Zum Thema Sexismus

gesehen und fotografiert am 28. Januar 2016 in Berlin, an einer großen Hauptstraße.

Und weil es so schön ist:

gesehen und fotografiert am 16. November 2017 in Berlin

gesehen und fotografiert am 16. November 2017 in Berlin

Sexismus ist ein Instrument für Vertrieb, Marketing und Werbung. Darüber hinaus erfüllt die öffentliche Debatte derzeit primär zwei Herrschaftsprinzipien: Teile und Herrsche sowie Ablenkung. Wir sind immer noch extrem oversexed, aber underfucked. Ich bin jedenfalls kein Befürworter für die Spaltung der Geschlechter. Wem, außer Dating-Portalen, bringt das was?

Neusprech: Kommunikation

ZG-Artikel: Neusprech HeutePädagogen, Politiker, Unternehmer, Philosophen, Psychologen, Medienmenschen, Vertriebsmitarbeiter sowie PR- und Marketing-Soldaten erzählen uns seit Jahrzehnten immer und immer wieder, wie wichtig Kommunikation sei. Sprechen, zuhören, schreiben, Körpersprache sowie der Austausch von Informationen: das seien die Grundlagen der Kommunikation. Den Gummibegriff verwenden eine ganze Armee an Coachern, Trainern und Beratern. Dabei besetzen sie ihn mit dutzenden Annahmen und Theorien. Weiterlesen

Werbesprech

werbesprech_titelSprache lenkt Denken, Meinung und Wertung. Häufig subtil, indirekt und schleichend. Assoziationen und Konnotationen werden konstruiert und/oder ausgebeutet. Politik, Wirtschaft und Medien instrumentalisieren stets die Sprache im Sinne ihrer Interessen. Im Medienzeitalter sind Neusprech, Euphemismen, Bullshit-Bingo-Phrasen, Diffamierungsbegriffe und Umdeutungen ganz reale Alltagsphänomene. Insbesondere die kommerzielle Propaganda mit ihren Werbe-, PR- und Marketing-Soldaten tauchen die Wahrnehmung unserer Lebenswelten in zwangsoptimistische Blendlichter:

  • Gratis, umsonst und kostenlos statt: Sie zahlen mit ihren Daten, ihrer Zeit und ihrer Aufmerksamkeit
  • Hype statt Übertreibung, Lüge und einseitige Berichterstattung
  • Sponsored Story/Advertorial statt gekaufter Beitrag
  • Hardware-News statt versteckte Produkt-Reklame
  • Messe/Pressekonferenz statt Dauerwerbeveranstaltung
  • Leak statt PR-Meldung

>> Marketing-Deutsch
>> Der Gratis-Schwindel
>> Neusprech: Authentisches Marketing

Jubelpresse

Titelseite von gamestar.de vom 15. Juni 2017

Titelseite von gamestar.de vom 15. Juni 2017

„wagt Crytek einen Neuanfang“ […] „mit abgedrehtem Humor“ […] „Nach 14 Jahren: Großartig“ […] „Günstig und leise!“ […] „Wahnsinns-0815-Singleplayer!“ […] „Das größte E3-Comeback“

Ein Aspekt, der mir bei der vielfachen Medienkritik häufig zu kurz kommt, ist die Kommerzialisierung der Medienlandschaft. Sie ist häufig so stark von Anzeigen und Werbeeinnahmen abhängig, so dass sie stellenweise nur noch als Produkt-, Vertriebs- und Jubelpresse bezeichnet werden kann. Es wird gelobt, gejauchzt und gepriesen, was das Zeug hält. Ganz so, wie es sich die Marketing- und PR-Abteilungen der Anzeigen-Unternehmen wünschen, damit ihre Produkte in einem positiven Licht dargestellt werden. Dieser Journalismus versucht nicht einmal mehr, eine neutrale oder sachlich orientierte Berichterstattung abzuliefern (von Kritik ganz zu schweigen), sondern nur noch -ganz devot- seinen Geldgebern zu gefallen.

Der Anschlag (41)

anschlag_teaserDie Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat der Bundesregierung vorgeschlagen, sämtliche Streik-Aktionen nur noch nachts zwischen 1 Uhr und 4 Uhr stattfinden zu lassen. Der entsprechende Post auf Facebook hat bereits mehr als 500.000 Likes erhalten.

Der russische Kinofilm „roter November“ hat bisher eine Milliarde Dollar weltweiten Umsatz erwirtschaftet. Die US-Regierung hat den Film scharf kritisiert, da in der Handlung US-Terroristen vorkommen würden. Die Produktionsfirma „Time Warner“ bezeichnete das Werk als „propagandistisches Schmierenstück“.

Job-Coacher und Selbstvermarkter befürworten nicht nur das „lebenslange Lernen“, sondern auch den Zwang zur lebenslangen Selbstoptimierung. Jeder solle stets so sein, wie andere (also Unternehmen) ihn oder sie haben wollen würden und nicht, wie man wirklich sei.

(Bisherige Folgen)

Kommerzielle Propaganda

Die eigentliche "Lügenpresse" ist die Vertriebspresse. (gamestar.de vom 6. Februar 2017)

Die eigentliche „Lügenpresse“ ist die Vertriebspresse. (gamestar.de vom 6. Februar 2017)

Laut der Bundeszentrale für politische Bildung ist Propaganda „der Versuch der gezielten Beeinflussung des Denkens, Handelns und Fühlens von Menschen.“ Wenn von Propaganda die Rede ist, dann meint man vor allem das Verbreiten von Halbwahrheiten, Falschinformationen oder Lügen durch Politik und Medien. Niemand spricht davon, dass wir täglich und seit Jahrzehnten mit Radio- und TV- Werbespots, Werbe-Plakaten, Zeitungsanzeigen, Advertorials, Product Placement, Schleichwerbung, getarnten PR-Auftragsarbeiten, Internetwerbung und vielem mehr, regelrecht bombardiert werden. Alles im Auftrag von Unternehmen, Banken und Konzernen, die unser Denken, Handeln und Fühlen gezielt beeinflussen wollen, also: kommerzielle Propaganda betreiben. Weiterlesen

Bundeswehr-SOAP

Die Bundeswehr braucht dringend mehr Menschenmaterial neue Rekruten. Aktuell fehlen rund 10.000 Soldaten, um Deutschland nicht nur am Hindukusch, sondern auch in Syrien, in Mali, im Kosovo und am Horn von Afrika zu „verteidigen“. Viele junge Männer in Deutschland sind jedoch vaterlandslose Gesellen und wollen sich nicht für Kapitalinteressen verheizen lassen. Unglaublicher Vorfall! Aber zum Glück gibt es ja noch die JeoS: Junge Erwachsene ohne Schulabschluss. Die suchen doch sicher eine berufliche Perspektive? Diese Loser (haha)! Und für alle anderen gibt es nette youtube-Unterhaltung. Garantiert Reality! Schaut doch mal bei uns in der Kaserne vorbei! Da gibt es lecker Mettbrötchen.

Mit Hartz schmeckt jeder Käse!

hartz_prEin neues Start-Up-PR-Unternehmen will im Auftrag des Sozialministeriums das negative Image vom Arbeitslosengeld II verändern und zu einer positiven Eigenverantwortungs-Wahrnehmungs-Botschaft umgestalten. Interessierte dürfen Ideen und Slogans einreichen. Selbstverständlich ohne die Sanktions-Praxis oder jedwede andere sozialgesetzliche Gängelung abzuschaffen. Aber schöner klingen soll es:

„Hartz macht mobil, mit Willkür, Maßnahme und Spiel.“
„Verharzt und zugenäht.“
„Ist das Jobcenter gesund, freut sich der Mensch!“
„Hartz Dir einen!“
„Arbeitslosengeld 2 weckt den Tiger in Dir!“
„Morgens halb zehn in Deutschland: Millionen Hartzis!“
„Heute ein Hartz-König.“
„Geiz ist hartz!“
„Mit hartz sieht man besser!“

„Hier bin ich Mensch: hier hartz ich ein!“
„Einmalig im Angebot: verharzen bis der Arzt kommt!“
„Zu mir oder zu Hartz?“
„Kein Hartz4? Ich bin doch nicht blöd!“
„Mitten drin, statt nur angehartzt“

Habt Ihr weitere Ideen und Vorschläge?

Ideenlos

Spiderman: vom Comic zur TV-Cartoon-Serie zum Film zum Musical sowie zum Reboot des Reboots (Bildquelle: Piotrus, wikimedia commons)

Spiderman: vom Comic zur TV-Cartoon-Serie zum Film zum Musical sowie zum Reboot des Reboots (Bildquelle: Piotrus, wikimedia commons)

Aus alten und bekannten Film-, Buch-, Comic- und Serien-Klassikern werden seit einigen Jahren haufenweise Neuverfilmungen, Remakes, Fortsetzungen und Reboots gemacht. Ein Remake bezeichnet hier die Wiederauflage eines Films und ein Reboot den Neustart der Marke. Aus Kinderbuchgeschichten und Serien werden Hörspiele, Theaterstücke, Musicals und Kinofilme inszeniert. Aus kommerziell erfolgreichen Videospielen werden Kinofilme und Bücher sowie aus Kinofilmen Videospiele gemacht. Die Wiederbelebung und das Ausquetschen eines Franchise, die intensive Bedienung von nostalgischen Gefühlen der Konsumenten sowie das großflächige Einsetzen von Cross-Media-Marketing-Instrumenten verdeutlicht, dass sich die Unterhaltungsindustrie im Kreis dreht und gleichzeitig verbissen am Status Quo festhalten will. Sie ist damit ein Spiegelbild der Medien-Konsumenten.

Gender. Sex. Bullshit.

sexgender_titelFrüher war die individuelle Sexualität Privatsache. Teil des Charakters und der persönlichen Selbstbestimmung. Etwas, dass man nur selten offensiv in die Öffentlichkeit getragen hatte. Keine Marke, Image oder ein Franchise. Und damit will ich explizit nicht sagen, dass ich konservative Vorstellungen oder ein neues Biedermeier befürworte, sondern, dass der inszenierte Marketing-Missionseifer bei den Gender-Themen völlig ausgeufert ist. Mit geschlossenen Weltbildern sollen Dogmen, Ismen und vorgefertigte Meinungen in die Köpfe eingehämmert werden. Unternehmen fahren Marketingkampagnen und die Massenmedien freuen sich über die erhöhte Aufmerksamkeit. Dabei nervt das alles nur noch. Einige Beispiele. Weiterlesen