Der pädagogische Happen (10)

_happen_Mutter: (gibt gerade ihre fünfjährige Tochter Dorothea in der Kita ab. Zur Erzieherin gewandt. Lächelt künstlich.) „Sie hustet ein bisschen, ist aber ansonsten ganz fit!“

Erzieherin: (begrüßt Mutter und Tochter) „Sie sieht aber schon ein wenig blass aus. Habt Ihr Fieber gemessen?“

Mutter: „Ja. Alles in Ordnung! Entschuldigt, ich muss dringend los. Zur Arbeit.“ (Verabschiedet sich schnell von Ihrer Tochter und geht dann los. Beim Mittagessen übergibt sich Dorothea. Die Erzieher dürfen zwar kein Fieber messen, bemerken aber, dass sie ganz warm und lustlos ist.)

Erzieherin: (zu Dorothea gewandt) „Du sag mal, wie ging es Dir denn gestern so?“

Dorothea: (schaut verlegen weg und sagt dann leise) „Mir war schlecht, aber ich musste versprechen, nichts zu sagen!“

Erzieherin: (ruft die Mutter an) „Sie müssen Ihre Tochter sofort abholen und zum Arzt bringen. Sie hat sich beim Mittagessen übergeben und hat höchstwahrscheinlich Fieber!“

Mutter: „Ich kann hier leider nicht weg. Ich muss arbeiten!“

Erzieherin: „Sie holen Ihr Kind bitte sofort ab! Wir sind eine Bildungseinrichtung und keine Krankenstation! Darüber hinaus können sich andere Kinder, Erzieher und Eltern anstecken!“

Der Anschlag (37)

anschlag_teaser90 Prozent aller berufstätigen Menschen in Deutschland, befürworten ein gesetzliches Recht, ihr Baby direkt nach der Geburt in einem Kindergarten betreuen zu lassen. Außerdem müsse es mehr 24 Stunden-Kitas sowie Öffnungszeiten am Wochenende und an Feiertagen geben, damit die Eltern dem flexiblen Arbeitsmarkt besser gerecht werden können, so eine Bertelsmann-Studie.

Hillary Clinton möchte zum Thema Frauenrechte in Saudi-Arabien keine öffentliche Stellung beziehen. „Wir wollen uns nicht in die Innenpolitik eines demokratisch geführten Landes einmischen. Denn wir respektieren das Völkerrecht“, so die ehemalige US-Präsidentschaftskandidatin.

Der Sprecher eines Immobilien-Investmentfonds fordert für Deutschland mehr Favelas und Town Ships, nach südafrikanischem und südamerikanischem Vorbild. Es könne nicht sein, dass so viele Sozialschmarotzer in guten Wohngegenden hausen würden, wenn diese Objekte doch so profitable Anlagen für Spekulanten und Investoren seien.

Der pädagogische Happen (8)

_happen_Die häufigsten Fragen von Eltern an Erzieher und Kinder, wenn sie die Kleinen entweder vom Kindergarten, der Schule oder der Nachmittags-Betreuung abholen, sind:

  1. (an das Kind) „Was hast Du heute gegessen? Wann? Wie viel? Hat es Dir geschmeckt?“
  2. (an die Erzieher) „Hat das Kind heute einen Mittagsschlaf gemacht?“
  3. (an das Kind) „Hast Du Hausaufgaben auf?“

Fragen nach Spiel-Aktivitäten, Freunden/Freundinnen sowie danach, wie sich das Kind tagsüber gefühlt hat, welche Gedanken, Träume oder Interessen es hatte, werden in der Regel von Erwachsenen eher selten gestellt. Besitz-, Versorgungs- und Leistungsdenken dominieren das Eltern-Kind-Verhältnis. Sie nennen es „Liebe“.

Der pädagogische Happen (6)

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Nach einem Elternabend. Eine Unterhaltung zwischen zwei Vätern.

Vater A: „Hey Michael, Du hast eben in der Vorstellungsrunde gesagt, Du bist gar nicht der leibliche Vater vom Lukas, sondern der „Bonuspapa“. Wo ist denn der echte Vater?“

Vater B: „Lukas ist alle zwei Wochen am Wochenende bei seinem leiblichen Vater. Ansonsten immer bei uns. Und das klappt ganz gut.“

Vater A: „Hast Du noch eigene Kinder?“

Vater B: „Ja, den Lukas.“

Vater A: „Ich meine, die von Dir sind. Sozusagen von Deinem Fleisch und Blut?“

Vater B: „Nein. Aber ich erziehe den Lukas seit über sechs Jahren und er ist die meiste Zeit über bei uns. Insofern betrachte ich ihn auch als meinen Sohn.“

Vater A: „Ja, aber er ist ja nicht wirklich von Dir!“

Vater B: „Relevant ist doch nicht, das genetische Besitz- und Habendenken, sondern die Zeit, die man aktiv mit dem Kind verbringt.“

Kinder in Deutschland; Teil 41: Kinderwunsch

kinderwunsch_titelNoch lange bevor das Thema Erziehung eine Rolle spielt, gibt es den Wunsch nach eigenen Kindern. Nach einer eigenen Familie. Bei Frauen ist dieser in der Regel deutlich ausgeprägter als bei Männern. Viele Liebesbeziehungen werden hierbei auf eine harte Probe gestellt. Nicht nur beim ersten, sondern auch beim Wunsch nach einem zweiten oder sogar dritten Kind. Eltern-, Mutti- und Frauen-Internetseiten sowie Foren sind voll mit Beiträgen von vermeintlich verzweifelten Frauen, die ihre Männer nicht dazu bringen können, so viele Kinder in die Welt zu setzen, wie sie gerne haben wollen. Und anstatt nach den Ursachen und Gründen zu fragen, warum sich so viele Männer im sogenannten Zeugungsstreik befinden, werden primär Taktiken und Strategien besprochen, um die eigenen Interessen durch zu setzen. Gleichzeitig wird den Männern pauschal eine Schuld zugesprochen, indem behauptet wird, sie seien für ein Kind nicht reif genug, sie wären egoistisch oder sie wollten einfach keine Verantwortung übernehmen. Weiterlesen

Zehn Beziehungsmythen

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© epikur

1.) These: Kinder können eine Beziehung retten.

Anmerkung: Es gibt wohl Millionen Paare in Deutschland, die wegen den Kindern zusammen bleiben, obwohl die Beziehung längst im Eimer ist. Das Sexleben ist quasi nicht mehr vorhanden, gemeinsame Unternehmungen (ohne Kind) gibt es nicht mehr (oder nur sehr selten), Konflikte sind an der Tagesordnung und auch ansonsten beschränkt sich die Partnerschaft auf Alltagstrott und auf die Inszenierung einer vorbildlichen Familie bei Freunden, Facebook und der Familie. Und das soll eine Rettung sein?

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Kinder in Deutschland; Teil 37: Die Übermutti

mutti_titelDefiniert sich selbst und ihr Leben primär über und durch den eigenen Nachwuchs. Stellt die Bedürfnisse und Interessen der eigenen Kinder immer, generell und überall an erster Stelle. Interessiert sich in der Regel wenig an (Gesprächs-)Themen, die nicht konkret mit der eigenen Familiensituation zu tun haben. Will die eigene kleine Mikrokosmos-Umwelt nach eigenen Pädagogik-Vorstellungen (um-)gestalten und (um-)erziehen. Besonders Männer und Väter sollen sich dem beugen. Kann absolut nicht nachvollziehen, wenn jemand nicht die gleiche euphorisch-infantile Begeisterung für die eigenen Kinder aufbringen will, wie man selbst. Außerdem wird jede Form von, auch nur angedeuteter, Kritik am Nachwuchs als ein kinderfeindlicher Akt gewertet. Weiterlesen

Kinder in Deutschland; Teil 36: Instrumentalisierung

instru_titelWie ist es möglich, dass in einer Kosten-Nutzen-orientierten Gesellschaft Kinder existieren? Schließlich kostet der Nachwuchs doch viel Geld, verursacht Dreck und Lärm, belastet die eigenen Nerven, erfordert eine Menge Zeit und Geduld. Sie bringen also viele persönliche Nachteile mit sich. Die Antwort darauf ist meist: der Fortpflanzungstrieb, die Instinkte und die Emotionen sind dafür verantwortlich. Es ist halt Liebe. Die gängige Antwort von infantilen Gefühlsamöben, für die Emotionen stets auch Argumente sind. Ich behaupte dagegen: Kinder werden häufiger aus ganz anderen Gründen -und eher selten aus uneigennütziger und romantisch verklärter Liebe- in die Welt gesetzt, als Mann und Frau ehrlich zugeben wollen. Weiterlesen

Der Anschlag (17)

anschlag_teaserEin anonymer Whistleblower behauptet, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Bundesregierung von Banken, Großindustrie und Geheimdiensten erpresst und bedroht werden, damit sie in ihrem Sinne Politik machen und die entsprechenden Gesetze beschließen. Die bürgerlichen Medien bezeichneten das als pure Verschwörungstheorie.

Laut einer repräsentativen Umfrage von Emnid wollen 95 Prozent aller Mütter in erster Linie für ihr Kind sorgen und mit Körper, Geist und Seele ganz „Mutter sein“. Sie würden zudem nicht nachvollziehen können, warum in diesem Zusammenhang sich viele Väter wie eine „zweite Geige“ fühlen würden.

Das Bundesinnenministerium will eine Taskforce gründen, die sich auf den Kampf gegen Cyberkriminelle konzentrieren soll. Besonders verdächtig seien hierbei Menschen ohne smartphone und ohne einen eigenen Facebook-, Twitter-, Skype- oder Xing-Account.