Artikel mit ‘Hartz 4’ getagged

Jobbörse für Anfänger

18. Dezember 2011 von epikur

Zunächst kommen Sie einer Einladung des Jobcenters nach, die Sie nicht ablehnen dürfen. Und wenn doch, mit Sanktionen rechnen können. Nun werden Sie mit weiteren Zwangseingeladenen in einen großen Versammlungssaal geführt. Nachdem sich der Sachbearbeiter-Dozent vorgestellt und ein tolles Lächeln aufgelegt hat, beginnt er mit einem 1×1 des Internets. Schließlich sind alle Hartzis nicht nur chronisch verfettet, faul, alkohol– und tabaksüchtig, sondern auch gestandene Web-Deppen. Dabei dürfen kreative Formulierungen wie »dann klicken Sie hier« natürlich nicht fehlen.

Sobald Sie einen eigenen Account in der Jobbörse angelegt haben, dürfen Sie sich über weitere Post ihres Arbeitsvermittlers freuen. Denn der Möchtegern-Dozent erzählt stolz, dass Sie sich ihren Jobbörse-Account mit ihrem Arbeitsvermittler teilen. Er hat vollen Zugriff und kann sehen, wie, wo und wann Sie sich über die Jobbörse beworben haben. Somit sparen Sie Ihrem Arbeitsvermittler wertvolle Recherche– und Arbeitszeit. Sie sind nun ein besserer Bürger und ein wertvollerer Hartzi als vorher. Herzlichen Glückwunsch!

Menschenwürdig leben

13. September 2011 von epikur

»Weder mit 359 Euro noch mit 364 Euro kann man in unserer Gesellschaft menschenwürdig leben und am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben teilhaben«

- Christoph Butterwegge, »Schwarz-Gelbes Elend« in »Blätter«/Ausgabe September 2011, Seite 70

Anmerkung: Vielleicht liegt es aber auch im Interesse der Machthaber, dass die Ärmsten in unserer Gesellschaft, nicht am Leben teilhaben, sondern nur überleben sollen? Vielleicht sollen sie als Mahnmal für alle Lohnarbeiter stehen? Denn schließlich soll nur der essen, der auch (lohn-)arbeitet, oder? (F. Müntefering)

P:S: Ich war übrigens wieder 4 Tage im Krankenhaus. Ein böser Abzess im Hals, der nach knapp 1,5 Jahren wieder gekommen ist und mir wortwörtlich fast die Kehle zugeschnürt hatte. Zum Glück waren Beiträge im voraus geplant, sodass es keine Leselücke gab. Nun bin ich aber wieder fit und froher Hoffnung, dem Halsding endgültig abgeschworen zu haben.

Neusprech: Zumutbarkeit

24. August 2011 von epikur

»Es gibt tatsächlich keine Untergrenze bei der Zumutbarkeit«

— DGB-Sprecherin Falk in der TAZ vom 18. Dezember 2004

Das SGB 2 ist die Bibel von ALG2 Sachbearbeitern. In ihr wird z.B. auch festgehalten, welche Lohnarbeit dem Erwerbslosen als zumutbar gilt und welche nicht. Die Zumutbarkeit unterliegt demnach nicht mehr der eigenen Einschätzung und Beurteilung, sondern dem Sachbearbeiter bzw. dem Gesetzgeber. In Kapitel 2 »Anspruchsvorraussetzungen«, § 10, wird die Zumutbarkeit definiert. Weiterlesen »

Gesetzlich festgelegte Individualität

07. April 2011 von epikur

Die Leistung zur Sicherung des Lebensunterhalts aller in einer Bedarfsgemeinschaft lebenden Personen bemisst sich nach der individuellen Bedürftigkeit. Die individuelle Bedürftigkeit ergibt sich aus dem gesetzlich festgelegten Bedarf, gekürzt um Einkommen und Vermögen.

- Jobcenter Berlin Spandau

Anmerkung: Das Bürokratensprech pervertiert den Begriff der Individualität in ein Oxymoron. Eine Individualität, die anhand von vorher festgelegten Kriterien bestimmt wurde, ist keine mehr. Das Individuum bestimmt  nicht mehr, was für es gut ist, sondern der Staat definiert die Bedürfnisse des Einzelnen. Die »individuelle Bedürftigkeit« wird nicht berechnet, sondern verrechnet. Wer zu individuell (und zu bedürftig) ist, dem schlagen die vollen Härten des SGB2 und SGB3 entgegen. Unterordnen, anpassen, gehorchen, mitmachen — kurz: der ALG2-Empfänger hat seiner »Mitwirkungspflicht« nachzukommen und nicht seiner Bedürfnisse.

Behinderte kosten uns zuviel

19. März 2011 von epikur

Die Leistungsträger-Ideologie zeigt ihre häßliche Fratze. Arbeitslose, Rentner, Hausfrauen und Behinderte bringen im Sinne einer profitorientierten Gesellschaft keine »Leistung«. Demzufolge ist es nur konsequent, wenn Behinderte massive Kürzungen hinnehmen müssen. Gegenhartz.de schrieb am 7. März 2011: Weiterlesen »

Mindestlohn und Hartz4-Zirkus

21. Februar 2011 von epikur

Verschenken Sie zu Weihnachten ein NeuHartzTier!

24. Dezember 2010 von epikur

Statt Schwerter zu Pflugscharen, heisst es jetzt: Arbeitslose zu Haustiere! Langzeitarbeitslose können sich fortan auf Hunde, Katzen, Hamster und Aquariumsfische umschulen lassen. Absurde Idee, meinen Sie? Mitnichten! Das Konzept hat viele Vorteile für Erwerbslose und den Staat! Hartzis bekommen Nahrung, Obdach, Liebe und Aufmerksamkeit und der Staat spart Millionen. Weiterlesen »

Traurige Realität

14. Dezember 2010 von epikur

Die Ausgrenzung von Erwerbslosen ist in vollem Gange. Erwerbslose werden als Menschen zweiter Klasse behandelt. Sozialtranfers werden gekürzt, eine ständige Medienhetze gegen Arbeitslose findet statt, Kinder von Hartz4-Empfängern können sich keine Klassenfahrten und warme Mahlzeiten leisten, Arbeitslose werden gezwungen in günstigere Wohnungen umzuziehen und prekäre Arbeit anzunehmen, Langzeitarbeitslose haben kaum eine Chance auf eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitarbeit, Sozialgerichtsgebühren hindern Arbeitslose daran ihr Recht wahrzunehmen, BA-Mitarbeiter schikanieren und drangsalieren Erwerbslose mit offener Willkür usw. Vor ca.70 Jahren hat es schon mal so angefangen.

Propaganda-Ursel

16. September 2010 von epikur

Wie Arbeitsministerin Ursula von der Leyen Anfang Februar 2010 schon angekündigt hatte, wird der Begriff »Hartz4« bald reingewaschen werden. Wie SpiegelOnline am 15. September 2010 berichtet hat, sollen mit dem neuen ALG2-Gesetzentwurf auch die Begriffe Hartz4 und ALG2 aus dem Gesetzestext verschwinden und mit »Basisgeld« ersetzt werden. Außerdem sollen das Elterngeld, die Beiträge zur Rentenversicherung   und der Heizkostenzuschuss gestrichen werden.

Wer die Verluste der Banken sozialisiert, ja die Lebenssituation von Millionen Menschen vorsätzlich verschlechtert, ist ein Verbrecher. Wenn Scheiße jetzt Rosenduft heißt, darf sich niemand beschweren, wenn es unangenehm riecht.

Menschenfreund Sarrazin

01. Oktober 2009 von epikur

Der ehemalige Berliner SPD-Finanzsenator Thilo Sarrazin, der nun im Vorstand der Bundesbank sitzt, macht wieder von sich reden. Nachdem Sarrazin — unter anderem — mit Sprüchen wie »das kleinste Problem von Hartz 4 Empfängern ist das Untergewicht« aufgefallen war, wurde er jetzt sogar von der Bundesbank selbst gerügt. Menschenfreund Sarrazin sagte in einem Interview mit der »Lettre International«, dass Berlin belastet sei, »von der 68er-Tradition und dem Westberliner Schlampfaktor«. Außerdem habe Berlin das Problem, dass »40 Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden und türkische Wärmestuben könnten die Stadt nicht voranbringen. Ich würde einen völlig anderen Ton anschlagen und sagen, jeder, der bei uns etwas kann und anstrebt, ist willkommen, der Rest sollte woanders hingehen«. Sarrazin ist eben ein echter Menschenfreund.

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