Presseblick (76)

»Es gibt nur einen Ausdruck für die Wahrheit: den Gedanken, der das Unrecht verneint.“
(Theodor W. Adorno. Minima Moralia. Suhrkamp Verlag. 8. Auflage 2012.)

Außenminister Heiko Maas rät uns: »Mal vom Sofa hochkommen, um den Rassismus zu bekämpfen!« Gilt das auch, wenn ich gegen NATO‐Angriffskriege, Massenarmut per Gesetz, verfassungswidrige Gesetze, den Tiefen Staat, Landraub, Polizeigewalt, Politiker‐Lügen, Neo‐Kolonialismus, Waffenexporte, Immobilien‐Heuschrecken und gegen das Finanzcasino demonstriere? Oder bin ich dann ein linksextremer Chaot, der zum schwarzen Block gehört? :PFEIF: Weiterlesen

Der pädagogische Happen (25)

(An der Abmeldung eines großen Schulhortes klingelt das Telefon.)

Mutter: »Ich kann meine Tochter heute leider nicht abholen. Mir ist ein wichtiges Kundengespräch dazwischen gekommen. Wäre es möglich, dass meine Nachbarin sie heute mit nimmt? Sie steht leider nicht als abholberechtigt im Ordner.«

Pädagogin: »Dann geht das nicht. Tut mir leid! Wir benötigen immer eine schriftliche Erklärung mit Unterschrift!«

Mutter: »Es wäre doch nur eine Ausnahme? Meine Nachbarin ist eine ganz freundliche Person!«

Pädagogin: »Wir können das leider nicht machen! Sie können gerne ihre Nachbarin als abholberechtigt schriftlich bei uns eintragen lassen, dann kann sie ihre Tochter beim nächsten Mal abholen.«

Mutter: (sauer) »Sie kommen den Eltern aber auch gar nicht entgegen, oder?« (legt auf)


Der pädagogische Happen (1−24)

Rucksack‐Terroristen

rp-online.de vom 21. August 2016

rp-online.de vom 21. August 2016

Unser menschenfreundliche Innenminister nutzt die Terror‐Angst, um schärfere Kontrollen durch zu drücken. Unter anderem: Gesicht‐Scanner und Rucksack‐Verbote auf Großveranstaltungen. Gerade zu letzterem könnte ich so einige Anekdoten erzählen. Es ärgert mich immer wieder, dass bei Konzerten, Clubs, Theater‐Vorstellungen oder anderen Veranstaltungen der Zwang vorherrscht, Jacken und Rucksäcke abgeben zu müssen. Dahinter steckt in aller Regel auch nicht die Angst, es könne jemand Sprengstoff im Rucksack lagern oder ein Messer unter der Jacke verstecken (das kann ich im Übrigen auch in der Socke oder Unterhose verwahren, da man ohnehin nur selten ordentlich gefilzt wird). Nein, es geht den Veranstaltern meist nur darum, dass die Leute kein Essen und Trinken mit in die jeweiligen Veranstaltungen nehmen.

Wie oft wurde schon mein Rucksack intensiv durchsucht, während ich selbst überhaupt nicht abgetastet wurde. Ich hätte an meinem Leib einen Sprengstoff‐Gürtel oder auch mehrere Messer haben können und ich wäre damit in fast jede Veranstaltung gekommen. Aber Wasser‐Tetra‐Verpackungen hingegen, wurden auch auf meinen Protest hin, sofort entsorgt, Dosen und Plastikflaschen sowieso. Als ich einmal einen Security‐Mitarbeiter fragte, wie ich mit einer Verpackung aus Pappe jemanden ernsthaft verletzen könnte, hatte er natürlich keine Argumente und meinte nur: »Aus Sicherheitsgründen!«. Na klar! Es geht in aller Regel nur -und zwar wirklich nur‐ darum, dass die Leute gefälligst die völlig überteuerten Drinks und Snacks im Inneren der jeweiligen Veranstaltung kaufen sollen, damit der Veranstalter mehr Umsatz macht. In diesem Sinne sind alle Rucksack‐Träger auch Terroristen, weil sie mit ihren mitgebrachten Speisen und Getränken der Binnenwirtschaft erheblichen Schaden zufügen! :BULLE:

Sicherheit vor Freiheit

»In gewisser Hinsicht sind die heute geltenden Sicherheitsgesetze in den europäischen Ländern deutlich strenger als in den faschistischen Regimen des 20. Jahrhunderts.«

- Giorgio Agamben, »Die Geburt des Sicherheitsstaats«, Le Monde Diplomatique, März 2014, S. 12

Anmerkung: Die Formulierung »aus Sicherheitsgründen« gilt heute als Freifahrtschein für den Abbau von Bürgerrechten. Im Namen der Sicherheit werden biometrische und genetische Daten der Bürger erfasst und gespeichert, öffentliche Orte und Arbeitsplätze mit Videokameras überwacht, Agent Provocateurs bei Protestaktionen eingesetzt, das Internet kontrolliert und vieles mehr. Es sind nicht allein die technischen Möglichkeiten, sondern vor allem der Wille der Mächtigen, das Volk lückenlos kontrollieren zu wollen.

Lebenswerte

by epikur

Sicherheit bedeutet, dass der Kühlschrank immer gut gefüllt ist.

Gesundheit bedeutet, in der Lohnarbeit zu funktionieren.

Schönheit bedeutet, Aufmerksamkeit zu bekommen.

Frieden bedeutet, fürs Alter vorsorgen zu können.

Liebe bedeutet, einen Menschen zu besitzen.

Gerechtigkeit bedeutet, ein Auto zu fahren.

Glück bedeutet, viel zu haben.

To Serve and Protect

Ein Betriebssystem zusammen mit einem blindgewählten Browser und ohne zusätzlichen Schutz ist für Viren und Würmer so offen wie ein Scheunentor. Eine Firewall (Soft‐ oder Hardware) und ein Virenprogrammen gehören deswegen zur Grundausstattung. Leider ist dies oft nicht genug, denn es kann immer wieder passieren, dass ein Virenscanner trotz aktivem Schutz den Befall erst zu spät erkennt und dann bei der Beseitigung kläglich versagt. Deswegen macht es Sinn noch eine Anti‐Spyware‐Software auf dem neuesten Stand zu halten.

Hierfür eignen sich besonders »Ad‐Aware« und »Spybot — Search and Destroy«. Ad‐Aware hat in der neusten Freeware‐Version sogar ein Virenscanner mit dabei. Was er taugt, weiß ich nicht, aber vielleicht ist er eine Alternative, wenn man eh nur ein kostenlosen Virescanner sein Eigen nennt. Da Ad‐Aware bei mir in einer älteren Version mal den Dienst verweigerte, setzte ich zur Zeit nur auf Spybot. Eine Kombination aus beiden ist wahrscheinlich noch die beste Lösung.

ScreenshotNeben dem normalen Scannen und dem Immunisieren der installierten Browser hat Spybot noch mehr Werkzeuge im erweiterten Modus versteckt. Hier kann man eine verbesserte Prozessliste sehen, mit Pfadangabe und Hersteller. Auch ein schneller Zugriff auf den Systemstart ist hier möglich. Dort kann man sehen, was für Programme denn eigentlich wirklich nötig sind für ein sauberes System.  Aber Vorsicht »Nutzung auf eigene Gefahr«, ist das Motto des Programms, denn wenn man einfach wild rumklickt, kann man sich auch das System zerschießen. Die größte Sicherheitslücke ist immernoch der Mensch der vor dem Rechner sitzt.

Neusprech: »Zu Ihrer Sicherheit«

Auf Berliner U‐Bahnhöfen ist am Eingang folgendes Schild zu sehen:

Alle Berliner U‐Bahnhöfe werden videoüberwacht. Von den Zügen werden nur die neueren Modelle videoüberwacht. Der Slogan »Zu Ihrer Sicherheit« soll suggerieren, dass eine Videoüberwachung einen Sicherheitsgewinn darstelle. Ich frage mich jedesmal, wie eine Kamera einen Gewalttäter aufhalten kann? Kommen aus der Kamera hochmoderne Laserstrahlen, die den Übeltäter aufhalten? Weiterlesen

Psychologie der Resignation

»Als ihm die Sache mit der Taube widerfuhr, die seine Existenz von einem Tag auf den andern aus den Angeln hob, war Jonathan Noel schon über fünfzig Jahre alt, blickte auf eine wohl zwanzigjährige Zeitspanne von vollkommener Ereignislosigkeit zurück und hätte niemals mehr damit gerechnet, daß ihm überhaupt noch irgend etwas anderes Wesentliches würde widerfahren können als dereinst der Tod. Und das war ihm durchaus recht«.

- Patrick Süskind. Aus dem Roman: Die Taube. Seite 5.

Anmerkung: Sieht so die Psychologie der Masse aus? Eine millionfache Resignation? Wenn ja, was kann man dagegen tun? Sollte man etwas dagegen tun? Scheinbar steht das Bedürfnis nach monotoner Sicherheit, sei sie noch so illusorisch, über dem urmenschlichen Drang nach authentischem Leben.

Begriffsexpose zu »Sicherheit«

Das deutsche Wort Sicherheit kommt aus dem lateinischen securas, wobei se (ohne) und cura (Sorge) bedeutet. Insofern bezeichnet Sicherheit einen sorglosen Zustand in Geborgenheit und Schutz. Im englischen hingegen ist Sicherheit in zwei Kategorien aufgeteilt: Safety bezeichnet den Schutz von Leben und Gesundheit und Security den Schutz von Eigentum und Sachgegenständen. Allgemein wird Sicherheit jedoch nur als relativer Zustand der Gefahrenfreiheit angesehen, der stets nur für einen bestimmten Zeitraum, eine bestimmte Umgebung oder unter bestimmten Bedingungen gegeben ist. Weiterlesen