Die Gerechtigkeitslücke

  • Wer einen Menschen tötet, ist ein Mörder. Wer 1.000 Menschen tötet kommt ins Fernsehen.
  • Wer 500 Euro Steuern hinterzieht wird strafrechtlich verurteilt. Wer dem Finanzamt Millionen Euro Steuern vorbehält, wird politisch beschützt.
  • Wer 10.000 Euro im Kasino verliert, ist ein spielsüchtiger Versager. Wer Milliarden verzockt, ist systemrelevant und wird vom Staat »gerettet«.
  • Wer seinen Mitmenschen oder dem Chef nicht die Wahrheit sagt, ist ein Lügner. Wer in der PR oder der Werbung arbeitet, täglich Millionen Menschen belügt und betrügt, ist ein Marketingexperte.
  • Wer schwarz fährt und häufiger nicht bezahlt, kommt ins Gefängnis. Wer millionenfachen, weltweiten Abgas‐Betrug betreibt, wird erst gar nicht verurteilt.

Ach ja: wer solche Zusammenhänge herstellt, ist ein lupenreiner Populist! :JAJA:

Zaubersprech

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»Zahlungsziele mit Herz und Verstand!« Plakatwerbung für Mitarbeiter im telefonischen Forderungsmanagement. (gesehen am 10.01.2018 in Berlin)

Die Fixierung auf Schlagwörter, Bullshit‐Bingo‐Begriffen, Platitüden, Euphemismen, Fachwörter und positiv aufgeladenen Plastik‐Vokabeln ist im Jahr 2018 so stark wie nie zuvor. Im politischen Diskurs gibt es unendlich viele neoliberal aufgeladene Kampfbegriffe sowie eine ganze Reihe von Diffamierungsvokabeln, um die Meinungs‐ und Deutungshoheit aufrecht zu erhalten. Die Marketing‐ und PR‐Branche ist voll mit Bullshit‐Begriffen, welche die Realität vertriebsgerecht verbiegen sollen. Ebenso die Ökonomie, die Wissenschaft, die Medizin, die Naturwissenschaften, die Psychologie und alle anderen Bereiche. Selbst in der Pädagogik muss jeder -der ernst genommen werden will‐ mindestens einmal die Wörter Inklusion, Selbstwirksamkeit und Partizipation erwähnt haben.

Es geht häufig kaum noch um Inhalte, sondern primär um den Schein von Argumenten. Um Begriffs‐Dropping. Um eine Fassade von Diskurs. Heute kann man problemlos lange wissenschaftliche Texte veröffentlichen oder große Reden halten, bei denen man den gesamten Beitrag nur noch um die Zauberwörter herum baut. Sie fungieren als Wiedererkennungsmerkmal, um die Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu signalisieren. Sie triggern Narrative, ohne sie direkt zu thematisieren. Zauberwörter funktionieren auch ganz ohne Inhalt. Denn sie sind bereits die Botschaft.


Beispiele für Zauberwörter:
» Neusprech‐Begriffe
» Begrifflichkeiten
» Alltagsmarktsprache
» Kriegssprache
» Siegersprache
» Marketing‐Deutsch

Herrschaftsprinzipien

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Manche Kampagnen sind pure Realsatire. Im Impressum von demokratie-ist-alles.de ist Kajo Wasserhövel zu finden. Ein Spin‐Doctor der SPD.

In der Medien‐ und Politikoligarchie Deutschland gibt es seit Jahrzehnten ein ganzes Arsenal an Methoden und Instrumenten, um die Meinungs‐ und Deutungshoheit aufrecht zu erhalten. Hinzu kommen weitere dutzende Werkzeuge und Maßnahmen, um Auflage, Reichweite, Quote, Aufmerksamkeit sowie Klick‐ und Verkaufszahlen zu erzielen. Insofern sind die öffentlich geführten Fake News‐ und Hate Speech‐Debatten auch komplett absurd, da niemand soviel hetzt und lügt, wie die System‐, NATO‐, Kauf‐, Lügen‐, Produkt‐, Lücken‐ (oder wie auch immer man sie nennen mag) -Presse. Dabei überschneiden sich regelmäßig die Methoden und Techniken, welche beispielsweise primär nur Aufmerksamkeit und Reichweite erzielen sollen, mit den Instrumenten, die Meinungs‐ und Deutungshoheit erreichen -also Narrative installieren‐ wollen. Weiterlesen

Demokratie ist...

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  • ...wenn man alle vier Jahre ein Kreuz macht.
  • ...wenn oberste Gerichte Lobbyisten‐Transparenz verhindern.
  • ...wenn Geld, Vermögen und Besitz den Wert der Menschenwürde bestimmen.
  • ...wenn fast alle Massenmedien und Parteien neoliberal konditioniert sind.
  • ...wenn Geheimdienste auf die Gesetze scheißen und dafür niemals zur Rechenschaft gezogen werden.
  • ...wenn alle Alternativen Verschwörungstheorie, Populismus, Antisemitismus, Hate Speech und Fake News sind.
  • ...wenn 60 Superreiche soviel besitzen, wie die ärmste Hälfte der Menschheit.

Und nebenbei: wie in Gottes Namen kommt die FDP von Null auf 10 Prozent? Neoliberaler Voodoo‐Zauber? :WTF:

Zum Schweigen bringen

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  • Wer Zusammenhänge, Hintergründe oder ökonomische Abhängigkeiten untersuchen und beleuchten will, ist ein Querulant oder Verschwörungstheoretiker.
  • Wer alternative Perspektiven, Analysen oder Bewertungen vornehmen möchte, betreibt Fake News.
  • Wer gegen Kapitalismus, Reichtum und Korruption argumentiert, ist wahlweise ein Steinzeit‐Kommunist, Gefährder oder Populist.
  • Wer nicht an den radikalen, neoliberalen und marktkonformen Mitte‐Einheitsbrei glauben will, ist ein verfassungsfeindlicher Chaot und Extremist.
  • Wer an Empathie, Solidarität und Mitmenschlichkeit glaubt, der ist linksgrünversifft, ein Gutmensch und Weltverbesserer.
  • Wer unbequeme Wahrheiten ausspricht, betreibt Hate Speech oder ist ein Troll.
  • Dann gäbe es noch: Träumer, Antiamerikaner, Globalisierungsgegner, Sozial Schwache, Sozialromantiker, Spinner, Sozialschmarotzer, Antisemiten, Ewiggestrige,  Aluhüte, Putinversteher, Querfrontler, bildungsferne Schichten, Armutszuwanderer und viele mehr.

Meinungsfreiheit ist heute eine neoliberale Verpflichtung, zu stigmatisieren, zu diffamieren und zu denunzieren.

Die »Le Monde Diplomatique« und die »Blätter«

Eigenwerbung der "Blätter". Bei Obama, der offiziell 2363 Tage in sieben Kriegen weltweit aktiv war, gab es deutlich weniger Widerstand bei der "Insel der Vernunft".

Eigenwerbung der »Blätter«. Bei Obama, der offiziell 2363 Tage in sieben Kriegen weltweit aktiv war, gab es deutlich weniger Widerstand bei der »Insel der Vernunft«.

Seit vielen Jahren habe ich die Blätter für deutsche und internationale Politik sowie die Le Monde Diplomatique abonniert. Ich fühle mich stets mit vielen interessanten und alternativen Blickwinkeln, Analysen, Interpretationen und Bewertungen versorgt. Doch in letzter Zeit lese ich immer wieder Beiträge in beiden Publikationen, die unverhohlen im NATO‐Mainstream‐Meer fischen. Zwar gibt es immer wieder sehr gute, linke und kritische Berichte, Artikel und Reportagen, aber sobald es beispielsweise um Themen wie Trump oder Putin geht, wird‐ ähnlich wie auf Spiegel Online, Zeit, Welt oder sueddeutsche.de– nicht selten der Populismus‐ und Verschwörungstheorie‐Hammer geschwungen und/oder häufig sehr einseitig analysiert. Dafür habe ich diese linken Monatszeitungen aber nicht abonniert. Weiterlesen

Presseblick (60)

Pedanterie und Kleingeistigkeit sowie eine vorauseilende Regel‐ und Gesetzeshörigkeit sind typische Anzeichen von deutschen Eichmann‐Schreibtischtätern. Wie gerecht, moralisch nachvollziehbar oder angemessen viele Regeln und Gesetze wirklich sind, interessiert scheinbar weniger. Gesetz ist Gesetz. Sich daran zu halten und jede Regelwidrigkeit sofort zu melden, ist oberste Bürgerpflicht! Wir leben schließlich in Deutschland! Und Ordnung muss sein! :BULLE:

hessenschau.de vom 10. Februar 2017

hessenschau.de vom 10. Februar 2017

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Anti‐Fake‐News

Das große ARD-Fake-News-Special (ohne Link)

Das große ARD‐Fake‐News‐Special (ohne Link)

Die öffentlich inszenierte Bigotterie nimmt immer groteskere Formen an. Wüsste man es nicht besser, müsste man glauben, man wäre in einem schlechten Film, voll mit inszenierter (Real-)Satire. Denn auf einmal behaupten die Berufslügner, sie würden stets nur die Wahrheit sagen. Berufsschauspieler betonen voller Inbrunst, sie würden ganz authentisch sein. Und Berufsautokraten sowie Neo‐Feudalisten in den großen Unternehmen und Redaktionsstuben, wollen auf einmal für die Meinungsfreiheit kämpfen. Weiterlesen

Presseblick (54)

welt.de vom 10. Juli 2016

welt.de vom 10. Juli 2016

Es gibt kaum eine Banken‐Affäre in der die Deutsche Bank nicht involviert ist. Jens Berger von den Nachdenkseiten hält sie für die gefährlichste Bank der Welt. Und der sollen wir wieder Unmengen an Steuergeldern in den Rachen schieben? :SICK:   Weiterlesen

Rinks und Lechts

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AfD: nur ein Symptom, aber nicht das eigentliche Problem.

Seit einiger Zeit versuchen die bürgerlichen Massenmedien linke und rechte Bewegungen, Parteien, Politiker und Denker in einen Topf zu werfen. Sie alle seien populistisch, verschwörungstheoretisch und extremistisch. Mit Ausnahme des Menschenbildes würden sich beide Fraktionen sehr ähneln, weil sie die etablierten Strukturen, die vorherrschenden Machtverhältnisse sowie die einseitige Berichterstattung in den Massenmedien kritisieren würden. Das Menschenbild wird hier nicht als das entscheidende ethische Fundament, auf dem sich eine ganze Bewegung und die politische Idee aufbaut, betrachtet, sondern nur als eine von vielen messbaren Kriterien definiert. So kann man Humanisten und Menschenhasser bequem zu einer Populismus‐Soße verarbeiten und dabei gleichzeitig im Phrasensalat die Botschaft zubereiten, dass nur und ausschließlich die politische, also neoliberale Mitte der Demokratie Stabilität bringen würde. Dabei ist es eben genau diese marktradikale Mitte, welche die Demokratie seit Jahren demontiert. Weiterlesen