Bildungsrepublik Deutschland

»Der Mangel an Lehrkräften verfestigt sich. [...] Insbesondere im Grundschulbereich [...] Anwerbemaßnahmen zum Nulltarif ohne qualitative und monetäre Verbesserungen werden nicht ausreichen, um die Lücke zu schließen [...] vor allem in Schulen in sozial schwierigen Wohnquartieren.«

(13.09.2019, Marlis Tepe, GEW‐Vorsitzende)

Anmerkung: Warum es wohl vor allem bei den Altenpflegern, Erziehern und Lehrern so einen Notstand gibt? Die Arbeitsbelastung ist hoch, die Bezahlung (Ausnahme Lehrer) ist unterwältigend, die gesellschaftliche Anerkennung niedrig und die Karrieremöglichkeiten begrenzt. Wer eine neoliberale, »marktkonforme Demokratie« (Merkel) propagiert, sollte sich nicht wundern, wenn immer weniger Menschen Freude an empathischen Berufen entwickeln. Das marktradikale Motto heißt doch allerorten: »Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht!« Klappt wohl doch nicht, oder? ;)


Berliner Bildungsprogramm: eine Kritik
Neusprech: Sozial schwach und bildungsferne Schichten

Schulfabriken

Der DGB und die GEW haben am 11. Dezember 2012 einen Brief an die Kultusministerkonferenz (KMK) geschrieben, in der sie ihre Bedenken darüber äußern, dass...

Wirtschafts‐ und Finanzverbände, Privatunternehmen, Stiftungen, Vereine und sonstige Lobbygruppen in den letzten Jahren immer stärker versuchen, die Lerninhalte in allgemeinbildenden Schulen zu beeinflussen«. [...] Der Kampf um die Köpfe ist bereits so weit vorangeschritten, dass die oben genannten Akteure eigene Schulmaterialien mit einem eigenen Gütesiegel versehen.

Die Gewerkschaften setzen sich für eine Prüfstelle für Unterrichtsmaterialien ein. Denn die primäre Aufgabe der Schulen sei es, Schüler umfassend und interdisziplinär zu bilden und auf das Leben vorzubereiten. Es dauert also nicht mehr lange bis die INSM und der Arbeitgeberverband Lehrer‐U‐Boote schicken und den Unterricht nach ihren Profitinteressen umgestalten. Den kompletten Gewerkschaftsbrief gibt es hier.