Putin, das Monster

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Die NATO-Presse will uns mit aller Macht einimpfen, dass Putin unser Feind ist und Russland wirtschaftlich sowie geheimdienstlich bekämpft werden muss. Belege hierfür gibt es täglich in sämtlichen bürgerlichen Massenmedien zu finden (oder auch hier und hier). Die massenmediale Säbelrassel-Propaganda wird mit allen Methoden und auf allen Ebenen und Feldern geführt. Beispielsweise auch auf dem Buchmarkt. Stichwort: Kulturimperialismus. Hier mal eine kleine Übersicht an komplett wertfreien, neutralen und sachlich-objektiven Büchern:

  • „Putin – der neue Zar: Seine Politik – Sein Russland“ (Steven Lee Myers)
  • „Putins verdeckter Krieg: Wie Moskau den Westen destabilisiert“ (Boris Reitschuster)
  • „Putins Kalter Krieg: Wie Russland den Westen vor sich hertreibt“ (Markus Wehner)
  • „Die neuen Paten: Trump, Putin, Erdogan, Orbán & Co.“ (Jürgen Roth)
  • „Warum wir Putin stoppen müssen: Die Zerstörung der Demokratie in Russland und die Folgen für den Westen“ (Garri Kasparow und Stephan Gebauer-Lippert)
  • „Putins rechte Freunde: Wie Europas Populisten ihre Nationen verkaufen“ (Michel Reimon und Eva Zelechowski)
  • „Das Putin-Syndikat: Russland im Griff der Geheimdienstler“ (Margareta Mommsen)
  • „Mafiastaat: Ein Reporter in Putins Russland“ (Luke Harding und Luisa Seeling)
  • und viele viele viele mehr.

Der pädagogische Happen (19)

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Mutter: „Hast Du heute Deine Mathearbeit wieder zurück bekommen? Und welche Note hast Du?“

Sohn: „Es lief ganz okay! Ich hab nur zwei oder drei Sachen nicht gewusst. Aber ich bin ganz zufrieden.“

Mutter: „Ja, welche Note hast Du denn jetzt bekommen? Gib mal her!“

Sohn: „Reicht es nicht, wenn ich Dir sage, dass ich damit zufrieden bin?“

Mutter: (leicht gereizt) „Ich will jetzt sofort Deine Arbeit sehen!“ […] „Waaas? Eine Drei? Ne, oder?“

Sohn: (schweigt)

Mutter: (wütend) „Jetzt weiß ich warum Du mir die Arbeit nicht zeigen wolltest! Mit einer Drei kann man doch nicht zufrieden sein!“ Das geht gar nicht! Ab morgen werden wir jeden Abend Zwei Stunden Mathe üben!“


>> „Der pädagogische Happen“

Neofeudale Psychopathen

„Beschäftigte mit bestimmten Persönlichkeitsstörungen sind in Führungspositionen überrepräsentiert und kassieren im Schnitt höhere Löhne. […] Eine Reihe antisozialer Persönlichkeitsmerkmale erhöht demnach die Chance auf Beförderungen und hohes Einkommen.“

Böckler Impuls Ausgabe 19/2017

Anmerkung: Wie jetzt? ich dachte immer, dass die Korrelation stets heißt: wenig Geld gleich wenig Bildung und wenig Empathie („sozial schwache Schichten“/“bildungsferne Schichten“)? Jetzt kommt raus, dass die sozialresistenten Schichten, die Reichen, die Karrieristen und Chefs, die eigentlichen Psychopathen sind. Für viele ist das sicher keine brandneue Erkenntnis. Aber schön, dass sich auch mal Ökonomen und Forscher damit beschäftigt haben. :d


>> „Aber mein Chef braucht mich!“
>> Immer schön die Klappe halten!
>> „Ach, wie überraschend: Reiche Menschen sind sozial schwächer“

Der tägliche Lohnarbeitswahnsinn (Teil 9)

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 [Im Personalbüro]

Herr Schabanowski: „Mach doch erstmal drei Probetage, dann sehen wir weiter!“

Bewerber: „Den ersten Tag arbeite ich gerne unentgeltlich, aber für die anderen zwei Tage müssten wir jetzt eine ortsübliche Vergütung ausmachen!“

Herr Schabanowski: „Aber ich weiß doch gar nicht, ob Du das alles kannst, was Du in Deinen Unterlagen so alles reingeschrieben hast?“

Bewerber: „Das sehen Sie doch dann am ersten Tag!“
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Eltern können nicht lesen!

Was? Wie? Wo? Ich?

Was? Wie? Wo? Ich?

Tatort: Schule.

  • An jeder Tür steht in großen Lettern und in bunt: „Im Winter bitte die Türen geschlossen halten!“ Die Eltern lassen die Türen offen.
  • Vor und in der Schulmensa gibt es viele Hinweise darauf, dass dieser Ort ausschließlich nur für Kinder und Schulpersonal da ist. Die Eltern mögen bitte im Foyer warten. Machen viele aber nicht.
  • Smartphones sind auf dem ganzen Schulgelände für alle verboten. Jeder weiß das. Viele Eltern setzen sich irgendwo hin, zocken oder chatten.
  • An der Tür der Schulbibliothek steht in großen Buchstaben mit Bild: „Schuhe bitte ausziehen!“ und „Ausleihe nur Mittwochs und Freitags!“ Eltern ignorieren das regelmäßig und/oder machen auf doof-vorwurfsvoll: „Wieso kann mein Sohn/meine Tochter heute nichts ausleihen?“
  • Bei jedem Elterngespräch, bei Infoabenden und Elternbriefen wird immer wieder darauf hingewiesen, dass alle Kleidungsstücke, Trinkflaschen und Schulsachen mit den Namen des Kindes versehen werden sollten. Wird leider nur selten gemacht. Dann aber Pädagogen dazu auffordern, Jacken und Trinkflaschen suchen zu gehen.

Der Anschlag (49)

anschlag_teaserDie Lebensmittel- und Textilindustrie befürwortet weitere Geschlechtstypen. Neben divers, queer und inter, soll es noch hundert weitere Geschlechter-Identitäten geben. Nur so kann die Industrie weitere Zielgruppen erschließen und neue Produkte auf den Markt bringen: Inter-Toast, Queer-Schuhe, Homo-Obst und Trans-Shampoo.

Da in Deutschland Organmangel herrscht und die doofen Deutschen ihre Organe nach ihrem Ableben nicht freiwillig der Organmafia spenden wollen, soll es nun ein Gesetz geben, dass alle deutschen Staatsbürger zur Organspende verpflichtet. Derweil rätseln Politik und Massenmedien, wie es nur sein kann, dass so viele Menschen kein Gefühl mehr für Solidarität und Empathie entwickeln.

Die neue alte Bundesregierung will die Dauer von zukünftigen Koalitionsverhandlungen und Sondierungsgesprächen auf mindestens fünf Jahre verlängern. „Es muss möglich sein, in aller Ausführlichkeit miteinander zu verhandeln. Medien und Bevölkerung müssen sich in Geduld üben!“, so ein Sprecher.

Zaubersprech

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„Zahlungsziele mit Herz und Verstand!“ Plakatwerbung für Mitarbeiter im telefonischen Forderungsmanagement. (gesehen am 10.01.2018 in Berlin)

Die Fixierung auf Schlagwörter, Bullshit-Bingo-Begriffen, Platitüden, Euphemismen, Fachwörter und positiv aufgeladenen Plastik-Vokabeln ist im Jahr 2018 so stark wie nie zuvor. Im politischen Diskurs gibt es unendlich viele neoliberal aufgeladene Kampfbegriffe sowie eine ganze Reihe von Diffamierungsvokabeln, um die Meinungs- und Deutungshoheit aufrecht zu erhalten. Die Marketing- und PR-Branche ist voll mit Bullshit-Begriffen, welche die Realität vertriebsgerecht verbiegen sollen. Ebenso die Ökonomie, die Wissenschaft, die Medizin, die Naturwissenschaften, die Psychologie und alle anderen Bereiche. Selbst in der Pädagogik muss jeder -der ernst genommen werden will- mindestens einmal die Wörter Inklusion, Selbstwirksamkeit und Partizipation erwähnt haben.

Es geht häufig kaum noch um Inhalte, sondern primär um den Schein von Argumenten. Um Begriffs-Dropping. Um eine Fassade von Diskurs. Heute kann man problemlos lange wissenschaftliche Texte veröffentlichen oder große Reden halten, bei denen man den gesamten Beitrag nur noch um die Zauberwörter herum baut. Sie fungieren als Wiedererkennungsmerkmal, um die Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu signalisieren. Sie triggern Narrative, ohne sie direkt zu thematisieren. Zauberwörter funktionieren auch ganz ohne Inhalt. Denn sie sind bereits die Botschaft.


Beispiele für Zauberwörter:
>> Neusprech-Begriffe
>> Begrifflichkeiten
>> Alltagsmarktsprache
>> Kriegssprache
>> Siegersprache
>> Marketing-Deutsch

Plutokratie. Neofeudalismus. Oligarchie.

„Generell wissen wir wenig über den Zusammenhang zwischen der Verteilung von Vermögen und der Frage, wie gut demokratische Institutionen in einem Land funktionieren. […] Ökonomisch gesehen ist außerdem eine bessere Wettbewerbspolitik notwendig. […] Die Politik muss sich darauf vorbereiten, dass die Vermögenskonzentration auch in Deutschland irgendwann korrosiv auf unser politisches System wirken könnte.“

– Rüdiger Bachmann. „Feudale USA“. Auf: zeit.de vom 27. Januar 2018

Anmerkung: Einfach behaupten, man kenne keinen Zusammenhang zwischen Vermögen, Macht und politischen Einfluss und schon kann man von Demokratie reden, aber in Unternehmen, Banken und Konzernen den Neofeudalismus leben. Dann macht auch das neoliberale Wundermittel „mehr Wettbewerb“ wieder Sinn. „Irgendwann korrosiv“ klingt wie „die Schere zwischen arm und reich wird immer größer“ – Nein, verdammt noch mal! Es ist jetzt so! Im Hier und Jetzt. Heute! Das die Politik sich „darauf vorbereiten“ müsse, klingt wie eine Drohung: den Unmut im Keim ersticken! Militär im Innern einsetzen. Überwachung ausbauen. Strafgesetze verschärfen. Meinungsdiktatur durchsetzen.


>> „Narrative Legenden“
>> „Anleitung zur Ausbeutung“
>> „Zehn Punkte-Plan“

Das Narrenschiff

narrenschiffEr ist für mich bereits der zweite Blogger (nach Roger Beathacker aka Kurt von „nebenbei bemerkt“), den ich regelmäßig lesen und schätzen gelernt habe und der nun verstorben ist. Ja, der gute Charlie vom „Narrenschiff“ war nicht der größte Diplomat. Auch ich hatte einige Reibungspunkte mit ihm, aber hat die nicht jeder in seiner Familie? Das eher lose linkspolitische Blogger-Netzwerk definiert sich viel zu oft durch seine Unterschiede anstatt durch seine Gemeinsamkeiten. Ich fand das schon immer schade. Es scheint fast so, als müsse man sich unbedingt von den Anderen abgrenzen, um seine Individualität zu bewahren. Dabei schreibt und redet man die ganze Zeit von Solidarität, Empathie und Mitmenschlichkeit, schafft es aber selten, genau die im Blog-Netzwerk überhaupt einmal vor-zu-leben. In diesem Sinne: mir wird der gute Charlie fehlen, denn es gab viele Beiträge von ihm, die mich inspiriert haben.


>> „Einer weniger“
>> „Schüß Charlie!“
>>  „Ein paar Worte“

Presseblick (69)

t-online.de vom 17.01.2018

t-online.de vom 17.01.2018

„Giuliana Farfalla erstes Transgender-Model auf deutschem Cover“ – das GMX-Magazin nennt es eine kleine „Revolution“. Vergessen sind die Jubelschreie und die etlichen Hurra-Artikel als Obama der erste afroamerikanische US-Präsident wurde. Oder als Angela Merkel als erste deutsche Frau Bundeskanzlerin wurde. Auch hier blieben die „Revolutionen“ komplett aus. Ob ein Pinguin, ein Queer oder eine Brezel Präsident oder Bundeskanzler wird bzw. im Playboy abgelichtet wird, interessiert die wirklich Mächtigen und Vermögenden einen feuchten Eimer. Hauptsache der Pöbel hat eben echte Konfliktthemen, woran er sich abarbeiten kann. So sind die Eigentums-, Macht- und Vermögensverhältnisse schön aus dem Fokus der Öffentlichkeit (Homo-Ehe statt Autobahn-Privatisierung). :JAJA: Weiterlesen