Presseblick (78)

Wie diskreditiert man jede Form von Medienkritik? In dem man nicht die Botschaft angreift, sondern den Sender der Botschaft unglaubwürdig macht. Nur weil ein paar vermeintlich rechte Deppen »Lügenpresse« schreien (Wie? Die BILD sagt immer die Wahrheit?), bedeutet das eben nicht, dass jede Form von (auch linker) Medienkritik Populismus, Verschwörungstheorie, Antisemitismus, Fake News oder braune Nazi‐Scheiße ist. Aber genau so einfach machen es sich viele Journalisten in den LeiDmedien. Stefan Niggemeier bringt es auf den Punkt: »Was in der Wahrheitspresse steht, kann ja gar nicht falsch sein!« Und wieder was gelernt. :JAJA:

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Kultfilm: »Robocop«

Copyright Metro Goldwyn Mayer (MGM)

Zu meinen absoluten Lieblingsfilmen gehört »Robocop« aus dem Jahr 1987 von Paul Verhoeven. Der Film funktioniert auf vielen Ebenen ganz hervorragend. Er beinhaltet zynische Gesellschaftskritik, beißende Medienschelte sowie dystopische Realsatire. Viele subtile Warnungen an die naive Fortschrittsgläubigkeit sind heute komplett unaufgeregter Alltag geworden: Söldner‐Firmen, chronische Unterfinanzierung der Polizei, Privatisierungen öffentlicher Daseinsfürsorge, Massen‐Überwachung, Kommerzialisierung sämtlicher Lebensbereiche, Drohnenmorde oder die massenmediale Verblödung durch Trash‐TV‐Sendungen. Spoiler‐Warnung!

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Trash‐Dating

Es war einmal...

Es begann mit Helmut Kohl, Leo Kirch und RTL: die ersten Kulturpessimisten beschworen den Untergang des kulturellen Abendlandes. Dann folgten »Tutti Frutti« und später »Big Brother«. Danach wurden wir mit »Dschungelcamp«, Casting‐Formaten sowie inszenierten Nachmittags‐Talk‐Shows beglückt. Heidi Klum punktete zwischendurch mit »Germanys Next Kotzmodel«. Jedes Mal arbeiteten sich sog. »Medienexperten« an den Phänomenen der massenmedialen Verblödung ab und waren sich sicher: noch niedriger kann das Niveau nicht mehr sinken. Sie alle wurden eines Besseren belehrt. Billig produzierte »Pseudo‐Dokusozialsoaps« fluteten die Nachmittags‐ und Abendprogramme der privaten TV‐Sender. Der Fremdschämfaktor hat aktuell einen neuen Höhepunkt erreicht: »Trash‐Dating‐Shows«. Inszenierte Formate bei denen man nicht nur viel nackte Haut sieht (geil, geil, geil, sabber! :SICK: ), sondern wo sich die Protagonisten auch -in aller Öffentlichkeit‐ angraben und miteinander rum machen sollen:

»Naked Attraction«
»Adam sucht Eva«
»Bauer sucht Frau«
»Love Island«
»The Bachelor«
»Undressed«

Ich freu mich schon auf die kommenden TV‐Highlights: »Natursekt und Kaviar«, Pimmel‐Battle« sowie »Rent a Slut«. :SHOCK:

Presseblick (77)

Fake‐News des Tages: »Arbeitslosigkeit in Deutschland sinkt auf Rekordwert.« Seit Jahren, ja seit Jahrzehnten (lange bevor es den Begriff »Fake News« gab) belügen uns die Hofberichterstatter mit ihren Statistik‐Spielchen. Aber echte Fake News machen natürlich nur die Anderen! Die Bösen! Diese VT‐Blogger!

Lacher des Tages: »Jobcenter helfen Behinderten und Kranken zu wenig.« Helfen Sie überhaupt irgendjemanden? Außer den Statistikfälschern, Niedriglohn‐Unternehmen und Leiharbeitsfirmen?

Normalität des Tages: »Wall Street Profite steigen um 13 Prozent, Löhne der Arbeiter stagnieren.« Und interessiert das irgendjemanden? Solange Facebook, WhatsApp, Instagram, RTL, BILD und die Konsole laufen, ist doch alles in Butter. Weitermachen! Hier gibt es nichts zu sehen! Weiterlesen

Protest ist...

Das Jugend‐ und Ausbildungsmagazin »Spiesser« richtet sich an junge Erwachsene (16−24 Jahre) und erscheint bundesweit mit einer Druckauflage von 400.000 Exemplaren. Herausgegeben wird die Zeitschrift von der Orange YC GmbH, die von sich behauptet:

»...vereint unsere Agentur komplexe Themenfelder, wie z.B. Employer Branding, Ausbildungsmarketing und Personalwerbung. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung wissen wir, wie wir gute Kampagnen lancieren.«

Anzeigen schalten hier unter anderem die Deutsche Bahn, die Allianz‐Versicherung, DM und Metro. Die aktuelle Ausgabe vom Jugend‐ und Ausbildungsmagazin widmet sich ganz dem Thema »Protest«. Folgende inhaltliche Aussagen werden hier beispielsweise getroffen:

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Merkel‐Versteher

Bundeskanzlerin Angela Merkel möchte nicht erneut für den CDU‐Vorsitz kandidieren und sie wird nach dieser Legislaturperiode nicht mehr als Kanzlerin zur Verfügung stehen. Die Kommentare unserer LeiDmedien verdeutlichen, dass wir Inhalte längst überwunden haben, wie es die PARTEI so schön ausdrückt. Wichtiger ist, wie sie wirkt, was wir von ihr als Mensch halten (weil wir sie ja auch alle persönlich kennen) und was wir in ihr gerne sehen wollen. Einige Beispiele. Weiterlesen

»Medea«

Der Politik‐Redakteur von ZEIT ONLINE, Gero von Randow, fragt sich: »Warum wird ihr Mythos so oft auf die Bühne gebracht, was erzählt er uns heute?« Hierzu kann ich eine kleine Anekdote erzählen. Vor rund 20 Jahren, als ich in Berlin‐Kreuzberg mein Abitur gemacht hatte, war die griechische Tragödie »Medea« von Euripides ein prüfungsrelevantes Thema. »Medea«, die ihre Kinder sowie die Frau, mit der ihr Mann fremdgegangen war, vergiftet und ermordet hat, wird und wurde schon vor Jahrzehnten von Feministinnen ideologisch instrumentalisiert.

Meine Oberschulleiterin lobte die Tragödie damals mit den Worten: »Schon rund 400 Jahre vor Christus war Medea eine starke Frau! Eine Feministin!« Als ich dann mit meinen knapp 20 Jahren, die Figur als mordlüsterne Irre bezeichnet hatte, erntete ich dafür gnadenlos Punktabzüge. Christa Wolf erhebt sie beispielsweise in »Medea. Stimmen.« (1996) zur unschuldigen und zugleich heiligen Lichtgestalt. Wenn radikale Feministinnen »Medea« als ihre Ikone betrachten, dann ist ihnen Rache weit wichtiger als Versöhnung.


»Romantische Krawallchaotinnen«
»Die Spaltung der Geschlechter«
»Gender. Sex. Bullshit.«

Sie nennen es: »Regulierung«.

»Das Internet sollte im Hinblick auf terroristische Bedrohungen und Kinderpornographie stärker reguliert werden.« (Helmut Brandt, CDU)

Geheimhaltungsverträge (non‐disclosure agreement: NDA)
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien
Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK)
Netzwerkdurchsuchungsgesetz
Rundfunklizenz für Let’s Player
Kommentarspalten schließen
»Terrorpropaganda bekämpfen«
Google‐Einträge löschen
Leistungsschutzrecht
Tendenzschutz
Uploadfilter
DSGVO

Ich nenne es: »Das chinesische Internet des westlichen Kapitalismus«. Oder: »Zensur‐Maßnahmen«.

»Wenn wir nicht an die freie Meinungsäußerung für diejenigen glauben, die wir verachten, glauben wir überhaupt nicht an sie.« (Noam Chomsky)


»Eine Zensur findet nicht statt!«
Kommerzielle Propaganda

Medial verstrahlt

Wer in einer Schule, einem Hort oder in einer Kindertages‐, Jugend‐ oder sozialen Einrichtung arbeitet, erlebt relativ schnell die Folgen der Digitalisierung. Immer mehr Kinder haben eine Aufmerksamkeitsspanne von 30 Sekunden bis maximal 5 Minuten. Sie können alle »Fortnite«-Tänze, bauen tolle »Minecraft«-Welten, wissen schon sehr früh wie man mit smartphones und Tablets umgeht, aber können sich mit 6 Jahren nicht mehr die Schuhe zu binden, geschweige denn eine analoge Uhr lesen. Es ist daher völlig unverständlich, dass es von wissenschaftlicher Seite immer wieder heißt, man habe dafür »noch keine Daten« oder man müsse das Phänomen »noch untersuchen«. Die digitale Versumpfung von Millionen von Smartphone‐Junkies ist jeden Tag überall zu beobachten.

Besonders bigott sind viele linksgrüne Bio‐Öko‐Alternativ‐Eltern, die alles Digitale für ihre Kinder verbieten, aber selbst den ganzen Tag an der WhatsApp‐ und Facebook‐Nuckelflasche hängen. An vielen Schulen und Kindertageseinrichtungen sind die Dummphones verboten. Es hängen Verbotsplakate. Es wird überall darüber informiert. Aber was interessiert das die Süchtigen. Bei Kita‐ und Schulveranstaltungen sitzen die Eltern nur noch mit erhobenen Händen da, um alles aufnehmen zu können. Wer Bus und Bahn fährt, glaubt in einem dystopischen Thriller zu sein. Übrigens: der Vergleich mit der Tageszeitung ist nur noch lächerlich. Offline ist das neue Bio!


»Automatisierung. Digitalisierung. Industrie 4.0.«
»Handystrahlung produziert Zombies«
»Digitale Dystopien«