»Hartz 4 ist toll!«

-Oder: »Spätrömische Dekadenz«-
-Oder: Fordern und Fordern-
-Oder: »Danke, Gerhard Schröder, Frank-Walter Steinmeier und Peter Hartz!«-

Für die Ewiggestrigen, Sozialstaatsromantiker und Gutmenschen hier mal eine Auflistung, warum ein modernes Deutschland ohne die Arbeitslosengeld 2-Aktivierung nicht mehr denkbar ist:

  • Viele Bescheide sind fehlerhaft, Dokumente verschwinden und fast die Hälfte aller Klagen vorm Sozialgericht haben Erfolg. Ein Gewinn für unsere Rechtsstaat-Bürokratie, die somit Arbeitsplätze dauerhaft sichert!
  • 100 Prozent-Sanktionen produzieren systematisch Obdachlosigkeit und schonen gleichzeitig das Jobcenter-Budget. :KICHER:
  • ALG2-Empfänger werden enteignet und entrechtet. Sie sind so besser verwertbares Humankapital für den Niedriglohnsektor.
  • Willkür und Schikane von Jobcenter-Mitarbeitern wird zum menschenfreundlichen »Ermessensspielraum«. Prostitution ist Eigenverantwortung!
  • Kontrolle und Überwachung von ALG2-Empfängern mag zwar »schwarze Pädagogik« (die man zu überwinden glaubte) sein, aber sorgt gleichzeitig für einen devoten Arbeitsfetischismus von Lohnabhängigen. Angst ist ein toller Ratgeber. :JAJA:
  • Der Zwang zu sinnlosen Maßnahmen schönt nicht nur die Arbeitslosen-Statistik, er ernährt auch die exorbitant ausufernde und oft dubiose Weiterbildungsindustrie. Auch Coacher, Dozenten und Sonstige müssen was leckeres essen.
  • Die Hartz-Gesetzgebung ist ein leuchtendes Beispiel dafür, welch zahnloser Tiger unser Grundgesetz ist. Denn das SGB II verstößt in vielen Fällen gegen unsere Verfassung. Das juckt aber Niemanden. :)
  • Um auch weiterhin dafür zu sorgen, dass es nur »ausgewählte soziale Aufsteiger« schaffen, wird großflächig Armut verordnet und Besitz enteignet. Sie nennen es »Bedarfsgemeinschaft« und »Eigenverantwortung«. :MRGREEN:

Wir sehen also, Hartz 4 ist ein Erfolgsmodell und gehört unbedingt in andere Länder exportiert!


»Aber mein Chef braucht mich!«
Arbeitsscheue. Drückeberger. Faulenzer.
Erwerbslos — Na Und?

8 Gedanken zu “»Hartz 4 ist toll!«

  1. Zitat: »Denn das SGB II verstößt in vielen Fällen gegen unsere Verfassung. Das juckt aber Niemanden. :) «

    Das ist so kausal falsch. Im Gegenteil, finden die Leute das merhheitlich richtig geil (juckt also doch), da es alles inkludiert, was sie richtig klasse finden und sie selber nicht anders ausüben würden: Dominanz, Kontrolle, Drangsal, Repression, Druck, Routine, Selektion und Gewalt.
    Dabei geht den Leuten -unabhängig vom Geschlecht — eher einer ab, als beim Softporno. Nachlesen kann man das u. a. auch in den Kommentaren hierzu:
    https://www.zeit.de/arbeit/2018–07/arbeit-alter-altersarmut-ruhestand-erwerbstaetigkeit
    Wer nicht »Arbeit macht frei« auf seinem Shirt stehen hat, der hat da »Jedem das seine« drauf stehen. Die Mitläufer dann halt als günstige Kopie via Spreadshirt & Co..

    »If you want to have a picture of the future, imagine a boot stamping on a human face, everytime & forever (Orwell, 1984).«

    Die Sinnhaftigkeit von Maßnahmen ist dabei Abhängig von der Ausprägung der Amigowirtschaft des jeweiligen Bezirks.
    Es ist schließlich auch kein Zufall, dass der beste Kumpel vom Baudezernenten plötzlich Hotels auf den lukrativsten Grundstücken der Stadt baut, ohne das jemand anderes noch etwas von der Ausschreibung hätte mitbekommen können. Das ist das Standard 7030 Businessmodell der Amigowirtschaft.
    Das arbeitslose It-Spezialisten zu Computeranfängerkursen verdonnert werden, ist dabei genau dem auch geschuldet und war schon in den 90ern Standard, als es nur ein Arbeitsamt gab.

    Im Übrigen wird es (bis auf Frankreich) nicht zum Hartz IV Export kommen, da man nicht nur europaweit bereits getestet hat, was da noch machbar ist.
    Man importiert einfach den »Wellfare« von über den Teich (Juneitet Steht›s). Es gibt dann weder Arbeitlosengeld, noch Hartz IV, sondern ein halbes (ggf. bis ein Jahr) 250 € Sozialhilfe. Dabei sind dann Miete, Strom, Energie, Bildung, Kita, etc. exkludiert, also Dein persönliches Pech.
    Die Vorteile: Geringe Kosten, kaum Gerichtsverfahren, jeder bekommt Dasselbe, also keiner fühlt sich übervorteilt und den unlukrativsten Teil der Armen hast Du beizeiten über die Wupper geschickt, also quasi eine Megawin-Situation. Wenn ich das richtig überblicke, ist das so schon in vielen anderen Ländern Usus, also nur eine Frage der Zeit, bis auch Andrea Nahtod, Olaf Stolz, 88 (Hub Heil) und Jens Augenspahn das umsetzen werden (während Merkel das erfolgreich aussitzt).
    Falls das Renteneintrittsalter in den nächsten 2 Jahren nicht auf 85 hochgesetzt wurde, wird vorläufig die zweckgebundene Alterspauschale auf HartzIV-Basis eingeführt werden. Einmal die dabei vorgeschriebenen allgemeinnützlichen Arbeiten nicht korrekt erledigt: Keine Rente. Demenzvorsorgekreis nicht besucht: Keine Rente. Nicht passend zum Termin auf dem Amt erschienen und bewiesen, das man noch lebt (inkl. gültigen Personaldokumenten): Keine Rente. Wer nicht dem Rentenplan entsprochen hat oder gar selbst den Job gekündigt hat, gilt als »freiwillig« gesetzlich versichert und haftet mit mindestens 2000 € pro Monat, inkl. Schuldenturm, rückwirkend.

    DAS sind die Modelle, die Schule machen werden!

    Es geht schließlich um den Krieg »reich gegen arm« und reich gewinnt.

    Und ich bin mir ziemlich sicher, dass die Mehrheit diese Pläne jubelnd und applaudierend goutieren wird.

    Dumm nur, wenn es einen dann mal selber betrifft.

  2. @Eike

    »Es geht schließlich um den Krieg »reich gegen arm« und reich gewinnt.«

    Ja, deshalb spricht auch Niemand von »Reichtumsbekämpfung«. »Armutsbekämpfung« ist jedoch eine gängige Vokabel.

    Das Traurige ist, dass die fiese Mischung, aus Wut, Ohnmacht, Zynismus und Hilflosigkeit, den Faschisten wieder voll in die Hände spielen wird.

  3. Man kann sich allerdings auch fragen, warum so viele Armutsstudien herauskommen und keine Reichtumsstudien. Würde man die Mittel der Armutsanalysen den Armen direkt zukommen lasen, könnte man sogar die Binnenachfrage steigern.
    Bei Reichtumsstudien würde allerdings das Ergebnis auf die Systemfrage hinauslaufen, da sie das angeblich vorherrschende, demokatische System als Tragikomödie entlarven würde. Tragisch für viele, Komödie für die Gewinner, sprich Feudalismus 4.0, wobei der Reichtum, genau, wie anno dazumal, vererbt wird.

    Zitat: »Das Traurige ist, dass die fiese Mischung, aus Wut, Ohnmacht, Zynismus und Hilflosigkeit, den Faschisten wieder voll in die Hände spielen wird.«

    Nein, das Traurige ist, dass es nur den Faschismus wieder herauskitzelt, der anerzogen ist und zur sog. Mehrheit gehört, wie der Fettrand zum Schweinebraten.

    Ist hier noch das Buch „die Welle“ geläufig oder zumindest einer der Filme? Weiß noch jemand, an welcher Stelle das Experiment aus dem Ruder lief und wie es „beendet“ wurde? Wenn man die Realität in die Story abstrahierte, hätte das Buch schon jetzt ein paar Seiten mehr, allerdings bei offenem Ende.

    Eine Revolution bleibt übrigens keine mehr, wenn man sie gewinnt.

  4. @ Eike
    Du/ wir brauchen uns über Ungleichbehandlung, H4- Terror etc.
    nicht (mehr) aufregen, denn das alles wird sich schon in Kürze (wie Du ja befürchtest), von selbst erledigen.
    Und wie solls anders sein, die Linken höchst selbst werden es wieder mal sein, die den Ast absägen, auf den sie sich zu retten vesuchten,
    natürlich mit Hilfe des Geldes der von ihnen so sehr verhassten Kapitalisten.
    Durch die unbegrenzte und vor allem von den Linken so sehr begrüsste Masseneinwanderung wird schon sehr bald an einen Sozialstaat nicht mehr zu denken sein.
    No borders, no nation, no wellfare (Rolf Peter Sieferle)

  5. »No borders, no nation, no wellfare (Rolf Peter Sieferle)«

    Das seh ich schon noch etwas anders, genügend Güter & Geld sind vorhanden, erst recht, seitdem dem Geld kein realer Wert mehr gegenüber steht.

    Selbst sog. alternative Währungen sind nur noch gemeine Handelsplätze, also keine Alternativen.

    Durch künstliche Marktverknappung kann man natürlich bei vielen ein Zerrbild erzeugen und so behaupten, dass es eben nicht für alle reicht, während man selbst einfach nur bei Amigogeschäften absahnt.

    Es ist auch kein Gott vom Himmel gefallen und har verkündet: »Es herrsche marktradikale Demokratie!« Auch Staatsgebilde und -gebiete sind nur Verhandlungsmasse! Die Atlanten der letzten Jahrhunderte tragen dem Rechnung.

    Die Globalisierungskritiker der 80er und 90er haben mit Ihrer Prognose schlicht recht gehabt, dass sich das Schlechteste der Welt überall als Standard durchsetzen wird, bzw. durchgesetzt wird und Parteien nur noch dazu dienen, diese Verhältnisse bis zum bitteren Ende zu zementieren.

    Ich bin aber auch dafür, dass die Leute beruhigt werden sollen, die meinen, Migration würde sich gut steuern lassen.

    Ein Einwaderungsgesetz, wie in Kanda?
    Von mir aus, wenn es dieser Sache dienlich ist.
    Allein der Behördenaufbau und die notwendigen Kontrollen werden den Haushalt sprengen, so dass die schwarze, bzw. jetzt rote 0, in keiner Weise zu halten ist. Wie die immer aufs Neue gewählten Parteien darauf reagieren werden, überlasse ich jedem selbst zu prognostizieren.

    Grenzen dicht machen?
    Da bin ich dabei. Das kenne ich noch aus den 70ern und 80ern, nur hatten wir damals weniger Grenzgebiete und Einwohner und die »heimische« Wirtschaft war noch nicht so international und schon gar nicht Just-in-time-like aufgestellt.

    Von mir aus können die da an der Grenze auch mit G36 u. a. patroullieren, wenn die Leute meinen, dass es Ihrer Sicherheit dient.

    Bis die Grenzen dann bautechnisch so umgesetzt sind, dass das Gros der Leute es nur über die offiziellen Grenzpunkte schaffen kann und der Grenzschutz so aufgestockt wurde, dass die Grenzen zu den Ländern: Schweiz, Österreich, Italien, Polen, Tschechien, Frankreich, Holland, Dänemark, etc. komplett abgedichtet sind (wie machen wir das eigentlich mit den Inseln?), vergeht locker mal eine Generation und vergehen mindestens 6 Billionen € und dabei sind die Einwände und Schiedsgerichtsurteile der Konzerne noch nicht mal berücksichtigt (was sich alles bestimmt gut mit der schwarzroten 0 verträgt).

    Jetzt kommt dann typischer Weise das Argument: »Aber Österreich hat doch...!« Ja, Österreich hat in ein paar Übungen, sporadisch, ein paar leicht zu sichernde Grenzpunkte abgesperrt, mit mäßigem Erfolg und 12 h Wartezeit im Durchschnitt.
    In den 80ern betrug da die Wartezeit zur Hauptsaison, bei KFZ-Einzelabfertigung, ca. 8 h.

    Jetzt schauen wir dabei mal auf die Grundsätze: Potenz, Tendenz, Ursache & Wirkung.

    Gehen wir also mal von einer durschnittlichen Wartezeit von variabel 5 — 36 h an der holländischen, französischen, tschechischen etc. Grenze, sowohl bei Ein- und Ausreise dauerhaft aus. Was bedeutet das für ein durchschnittliches Unternehmen, welches just-in-time aufgestellt ist? Wer zahlt nun für die jetzt wieder nötigen Lager? Wie konkurrieren die Lager mit den noch viel nötigeren Sozialwohnungen und wer zahlt wohl die Terminausfälle der Unternehmen?
    Wie sieht es dabei wohl mit den bestehenden Frei- und handelsverträgen aus? Wieviel Millionen kann da ein Unternehmen pro Lieferung oder entgangenem Gewinn dem Deutschen Staat anlasten und wer zahlt im Endeffekt dafür (zumal auch Banken- und Großkonzernrettung additiv gewüscht sind, denn die Finanzkrise ist mitnichten vorbei)?
    Wieviel kostengünstiger mag da die bisherige bzw. vorherige Migrations- und Flüchtlingsverwaltung sein?
    Wieviel kostet im Schnitt eine Abschiebung oder Ausweisung und wieviel das Bleiben?

    Aber micht betrifft das ja nicht persönlich, also könnt ihr das gerne alles machen. Pluspunkt: Der Käse ist, nach der Butterfahrt nach Holland, schön zerlaufen.

    Freilich wird sich -unabhängig von dem Weg der gegangen wird- an der Migrationsproblematik nichts ändern. Die Menschen werden immer ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, sofern sie eine Möglichkeit sehen und Hoffnung haben, komplett unabhängig davon, ob sie verfolgt werden, ihre Heimat sich in eine Wüste verwandelt oder sie nur die Möglichkeit auf den schnellen Profit anderswo sehen. Da nutzen Grenzen auf Dauer nichts. Sie helfen nur Zeit zu schinden (nur blöd, wenn man keine Zeit hat).
    Selbst die Juneited Steht›s kriegen da nichts gebacken, und das, obwohl deren »Wohlfahrt« im Wesentlichen nur aus Charity besteht und sie nur die Landesgrenze gegenüber Mexiko vehement verteidigen (müssen).
    Es ist ja nicht so, als wäre man nicht davor gewarnt worden. Kritische Stimmen aus Medien, Politik und der Wirtschaft, selbst der ADAC hatten die Völkerwanderung schon in den 80ern prophezeit, allerdings mit Beginn Mitte der 90er, wofür sie belächelt wurden. Orwell wurde mit seinem 1984 nicht belächelt, Huxleys Brave New World auch nicht.
    Mehr als eine Generation Vorbereitungszeit hat man hierzulande nicht genutzt und sich stattdessen an fragwürdigen Symptomen abgearbeitet, weil das oberflächliche Menschen so gern haben und begreifen können (weil sie es ggf. vom Arzt oder ihrer Kosmetik her kennen). So›n Pech!
    Verbote werden es auch nicht richten, es sei denn, es sind Deutsche unter den Einwanderern.
    Damit wird die Weltraumforschung zur zentralen und ultraeiligen Mammutaufgabe für die Reichen, denn auf die Hochkultur folgt immer erst das Mittelalter. Ich vermute allerdings, dass selbst die es nicht rechtzeitig packen werden und so die angestrebte, neue Kolonie zerplatzt, wie eine Seifenblase.

  6. Das Geschäft mit der Armut läuft gut und ist praktisch ein Selbstläufer.
    Das Hartz Gesetz zurückzunehmen wäre ein Eingeständnis das es verkehrt war.
    Somit bleibt alles wie es ist und eine Menge Sozialmafia-Firmen verdienen daran .
    Ist halt ein Geschäftsmodell ‚wenn es auch sehr Geschmacklos ist .Hauptsache der Euro fliesst.

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