Das Verschwinden der Hobbys

Ein Hobby, dass kaum noch ohne Leistungs-, Konkurrenz- und Wettbewerbsdenken ausgeübt wird: Fussball

Ein Hobby, dass kaum noch ohne Leistungs-, Konkurrenz- und Wettbewerbsdenken ausgeübt wird: Fussball

Laut wikipedia leitet sich das Wort Hobby von „hobby horse“ (Steckenpferd) ab. Es ist eine zweckfreie Tätigkeit, die kein direktes Ziel hat, außer der eigenen Entspannung, Zufriedenheit und Freude zu dienen. Im Zeitalter der neoliberalen Selbstoptimierung, in der wirklich jede Tätigkeit einen persönlichen Vorteil und Nutzeneffekt generieren muss, ist es wenig verwunderlich, dass immer weniger Menschen einer Freizeitbeschäftigung nachgehen, die auch Mut zu Schwäche und Fehlern erfordert. Aber selbst ein Teilzeit-Leben -neben dem Erwerbsleben- ohne Leistungsdruck, Wettbewerbsdenken und Haben-Habitus können sich viele überhaupt nicht mehr vorstellen. Zwischen optimieren und konsumieren gibt es aber mehr, als nur die schnöde Lohnarbeit. Weiterlesen

Der Anschlag (48)

anschlagNachdem Israel die Todesstrafe für Terroristen einführen will, möchten Frankreich, England und Deutschland diese exzellente Idee noch erweitern. Sie planen, die Wiedereinführung der Todesstrafe, die Ausweitung auf weitere Zielgruppen sowie die Vollstreckung deutlich zu beschleunigen. 10 Millionen Nutzer auf Facebook finden das gut.

Die Gaming-Industrie möchte ab Sommer 2018 neue Bezahlmodelle einführen. Demnach soll jeder Spieler auf PC und Konsole für das Laden eines Spielstandes jeweils einen Euro bezahlen. Der Pressesprecher von Electronic Arts bezeichnete diesen Vorstoß als „innovativen Kundenservice“.

Laut einer unabhängigen (und politisch wertneutralen) US-Studie soll Russlands Präsident Putin, jeden Abend ein Katzenbaby in seiner Badewanne ertränken und mit Vorliebe kleine Hunde-Welpen mit seinem Auto überfahren.

ZG-Rückblick: Hass nun endlich auch in digitaler Form käuflich?

ZG-RückblickWährend mein digitaler Unterhaltungskonsum zuletzt eher stagnativ verlief habe ich jüngst sogar spielerisch eine Reise in die Vergangenheit angetreten. Mit dem neuesten Civilizationableger und Legends of Grimrock 2 sind die Spiele die mich seit langem mal wieder ansprechen einerseits die neueste Auflage eines Spiels das uns seit über 20 Jahren mehr oder minder ähnlich immer wieder verkauft wird, andererseits ein Remake eines Rollenspielklassikers der rund ein Vierteljahrhundert auf dem Buckel hat.

Mein werter Kollege Epikur stößt meine Nase derweil darauf, dass am anderen Ende des Spektrums auch noch Dinge passieren. So wird allen die bisher der Meinung waren Computerspiele züchten Amokläufer, nun eine passende Argumentationsgrundlage geliefert. Mit „Hatred“ soll ein kommerzielles Spiel erscheinen was allem Anschein nach, einen Amokläufer als Protagonisten aufbietet und das Amoklaufen als einzigen Spielinhalt.

Erzeugen nun Spiele Amokläufer? Und Amokläufe „Killerspiele“? Haben wir dann einen Teufelskreislauf? Ist „Hatred“ damit das erste Spiel was tatsächlich die Bezeichnung „Killerspiel“ verdient? Haben wir es womöglich mit einer Avantgarde zu tun? Oder einfach mit einer sadistischen Perversion als kommerzielles Großprojekt? Weiterlesen

Presseblick (28)

Kindheit
Im Jahr 2013 wurden von den Behörden in Berlin fast 10.000 Verfahren  wegen Kindeswohlgefährdung eingeleitet, berichtet die Berliner Morgenpost. Bei zwei Drittel der akuten Fälle geht es vor allem um Vernachlässigung. Kinder leiden demnach eben nicht am häufigsten unter Missbrauch (3,9 Prozent), Gewalt oder Drogen (wie es RTL und die Springer-Medien so gerne skandalisieren), sondern schlicht daran, dass sie ständig wegorganisiert und allein gelassen werden. Lohnarbeit, Konsum und Karriere stehen bei den meisten Erwachsenen an erster Stelle. Für die Kinder bleibt dann wenig Zeit. Weiterlesen

Tropes vs Women

2012 hatten wir im ZG-Rückblick über Anita Sarkeesian geschrieben, die per Cloudfunding Ihre Video-Serie Tropes vs Women in Videogames finanziert hat. Nun hat sie schon diverse Videos veröffentlicht. In drei Folgen redet sie über die »Damsel in Distress« – Nintendos liebste Spielermotivation. In »Ms. Male Character« zeigt sie auf, dass es so gut wie keine originellen weiblichen Rollen in Videospielen gibt. Das neuste Video »Women as Background Decoration« zeigt schon recht erschreckende Szenen, was der Spieler mit weiblichen NPCs alles machen kann bzw. was die Programmierer für Möglichkeiten eingebaut haben!

Die Videos sind natürlich in englisch, aber die ersten drei Folgen haben sogar schon deutsche Untertitel.

ZG-Rückblick: Dark Souls II

ZG-Rückblick

Was kümmern uns Skandale wie Primark oder die Fußball-WM, wenn From Software den nächsten Dark Souls Teil veröffentlicht. Für die Konsolen ist das Spiel schon seit März erhältlich, für den PC seit April. Deswegen ist todesglupsch auch schon so ziemlich durch mit dem Spiel (wenn das überhaupt geht), ich stecke mitten drin und epikur hat noch keinen Teil der Serie mit einer Kneifzange angefasst. Können wir ihm und euch den dritten Teil der »Souls-Serie« schmackhaft machen? Weiterlesen

Presseblick (23)

Die Wirtschaftswoche schreibt über „die Traumberufe unserer Kinder“. Erläutert wird eine Umfrage des Jugendforscher-Teams iconKIDS&Youth im Auftrag von LEGO City. Kinder sollen und müssen schließlich funktionieren: zuerst nur als Konsumenten, später zusätzlich als Steuerzahler und Lohnarbeiter. „73 Prozent der Kinder wissen schon ganz genau, welchen Beruf sie einmal ergreifen wollen.“ Nur leider sinke mit zunehmenden Alter die Zuversicht, den gewünschten Beruf auch zu bekommen, so die Redakteurin Miriam Bax. Das liege natürlich nicht an unserem Arbeitsmarkt, bei dem auf ca. eine Million offener Stellen (sehr optimistisch gerechnet) ungeschönt sechs bis sieben Millionen Erwerbslose treffen, sondern daran, dass man „Ausschreibungen für Profifußballer oder Geheimagenten“ in den Jobbörsen vergeblich suche. Es gibt kaum eine frustrierendere Frage für Kinder als „Was möchtest Du später einmal werden?“. Bei dem Arbeitsmarkt sind die meisten am Ende froh, überhaupt eine Lohnarbeit gefunden zu haben. Weiterlesen

ZG-Rückblick: Age of Wonders

ZG-Rückblick

Pünktlich zum Release von Age of Wonders III lohnt sich doch ein kleiner Rückblick. Age of Wonders ist ein Turn-Based-Strategy (TBS) Game in einem Fantasy Szenario. Also quasi Schach mit Trollen und Elfen. Fans dieses Spielgenres haben es zur Zeit sehr schwer, da die Rundenstrategiespiele schon fast als ausgestorben gelten. Wie nimmt also die ZG-Redaktion die Veröffentlichung auf? Insider-Quellen haben nämlich verraten, dass alle drei mit dem TBS Genre auf gutem Fuße stehen… oder standen? Weiterlesen

Empfehlung: Stay Forever

»Stay Forever« ist der Game-Podcast von Gunnar Lott und Christian Schmidt in dem sie über alte Computerspiele reden. Da beide Redakteure bei der GameStar waren, haben sie auch ein entsprechendes Hintergrundwissen, womit sie auch ständig angeben ;) . So kommt es aber, dass man nicht nur in nostalgischen Gedanken schwebt, sondern noch eine Menge interessante Fakten über die Spiele und deren Macher erfährt. Aber Vorsicht, auch wenn das damalige Lieblingsspiel in der Erinnerung das beste Spiel überhaupt war, so überraschend ist doch das Fazit am Ende eines Podcasts, wenn man merkt, dass es eigentlich nur eine riesige Ansammlung an Bugs war (leichte Übertreibung von mir). Aber im Ernst, was in den Anfängen der Computerspiele noch eine großartige Innovation war, ist heute Spielern nicht mehr zuzumuten.

© Paul Schmidt / stayforever.de

Wer also auch in die großartigen Spielewelten von Deus Ex, Baldur’s Gate, Day of the Tentacle, System Shock, Another World u.v.a. eingetaucht ist, sollte unbedingt mal rein hören. Mit Browser-Streaming, iTunes und mp3-Download sollte für jeden etwas dabei sein. Ach ja und schöne Gameposter haben sie auch noch.

» www.stayforever.de

ZG-Rückblick: Retro-Games

ZG-RückblickSpiele-Neuauflagen bzw. die Fortführung von längst vergessenen Game-Franchise überfluten gerade den Spielemarkt. Ob die Baldurs Gate – Enhanced Edition, Schicksalsklinge HD, Might and Magic X, Tomb Raider oder das kommende Age of Wonders 3 und Thief 4 – was ist da nur los? Ist das Kickstarter-Phänomen dafür verantwortlich? Werden PC-Spieler emanzipierter und wollen sich nicht länger mit Spielen abfertigen lassen, in denen der Spieler zum passiven Zuschauer mutiert? Oder hängt das damit zusammen, dass Marketing-Experten erkannt haben, dass die Macht der Kindheitserinnerungen vieler Gamer nicht unterschätzt und somit profitabel verwertet werden sollte?
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