Presseblick (67)

teufel_gamestar

gamestar.de

Die Online-Medien werden immer kreativer, wenn es darum geht kostenneutral und günstig Inhalte Content und Werbeartikel zu produzieren. Da werden Leser aufgerufen Testberichte zu schreiben oder Youtube-Videos zu veröffentlichen, Gewinnspiele veranstaltet oder Werbegeschenke verteilt. Und um Adblocker zu umgehen, sind Content Marketing, Native Advertising sowie Advertorials keine Seltenheit mehr. Auch personalisierte Werbung ist heute digitaler Alltag.

Nach dem Lesertest bei gamestar.de beispielsweise, darf man das Headset im Wert von 170 Euro behalten. Wird der Lesertest auch veröffentlicht, wenn er kritisch ausfällt? Passiert das überhaupt, da man sich als Beschenkter nicht sowieso subtil bedanken will? Sollen Leser jetzt Advertorials verfassen, damit die Redaktion sich diesem Vorwurf nicht mehr aussetzen muss? Übrigens: Kommentare sind bei diesem Artikel natürlich nicht zugelassen. Oder man darf einen „User-Artikel“ schreiben und anstatt angemessener Entlohnung gibt es gog.com-Gutscheine als Bezahlung, weil die Gamestar mit der Spiele-Plattform einen Werbe-Deal hat. So funktioniert heute der werbefinanzierte Online-Journalismus. Hurra! :JAJA:   Weiterlesen

Game of Thrones

Ja, ich schaue die Serie auch. Und ja, sie hat deutlich nachgelassen. Nun ist sie endgültig im Hollywood-Mainstream-Popcorn-Kino angekommen. Die Serie ist aber auch ein guter Beweis dafür, wie unsere bürgerlichen Massenmedien gleichgeschaltet sind, jeden Hype mit machen bzw. befeuern und primär vom SEO gesteuert werden. Hinzu kommt das systematische Abschreiben von reuters, dpa und anderen Agenturen. Hauptsache, es werden entsprechende Keywords in der Adresszeile, im Titel und im Artikel platziert. Ob sie inhaltlich irgendetwas interessantes beizusteuern haben oder ob nicht auch weniger populäre Serien eine Erwähnung wert wären, spielt indessen weniger eine Rolle. Der Klick zählt. Deshalb ohne Link:

  • taz.de: „Ende siebte Staffel Game of Thrones: Zottelige All-Star-Combo in Flokati“
  • zeit.de: „Game of Thrones: Zum Leben verdammt“
  • spiegel.de/bento.de: „Was im großen Finale der 7. Staffel passiert“
  • nzz.ch: „Sieben Fakten zur siebten Staffel“
  • sueddeutsche.de/jetzt.de: „Das GoT-Staffelfinale ist wie die Trennung von einem geliebten Menschen“
  • n-tv.de: „Letzte Staffel verzögert sich: Game of Thrones-Fans müssen stark sein“
  • tagesschau.de: „Game of Thrones-Drehbuch gestohlen“
  • morgenpost.de: „Müssen Game of Thrones-Fans bis 2019 aufs Finale warten?“
  • stern.de: „Game of Thrones-Finale: Das Ende einer Ära“
  • bild.de: „Die letzten Geheimnisse von Game of Thrones“
  • tagesspiegel.de: „Staffelfinale von Game of Thrones: Schnelle Flotte für Cersei Lennister“

Presseblick (65)

dernewsticker.de vom 15. Juli 2017

dernewsticker.de vom 15. Juli 2017

Junge Welt vom 10. August 2017

Junge Welt vom 10. August 2017

Nach der G20-Kampagne, dem Erstarken der AfD sowie einen weit um sich greifenden Flüchtlingshass, Ausländerfeindlichkeit und Rassismus, rund 180 Todesopfer seit 1990 durch rechte Gewalt, den „national befreiten Zonen“ in den neuen Bundesländern, der Pegida-Bewegung, mehr als 1.000 Angriffe auf Flüchtlingsheime im Jahr 2016 sowie den (immer noch nicht aufgeklärten!) NSU-Morden und den sechs „zufälligen“ toten Zeugen – kommt die eigentliche Gefahr von links! Und zwar nur von links! :BULLE:   Weiterlesen

Die SEO-Filter-Bubble

seo_titelEs gibt einen wichtigen Aspekt, warum wir es mit einer zunehmenden medialen Online-Gleichschaltung zu tun haben und der eher selten thematisiert wird: Search Engine Optimization (SEO) oder kurz: Suchmaschinenoptimierung. Schließlich wollen alle Webseiten-Betreiber möglichst auf der ersten Seite einer Google-Suchanfrage stehen. Verschiedene Untersuchungen haben nämlich ergeben, dass fast 30 Prozent aller Nutzer auf das erste Ergebnis klicken und nur knapp 5 Prozent der User sich die Mühe machen, auf Seite Zwei der Suchergebnisse zu klicken. Um also weit vorne zu stehen, werden verschiedene Methoden angewandt (Onpage- und Offpage-Optimierung, Linkpyramiden, Backlinks, PageRank, Social-Media-Spamming, Gestaltung der Landing Page etc.). Die Hauptmethode ist und bleibt aber den sog. „Content“ (also den Inhalt der jeweiligen Seite) so anzupassen, um Google-Algorithmen bestmöglich zu entsprechen. Weiterlesen

Wir haben Post erhalten!

Vor einigen Tagen erhielten wir eine E-Mail:

„Sehr geehrte ZG-Redaktion,

für meine Kunden suche ich hochwertige Artikelplätze mit thematischem Bezug. Ein konkretes Interesse meines Kunden auf Ihrer Seite zu buchen besteht bereits. So bin ich auf Ihre Seite aufmerksam geworden. Ich würde gern bei Ihnen einen thematisch passenden Artikel buchen.

Ich liefere Ihnen gern einen sehr hochwertigen und professionell geschriebenen Text, welcher von meiner hauptberuflichen Redakteurin aufwendig recherchiert und getextet wird. Alternativ können Sie aber auch gern den Text verfassen. Der Text sollte mindestens 2 Jahre online bleiben.

Bieten Sie so etwas an? Können Sie mir bitte ein Beispiel und Ihren Preis mailen? Haben Sie evtl. noch weitere Seiten, auf denen so etwas möglich ist?

Ich freue mich auf Ihr Feedback bis zum 30.06.2016. Ich danke Ihnen für Ihr Feedback.“

Patrick Tomforde – Online Marketing
www.performanceliebe.de

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Solche und ähnliche E-Mails bekommen wir häufiger. In aller Regel ignorieren wir sie. Dieses Mal aber, haben meine Finger gejuckt: Weiterlesen

Sex Internet facebook RTL

Werter Leser,

ich bin ein suchmaschinenoptimierter Text ohne Sinn und Verstand. Ich schreibe nicht für Sie, sondern für eine Maschine. Ferner, ich täusche Ihnen natürlich vor, als hätte ich wahnsinning wichtigen CONTENT, als würde ich etwas zu sagen haben. Aber in Wahrheit schreibe ich ausschließlich für GOOGLE. Und um dort besser gefunden zu werden, gibt es das sog. SEO („Search Engine Optimization“). Dieses besagt, dass ich im Blog- und Artikelnamen sowie im Text KEYWORDS unterbringen muss, um ein besseres PAGERANKING erzielen zu können: RTL, YOUTUBE, FACEBOOK, AMAZON, BILDER, GELD, EBAY, ARBEIT, SEX und so weiter.

Insofern ist „www.zeitgeistlos.de“ für die Suchmaschinenoptimierung eine schlechte Wahl, denn wer gibt dieses Wort schon bei google ein? Besser wäre: „www.zeit-berlin-geist.de“. Außerdem rät mir SEO auf Wortschöpfungen, Neologismen und Gedichten zu verzichten. Kreativ ist nur das, was SEO erlaubt, d.h. was Menschen bei GOOGLE eingeben. Wichtig sei die ONPAGE- und OFFPAGE-OPTIMIERUNG einer Seite. Bitte benutzen Sie mich und setzen Sie BACKLINKS.

Herzlichst,

Ihr bezahlter SEO-Autor