Archiv für die Kategorie ‘Medien’

Kurts Vermächtnis

28. August 2010 von epikur

Kurt alias Roger Beathacker hat den beeindruckenden Blog »nebenbei bemerkt« geführt. Der gute Kurt ist leider viel zu früh verstorben. Sein Blog ist noch online und es finden sich dort zum Glück noch immer hunderte lesenswerte Artikel. Um sein Andenken ein wenig zu ehren und um dem Blog-Phänomen der gnadenlosen Aktualität zu begegnen, werde ich heute auf  ältere Beiträge von ihm hinweisen. Weiterlesen »

Keine Menschenrechte für Vergewaltiger?

21. August 2010 von epikur

Im Zapp-Beitrag vom 4. August, wird die Medienhetze auf den entlassenen Vergewaltiger Hans-Peter W. thematisiert. Zapp beschreibt, wie eine beispiellose Medienhetze vonstatten geht. Sicherlich, er ist ein Verbrecher. Und er hat seine Zeit im Gefängnis abgesessen. 30 jahre lang. Was hier jedoch passiert, ist eine Hexen- und Treibjagd der übelsten Sorte. Im Beitrag sagt eine Passantin des protestierenden Mobs wörtlich: »Vergewaltiger sollten keine Menschenrechte haben«. Im gleichen Moment schreit einer von hinten: »das sind doch keine Menschen!«. Da wären wir dann auch wieder bei der Todesstrafe für Kinderschänder.

Die innere Diktatur

05. August 2010 von epikur

Die Diktatur wird oft als drohendes Mahnmal am Horizont beschworen. Ob Datenkraken, Monopolisten, Überwachungs- oder Sicherheitswahn: die Diktatur ist das dunkle Firmament am Sternenhimmel. Viele Blogger-Kollegen schreiben intelligente Beiträge, indem sie auf eine mögliche diktatorische Zukunft hinweisen, sollte es in vielen politischen und wirtschaftlichen Bereichen keine anderen Weichenstellungen geben. Was ich mich immer wieder frage: wie ist es  eigentlich mit der demokratischen Gesinnung der Mahner selbst bestellt? Weiterlesen »

Stimmungsmache gegen Väter

04. August 2010 von epikur

»Vater ist doch gleich Vater. Aber genau hier liegt ein Knackpunkt: Vater ist eben nicht immer gleich Vater. […] Es gibt aber auch Väter, die allein aus einem Machtinstinkt heraus auf das gemeinsame Sorgerecht pochen. […] Doch so anmaßend es klingt: Die Mehrheit der Väter muss erst noch beweisen, dass sie in der Realität mit dem neuen Recht etwas Sinnvolles anfangen kann.«

- Kommentar von Simone Schmollack in der TAZ vom 3. August 2010

Anmerkung: Die TAZ beweist, dass sie immer noch ihre alten feministischen und männerhassenden Vorstellungen pflegt. Väter sind an sich erstmal »böse« und verantwortungslos, so wie Frauen an sich erstmal »gut« und verantwortungsbewusst sind. Wenn Mütter das Sorgerecht nicht teilen wollen, machen sie das natürlich nur dem Kind zuliebe (Frau Schmollack schreibt hier von der »weiblichen Verantwortungskultur«). Wenn Väter  einen Anspruch auf das gemeinsame (!) Sorgerecht erheben, geschieht das -nach Frau Schmollack- nur aus einem Machtanspruch der Väter heraus.

Filmtip: Gomorrha

28. Juli 2010 von epikur

Der italienische Mafia-Film »Gomorrha« aus dem Jahr 2008, zeichnet ein authentisches Bild der neapolitanischen Mafiaorganisation, genannt Camorra. Rund 4.000 Morde hat die Camorra in den letzten 30 Jahren verübt. Der Film ist an den Bestseller von Roberto Savianos »Gomorrha« angelehnt. In schonungsloser Härte und Brutalität zeigt der Film fünf verschiedene Schicksale auf, die unmittelbar mit der Camorra zu tun haben. Ein eindrucksvoller Film, der seine Spuren hinterlässt. Weiterlesen »

Was ist PR?

27. Juli 2010 von epikur

Öffentlichkeitsarbeit/ Public Relations ist Auftragskommunikation. In der pluralistischen Gesellschaft akzeptiert sie Interessengegensätze. Sie vertritt die Interessen ihrer Auftraggeber im Dialog informativ und wahrheitsgemäß, offen und kompetent. Sie soll Öffentlichkeit herstellen, die Urteilsfähigkeit von Dialoggruppen schärfen, Vertrauen aufbauen und stärken und faire Konfliktkommunikation sichern. Sie vermittelt beiderseits Einsicht und bewirkt Verhaltenskorrekturen. Sie dient damit dem demokratischen Kräftespiel.

- Definiton nach dem Deutschen Public Relations Verband

Anmerkung: Faire Konfliktkommunikation? Sie dient dem demokratischen Kräftespiel? Nicht eher  den Profitinteressen von großen Unternehmen? Und was ist mit »Verhaltenskorrekturen« gemeint? PR vermittelt Einsicht? Einsicht für was?

Medienanalyse: der Stern, vom 15. Juli 2010

25. Juli 2010 von epikur

Die Printausgabe des Wochenmagazins Stern vom 15. Juli 2010, Nr. 29, kostet 3,20 Euro. Der Stern hat eine Auflage von ca. 900.000 Exemplaren und erreicht ca. 12 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung. Er wurde 1948 von Henri Nannen gegründet. Herausgegeben wird er vom Hamburger Verlagshaus Gruner+Jahr, einem Unternehmen das zur Bertelsmann Media Group gehört. Die Chefredakteure seit dem Jahre 1999 sind Andreas Petzold und Thomas Osterkorn. Weiterlesen »

Jugendliche abrichten

17. Juli 2010 von epikur

Als ich vor kurzem zufällig im Berufsinformationszentrum (BIZ) einer Arbeitsagentur in Berlin landete, nahm ich mir aus Interesse ein paar kostenlose Berufsinformationsmagazine mit. Mit einer diffusen Ahnung, dass ich in diesen Heftchen sicher etwas finden werde, was mir sauer aufstoßen würde, steckte ich sie ein. Und ich wurde nicht enttäuscht. Diese als Berufsinformationsmagazine getarnten Heftchen, sind vor allem auf Jugendliche zugeschnitten. In ihnen soll den Jugendlichen beigebracht werden, sich marktkonform zu verhalten, sich den Arbeitgebern bedingungslos zu unterwerfen und jegliches Berufsversagen als »eigenverantwortlich« und selbstverschuldet anzuerkennen. Weiterlesen »

Die Wucht

16. Juli 2010 von jtheripper

Im Blog »Die Wucht« erzählt die Autorin in 8+1 Teilen wie ihre Arbeit als Beindouble in Tarantions »Inglourious Basterds« aussah. Ist jetzt schon seit ein paar Wochen abgeschlossen und schon in diversen Blogs verlinkt worden, aber ich habe gerade erst die letzten Teile gelesen. Ist einfach sehr schön und unterhaltsam geschrieben…

Mr. Fightclub ist etwa 1,85 groß, in sich gekehrt und intensiv damit beschäftigt alles zu erfassen. Mit kurzen, giftigen Blicken erstickt er jede Art von Kontakt. Ich kriege einen grimmigen Blick von ihm ab und habe die Lektion gelernt: Er will nicht gesehen werden. Danach fällt mir auf, wie alle am Set sich bewusst abwenden, wenn Brad Pitt an ihnen vorbei geht. Hier am Set halten wir uns an seine erste Regel: Es gibt keinen Brad Pitt.

weiterlesen auf die-wucht.blogspot.com

Musikindustrie vs. Filesharer

12. Juli 2010 von jtheripper

Als ich vor ein paar Wochen mit dem Fahrrad in Berlin unterwegs war, lief mir Sascha Lobo nicht vor das Rad. Allerdings hatte ich erst damit gerechnet, da ich immer damit rechne, dass andere Verkehrsteilnehmer die Verkehrsregeln nicht so wichtig finden. Ich war also schon am bremsen, aber er wollte einfach nicht vor mein Rad springen. Gut, muss er ja auch nicht, aber so hatte mein Gehirn Zeit, ihn überhaupt zu erkennen, bzw. ihn zu zuordnen. Denn erkennen tut man Sascha Lobo recht gut mit seinem roten Irokesenschnitt und meist schwarzen Anzug bei viel zu warmen Wetter. Nun spukte er wieder in meinem Kurzzeitgedächnis rum und hat so den Weg in meinen junfräulichen Twitter-Account geschafft.

Und so habe ich nicht diesen sehr schön geschriebenen Blogbeitrag verpasst, den ich gerne mit allen die ihn noch nicht kennen, teilen möchte.

  • »Die bescheuerte Musikindustrie und die egoistischen Filesharer«
    […] Die Falken beider Seiten können nicht ohne einander, das zeigt die Geschichte, und die Leidtragenden sind auf beiden Seiten diejenigen, die Vernunft und Einsicht walten lassen wollen: Die Musiker und Labels, die im Netz nicht den Feind sehen, aber trotzdem gern Musik verkaufen würden, um davon zu leben. Und die Musikhörer, die gern für Musik bezahlen, wenn man sie bloß zu ihren Rahmenbedingungen lässt – so wie man es als Kunde aus ungefähr allen anderen Branchen gewohnt ist. […]

Ein weiterer Artikel, den er auch in seiner Einleitung nennt, ist sein »Warum ich nicht flattre«-Artikel, der natürlich super zu epikurs »Bezahlsystem flattr – eine Kritik« passt. Aber das nur am Rande.


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