Presseblick (62)

Die diesjährige re:publica (#rp17) hatte den RBB eingeladen und debattierte über Fake News, Shitstorms und Hate Speech. Sie ist wohl endlich angekommen.

Die diesjährige republica (#rp17) hatte den RBB eingeladen und debattierte über Fake News, Shitstorms und Hate Speech. Sie ist wohl endlich angekommen.

Der Kampfdiskurs um Meinungs- und Deutungshoheit (aka Fake News, Hassbotschaften und Social Bots) ist weiterhin in vollem Gange. Die bürgerlichen NATO-Massenmedien diskreditieren jeden, der den herrschenden Narrativen widerspricht. Neuestes Opfer: Michael Lüders. Er hat es gewagt, die Verantwortung der Türkei und der US-Regierung im Syrien-Konflikt im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen zu thematisieren. Jetzt gilt er als „umstritten“ und bald auch als „Populist“ und „Verschwörungstheoretiker“. Wieder einer mehr. Auch der Spiegel schießt weiter gegen NATO-Kritiker: „Jeder zweite Amerikaner glaubt mindestens eine Verschwörungstheorie, auch in Deutschland wächst die Zahl der Anhänger kruder Gedankenkonstruktionen.“ Für den Schmonz soll der Leser auch noch via Spiegel Plus bezahlen. :MAD:   Weiterlesen

Neusprech: Kaufkraftarmut

Demnach beträgt der Anteil der Kaufkraftarmen in Berlin 21,3 Prozent, nur in Bremen gibt es mit 24,6 Prozent noch mehr Kaufkraftarmut.“

tagesspiegel.de vom 2. März 2017

ZG-Artikel: Neusprech HeuteDer Begriff „Kaufkraftarmut“ setzt sich aus den Wörtern Kaufkraft und Armut zusammen. Das Institut für Wirtschaft in Köln definiert das Schlagwort so: „Die Kaufkraftarmut ist der Anteil an Personen mit einem Einkommen von weniger als 60 Prozent des regional preisbereinigten deutschen Medianeinkommens; in Prozent der Bevölkerung.“ Um den Begriff der Armut werden regelrechte Diskurs- und Statistik-Kriege geführt. Immer mit dem Ziel, Massenarmut weg zu rechnen und finanzielle Existenznot von Millionen von Menschen in Deutschland nicht anzuerkennen, weil sie nach Statistikberechnung X oder Methode Y nicht mehr als arm gelten (sollen). Weiterlesen

Presseblick (61)

Junge Welt vom 21. März 2017

Junge Welt vom 21. März 2017

In den Niederlanden wurde der „Rechtspopulist“ (wieso gibt es nur Rechts- und Linkspopulisten, aber niemals Mittepopulisten?) Geert Wilders „verhindert“. Das lässt den Redakteur Peter Riesbeck von der Frankfurter Rundschau zur Rettung der Demokratie hinreißen und er beschwört zugleich den Martin Schulz: „Die Sozialpolitik als klassische Verteilungspolitik ist zurück.“ Klar doch. Verteilen wird der EU-Technokrat höchstens von unten nach oben. Warum warten immer noch so viele Menschen auf Erlösung? Weiterlesen

Presseblick (59)

Der „Kiezneurotiker“ ist weg. Einfach so. Ohne Ankündigung, Brandrede oder Verabschiedung. Vorausgegangen war ein Streit mit dem Kiezschreiber. Ob der aber was damit zu tun hatte, weiß ich nicht.

kiez

Sein Zynismus, die direkte und rotzfreche Art, sowie der ehrliche Blick eines Menschen, der sein tägliches Lohnarbeits-Hamsterrad reflektiert hatte, werden mir fehlen. Auch die Rubrik „Junkfrass aus der Hölle“, bei der er widerliches Fast Food getestet hatte, war amüsant. Claudia Klinger stellt fünf Thesen auf, warum er so plötzlich verschwunden ist. Traurig ist leider auch, dass kaum jemand in Kleinbloggersdorf davon Notiz nimmt. :(   Weiterlesen

Kognitive Dissonanzen

kogni_titelWarum nennt man einen Flüchtling, der in Deutschland angekommen ist, eigentlich weiterhin einen Flüchtling? Ist er jetzt nicht ein Angekommener?

Weshalb sollte ein Problem oder ein Missstand, mit dem sich Geld verdienen lässt, überhaupt endgültig gelöst werden? Wäre das -marktwirtschaftlich betrachtet- nicht kontraproduktiv? Sind Süchtige nicht die besten Kunden, die es gibt?

Warum reden wir über ein Mindesteinkommen/einen Mindestlohn, aber niemals über ein Maximaleinkommen? Warum gibt es eine Lohnzurückhaltung, aber keine Gewinnzurückhaltung?

Siegersprache

Prekär Beschäftigte. Prekariat.
Modernisierungsverlierer.
Bildungsferne Schichten.
Die Abgehängten.
Minderqualifizierte.
Sozial Schwache.
Unterschicht.
Proleten.

„Die reichsten 10 Prozent aller volljährigen Personen verfügten im Jahr 2007 über 61,1 Prozent des gesamten Vermögens. 27,0 Prozent der Erwachsenen verfügten über kein Vermögen oder waren verschuldet.“ (Bundeszentrale für politische Bildung)

„62 Superreiche besitzen so viel wie die Hälfte der Weltbevölkerung.“ (Oxfam)

Und dennoch haben wir mehr Begriffe für die Armen als für die Reichen. Wie wäre es mal mit „sozialresistente Schichten“? Schließlich beweisen viele Vermögende immer wieder, dass ihnen Leib und Leben der finanziell armen Menschen absolut egal ist.

Der pädagogische Happen (3)

_happen_„Warum ist das Schwimmbad jetzt in diesem Jahr schon wieder teurer geworden? Briefe verschicken auch? Und Lebensmittel?“

„Weil wir in einer Welt leben, in der Geld mehr zählt, als Freude, Liebe und Menschen.“

„Und warum leben wir in so einer Welt?“

„Weil manche Menschen nie genug bekommen können und sie ihren großen Reichtum nicht teilen wollen.“

„Aber kann man das nicht ändern?“

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