Ziegenjournalismus (8): Framing

Haben Journalisten den Mut, die Hand zu kritisieren, die sie füttert?

Die Rubrik »Ziegenjournalismus« will sich mit den ganz alltäglichen und üblichen Methoden der Mainstream-Presse beschäftigen. Der Verlust der Deutungs- und Meinungshoheit sowie der Glaubwürdigkeit großer Medienhäuser, hat eben nicht erst mit den Social-Media-Phänomenen, vermeintlichen Fake News, »Verschwörungstheorien«, »Putintrollen«, den Lügenpresse-Vorwürfen oder mit dem »Populismus« angefangen, sondern schwelt im Hintergrund schon seit Jahrzehnten. Der große Glaubwürdigkeitsverlust der Massenmedien hat viele selbstverschuldete Ursachen. Diese Rubrik will einige davon näher beleuchten. Heute geht es um »Framing«. Weiterlesen

#Alles auf den Tisch

Die Vielfalt und die Pluralität eines offenen und möglichst herrschaftsfreien Diskurses, hat der Philosoph Jürgen Habermas als elementar konstituierendes Element einer demokratischen Gesellschaft definiert. Der Austausch von Argumenten, öffentliche Kritik und fairer Streit, sind existenzielle Grundpfeiler einer freiheitlich-liberalen Gesellschaft. Wer nicht mehr zuhören will, die Opposition diffamiert und kriminalisiert sowie keinen Widerspruch mehr dulden will — befindet sich auf dem Weg in eine autoritär-totalitäre Gesellschaft. Genau das erleben wir in den Altmedien (sowie in Kleinbloggersdorf) seit März 2020 in Deutschland.

Die Künstler-Initiative #allesaufdentisch hat nun zahlreiche Interviews veröffentlicht, bei denen Schauspieler, Künstler und Musiker über viele Aspekte der »Test-Pandemie« sprechen, die in den Mainstream-Medien entweder nicht vorkommen oder von »Faktencheckern« als indiskutable Argumente niedergeschrieben werden. Es ist quasi die Fortsetzung von #allesdichtmachen. Maßnahmen-Befürworter reagierten (wie üblich) sofort mit Hohn, Spott und Verachtung. Oder rückten die Initiatoren gleich wieder in die Nazi-Ecke. Ein offener Austausch ist nicht mehr erwünscht. Ich habe bereits einige Videos gesehen und möchte euch hiermit ein paar Empfehlungen geben. Weiterlesen

Diskurshygiene

Der Meinungs- und Deutungs-Wachhund.

»Was Wahrheit ist, bestimmen wir Politiker, LeiDmedien und Faktenchecker!« Alle, die etwas anderes sagen oder denken, sind:

Verschwörungstheoretiker. Rechtsextremisten. Grundgesetz-Wedler. Corona-Leugner. Antisemiten. Links- oder rechtsesoterische Impfgegner. Covidioten. Populisten. Verschwörungsgläubige. Corona-Skeptiker. Braune Esoteriker. Aluhüte. Corona-Verharmloser. Putin-Versteher. Nazis. Rechtsoffene Querfront. Wut-Spreader. Extremisten. Wirrköpfe. Verschwörungstrolle. Spinner. Weltverbesserer. Corona-Relativierer. Verschwörungsfanatiker. Sozialromantiker. Krude Verschwörungsideologen. Corona-Demagogen. Verschwörungserzähler. Chaoten. Verschwörungslügner. Wutbürger. Schwurbler.

Wenn journalistische Beiträge, Kommentare oder gar wissenschaftliche Untersuchungen, diese stark negativ konnotierten Begriffe verwenden, dann geht es Ihnen vor allem darum, kritisch denkende Menschen und Gruppen abzuwerten. Ihnen die Fähigkeit abzusprechen, sinnvolle, alternative Thesen und Gedanken formulieren zu können. Wer Menschen als Unpersonen diffamiert, muss sich auch nicht mit ihren Inhalten oder Argumenten auseinandersetzen. Das ist das Gegenteil eines herrschaftsfreien Diskurses und das Gegenteil eines ernsthaften Erkenntnisinteresses, eine Sache ernsthaft durchdringen zu wollen. Weiterlesen

Propaganda

Im Jahr 1928 erschien Edward Bernays Buch »Propaganda«. Das Werk gilt bis heute als Grundlagen-Bibel für die Marketing- und PR-Branche. Da Bernay den Begriff »Propaganda« positiv besetzt, spricht er in seinem Werk auch offen über Strategien und Methoden zur Manipulation der öffentlichen Meinung. Gezielte Regierungs- und Unternehmenskommunikation seien »in einer Demokratie notwendig, um zu verhindern, dass der Souverän zu unerwünschten Entscheidungen kommt« (S.12. Orange Press Verlag. Berlin 2007). Die Bevölkerung müsse von oben geführt und gelenkt werden. Er hegte ein tiefes Misstrauen gegenüber den Wünschen, Bedürfnissen und Interessen des einfachen Bürgers. Die Manipulation der Massen, zum Schutz vor sich selbst, war für ihn ein elementarer Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Weiterlesen

Feynsinn: Kognitive Dissonanz

Ich werde heute ausnahmsweise einen Text von flatter kommentieren. Weil er mich sprachlos zurückgelassen hat. Denn jetzt wird so getan, als sei Corona eben nicht seit Monaten der Aufhänger, um Menschen‑, Bürger- und Grundrechte zu schleifen: »Es braucht kein Virus, um Grundrechte zu schleifen« — und ob es den braucht! Die Menschen sind ganz gezielt in maßlose Angst und Panik versetzt worden. Weltweit! Parlament und Bundesrat sind faktisch ausgesetzt. Der Denunziantenstaat ist wieder da. Alternative Meinungen werden systematisch ausgeblendet und bekämpft. Verfassungswidrige Verordnungen werden erlassen. Die Wirtschaft gezielt an die Wand gefahren. Der Kulturbetrieb faktisch vernichtet. Vor allem in dieser Konsequenz und Härte ist das in der Geschichte der BRD ein beispielloser Akt! Seit Monaten weisen darauf hin:

Die Klagepaten
Eltern stehen auf
Ärzte für Aufklärung (zensiert)
Anwälte für Aufklärung
Die Querdenken-Bewegung
Außerparlamentarischer Corona Untersuchungsausschuss
Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie

Sowie etliche Anwälte, Mediziner, Journalisten, Philosophen, Blogger und Psychologen, wie Gunnar Kaiser, Raphael Bonelli, Bodo Schiffmann, Wolfgang Wodarg, KenFM, Rubikon, Sucharit Bhakdi, Multipolar, Peds-Ansichten und viele viele mehr. Auch DS-Pektiven sei hier erwähnt, der sich seit Monaten die Finger zum Thema wund schreibt. Es gab zwei große Demonstrationen in Berlin sowie viele weitere in ganz Deutschland. Sie alle haben stets die Verhältnismäßigkeit der Corona-Maßnahmen sowie den Abbau von Grundrechten kritisiert. Es ging noch nie ausschließlich, um die verdammte Maskenpflicht! Und wo warst Du? Viele mutige Prominente, Polizisten, Schuldirektoren, Anwälte, Mediziner, Schüler und Wissenschaftler, haben die Verhältnismäßigkeit der Corona-Maßnahmen kritisiert und dafür mit Repressionen bezahlt.

Was sagt flatter dazu? »Ohne nennenswerten Widerstand haben Menschen sich dem weltweit unterworfen.« Da wird der gesamte Widerstand mit einem Federwisch einfach abgewatscht. Menschen riskieren ihre soziale und berufliche Reputation und für Dich ist das »nicht nennenswert«? Wo bleibt hier Deine Solidarität? Wo warst Du eigentlich? Was war Dein Beitrag zur Aufrechterhaltung der Grundrechte und des Rechtsstaates? Mahner als wissenschaftsfeindliche Klugscheißer diffamieren? Sich im marxistischen Elfenbeinturm verkriechen und auf die olle SPD schimpfen?

Jetzt, 8 Monate später, wo ein Zurückrudern immer schwerer wird und die Bundesregierung das Infektionsschutzgesetz ganz offen als das neue Ermächtigungsgesetz instrumentalisiert sowie die (Rest-)Demokratie den Oligarchen, Konzernen, Milliardären und Banken endgültig zum Fraß vorwirft, wagst Du Dich plötzlich aus der Deckung und sprichst jetzt über Grundrechte? Es tut mir leid, aber das braucht jetzt kein Mensch mehr!

Der tägliche Irrsinn (2)

Während man bei der intellektuellen Akademiker-Sendung »Rosins Fettkampf — Lecker schlank mit Frank!« auf Kabel Eins, ganz ganz viel über soziale Gerechtigkeit und Bildung lernen kann, rückt der NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) den echten Schmarotzern auf den Pelz. Wer eine zumutbare Arbeit ablehne ‑also in einem Call Center keine Psychofolter ertragen will- der solle zukünftig auch obdachlos werden dürfen sollen müssen! Wer nicht arbeite, dürfe auch nicht essen! Und bei Spiegel Online darf man ab sofort Geld dafür bezahlen, damit man digital nicht mehr verfolgt, gespeichert und weiterverarbeitet wird! :jaja:

Wer bei solchen Meldungen schlechte Laune bekommt, für den zeigen wir das Haus von Kim Kardashian und Kanye West: »Einfach himmlisch — Jeder Raum wie ein Tempel!« Schon neidisch geworden? Dann bewerb Dich doch bei Novartis und gewinne ein Millionen-Medikament! Also schnell noch das eigene Kind krank machen, damit Ihr euch an der Verlosung beteiligen könnt! Es gibt schließlich für alles eine Lösung! Man muss eben nur positiv und optimistisch sein! Und währenddessen morden Nazis mithilfe von Polizei und Verfassungsschutz fröhlich weiter. Und nun zum Sport. :D


Der tägliche Irrsinn

Iranische Drohnen

»Man stelle sich vor, eine iranische Drohne würde über Florida abgeschossen oder ein paar Kilometer vor der amerikanischen Küste. [...] Iran zu hassen und die Lügen des Pentagon zu verbreiten, hat bisher noch keiner Journalistenkarriere geschadet.«

- Serge Halimi und Pierre Rimbert. »Asymmetrische Berichterstattung«. Le Monde Diplomatique. Ausgabe August 2019.

Anmerkung: Jeder Vergleich der völkerrechtswidrigen US-Militär-Politik wird mit dem »whataboutism-Vorwurf« abgeschmettert. Dabei zeigen diese Gedankenspiele wie bigott unsere Narrative mittlerweile sind: Syrische Tornados über Deutschland? US-Kriegsverbrecher vor dem internationalen Strafgerichtshof? Afrikanische Militärstützpunkte in den USA? Pakistanische Drohnen über New York? Russische Sanktionen gegen die USA? Fertig. Aus. Ende. Diskussion vorbei. Du Putinversteher, Verschwörungstheoretiker und Antisemit! Solche Vergleiche verbitten sich! Whataboutism. Whataboutism. Whataboutism. :jaja:


»Wir sind nicht die Guten«

Klima: »Du bist schuld!«

»CO2-Emissionen durch SUV steigen stärker als durch Luftfahrt und Schwerindustrie.«

Spiegel Online vom 17. Oktober 2019

Anmerkung: Die Klima-Debatte beherrscht aktuell sämtliche Diskurse. Und dennoch werden (wieder einmal) die üblichen Herrschaftsprinzipien eingesetzt. Der Fokus auf die »Eigenverantwortung«, Spaltungsdebatten sowie Ablenkungs- und Alibi-Diskurse. Wer soll denn wirklich glauben, dass SUV´s die Umwelt mehr verdrecken als Großindustrie, Schifffahrt oder der weltweite militärische Komplex? Die militärischen Emissionen werden bei allen Debatten systematisch ausgeklammert. Und wieder redet kein Mensch mehr über die weltweiten Kriege, über den perversen Reichtum einiger Weniger oder über korrupte und kriminelle Strukturen. Stattdessen: »Keine Plastiktüten mehr verwenden, dann rettet Ihr die Welt!« Ja nee, ist klar.


»Herrschaftsprinzipien«
»Mehr Eigenverantwortung wagen!«

Unter Muttis

Als Vater gibt es kaum etwas schlimmeres als allein unter einer Schar von Übermuttis zu sein. Sei es auf Elternabenden, Schul‑, Laternen- oder Sommerfesten. Denn für weibliche Elternteile gibt es meist nur ein Thema: das eigene Kind. Hier vermischen sich Wettbewerbs‑, Konkurrenz‑, Leistungs- und Anspruchs-Denken mit einer (über-)fürsorglich-rührseligen Affektsoße. Gleichzeitig verwerten sie die eigenen Kinder zu Objekten ihrer ganz persönlichen Projektions- und Profilierungsfläche. Erfolge der Kinder sollen hier stets auf die elterliche Erziehungsfähigkeit beruhen und für die Niederlagen sind regelmäßig Andere schuld: Erzieher, Lehrer, Schule, Kita, falsche Freunde, YouTube und so weiter. Mit kindfremden Themen braucht man gar nicht erst anfangen.

In so einem Diskursrahmen, den es in Deutschland wohl millionenfach gibt, sind spannende Gespräche in aller Regel selten möglich. Viele moderne Muttis scheinen zudem deutlich spießiger, verbohrter und langweiliger zu sein, als es unsere eigenen Eltern jemals waren. Statt also den weltfremd-ignoranten-Biedermeier-Weltverleugnungs-Kreis zu durchbrechen, wird lieber Heile-Welt gespielt und sich in den eigenen Komfortzonen-Bunker verkrochen. Im digitalen Social-Media-Wahnsinn bekommt dieser Aspekt eine unverschämt aufdringliche Dimension: »Schaut her, wie toll unser Leben ist!« Kultivierte Selbstentfemdung als Selbstverwirklichung zu etikettieren, ist jedoch weder emanzipiert noch alternativ.


Selbstentfremdung
Selbstinszenierung
Selbstoptimierung

»Wünsch Dir was!«

Männlich. Alt. Weiß. Hetero. Täter.

In Staffel 3, Folge 2 der ersten HBO-Qualitäts-Gefängnis-Serie »Oz« (die man hierzulande häufig ignoriert) aus den Jahren 1997–2003, sehen wir eine aggressive Gefängniswärterin, die wegen einer Sex-Affäre mit dem Gefängnisleiter ihn beschimpft und schlägt. Im weiteren Verlauf der nächsten Staffeln benutzt und erpresst sie einen männlichen Insassen für ihre sexuellen Bedürfnisse. Auch viele andere Szenen, Handlungen und Charaktere werden in »Oz« schonungslos dargestellt. Frauen sind hier eben auch Täterinnen. Unter anderem gibt es auch eine weibliche Mörderin, die ihre Kinder umgebracht hat und im Todestrakt sitzt. Vermeintlich authentischer, brutaler und ungeschönter (US-)Gefängnisalltag eben. Jenseits von feministischer SJW-Gender-Ideologie.

Es ist mehr als fraglich, ob im öffentlichen Diskurs-Alltag des Jahres 2019 solch eine Serie überhaupt eine Chance hätte. Stattdessen sehen wir heute eine Vielzahl an (absurderweise auch historisch angelegten) Filmen und Serien bei denen es starke Frauencharaktere (bis hin zu Mary Sue) zu bewundern gibt: »der Name der Rose«, »Warrior«, »Mayans MC«, »Peaky Blinders«, »Vikings«, »Gomorrha« und viele, viele mehr. Ob Frauen früher und damals ‑bzw. in starken Männerdomänen wie der organisierten Kriminalität- nicht in vielerlei Hinsicht wohl eher unterdrückt werden und wurden, wird selten thematisiert. Denn sie wollen nicht sehen, wie es wirklich war, sondern wie sie es gerne hätten. Ist das der Sozialkonstruktivismus, von dem alle reden? :shock:


Genderqueersuperwoman in Rom
Der US-Gefängnis-Industrie-Komplex