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Nichts Genaus weiß man nicht. Aber wir behaupten es trotzdem. Bevor es auch nur einen Beweis gab, woher die Raketen kamen, feuerten bereits viele Medien und Politiker los: »der Russe wars!« Wie könnte es auch anders sein? »Putin greift NATO-Gebiet an! Der Dritte Weltkrieg steht vor der Tür! Stoppt diesen Irren! Wir brauchen den NATO-Bündnisfall!« Das dabei Zwei Menschen ermordet wurden, war sofort egal, als klar war, dass die Raketen von der Ukraine abgefeuert wurden. Wie heißen sie? Wie alt waren sie? Was sagt ihre Familie dazu? Das hätte unsere Medien nur interessiert, wenn es russische Raketen gewesen wären.

Das alles bleibt bis heute ohne Konsequenzen. Weder gab es eine Entschuldigung, noch eine Erklärung, dass man in Zukunft vielleicht sachlicher und neutraler berichten müsse. Oder zumindest einmal abwartet, bis es sichere Erkenntnisse gibt. Weit gefehlt. Und warum das alles? Weil wir uns inmitten eines Propaganda-Krieges befinden. Da scheint alles erlaubt zu sein, was in die Erzählung und das Feindbild passt. Merke: »Fake News« und »Desinformation« betreiben immer nur die Anderen!

Und für alle, die glauben, es gebe vor allem Unfälle, Zufälle oder Pannen: »27.000 Menschen arbeiten im Pentagon daran, die öffentliche Meinung in der Welt zu beeinflussen.«


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Die Nord-Stream-2-Pipeline

»Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Sabotageakt mit starken Explosionen negative Auswirkungen auf beide Pipelinestränge hatte und die grundsätzliche technische Verfügbarkeit somit aktuell nicht mehr gegeben ist, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung.«

- tagesschau.de vom 27. Oktober 2022

1.) Wann plant die Bundesregierung die Untersuchungen zum Sabotage-Vorfall abzuschließen und die Öffentlichkeit über die Ergebnisse zu informieren?

2.) Sollte sich herausstellen, dass die Sabotage von einem NATO-Bündnispartner gezielt begangen wurde, wie wird dann die Reaktion der Bundesregierung ausfallen?

3.) Hat die Bundesregierung vor, die kaputten NS2-Pipelines zu reparieren, da ja die Gas-Versorgung zur kritischen Infrastruktur gehört? Wenn nein, warum nicht?

4.) Da die Ostsee zu den besten überwachten Seegebieten der Welt zählt, gibt es hier dennoch keinerlei Hinweise, die zu den Verursachern führen könnte?

5.) Gibt es bereits eine erste Bestandsaufnahme über die Umweltschäden, die das ausgetretene Gas verursacht hat? Warum gibt es hierüber keine Berichterstattung oder wenigstens eine Pressemitteilung?

Zur Erinnerung: Julian Assange

(Foto von: David G. Silvers, Cancillería del Ecuador. wikipedia.org)

»Im übrigen gilt ja derjenige, der auf den Schmutz hinweist, als viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.«

Kurt Tucholsky

Er deckte Kriegsverbrechen vom US-Militär auf. Er machte auf politische Korruption westlicher Regierungen aufmerksam. Nun will die US-Regierung ein Exempel an ihm statuieren. Er sitzt seit Jahren unter unmenschlichen Bedingungen in Isolationshaft. Demnächst soll er an die USA ausgeliefert werden. Dort droht ihm wegen »Spionage« 175 Jahre Haft oder sogar die Todesstrafe. Unsere Bundesregierung sowie die Massenmedien schweigen zu dem Thema. Niemand soll mir mehr mit Werte-Westen, Presse- oder Meinungsfreiheit, Rechtsstaat oder Demokratie kommen.

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Anti-Spiegel vom 10. März 2022

Erinnert Ihr euch noch an den Vorwurf, der Irak habe Massenvernichtungswaffen? Kennt Ihr noch die »Brutkastenlüge«? Am 10. Oktober 1990 behauptete ein 15-jähriges Mädchen vor dem US-Kongress, unter Tränen, dass irakische Soldaten in einem Krankenhaus kuwaitische Babys aus ihren Brutkästen gerissen und sie zu Boden geworfen hätten. Die öffentliche Empörung und die Erwähnung dieses Vorfalles waren besonders in den USA sehr groß. Dieser »Bericht« trug maßgeblich dazu bei, Politik und Öffentlichkeit in den USA für den Zweiten Golfkrieg im Jahr 1991 zu gewinnen.

Erst später stellte sich heraus, dass es sich bei dem Mädchen um die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA handelte. Die PR-Agentur Hill & Knowlton wurde mit der Geschichte beauftragt. Der Vorfall hat so in der Realität niemals stattgefunden. Eine große PR-Kampagne für den Zweiten Golfkrieg. Verantwortliche für diese »Fake News« wurden nie zur Rechenschaft gezogen.  Plumper Feindbildaufbau. Empörung. Moralisierung. Emotionalisierung. Dämonisierung. Das Wegschneiden von Zusammenhängen, Kontext, Geschichte und Ursachen. Seit über 100 Jahren wird so Kriegspropaganda betrieben.

Es ist immer die gleiche Methode: ein Volk oder eine Nation als barbarisch etikettieren sowie stark emotionalisierende und menschenverachtende Handlungen dem Gegner unterstellen, um damit eine größere Zustimmung in Medien, Politik und Volk für geplante Kriegshandlungen zu erreichen. Zu nennen wären hier exemplarisch »der Deutsche als wilde Hunnenbestie« im 1. Weltkrieg oder »der Hufeisenplan« im Jugoslawienkrieg im Jahr 1999. Aufgeklärt und als Propaganda entlarvt werden solche Fälle ‑wenn überhaupt- erst Jahre später. Nämlich dann, wenn der Krieg schon längst vorbei ist.


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Indonesien

Feldarbeit in Bali. Indonesien. (pixabay.com)

Viele Menschen in Deutschland sind schnelllebig und geschichtsvergessen. Alles was länger als Zwei Jahre her ist, ist quasi aus dem Bewusstsein und damit aus der Wahrnehmung verschwunden. Wenn man dann noch mit Ereignissen kommt, die vor rund 50 Jahren stattgefunden haben, die weit vom eigenen Alltag entfernt und dann noch am anderen Ende der Welt passiert sind — dann können damit viele Menschen absolut nichts mehr anfangen. Dabei gilt nach wie vor der Satz: wer aus der Geschichte nicht lernt, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.

In den Jahren 1965 bis 1966 wurden ca. 500.000 bis 2 Millionen Menschen in Indonesien brutal ermordet. Staatlich gelenkte, antikommunistische Propaganda wiegelte die Menschen gegeneinander auf. Zu Tausenden wurden sie gefoltert, in Arbeitslager verschleppt und mit Macheten hingerichtet. Leichen in Massengräbern verscharrt oder in Flüsse geworfen. Die Frontlinien gingen durch alle Familien und Gesellschaftsschichten hindurch. Wie konnte das passieren? Weiterlesen

Filmtipp: »Lord of War«

»Auf diesem Planeten hat jeder zwölfte Mensch eine Waffe. Damit stellt sich nur eine Frage: wie bewaffnet man die anderen Elf?«

- Yuri Orlov

Einer meiner absoluten Dauerbrenner ist der Film »Lord of War« von Andrew Niccol aus dem Jahr 2005. Er ist heute wieder aktueller denn je. Nicolas Cage spielt einen freiberuflichen aus der Ukraine stammenden Waffenhändler, der sich wenig um Ideologie und Politik schert. Ihm geht es primär um das Geschäft. Als Vorlage diente der russische Waffenhändler Viktor Butt, der am 5. April 2012 zu 25 Jahren Haft sowie zu einer Geldstrafe in Höhe von 15 Millionen US-Dollar, vom größten Waffenhändler der Welt, der USA, verurteilt wurde. Der Film zeigt nicht nur den Aufstieg des Waffenhändlers Yuri Orlov, sondern auch die Rolle der Korruption, die mit dem Waffenhandel zwangsläufig verbunden ist. Weiterlesen

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Die hervorragende Dokumentation »Der Deutsche als Hunne — US-Propaganda im 1. Weltkrieg (SWF. 1995)« belegt eindrucksvoll, wie man eine Bevölkerung mit Bildern und manipulativen Berichten auf den Krieg einstimmen kann. Die US-Bevölkerung hatte bis zum Kriegseintritt der USA, am 6. April 1917, wohl eher wenig Interesse an einer Beteiligung des Krieges in Übersee. Eine großangelegte PR-Offensive mit Plakaten, zahlreichen Kinofilmen und Zeitungsberichten, bei denen der Deutsche als brandschatzende Bestie, als »Hunne«, dargestellt wurde, änderte die Einstellung der US-Bevölkerung. Auch der Kampf gegen innenpolitische Kräfte, die den Pazifismus sowie eine neutrale Haltung der USA in dem Konflikt befürworteten, lief auf Hochtouren.

Der erste Weltkrieg wird bis heute eher selten thematisiert. Es gibt zu wenig Heldengeschichten zu erzählen. Eine Romantisierung des Krieges und des Sieges, ist angesichts der unfassbaren Mord- und Zerstörungswut aller damaligen Kriegsparteien, wohl nur schwer möglich. Übrigens: einer der besten Anti-Kriegsfilme über den Ersten Weltkrieg ist für mich, »Johnny Got His Gun« aus dem Jahr 1971 von Dalton Trumbo, der zu den »Hollywood Ten« gehörte. Das Kriegsgeheul und das Kriegsgetöse aus dem Intro des Filmes, erleben wir derzeit wieder überall.

Der Deutsche als wilde Hunnenbestie in einem US-Propagandaplakat im Jahr 1917. (Harry Ryle Hopps via wikimedia)

Der wilde Gorilla ist im Jahr 2022 der Russe. Der Kampf gegen den innerdeutschen Pazifismus wird, unter anderem, von Habeck, Baerbock und Scholz geführt. Die autoritäre Moralisierung ersetzt die konfliktlösende Diplomatie. Wer gegen Waffenlieferungen ist, sei mitverantwortlich für tote Ukrainer, so der Tenor. Der »offene Brief gegen Aufrüstung« wird derzeit genauso hart bekämpft wie damals die Aktion von #allesdichtmachen. Regierungskritik ist Feindpropaganda.

»In die Nähe der Hunnen gerückt, konnte das Wort ›Propaganda‹ seine Unschuld nicht wiedergewinnen — nicht einmal dann, als die allierte Propaganda in Friedenszeiten verkündete, der Hunne sei in letzter Zeit dank des Einflusses von Amerikanern und Briten nicht mehr so barbarisch wie früher.«

- Edward Bernays. »Propaganda«. Orange Press. Berlin 2013. Seite 142.


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Verschwörungsleugner (5)

Jahrelang hat man uns durch sämtliche Medienkanäle einzubläuen versucht, dass Donald Trump, mithilfe von russischen Agenten, Hackern und Trollen im Jahr 2017 an die Macht gekommen sei. Spiegel, BILD, Zeit, Welt, Taz, FAZ, Süddeutsche Zeitung, Focus — alle waren sie davon überzeugt. Die Transatlantiker haben alle Geschütze aufgefahren. US-Geheimdienste, Polizei und Medien arbeiteten zusammen, um diese Behauptung zu untermauern. Die Demokraten in den USA konnten und wollten nicht glauben, dass ihre Hillary Clinton nicht US-Präsidentin wurde.

Im März 2019 legte dann der Sonderermittler Robert Müller einen ausführlichen Abschlussbericht über »Russiagate« vor. Das vollkommen überraschende Ergebnis:

»In seinem 448 Seiten langen Abschlussbericht zeigt Mueller, dass kein einziges belastbares Indiz für das Narrativ einer heimlichen Zusammenarbeit, einer collusion, existiert.«

Es wird noch eindeutiger:

»Muellers Untersuchung hat gezeigt, dass die Geschichte einer verdeckten Zusammenarbeit zwischen Trump und den Russen, die vom politischen und vom Medien-Establishment der USA seit 2016 verbreitet wurde, reine Fiktion war.«

Keine Beweise. Keine Unterlagen. Keine Aufzeichnungen. Nichts. Nur eine weltweite, jahrelange und millionenschwere Medienkampagne der US-Demokraten, um die Republikaner und Trump zu diskreditieren. Freilich werden die Ergebnisse des Mueller-Reportes bis heute medial eher klein gehalten. Heute hat das ein Großteil der Menschen wieder vergessen. Aber es ist wichtig, daran zu erinnern, dass millionenschwer finanzierte Medien-Verschwörungen und ‑Kampagnen existieren. Auch wenn sie gerne als Konstrukt von Spinnern und Aluhüten abgetan werden.


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Wer hätte das gedacht?

»Markus Söder will Fracking ergebnisoffen prüfen. [...] Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will Deutschlands Abhängigkeit von russischem Gas verringern. Dafür will er zum einen die in Deutschland verbotene Frackingtechnologie zur Gasgewinnung prüfen. Außerdem sollten fünf Atomkraftwerke weiterbetrieben werden.«

zeit.de vom 10. April 2022

Anmerkung: In 9 von 10 Kriegen geht es immer um Rohstoffe. Und in 9 von 10 Kriegen werden immer noble Gründe vorgeschoben: Menschenrechte. Mädchenschulen bauen. Demokratie einführen. Brunnen bauen. Den Menschen helfen. Das Böse besiegen. Die US-Regierung hat keinerlei Interesse an einem Frieden, sondern an Eskalation. Sie wollen ihr dreckiges und umweltschädliches Fracking-Gas verkaufen und das russische Gas von Europa abschneiden.

Putin ist ein Kriegsverbrecher und die russische Armee ist für viel Leid verantwortlich. Damit ich hier nicht gleich wieder falsch verstanden werde! Dennoch hat eben auch die US-Regierung ein großes wirtschaftliches Interesse an diesem Krieg. Deshalb werden sie alle Hebel in Bewegung setzen, um den Frieden zu verhindern. Thematisieren das unsere transatlantischen Medien? Natürlich nicht.

»Rocky«: Vorbild einer ganzen Generation

Silvester Stallone (Quelle: wikimedia commons von »Towpilot«)

Mit dem Alter kommt die Nostalgie. Die Erinnerungen an die eigene Kindheit. »Rocky« (1976) hat mich damals geprägt. Und nicht nur mich. Für eine ganze Generation von Jungen war der Charakter »Rocky« ein großes Vorbild. Viele wollten damals zum Boxen. Dabei war der Sport nicht das zentrale Thema des Filmes, auch wenn das viele denken mögen. Es ging um den sozialen Aufstieg. Um eine sehr authentische Charakterzeichnung, mit der sich viele identifizieren konnten. »Rocky« war das Sinnbild des »American Dream«. Einer, der es geschafft hatte. Ohne jedoch zu vergessen, woher er kam. Auch als er zu Ruhm und Reichtum gelangte, war er seiner Frau Adrian und seinem alkoholkranken Freund Paulie immer treu ergeben. Das Sein und nicht das Haben war sein Markenzeichen. Weiterlesen