Gesucht: Neutrale Berichterstattung!

Trump Hitler

»Stern«-Titelbild: »Sein Kampf« (August 2017). Quelle: Stern

Gibt es überhaupt noch den Versuch einer neutral-sachlichen Berichterstattung über Trump, Putin oder Erdogan? Von links, rechts über konservativ oder neoliberal: Kampagnenjournalismus wohin man nur schaut. Die vermeintliche Trias des Bösen gibt uns die Feindbilder vor. Lenkt und steuert unsere Aufmerksamkeit. Zwingt uns -mal wieder- binär zu denken und zu werten: dafür oder dagegen? Eine differenzierte Berichterstattung ist kaum noch zu finden. Selbst in den alternativen Medien nicht. Wahrnehmung sowie Wertung werden auf gut und böse reduziert. Das selbständige Denken wird somit komplett ausgeschaltet. Infantile Polarisierungen befördern eben nicht die Aufklärung, Empathie, Solidarität und den Weltfrieden, sondern torpedieren diese nur.

Presseblick (72)

»USA beenden Angriffe auf Chemiewaffenziele
Die USA, Großbritannien und Frankreich haben drei Ziele in Syrien angegriffen. Nach dem gezielten Militäreinsatz in der Nacht kündigte Russland Konsequenzen an.«

- zeit.de vom 14. April 2018

Allein an dieser Headline erkennt man, dass wir eine NATO-Presse haben. Es sind keine »Angriffe«, sondern es sind völkerrechtswidrige Angriffe. Ob es Chemiewaffen bzw. einen Chemiewaffenangriff von Syrien überhaupt gegeben hat, ist bis heute nicht bewiesen. Von Zerstörungen, Toten oder Verletzten ist auch keine Rede, nur von »Zielen«. Und der einzige Akteur, der in diesem Dreizeiler droht, ist natürlich Russland: »Konsequenzen«.

Der copy/paste-Artikel von AFP, dpa, rtr und spo generiert dann auch gleich mehr als 1.000 Kommentare. Jeder kritische wird zensiert. Es seien ja eh alles nur Putintrolle und Putinversteher. Das bei der ZEIT viele Transatlantiker und NATO-Journalisten arbeiten, spielt indessen keine Rolle. :NENE:   Weiterlesen

DSGVO?

Am 25. Mai 2018 wird die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft treten. Es ist ein einheitliches Datenschutzrecht für die gesamte Europäische Union. Betroffen hiervon ist quasi jeder, der personenbezogene Daten verarbeitet. Demnach ist man verpflichtet einige Regularien einzuhalten, will man nicht zum Ziel von abmahnwütigen Anwälten und Kanzleien werden.

Wie ist die neue DSGVO zu bewerten? Will man -nachdem man sich Facebook (Netzwerkdurchsuchungsgesetz) und Youtube (Rundfunklizenz) vorgenommen hat- nun die Blogger (DSGVO) ins Visier nehmen? Oder ist das alles übertriebene Panikmache und im Grunde ändert sich nicht wirklich etwas? Kollege Stefan Rose ist jedenfalls schon ganz aus dem Häuschen ( :MRGREEN: ). Ich weiß noch nicht, was ich davon halten und ob ich nun das ganze Blog nach DSGVO-Richtlinien umgestalten soll. Was denkt Ihr?


» »Datenschutz-Generator«
» »DSGVO-Checkliste«

»Eine Zensur findet nicht statt!«

Der Artikel »Ohne deinen Tittenbonus hättest du die Ausbildung nie geschafft« auf zeit.de vom 23. April 2018 von Leonie Seifert und Juliane Frisse, ist ein schönes Beispiel für den modernen SEO-Aufmerksamkeits-Empörungs-Journalismus. Themen wie Russland/Putin, Trump, Flüchtlinge, AfD oder Sexismus generieren meist Klicks, Reichweite und Kommentare. Und genau darum geht es. Denn was nicht zur eigenen Filter-Bubble und zu den verinnerlichten Narrativen der Journalisten passt, wird von der Moderation mit fadenscheinigen Begründungen (»Keine Relativierungen. Keine Pauschalisierungen.«) gnadenlos zensiert. Ganz so, als würde es von Journalisten und Journalistinneninneninnen nie niemals Relativierungen oder Pauschalisierungen geben. :NENE:

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Presseblick (71)

Spiegel Online vom 15. Dezember 2017

Spiegel Online vom 15. Dezember 2017

Viele Schulen in Deutschland sind nicht nur unterfinanziert, auch die Verteilung der Kinder ist extrem ungerecht: »Anteil der Schüler mit Migrationshintergrund bei etwa 86 Prozent.« Das verursacht Probleme. Auch ich kenne sehr viele Eltern, die nicht wollen, dass ihre Kinder auf eine Schule mit hohem Migrationsanteil kommen. Und das nicht, weil die Eltern alle AFD-Wähler sind. Ein Thema das innerhalb der Linken schnell zu reflexhaften Reaktionen führen kann. Viele Kinder (besonders Jungen) aus Familien mit Migrationshintergrund werden Zuhause wie kleine Prinzen behandelt. Regeln, Grenzen, Sanktionen und Konsequenzen gibt es kaum für sie.

Lehrer, Sozialarbeiter und Pädagogen, die an Schulen mit hohem Migrationsanteil arbeiten, kennen diese Probleme ganz genau. Statt nun aber die Kinder an den Schulen besser zu verteilen, damit es nicht mehr zu solchen Ballungen kommt, scheint es politisch so gewollt. Damit die Kinder aus den gut- und bildungsbürgerlichen Familien fein unter sich bleiben können. :JAJA:   Weiterlesen

»Bad Banks«

bad banksNun habe ich mir die sechsteilige ZDF-Arte-Produktion auch angeschaut. »Bad Banks« ist eine, für deutsche Verhältnisse, durchaus gelungene und spannende Serie. Die meisten Schauspieler spielen ihre Rollen überzeugend, die Dialoge bzw. das Drehbuch sind mutiger als üblich und es gibt wenig SOAP-Elemente. Die bisher nur 6 Folgen (eine zweite Staffel wurde bereits bestätigt) bewirken, dass eigentlich jeder Dialog und jede Szene relevant und bedeutend sind. Im Vergleich zu den Marvel-Serien von Netflix (13 Episoden pro Staffel) ist es hier eine Wohltat, dass man sich durch keine Filler-Episoden quälen muss.

Inwieweit die gezeigten »Finanzgeschäfte« realistisch dargestellt sind oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Ich bin kein Banker oder Finanzexperte. Auch die Menge an Sex, Drogen und Gewalt ist sicherlich der Inszenierung geschuldet. So spannend ist vermutlich kaum ein Bank-Alltag. Was mich ein wenig gestört hat, sind eher einzelne Dialoge und das temporäre Verhalten von Charakteren. Und ja, manchmal auch der subtile Feminismus. Gibt es eigentlich keine Unterhaltungsprodukte mehr, wo nicht ständig versucht wird, die Zuschauer ideologisch umzuerziehen? :NENE:   Weiterlesen

Presseblick (70)

meedia.de vom 22.02.2018

meedia.de vom 22.02.2018

Wenn es gegen Putin und/oder Russland geht, wird alles genommen. Das Satire-Magazin »Titanic« hatte die BILD-Zeitung mit gefälschten Informationen hereingelegt und behauptet, dass der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert mit russischen Internettrollen Kontakt hätte. Die BILD hielt das natürlich für echt und machte eine große Schlagzeile: »Schmutzkampagne bei der SPD.« Als das ganze aufflog, schrieb BILD-Chefredakteur Julian Reichelt eine E-Mail an sein Team. Jakob Augstein wird peinlich: »Ich erkenne das aufklärerische Interesse nicht. Das ist reine Destruktion.« Richtig, wenn es gegen Putin und Russland geht, gibt und darf es niemals Aufklärung geben. :JAJA: Weiterlesen

Blogmüdigkeit

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Seit einigen Wochen hat sich bei mir tatsächlich eine Art Blogmüdigkeit eingestellt. Das liegt weniger an mangelnden Ideen, als vielmehr an der kafkaesken Realsatire genannt Medienwirklichkeit, die jegliche ernsthafte Analyse konterkariert. Ich komme nicht nur nicht mehr hinterher, den täglichen Irrsinn zu protokollieren und zu bewerten, es ist auch ein Kampf gegen durchgeknallte Windmühlen. Es wird sich stets im Kreis bewegt und das auch noch als Fortschritt verkauft. Vielleicht sollte ich mal 14 Stunden am Stück schlafen?

Aktuell: Schul-Amoklauf in den USA. Ich habe bereits in der Vergangenheit einiges dazu geschrieben (hier und hier). Heute konzentriert sich die Presse auf die Waffengesetze in den USA (damals: »Killerspiele«). Und was ist mit dem gesellschaftlichen Leistungsdruck, mit Mobbing und den psychischen Problemen, denen Jugendliche heute ausgesetzt sind? Das gesamte neoliberale Schulsystem, ja der krankmachende Kapitalismus mit seinen weltweiten Kriegen gehört auf den Prüfstand. Aber soweit will -mal wieder- niemand gehen. Gesellschaftliche Kontexte werden regelmäßig ignoriert. Stattdessen greift man immer wieder zur Einzelfall-Theorie. Und natürlich nutzt die Journaille den Amoklauf, um weiter Trump-Bashing betreiben zu können. Ein Trauerspiel.

Digital ist emotional

digi_titelAufmerksamkeit ist im digitalen Zeitalter eine harte Währung. Wer nicht gesehen, gehört oder gelesen wird, der findet nicht statt. Der ist nicht nur für die Werbeindustrie und die Massenmedien uninteressant, sondern auch für Politik und Wirtschaft. Deshalb sind SEO-Methoden sowie viele andere Aufmerksamkeits-Techniken, wie Click-Bait-Überschriften, reißerische Bilder, extreme Meinungen oder provozierende Thesen, so populär und weit verbreitet. Wer argumentiert, sachlich, differenziert und ausgeglichen schreibt und berichtet, wird vielleicht in einem kleinen elitären Akademiker- oder Intellektuellen-Kreis gehört und gelesen, findet aber eher selten in den großen TV- und/oder Internet-Medien-Kanälen, wie RTL, Twitter oder Facebook statt. Deshalb wird fast überall provoziert, skandalisiert, boulevardisiert und polarisiert. Digital ist emotional.


» Aufmerksamkeit als Währung
» Der Gratis-Schwindel
» Reale Welten vs. Fiktive Welten

Putin, das Monster

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Die NATO-Presse will uns mit aller Macht einimpfen, dass Putin unser Feind ist und Russland wirtschaftlich sowie geheimdienstlich bekämpft werden muss. Belege hierfür gibt es täglich in sämtlichen bürgerlichen Massenmedien zu finden (oder auch hier und hier). Die massenmediale Säbelrassel-Propaganda wird mit allen Methoden und auf allen Ebenen und Feldern geführt. Beispielsweise auch auf dem Buchmarkt. Stichwort: Kulturimperialismus. Hier mal eine kleine Übersicht an komplett wertfreien, neutralen und sachlich-objektiven Büchern:

  • »Putin — der neue Zar: Seine Politik — Sein Russland« (Steven Lee Myers)
  • »Putins verdeckter Krieg: Wie Moskau den Westen destabilisiert« (Boris Reitschuster)
  • »Putins Kalter Krieg: Wie Russland den Westen vor sich hertreibt« (Markus Wehner)
  • »Die neuen Paten: Trump, Putin, Erdogan, Orbán & Co.« (Jürgen Roth)
  • »Warum wir Putin stoppen müssen: Die Zerstörung der Demokratie in Russland und die Folgen für den Westen« (Garri Kasparow und Stephan Gebauer-Lippert)
  • »Putins rechte Freunde: Wie Europas Populisten ihre Nationen verkaufen« (Michel Reimon und Eva Zelechowski)
  • »Das Putin-Syndikat: Russland im Griff der Geheimdienstler« (Margareta Mommsen)
  • »Mafiastaat: Ein Reporter in Putins Russland« (Luke Harding und Luisa Seeling)
  • und viele viele viele mehr.