Ostertanz

Liebe Freunde der seicht‐zynischen Blogger‐Nörgelei‐und‐Empörung! Der olle epikur kommt sich manchmal vor, als wäre er eine Blog‐Maschine mit dauerhafter Fehlfunktion. Ich könnte natürlich einfach aufhören mich zu empören, mir die Tippserei sparen, aber dafür bin ich viel zu stur. Ich will das Feld nicht einfach kampflos räumen, auch wenn der Infokrieg gegen die neoliberale Propaganda kaum zu gewinnen scheint. Einer der ersten Beiträge im ZG‐Blog ging am 23. September 2008 mit dem Titel »Sozial ist, was Arbeit schafft« online. Ob vor 10 Jahren oder heute: der menschenverachtende Habitus ist weiterhin sehr stark ausgeprägt. Ich könnte alte Beiträge rauskramen und sie neu veröffentlichen, es würde inhaltlich kaum einen Unterschied machen.

Mittlerweile sind fast 2.000 Beiträge veröffentlicht worden und ich weiß gar nicht, wie wir das eigentlich geschafft haben. Ja, auch ich habe das Gefühl mich öfters zu wiederholen. Das ist auch kein Wunder, weil der allzu offensichtliche Irrsinn überall freudig immer und immer und immer wieder neu begrüßt wird. Lange Rede, kurzer Sinn: ich werde mir ab und an fortan kleinere (Inspirations-)Auszeiten gönnen. Und damit fange ich gleich mal an: bis zum 29. April gebe ich mich dem sinnlosen Ostertanz hin. Auf mittelalterlichen Burgen (Rabenstein) und in trüben Gewässern (Ostsee). Glück auf! Schreitet wohl! Bis Bald!


Selbstoptimierung
Selbstinszenierung
Selbstentfremdung

Kurze Sommerpause

Katzen würden Whiskey kaufen.

Der ZG‐Blog macht eine kleine Sommerpause. Dem einen oder anderen ist womöglich schon seit längerem aufgefallen, dass ich seltener größere Beiträge veröffentliche. Das hat verschiedene Gründe. Am Ideenmangel liegt es nicht. Was mich selbst manchmal erstaunt, da man denken könnte, das nach rund 10 Jahren die Luft raus wäre. Mein Ideen‐Notizblock ist mittlerweile gute 50 Seiten stark. Leider fehlt mir zunehmend die Zeit und auch die Kraft. Ein 40 Stunden‐Job hinterlässt eben doch seine Spuren.

Hinzu kommt, die mangelnde Resonanz der Leserschaft auf die großen Artikel (an denen ich schon mal 2–3 Stunden sitze). Im Zeitalter von Twitter, FB, WhatsApp und co. scheint die Aufmerksamkeitsspanne eben nicht mehr so ausgeprägt zu sein. Man futtert scheinbar lieber 10 kleinere Fetzen, als einen großen Brocken. Die liegen nicht so schwer im Magen. Außerdem leben wir in der Kontinuität des Stillstands. Deshalb verlinke ich auch häufiger ältere Beiträge von mir, weil sie (leider!) immer noch top‐aktuell sind.

Da ich aber noch lange nicht vorhabe, aufzuhören, brauche ich hin und wieder kleinere Ruhephasen, denn ich bin immer noch der Meinung, dass vor allem der lange Atem wichtig ist. In diesem Sinne werde ich nun ausgiebig lümmeln, schwimmen, mich sonnen, schlemmen und mein Leben verschwenden. Offline ist das neue Bio! Ich danke allen treuen Lesern, die es schon so lange mit mir ausgehalten haben. Bis demnächst! :KAFFEE:


»Kein Schwein liest Deinen Blog!«
»Blogger bewirken nichts«
»Kritik ist positives Denken«

Geistige Wohlstandsverwahrlosung

wohlstand_titelWir haben zwar immer mehr Massenarmut und Massenobdachlosigkeit, aber gleichzeitig auch eine radikale Mitte, die unbedingt in spätrömischer Biedermeier‐Pseudo‐Dekadenz verwöhnt werden will. Wer einmal das Glück hatte, in einem Urlaubsort zu sein und/oder länger in einer Touristengegend war, weiß, dass die »Idiocracy« eine ganz reale Dystopie ist. In Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen tummeln sich Horden von spaßbefreiten Urlaubern, die oft einfach gar nichts tun, außer vor sich hin zu schimmeln. Sie bezahlen fast jeden Preis (»ist ja schließlich Urlaub!«), murren und meckern aber gleichzeitig über jeden Fliegenschiss:

  • »Das Essen heute war eigentlich ganz okay. Auch wenn die Nudeln etwas zu weich waren!«
  • »Ständig muss man hier auf den Fahrstuhl warten! Können die nicht mal einen zweiten installieren?«
  • »Wieso muss es heute wieder zu (wahlweise) kalt, warm, trocken, windig, nass oder heiß sein?«
  • »Die Frau an der Rezeption hätte ruhig mal lächeln können!«

Während überall auf der Welt Menschen elendig krepieren, verhungern oder erschossen werden, diskutiert der teutsche Touristen‐Michel realitätsfremd und pseudo‐dekadent, über Essen, Wetter und Urlaub. Schließlich habe man das ganze Jahr über für den Profit der Reichen hart geschuftet. Und nun möchte man einmal selbst irgendwie Chef spielen. Wenn auch nur für einige Wochen. :JAJA:

Der tägliche Lohnarbeitswahnsinn (Teil 3)

[In der Kaffeeküche]

Frau Hein: (verärgert) Oh man, schon wieder über 500 Akten sortieren. Dafür habe ich doch nicht fünf Jahre studiert!

Frau Sonntag: Ja, das macht wirklich keinen Spaß. Aber gehört nun mal leider zur Arbeit dazu. Ach, wann fängt eigentlich der neue Praktikant bei uns an?

Frau Hein: Ich glaube, der kommt morgen früh.

Frau Sonntag: Naja, Du kannst das ja dem Praktikanten übertragen. So wird er gleich eingearbeitet. Weiterlesen