Bevor man die Einleitung für einen so wichtigen Rückblick schreiben will, sollte man auf jeden Fall vermeiden, die Texte aus den letzten Jahren zu lesen... Ja gut, danke für die späte Währung Warnung. Aber es ist ja auch nicht so, dass ich hier pro Zeile bezahlt werde. Will ja auch nicht alles vorwegnehmen. Also lasst die Rückblicke beginnen: Weiterlesen »
Die ZG-Redaktion wünscht allen Lesern ein besinnliches Weihnachtsfest. Lasst es ordentlich mit eurem neuen 3D-Flachbildschirm krachen oder lehnt euch zurück und genießt die kleine Pause.
Wie ihr bestimmt schon gemerkt habt, gibt es heute keine Kritik an Politik, Gesellschaft oder den Menschen. Bis 2012 lassen wir es im ZG-Blog noch etwas entspannter laufen, um dann wieder gestärkt durchzustarten. Und da ich mit einer Katze begonnen habe, sollte man auch mit einer aufhören: Simon's Cat!!
Nordkoreas Diktator Kim Jong Il ist verstorben. Unsere bürgerlichen, neoliberalen Einheitsmedien nutzen die Gelegenheit, um Nordkorea nieder zu machen:
So wenig die Welt dem Kim nachweint, so sehr tun es seine Landsleute. Bis zum 29. Dezember sollen die Nordkoreaner um den Geliebten Führer trauern, hat die Regierung angeordnet.
Zum Tod von Kim Jong-il setzen Nordkoreas Staatsmedien ganz auf Propaganda. Bilder von teils ekstatisch Trauernden sollen In– und Ausland zeigen, wie sehr die Menschen hinter dem Verstorbenen stehen.
Ist uns das unbekannt? Die Kollektiv-Trauer, das Massen-Schluchzen, das Event-Weinen wird jedesmal neu zelebriert, wenn ein Prominenter oder ein Mensch der in der Öffentlichkeit stand, verstorben ist. Auch bei Terror-Anschlägen wird das von der Bevölkerung und den Medien erwartet. Ich erinnere nur an Michael Jackson, Robert Enke, Steve Jobs oder die tagelange TV-Dauerheulpropaganda vom 11. September 2001. Ob die Bilder der trauernden nordkoreanischen Bevölkerung inszeniert sind oder nicht, können wir schwer beurteilen. Sich aber moralisch über Nordkorea zu erheben, obwohl man selbst regelmäßig der Event-Trauer frönt, ist bigott. Wir sind eben die Guten und sie die Bösen.
Politiker reden nicht, sie machen deutlich. Sie sprechen nicht, sie verwenden Plastikphrasen, Sprechblasen und Gummiwörter. Georg Schramm über die Sprache der Politik.
Zunächst kommen Sie einer Einladung des Jobcenters nach, die Sie nicht ablehnen dürfen. Und wenn doch, mit Sanktionen rechnen können. Nun werden Sie mit weiteren Zwangseingeladenen in einen großen Versammlungssaal geführt. Nachdem sich der Sachbearbeiter-Dozent vorgestellt und ein tolles Lächeln aufgelegt hat, beginnt er mit einem 1×1 des Internets. Schließlich sind alle Hartzis nicht nur chronisch verfettet, faul, alkohol– und tabaksüchtig, sondern auch gestandene Web-Deppen. Dabei dürfen kreative Formulierungen wie »dann klicken Sie hier« natürlich nicht fehlen.
Sobald Sie einen eigenen Account in der Jobbörse angelegt haben, dürfen Sie sich über weitere Post ihres Arbeitsvermittlers freuen. Denn der Möchtegern-Dozent erzählt stolz, dass Sie sich ihren Jobbörse-Account mit ihrem Arbeitsvermittler teilen. Er hat vollen Zugriff und kann sehen, wie, wo und wann Sie sich über die Jobbörse beworben haben. Somit sparen Sie Ihrem Arbeitsvermittler wertvolle Recherche– und Arbeitszeit. Sie sind nun ein besserer Bürger und ein wertvollerer Hartzi als vorher. Herzlichen Glückwunsch!
Ob die vorliegenden Sachverhalte nur Einzelfälle sind oder als weitverbreitet gelten dürfen, soll jeder selbst beurteilen. Ich habe sie jedoch alle persönlich erlebt. Ich verzichte daher auch auf Relativierungen und Differenzierungen, vielleicht fühlen sich so auch mehr Leser angesprochen. Frei nach dem Motto: »bei mir ist es aber gaaanz anders!« Weiterlesen »
»Es gibt keinen von der Bevölkerung tatsächlich regierten Kapitalismus, keinen Kapitalismus, indem der Wille der Bevölkerung über den Imperativen von Profit und Akkumulation steht [...] Auch dass es niemals eine kapitalistische Gesellschaft gab, in der Reichtum nicht einen privilegierten Zugang zur Macht garantierte, ist hinlänglich bekannt«
- Ellen Meiksins Wood, »Die Grenzen des Kapitalismus«, Blätter, Ausgabe Dezember 2011, Seite 55
Anmerkung: Viele glauben, wenn die SPD wieder auf den sozialen Pfad geführt werde, der Kapitalismus gezähmt werde und die Unternehmen wieder mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, ja dann, werde alles irgendwie wieder gut. Das obige Zitat verdeutlicht, dass der Kapitalismus nie in erster Linie an den Menschen gedacht hat, es ging und geht immer nur um den Profit einiger Weniger, auf Kosten der Masse. Damit will ich nicht sagen, dass der Sozialismus besser bzw. somit anzustreben sei. Dennoch muss der Kapitalismus überwunden werden, wenn der Mensch im Zentrum jeglicher Politik stehen soll.