Impfquisition

Heute wird es zur Abwechslung mal etwas persönlicher. Wer aufmerksamer Leser des ZG-Blogs ist, weiß, dass ich an einer Schule arbeite. Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß und erfüllt mich. Ich trage viel Verantwortung, helfe bei der Förderung von Sozial- und Bildungskompetenzen von Kindern, führe schwierige Elterngespräche, arbeite eng mit Lehrern zusammen, betreibe Bindungsarbeit und beteilige mich an friedlichen Konfliktlösungsstrategien.

Auch wenn das jetzt wie überhebliches Selbstmarketing oder eine schnöselige Bewerbung klingen mag — darum gehts mir nicht, ich will auf etwas anderes hinaus. Denn sämtliche fachliche Fertig- und Fähigkeiten sowie personale Kompetenzen, werden vermutlich irgendwann völlig irrelevant werden. Und das nur, weil ich nicht gegen Corona geimpft bin? Weiterlesen

Aus Solidarität...

...müssen wir Menschen stigmatisieren, ausgrenzen und diskriminieren.

...müssen wir Menschen zur Impfung nötigen, sie finanziell erpressen und mit Kündigung drohen.

...müssen wir leider alle -Exekutive, Legislative und Judikative- zusammenarbeiten und die Neutralität und Unabhängigkeit der Gewaltenteilung vorübergehend dauerhaft aussetzen.

...müssen wir das Grundgesetz sowie den Rechtsstaat ‑bis auf weiteres- einschränken und aussetzen.

...müssen wir ein digital-biometrisches Kontroll- und Überwachungsregime installieren, inklusive Kontaktnachverfolgung und Daten-Sammel-Apps.

...müssen wir eine Impfapartheid (2G, Armbänder etc.) installieren.

...müssen wir in den Sozialen Medien (YouTube, Instagramm, Twitter, Facebook etc.) Zehntausende Videos und Beiträge löschen.

...müssen wir unbedingt einen Impfstoff für Kinder ‑die vom Corona-Virus zu 99,9 Prozent nicht ernsthaft betroffen sind- herstellen, entwickeln und freigeben.

...müssen wir bei Corona-Maßnahmen-Kritikern Hausdurchsuchungen durchführen, Demonstrationen verbieten, Bankkonten kündigen und sie mit Rufmord-Kampagnen überziehen.

...müssen wir jetzt Fußballprofis öffentlich nach ihrem Impfstatus fragen und wenn sie ungeimpft sind, sie ordentlich unter Druck setzen.

...müssen wir das Infektionsschutzgesetz zu einer politischen Wundertüte machen, mit der man alles durchsetzen kann.

...müssen wir totalitäre und autokratische Methoden anwenden.

...müssen wir...müssen wir...müssen wir...

Das tut uns allen wirklich sehr sehr sehr Leid! Aber es geht leider nicht anders! Schuld sind die ungeimpften Untermenschen! Ist es nicht wunderbar, dass wir nach rund 100 Jahren endlich wieder einen Sinn für Volksgemeinschaft und für unseren gesunden Volkskörper entwickelt haben? Und wir endlich wieder auf Menschenjagd gehen können? Ist das nicht toll? Mit einem smarten Faschismus hat das alles rein gar nichts zu tun! Schließlich fängt die Diktatur erst an, wenn wir wieder Lager und Todeskommandos haben. Vorher ist alles Demokratie! Maske auf. Hirn zu.


Repression
»Mehr Faschismus wagen!«

Linke Überheblichkeit

Ein typisch linkes Phänomen, wenn man es denn so bezeichnen will, ist die Klugscheißerei und die Arroganz. Ich nehme mich selbst davon nicht aus, wenn ich ehrlich bin. Es wird über Andersdenkende, die da oben oder über die da unten fast gleichermaßen gespottet, gelacht und gefeixt. Man selbst muss sich stets in einer moralisch erhabenen Situation und Denkhaltung wähnen. Ja, auch mir passiert das zuweilen. Nur manche treiben es auf die Spitze. Für sie scheint es ein regelrechter Freizeitsport zu sein, andere abzuwerten und niederzumachen. Oft sogar nur wegen kleineren Abweichungen von der eigenen Meinung, Lebenseinstellung oder Perspektive. Mit geiferndem Spott und tiefer Menschenverachtung wird beispielsweise auf die vermeintlich weniger Intelligenten, Frei‑, Alternativ- oder Anders-Denker sowie auf das Proletariat herumgehackt. Man selbst fühlt sich stets im Recht der einzig wahren und reinen Lehre.

»Die pauschale Diffamierung ersetzt ihnen die sachliche Auseinandersetzung.«

Es wird stets das Element gesucht, was trennt und niemals das, was verbinden könnte. Gleichzeitig fordern sie von Anderen Empathie, Solidarität und einen herrschaftsfreien Diskurs. Damit verlangen sie häufig von Anderen genau das, was sie selbst nicht bereit sind, zu geben und zu leben. Nein, man sollte hier nicht verallgemeinern. Das ist richtig. Ich kenne durchaus sehr liebevolle, mitfühlende Menschen, die aktiv zuhören und gewaltfrei kommunizieren können. Auch kann ich durchaus nachvollziehen, dass man als kritischer Mensch, in einer immer verrückter werdenden Welt, schnell sarkastisch und zynisch werden kann. Auch mir passiert das. Nur sollten wir uns vergegenwärtigen, dass man mit Verachtung, Hohn und Gehässigkeit, keine Menschen erreichen kann, sondern vielmehr das divide et impera der Herrschenden unfreiwillig mitspielt.


Aus allen Rohren!

Selektive Menschenrechte

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“
(– Art. 1: Allgemeine Erklärung der Menschenrechte)

Wenn es gegen Sexismus geht, ist die Einschränkung der Meinungsfreiheit erwünscht.
Wenn es gegen Sexualverbrecher geht, wird Lynchjustiz geduldet.
Wenn es gegen Linksextreme geht, wird Polizeigewalt toleriert
Wenn es gegen Putin und Russland geht, ist NATO-und-Kriegs-Propaganda ein probates Mittel.
Wenn es gegen, in der Öffentlichkeit stehende, Banken‑, Konzern- oder Regierungskritiker geht, ist Rufmord ein übliches Herrschaftsinstrument.

Qualitätsjournalisten und Social-Media-Wutbürger scheinen die Universalität der Menschenrechte immer weniger anzuerkennen. Der Zweite Weltkrieg, und damit verbunden die totale Zerstörung jedweder Menschlichkeit, scheint für Einige zu weit weg und zu abstrakt zu sein. Über beispielsweise die Hintertür einer vermeintlich authentisch-emotionalen Öffentlichkeit (»Todesstrafe für Kinderschänder«) werden argumentativ-sachliche Diskussionen, über den grundsätzlichen Wert und die Bedeutung von universellen Menschenrechten für alle, blockiert, verhindert und/oder mundtot gemacht. Wer zur Mäßigung aufruft, wird zum Schluffi oder gar zum (Mit-)Täter gemacht. Ich halte das für eine bedenkliche, wenn nicht gar gefährlichen Entwicklung.

Klassenkampf in Frankreich

»Sollen sie doch ordentlich von ihren Waffen Gebrauch machen gegen diese elenden Schergen, diese elenden Schweine von der extremen Rechten und der extremen Linken.«

- Luc Ferry, von 2002 bis 2004 Bildungsminister in Frankreich. Am 7. Januar 2019 bei »Radio Classique«. Zitiert aus der Le Monde Diplomatique.

Anmerkung: Hier zeigt sich der menschenverachtende, neoliberale Habitus, für den Reichenförderung, die radikale Mitte, Status-Quo erhaltende Machtprinzipien, Armenverachtung sowie Besitzstandswahrung, alternativlose Politik sei. Es verdeutlicht, dass letztlich alle politischen Strömungen als extrem eingestuft werden, sobald sie die Einkommens‑, Besitz‑, Eigentums- und Vermögensverteilung thematisieren und/oder verändern wollen.

Echte Menschenfreunde

»Waschen und rasieren, dann finden Sie auch einen Job!«
— Kurt Beck (SPD) im Dezember 2006

»Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!«
— Franz Müntefering (SPD) im Mai 2006

»Es gibt kein Recht auf Faulheit!«
— Gerhard Schröder (SPD) im Frühling 2001

»Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.«
— Guido Westerwelle (FDP) im Februar 2010

»Es geht um einen niederschwelligen Einstieg in die Altersvorsorge.“
— Brigitte Zypries (SPD) im Oktober 2010 zu ihrer Idee Pfandbons via App auf ein Renten-Fonds einzuzahlen

»Eine große Anzahl der Türken und Araber hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel, und es wird sich vermutlich auch keine Perspektive entwickeln.“
— Thilo Sarrazin (SPD) im Oktober 2009

»Vor allem Leute, die sonst auch Flaschen sammeln, könnten dann für jede tote Ratte einen Euro bekommen.«
— Henner Schmid (FDP) im Dezember 2008

»Ich halte nichts davon, wenn 85-Jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen.«
- Philipp Mißfelder (CDU) im Jahr 2003


»10 Aussagen von Menschenfreunden«

Das Sozialticket

sozialticket_titelDie schwarz-gelbe Landesregierung in NRW wollte Ende November das Sozialticket schrittweise abschaffen. Dagegen gab es große Proteste. Nun rudert sie zurück. Vorerst. Interessant ist, wie und was in der Öffentlichkeit ‑abseits von dpa copy and paste- zu diesem Testballon geschrieben wurde. Eine kleine Meinungsblase. Weiterlesen

Fördern und Fordern

Mit der "Eigenverantwortung" wurde der Sozialstaat sturmreif geschossen

Mit der »Eigenverantwortung« wurde der Sozialstaat sturmreif geschossen

Mehr ökonomische Verwertbarkeit fordern und damit mehr Menschenverachtung fördern.
Mehr Eigenverantwortung fordern und damit mehr Egoismus fördern.
Mehr Flexibilität fordern und damit mehr Existenzängste fördern.
Mehr Anpassung fordern und damit weniger individuelle Kreativität fördern.
Mehr Bürokratieabbau fordern und damit mehr Massenentlassungen fördern.

»Zuversicht und Realismus, Fördern und Fordern gehören für die SPD immer zusammen.“

Sigmar Gabriel (SPD) am 9. Februar 2016 auf spd.de

Inhalte interessieren nicht

Nun habe ich es mir doch angetan und den vermeintlichen »Ausraster« von Herrn Bosbach (CDU) zum Thema G20-Protest bei Maischberger vom 12. Juli 2017 angesehen. Ja, Jutta Ditfurth ist auch innerhalb der Linken umstritten. Sie ist beispielsweise Anhängerin der Querfront-Theorie und gilt als Antideutsche. Dennoch argumentiert, differenziert und analysiert sie in der Sendung. Das Diskussionsniveau ist aber mittlerweile derart unterirdisch, es werden nur noch Phrasen, Klischees und Plattitüden rausgehauen. Am schlimmsten sind jedoch die Kommentare unter dem Youtube-Video, die allesamt aufzeigen, dass niemand mehr an einer ernsthaften Diskussion, am Austausch von Argumenten, an Ursachen oder an Sinn-Zusammenhängen interessiert ist. Es geht nur noch um Diffamierung, Stigmatisierung, Hass und Denunziation. Weiterlesen