Corona Time (8)

Weshalb glauben eigentlich so viele Menschen, dass die Bundeskanzlerin, die Regierung sowie das Bundesgesundheitsministerium für die Bevölkerung nur das Beste wollen? Wieso unterstellen sie der Macht eine philanthropische Handlungsweise? Schaut man auch nur in die jüngere Vergangenheit, dann gibt es dutzendfache Beispiele, Nach‐ und Beweise, dass exakt das Gegenteil der Fall ist! Es wird Politik primär im eigenen Interesse und für eine vermögende Oberschicht gemacht. Aber ganz und gar nicht für die Mehrheit! Das war in der Vergangenheit immer so und wird auch in der Zukunft immer so sein! Das sollte für viele Menschen auch keine bahnbrechende neue Erkenntnis sein! Und dennoch verfallen weiterhin so viele in einen devoten Kadavergehorsam und in blinde Autoritätshörigkeit. Warum? Weiterlesen

»Berlin ist ein Dorf!«

Diesen Satz hört man hier immer wieder. Er betont, dass trotz der über 3,7 Millionen Einwohner, jemand jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der das auch gehört, gesehen und/oder gelesen hat, der jemanden kennt. Ich verdeutliche das mal an einem Beispiel. Auf meiner Lohnarbeit an einer Grundschule habe ich rund 30 pädagogische Kollegen, mehr als 30 Lehrer und rund 600 Schüler. In meiner berufsbegleitenden Erzieher‐Ausbildung gibt es rund 25 Kollegen*innen, die in 25 verschiedenen Einrichtungen überall in ganz Berlin verteilt arbeiten. Jeder kennt wiederum dutzende Kollegen, Kinder, Eltern, Bekannte, Freunde und so weiter. Fast jeder in meinem Freundes‐, Familien‐ oder Bekanntenkreis kennt jemanden, den ich auch kenne, der jemanden kennt. Die quasi informellen Netzwerke sind in Berlin insofern sehr sehr groß.

Nun kommen wir zu Corona. Ich habe alle gefragt. Mein gesamtes berufliches und privates Umfeld ausgehorcht. Nichts. Nada. Niente. Es gibt nicht einen Corona‐Fall. Niemand kennt auch nur eine Person, die jemanden kennt, die jemanden kennt, wo er/sie mal was gehört hat. Nothing. Nope. Gar nichts! Natürlich ist Corona trotzdem da. Und ja, für einige (sehr) wenige auch gefährlich. Aber eben nicht in dem Ausmaß, wie es uns täglich verkauft wird (»Pandemie«). Zumindest nicht in der größten Stadt Deutschlands.

Ein Blick in die Presse bestätigt diesen subjektiven Eindruck sofort: »In Berlin sind nur 69 Intensivbetten mit Corona‐Patienten belegt, die Notklinik mit 1000 Betten wird aktuell nicht gebraucht Die Betten in den Kliniken sind gespenstisch leer. Die Mitarbeiter werden sogar in Kurzarbeit geschickt. Und ja, woanders ist es sicher anders (schon jetzt: »Danke für den Hinweis!«). Aber können wir dann zumindest in der größten Stadt Deutschlands mit fast 4 Millionen Einwohnern den verfassungswidrigen Coronoia‐Zirkus (nach bald 8 Wochen!) für beendet erklären? Und jetzt kommt mir nicht mit »die Maßnahmen wirken«. Wo ist hier die Evidenz?

Einsamkeitsgipfel

Ich habe an dieser Stelle schon häufig erwähnt, dass die Realität sämtliche Dystopien und Satiren längst überholt hat. Nun wird es auch noch absurd: die CDU in Berlin veranstaltet einen »Einsamkeitsgipfel« und will einen »Einsamkeitsbeauftragten«. Fazit der Experten: »Das Phänomen sei kaum greifbar«. Ich könnte lachen, wenn es nicht so traurig wär. Und wie üblich wird nicht nach Ursachen gesucht, sondern an den Symptomen herumgedoktert. Symbolpolitik. Nebelkerzen. Ob indigene Völker oder afrikanische Dorfbewohner auch unter Einsamkeit leiden?

»Zwischenmenschliche Beziehungen sind heute vielfach tief verinnerlichter Neoliberalismus, bei dem große Bevölkerungsschichten als überflüssige Ballastexistenzen marginalisiert werden.«

Es ist wie im Irrenhaus: seit mehr als 30 Jahren predigen Politik und Wirtschaft neoliberale Eigenverantwortung, Wettbewerb und Konkurrenz, betreiben radikalen Sozialabbau, entzweien ganze Bevölkerungsgruppen (»Bedarfsgemeinschaft«), reduzieren den Bürger auf seine Lohnarbeitsfunktion und seinen Konsumentenstatus (»Hobbys sind überflüssige Zeitverschwendung!«), hetzen medial gegen jede soziale oder ökologische Bewegung, erheben Profite stets, immer und überall zur Maxime (der Mensch ist zweitrangig) und verteufeln jede Form von Solidarität als kommunistischen Satanismus — und dann wundern sie sich, dass beispielsweise in Berlin mehr als die Hälfte aller Haushalte Single‐Haushalte sind? Was rauchen die alle? :NENE:


Alleinsamkeit
Vereinsamung als Herrschaftsprinzip