Die Leidenschaften der Masse

masseinteresse_titelPolitischer und journalistischer Mainstream ist nicht nur neoliberaler Pragmatismus und machterhaltende „Realpolitik“ im Sinne des Kapitals, sondern auch die überhebliche Behauptung, dass man ganz genau wissen würde, was die Mehrheit der Bevölkerung so denkt und will. Das wird regelmäßig von ganz rechten bis ganz linken Experten in den Äther gepustet („uns“, „wir“, „die Deutschen“, „die Bevölkerung“). Häufig wird hier eine ganze Nation für eigene Partikularinteressen instrumentalisiert. Dabei ist es im Internet-Zeitalter gar nicht so schwer, ein halbwegs repräsentatives Bild von den Interessen der Masse zu zeichnen. Schauen wir uns doch einmal an, was die Deutschen wirklich lesen, kaufen und konsumieren. Auf einer rein medial-quantitativen Ebene. Weiterlesen

Langweilig

Ich fahre Bahn. In Berlin. Hier treffen täglich Millionen Menschen aufeinander. Hier darf man verallgemeinern. Es sind Massen unterwegs. 90 Prozent aller Insassen beschäftigen sich mit ihrem infantilen Spielzeug. Hören Musik. Arbeiten die Facebook-Timeline ab. Chatten via WhatsApp. Oder widmen sich einem banalen App-Spielchen. Viele Kerle unterhalten sich über Fußball, Lohnarbeit, smartphone-Technik-App-Blabla, über sportliche Aktivitäten oder über etwas Anderes, womit sie sich brüsten können. Die Frauen reden bevorzugt über Kinder, Haustiere, Mode und Kosmetik, ihren Familien und Männern. Wer, was, wann, wo, wie und warum gesagt hat (Auf der Suche nach dem heiligen Subtext) und wie er oder sie es wohl gemeint haben könnte, via Facebook, WhatsApp oder sogar von Angesicht zu Angesicht.

Bin ich hochmütig, überheblich oder arrogant, wenn ich so denke und urteile? Mag sein. Aber es ist überall der gleiche Anblick. Auf öffentlichen Plätzen, in Bus und Bahn, in Shopping Centern, bei Familientreffen oder in Behörden. Die Menschen sind bis in ihre kleinsten Charakterporen sozial konditioniert, angepasst und massenkonform. Die gleichen Klamotten, die gleichen Frisuren, die gleichen Gesprächsthemen, das gleiche (Herden-)Verhalten. Es ist alles so gähnend langweilig, öde und berechenbar geworden. Viele haben weder etwas Interessantes zu erzählen, noch irgendeine Art von echter, authentischer Individualität, die sich wirklich vom Sitznachbarn unterscheidet. Die Neugier auf Andere versinkt für mich im Sumpf der Massenindividualität. Wie soll man da ein empathischer Humanist bleiben?

Worüber sich Diktatoren freuen würden

  • wenn die Massenmedien ohne ein zentrales Zensurorgan alle das Gleiche schreiben.
  • wenn die Bürger mit Vorliebe nach oben kriechen und nach unten treten.
  • wenn die Mehrheit die Wiedereinführung der Todesstrafe freudig begrüßt.
  • wenn Lohnarbeits- und Schuldknechtschaft für Freiheit gehalten werden.
  • wenn der Staat einen Krieg führt und es niemanden interessiert.
  • wenn ein Großteil der Bevölkerung sich in ihr Schicksal fügt, resigniert und davon überzeugt ist, „nichts ändern“ zu können.
  • wenn Kunst, Kultur und Philosophie stark an Bedeutung verlieren und das ökonomisch-bürokratisch-technokratische Denken dominiert.
  • ein Gerät zu besitzen, daß die Bürger bespaßt, überwacht und Daten sammelt, dass den Menschen aber vollkommen gleichgültig ist.

Smalltalk? Ich kann nicht mehr!

smalltalk_titelAls smalltalk bezeichnet man (laut Wikipedia) eine „beiläufige Konversation ohne Tiefgang“ Wenn man Menschen neu kennenlernt, ist es durchaus nachvollziehbar und verständlich, sich zunächst einmal über eher belanglose und oberflächliche Themen zu unterhalten: das Wetter, die Lohnarbeit, der Wohnort, Verwandtschaftsverhältnisse. Leider erlebe ich es in den letzten Monaten und Jahren immer wieder, dass –selbst wenn man Menschen schon länger kennt und sich schon öfters getroffen hat- die Gespräche auf einem unverfänglichen und eher unverbindlichen Niveau bleiben. Weiterlesen

Die Destruktivität des Blöden

ArendtIm Zuge des Eichmann-Prozesses im Jahre 1961 stellte die Philosophin Hannah Arendt, die Theorie auf, dass der wahrhaftig Böse nicht der Überzeugungstäter, sondern der Mensch sei, der kein Individuum mehr sein möchte und sich weigere selbständig zu denken. Sie bezeichnete den SS-Mann Adolf Eichmann eben nicht als triebgesteuertes Monster, sondern als einen durchschnittlichen Hanswurst, der stur und ohne eigenes Denken der Ideologie des Nationalsozialismus gefolgt sei. In der Negation der Individualität, der Weigerung seine Vernunft zu gebrauchen und in der dogmatischen Gesetzestreue, liege laut Arendt, die Banalität des Bösen. Der Schreibtischtäter und Befehlsempfänger, der keinerlei Interesse an Moral, Vernunft und Menschlichkeit mehr habe und sich nur der pragmatisch-bürokratischen Sachlichkeit („Ich habe nur getan, was mir befohlen wurde!“) verpflichtet fühle, sei das wirklich Böse. Für diese Behauptung wurde und wird sie bis heute weltweit kritisiert. Dabei ist ihre These aktueller denn je. Weiterlesen

Störfall Kreativwirtschaft

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Alle 3 Sekunden wird in den Medien getäuscht, getrickst und gelogen.

  • Alle 3 Minuten geht der letzte Tropfen in die Hose.
  • Alle 5 Minuten kocht eine alleinerziehende Mutter Nudeln mit Pesto.
  • Alle 7 Minuten werden sich nach dem Kacken nicht die Hände gewaschen.
  • Alle 10 Minuten fragt ein Verkäufer im Supermarkt: „Haben Sie eine Payback-Karte?“

Bitte verblöden Sie mich!

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-Offener Brief an alle TV-Stationen, Medien, Verlage, PR- und Werbeagenturen, die Unterhaltungsindustrie, an alle Klugscheißer und an die Politik-

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit fordere ich Sie auf, mich stets dumm, klein und unbedeutend zu halten! Bitte belügen und betrügen Sie mich! Ich möchte nichts wissen von politischen oder wirtschaftlichen Hintergründen, von geschichtlichen Ereignissen die verschwiegen werden, philosophischen Gedankenspielen, von Sprachverdrehungen, PR-Propaganda, Selbstzensur, ökonomischen Abhängigkeiten oder Interessenspolitik. Das alles interessiert mich einen Scheiss! Ich lebe nach dem Prinzip: mein Haus, mein Auto, meine Frau und mein Kind, meine Lohnarbeit, mein Fernseher, mein smartphone – und hinter mir die Sintflut. Weiterlesen

Die tägliche TV-Massen-Verblödung

Beispiel: TV-Sender Vox, Sonntag, 3. August 2014

8:30 – 13:25 Uhr: 4 Hochzeiten und eine Traumreise

Anmerkung: Billig produzierte Pseudo-Doku-Sozialsoap (Artikel von todesglupsch) mit Laien-Darstellern und einem vermeintlichen Hochzeitsexperten, der die Ausrichtung der jeweiligen Hochzeitsfeiern kommentiert: Wie war das Essen? Wie war der erste Tanz? Wie waren die Emotionen? Weiterlesen