Selbstinszenierung

Im Übrigen wird nach Aussehen und Ansehen verurteilt. Das unausgebildete Gewissen der Masse ist auf diese Weise befriedigt.“
(Gustave le Bon. „Psychologie der Massen“. Nikol Verlag. Hamburg 2009. S. 152)

In der modernen, neoliberalen und digitalen Gesellschaft, gibt es primär drei bestimmende Aspekte des Selbst: die Selbstoptimierung, die Selbstentfremdung und die Selbstinszenierung. Diese Phänomene geben das Framing und die Agenda der sozial und gesellschaftlich erwünschten »Individualität« vor. Wer sich nicht in diesem vordefinierten Rahmen bewegen will oder kann, muss mit persönlichen Nachteilen oder Sanktionen rechnen. Wer sich beispielsweise nicht gut verkaufen kann oder will, hat womöglich Schwierigkeiten bei der Jobsuche. Wer sich auf Facebook, whatsapp, Twitter oder Instagram nicht gut in Szene setzen kann oder will, muss womöglich mit sozialen oder gar beruflichen Nachteilen rechnen. Identitätsproduktion, Selbstvermarktung und Geltungsbedürfnisse, erzeugen ein narzisstisches Ich‐Miteinander, bei dem Objekte über ihre Masken Dialoge führen. Weiterlesen