! Aber warst Du nicht gerade in den Sommerferien in Indien?«

Michel-Max: »Ja, und?

Felix: »Ich war noch nie außerhalb von Europa. Meine Eltern sagen, sie haben dafür kein Geld.«

Michel-Max: »Können wir jetzt Deinen Fussball zum Spielen nehmen?«

Felix: »Wieso das?«

Michel-Max: »Weil das ein richtiger Ball ist! Meine Eltern kaufen mir immer nur so Plastikbälle von Aldi. Obwohl ich mir schon lange einen richtig guten Fussball wünsche, bekomme ich ihn nicht!«


» »Der pädagogische Happen«

Kinder in Deutschland; Teil 43: Übergänge

übergänge_titelIm Leben eines jeden Kindes gibt es vor allem zwei große Übergangsphasen: der Eintritt in die Schule sowie der Eintritt in das Arbeitsleben. In der pädagogischen Literatur gibt es primär jede Menge Beiträge und Untersuchungen vom Übergang Kindergarten — Schule. Die Untersuchung von der Schulphase zum Berufsleben scheint meist eher ein wirtschaftspolitisches Thema zu sein.  Beide Übergangsphasen sind für Kinder und Jugendliche entscheidende Wegpunkte. Sehr viel wird und wurde darüber geredet und geschrieben, wie man Kinder in dieser sensiblen Lebensphase unterstützen kann. Was jedoch der Aufprall von gegensätzlichen Werten und Normen bei Kindern verursacht, wird eher selten bis gar nicht thematisiert. Weiterlesen

Neulich auf dem Schulhof

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Ein Vater spricht zwei Pädagogen in einem deutlich aggressiven Ton an: »Ich möchte Sie nur darauf aufmerksam machen, dass Sie gerade Ihre Aufsichtspflicht verletzen! Da hinten prügeln sich mehrere Jungs und einer wird mit einem Schlüsselbund gewürgt!« Die Pädagogen reagieren leicht überrascht und geschockt: »Okay, wir schauen uns das mal an!« Nachdem sich die zwei Erzieher ausgiebig mit den Kindern unterhalten haben, es keine Würgemale und/oder weinende Kinder zu finden gibt, stellt sich heraus, dass  die Jungs komplett im Einvernehmen miteinander gespielt haben. Der Vater, der in der Nähe geblieben und gelauscht hat, kommentiert süffisant -und ohne jede Einsicht- aus kurzer Entfernung: »Zumindest habe ich Sie darauf hingewiesen!«

Danke. Du mich auch.

Berliner Bildungsprogramm: eine Kritik

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Das Berliner Bildungsprogramm ist das pädagogische Leithandbuch für alle Berliner Kindertageseinrichtungen. Viele Bundesländer haben so eine Bibel für Kita-Pädagogen. Auch wenn dieses Handbuch viel dazu beigetragen hat, die Kindertageseinrichtungen als Bildungsinstitutionen und eben nicht nur als Aufbewahrungs- und Abschiebeanstalten für Kinder zu verstehen (damit die Eltern ordentlich lohnarbeiten können!), so ist leider auch dieses Werk durchsetzt von marktwirtschaftlicher Verwertungslogik. Schließlich sollen Kinder für uns weiterhin der Zukunfts-Rohstoff, anstatt unsere Gegenwart sein. Weiterlesen

»Erwachsene sind doof!«

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Mir fällt auf, dass ich bei kleineren und/oder größeren familiären Feiern oder Festlichkeiten von Freunden und Bekannten, kaum noch Bock auf Erwachsene habe. In der Regel dreht sich alles immer um das große Fressen Buffet, den Kuchen oder das Essen. Sobald es verteilt oder eröffnet wurde, stürzen sie sich drauf und schlagen sich die Bäuche voll, als gäbe es kein Morgen mehr. Dann verteilen sich die Herrschaften in kleineren Grüppchen und reden über die typischen Themen: Geld, Wohnung, Lohnarbeit, Sozial-Status, Kinder, Smartphones, Urlaub, Haus, Garten, Auto, Fussball... bla bla bla — der übliche kleinbürgerliche Biedermeier-Spießer-Weltverleugnungs-Selbstentfremdungs-Bullshit. Spätestens dann entferne ich mich regelmäßig von den Sitzfleisch-Labergrüppchen und suche die Nähe der mitgebrachten Kinder bzw. meines eigenen Sohnes. Ich muss mich nicht regelmäßig im Kreis und um mich selbst drehen. :NENE: Weiterlesen

Der pädagogische Happen (17)

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(An einer Seilbahn. Ein Mann spricht ein Mädchen an.)

Vater: »Du? Könntest Du Dich vielleicht auch hinten anstellen, wie alle anderen Kinder auch?«
Mutter: »Entschuldigung. Wer sind Sie? Wieso reden Sie mit meiner Tochter?«
Vater: »Ich bin der Vater von Lucy, die sich gerade hinten anstellt, um auch Seilbahn fahren zu dürfen. Ihre Tochter hat sich hier gerade vorgedrängelt und ich habe gesehen, dass Sie das auch gesehen, aber nichts dazu gesagt haben! Deshalb habe ich Ihre Tochter darauf hingewiesen!«
Mutter: »Wollen Sie mir etwa sagen, das ich eine schlechte Mutter bin?«
Vater: »Ich möchte nur, dass Ihr Kind sich wie alle anderen Kinder auch hinten anstellt und sich nicht vordrängelt!«
Mutter: »Bitte reden Sie nicht mehr mit meiner Tochter!«

In der Zwischenzeit entfernen sich beide Kinder von der Seilbahn und wollen etwas anderes spielen.

(Bisherige Folgen)