»Warum schweigen die Lämmer?«

Der Psychologe und Hochschullehrer Rainer Mausfeld hält eine sehr empfehlenswerte Vorlesung darüber, wie aktuelle Herrschaftsinstrumente sowie Kontrolltechniken funktionieren und warum es keinen Widerstand in der Bevölkerung gibt. Empörungs‐ und Meinungsmanagement seien sehr effektive Maßnahmen, um die Menschen ruhig zu stellen. Zudem behauptet er treffend: »Westliche Demokratien sind de fakto Oligarchien.«

7 Gedanken zu “»Warum schweigen die Lämmer?«

  1. Ich hab mir den Vortrag schon vor ner Weile zu Gemüte geführt (auch in schriftlicher Form) und fand ihn insgesamt informativ. All zu viel Neues erfuhr ich aber nicht; einige Details zwar — aber letzten Endes doch keine wirkliche Erklärung, warum die Lämmer es selbst vorziehen, zu schweigen.

    Bilden die Lämmer in der Summe (von oben bedrachtet) am Ende nicht doch einen Wolf (der auch mal die eigenen Kinder und Artgenossen frisst)...? Das Lamm selbst müsste vielleicht auch mal intensiver erforscht werden...? Dann würde man evtl. erkennen, dass das Bild vom harmlosen »Lamm« (wegen der verinnerlichten sozialdarwinistischen Grundeinstellung) auch nicht wirklich treffend ist... Ein Lamm, welches es durch (nicht-)wählen und vor allem Zusehen legitmiert, dass andere Lämmer (vorwiegend geistig) gefangen gehalten, ständig strukturell gequält, unterdrückt und am Ende regelrecht geschlachtet werden — ist eben keines. Es ist ein Wolf — im Lammpelz. ;) :(

  2. @Eike

    Faktisch völlig richtig!

    Aber uuh, laut wikipedia war »Plutokratie« ein Kampfbegriff der Nazis gegen die USA. Wer also so einen Begriff verwendet, ist nicht nur ein rechtsradikaler Populist, sondern auch noch antiamerikanisch. So einfach geht das heute, um Begriffe und damit das freie Denken zu verbieten. :BULLE:

  3. Da fällt mir wieder Volker Pispers ein; »da sagen einige, man dürfe nicht in oberflächlichen Anitamerikanismus verfallen — dabei ist meiner gar nicht oberflächlich!«

    Was die Sprachpolizei betrifft — so leicht kann man eben das Denken beherrschen und das spalterische Sektierertum fördern. Wenn man Dinge, die etwas treffend bezeichnen nicht verwenden dürfen soll. »Gedankenverbrechen. Stop!« Negatives Beispiel ist da inzwischen auch die »Lügenpresse«. Wenn Linke die Medien substanziell mit anderen Begriffen (aber im Kern aus den selben Gründen!) kritisieren, ist es okay. Aber weil nun ein anderes Lager wie die Pegidioten das (wenn auch aus anderen Gründen) ähnlich sehen (und auch davon betroffen sind), ist einem die eigene Kritik an der Sachfrage plötzlich nicht mehr so wichtig; zumindest nicht so wichtig wie die »Distanzierung« von »bösen« Begriffen und Personen. Ich habe manchmal den Eindruck, man hat Pegida auch aus diesem Grund regelrecht »gezüchtet« (bei den Initiatoren ist garantiert keiner vom Verfassungsschutz...); denn seit die (Oligarchen-Propaganda-NATO-Mainstream-)Medien ;) sich an denen abarbeiten und sich gegen den Vorwurf der »Lügenpresse« wehren — hat man damit die »linke« Medienkritik (die grade in Sachen Montagsdemos Fahrt aufnahm) komplett erledigt. Da bekommen dann manche Selbstzweifel oder Angst vor der eigenen Courage. Der eigene Standpunkt wird plötzlich infrage gestellt, weil andere (»falsche«) ihn teilen (auch aus Angst, zu nem »rechten« Zombie zu mutieren...?). Sogar der W. Lieb hat sich ja dann auch in dieser Folge und aus diesen Gründen von den Nachdenkseiten »distanziert«...

    Mission accomplished...!

  4. @Dennis82

    Ich habe manchmal den Eindruck, man hat Pegida auch aus diesem Grund regelrecht »gezüchtet« (bei den Initiatoren ist garantiert keiner vom Verfassungsschutz...); denn seit die (Oligarchen-Propaganda-NATO-Mainstream-)Medien ;) sich an denen abarbeiten und sich gegen den Vorwurf der »Lügenpresse« wehren — hat man damit die »linke« Medienkritik (die grade in Sachen Montagsdemos Fahrt aufnahm) komplett erledigt.

    Sehr gut möglich. Interessante These.

  5. Leider brauchte man die nicht zu züchten.Ich lebe seit ca. 15 Jahren bei den Pedigesen. Es musste nur ein Ventil her, was ja auch kam.

  6. @Eike — die sind überall. Als großer Kritiker der »Mitte« meinte ich damit auch nicht die (sozialdarwinistische, egoistische, xenophobe, ausgrenzende) Ideologie dahinter, sondern die »organisierte«, manifestierte Form. Die in der Tat auch eine Ventilfunktion hat. Was sich da letztlich als »Pegida« oder unter ähnlichen Bezeichnungen formierte, war auch genau dass, was mir zeit Lebens aus der Mitte der Gesellschaft eben immer wieder begegnet ist. An sich nette (meist vollkommen unpolitische) Menschen, die den politisch abscheulichsten Dreck von sich gaben. »Kinderschändern die Eier abschneiden. Arbeitslose sind alle nur zu faul. Wer arbeiten will, findet auch welche. Der Neid auf die Reichen kotzt mich an. Ausländer sind kriminell. Penner gehören ins Lager. Hartz IV ist noch zu hoch. Unter Adolf war nicht alles...« usw.

    Deshalb widert es mich auch so an, wie man sich davon künstlich(!) und vor allem auf eine sehr verlogene und heuchlerische Art distanziert...! Und auch wenn es eine »VT« ist — Pediga kam als Buhmann gerade recht, um der »Mitte« auch wieder eine Gelegenheit zu geben, sich als »mittig« zu präsentieren — aller originär »rechten« / reaktionären Politik und Hetze (grade von Seiten der Journaille gegen den Islam — man kennt sicher das Video von Hagen Rether mit den Spiegel‐Covern...) der letzten Jahre zum Trotz . Daraus beziehen sie letztlich die eigene (selbst verliehene) Legitimität. Und genau deshalb sind sie auch so gefährlich...

    »Pegida« wurde von den mittigen Menschenfreunden genauso instumentalisiert, als Mittel zum Zweck genutzt wie die Faschos in der Ukraine oder die Leute vom NSU hier...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.