Männlich. Weiß. Hetero.

Ich bin privilegiert und weiß es gar nicht. Ich werde wohl angeblich weniger diskriminiert. Generalisierte Vorwürfe und Anschuldigungen zählen nicht! Deshalb stehe ich in der Opferpyramide ganz unten. Ich habe meine Fresse zu halten! Mir habe es doch gut zu gehen! Ich dürfe nicht klagen, jammern oder mich diskriminiert fühlen! Beispielsweise wegen der Frauenquote, dem Sorge‐, Scheidungs‐ und Unterhaltsrecht in Deutschland oder, dass Männern (also auch mir) generell unterstellt wird, gewalttätig, gefühllos, notgeil und egoistisch zu sein. Ich bin männlich, weiß und heterosexuell. Ich gehöre zur Tätergruppe, sagen sie. Latente Männerfeindlichkeit im Gewand von linksgrüner, feministischer Komfortzonen‐Gender‐Ideologie. Das ist natürlich keine Diskriminierung. :NENE:

Genau! Und was machen wir gegen Krankheiten? Wir bekämpfen sie!

[»In diesem Beitrag verwende ich keinen Gender‐Gap (Unterstrich, z. B. in Schüler_innen), um Menschen, die sich als Frauen, Männer, Trans*-Personen, Inter*, gendernonconforming, genderqueer, twospirit, weder*-noch*, sowohl*-als auch*, als weder das eine noch das andere und als dazwischen definieren, direkt anzusprechen. Ich bitte untertänigst um Verzeihung!«]

15 Gedanken zu “Männlich. Weiß. Hetero.

  1. Aua :)
    Das durchs Patriarchat (!) etablierte Rollenbild der Männlichkeit ist das Problem laut Kemper. Deswegen fahren im Falle psychischer Erkrankungen weitaus mehr Männer in Menschenmengen als Frauen.
    Ja wo soll man da anfangen?
    Selbst wenn dem so wäre: Von der Erkenntnis hat man kaum was bzgl. Lösungsansätze. Es macht doch überhaupt keinen praktikablen Sinn, 50% der Grundgesamtheit bearbeiten zu wollen, wenn davon nur der allerkleinste Bruchteil (reale Amokfahrer) relevant ist?!
    Und wie soll die Bearbeitung dann eigentlich aussehen?
    Auf solche Fragen gibt es dann keine Antworten. Die lassen sich von Ihrer Filterbubble feiern und jeder, der was anderes sagt oder Fragen stellt ist böse^^

  2. Der älteste mir bekannte Vorwurf der »Frauenbewegung«, in den 1970er Jahren war das Wort Emanzipation der akademischen Kaste vorbehalten, lautet: Frauen müssen prinzipiell im Alleingang die Erziehung der Kinder leisten.
    Schon damals kam bei mir die Frage auf: »Woher kommen jetzt all die kleinen Patriarchen?«
    Mittlerweile gesellen sich für mich noch die Fragen hinzu: »Wieso gibt es 2019 scheinbar keine einzige 13 Jährige mehr, die sich traut ungeschminkt aus dem Haus zu gehen?
    Wieso lässt man es zu, dass junge Frauen sich schon in der Pubertät dem Wahnsinn hingeben, von Natur aus keinen Ansprüchen zu genügen?«
    Schon klar, ich alter, weißer, privilegierter Sack erwarte das.
    Irgendwann kam in der Frühstückspause bei der Arbeit das Thema Muslime auf.
    Eine Kollegin meinte dann ganz trocken, sie hätte nichts gegen einen Tschador, dann sei endlich das Aufbretzeln vor der Arbeit erledigt. Auf meine fassungslose Nachfrage, warum sie das überhaupt mache, sagte sie nur »Zickenkrieg«.

  3. Kommt hier jetzt das Thema auch an...
    Ach, obwohl, da ist dir kein Vorwurf zu machen — das kommt wohl früher oder später bei jedem an. Ist halt eben der Zeitgeist. Nicht deine Schuld.

    Der oben von Twitter zitierte Kerl hat wohl noch nie etwas von »schwarzen Witwen« gehört...

    Nein, aber jetzt mal was ernstes zum Thema: Was meint der wie viele Mädchen es auch vor über 10 Jahren gab, die sich in Foren zum Thema »Schuldamoklauf« herumtrieben. Reine Männerdomäne? Pustekuchen! Aber völlig!!
    Einziges, was man wohl als Unterschied ausmachen konnte: Eher haben sich welche von den Kerlen in den Kopf gesetzt, irgendwas durchzuziehen. Also, es gab eher mal ›nen Kerl, der sich nicht nur für das Thema interessierte, sondern der selbst auch was machen wollte...
    Aber sonst war das Publikum bezüglich des Geschlechts sehr gemischt. Und es war beileibe nicht nur der Groupie‐Effekt.
    Wer so einen Mist labert »ausschließlich Männer tun das!«, der hat kein bisschen Ahnung von der Materie.
    Zugegeben, die weiblichen Protagonisten, die zu Gewalt gegen andere neigen, brauchen schon etwas männlichere Charakterzüge dafür, das sollte aber aus der allgemeinen Problematik »Gewalt gegen andere« schon bekannt sein.
    Und wenn es sonst um die Problematik gehen soll, dass man andere für sein Scheitern dermaßen verantwortlich macht, dass man ihnen Schaden will, da ist vielmehr das Thema »narzisstische Persönlichkeitszüge« wesentlich relevanter als Geschlecht.
    Denn die können Menschen jeglicher Couleur entwickeln! Egal zu welchem Geschlecht sie zugeordnet werden oder sich selbst zugehörig sehen!
    Komischerweise — das weiß die Forschung zu dem Thema aber auch schon latent seit einer ganzen Weile...
    Also, über was redet man hier? Nur strunzdummes Gelaber von Leuten, die sich auf Twitter wieder wichtig machen wollen, und die dem König treue Ideologie wieder unters Volk bringen wollen — noch dazu in der besten Manier (»einfache Antworten«) wie es sich Goebbels nicht hätte besser wünschen können. Populismus in Reinkultur. Auch ohne AfD und Rechts.

  4. @matrixmann

    »Kommt hier jetzt das Thema auch an...
    Ach, obwohl, da ist dir kein Vorwurf zu machen — das kommt wohl früher oder später bei jedem an. Ist halt eben der Zeitgeist. Nicht deine Schuld.«

    Leider wird man mit diesem Thema überall konfrontiert. Ich habe es lange genug ignoriert. Mir fehlt allerdings auch die Muße nun einen längeren Beitrag dazu zu schreiben...

    »Populismus in Reinkultur. Auch ohne AfD und Rechts.«

    Du hast noch den Links‐Populismus vergessen! Mehr gibt es dann aber auch nicht. Mitte‐Populismus? Oder gar neoliberale Populismus‐Propaganda? Quatsch mit Soße! Populismus ist immer gegen die -ach so stabilisierende‐ Mitte gerichtet. Also gegen CDU/CSU/SPD/FDP/GRUENE. :JAJA:

  5. @ epikur
    Deswegen sage ich auch nicht allzu viel böses, dass das auch hier ankommt... Das Thema ist zu viel Gegenstand von Schwachsinnsdiskussionen und zudem lädt es auch ein, mal richtig gekonnt inhaltlich drauf einzuschlagen, weil da so viele Schwach‐ und Angriffspunkte gegeben sind wie selten anderswo.
    Bisher ist mir da aber auch die Muße nicht so treu — liegt auch daran, dass ich nicht allzu persönliche Fässer im Zuge dessen aufmachen möchte...

    Mittlerweile nenne ich das alles Populismus, was diesem Schema von »einfache Antworten« folgt. Ganz gleich, aus welcher Richtung es kommt. Habe soweit den Eindruck, als wenn das allein manchmal schon Tabubruch genug ist, weil viele es nicht sehen, dass auch die andere Seite jenseits von rechts Populismus betreibt.
    Dienen tut’s ja am Ende allem dem selben Zweck... Die Guten sind »die Leitkultur« und die Bösen sind diejenigen, die was dran auszusetzen haben. (Die alte Leier.) Und mit »links« hat hier ja schon vieles überhaupt nichts mehr zu tun, was in diesen Tagen gern als das gebrandmarkt oder ausgegeben wird — dazu gibt’s sogar schon einen Post, der sich darüber aufregt: Hier

  6. Stimme soweit zu — nur stört mich der Begriff linksgrün.
    Ich weiß nicht, was der beinhalten könnte.

    Ich würde das eher als Nazi‐Methode bezeichnen: Andere Menschen verunglimpfen und teeren und federn.

    Daß jetzt mal alte, weiße und nichtschwule Männer dran sind, ist bestimmt nur ein Zufall.

    Irgendwer ist immer das »Opfa«. ;)

  7. @Ossiblock

    »Stimme soweit zu — nur stört mich der Begriff linksgrün.
    Ich weiß nicht, was der beinhalten könnte. Ich würde das eher als Nazi‐Methode bezeichnen: Andere Menschen verunglimpfen und teeren und federn.«

    Ach was, die linken Grünen/die grüne Linke demontiert sich seit Jahrzehnten schon effektiv selbst. Ob »pazifistische Kriegseinsätze« (humanitäre Intervention), grüne Lügen, der Marsch durch die Institutionen (muhaha) oder RWE‐Joschka Fischer oder Atlantikbrücke‐Cem Özdemir.

  8. @ Ossiblock
    Ich würde denken, das große Problem bei dem Term ist einfach, dass man es nicht greifen kann, wie man das nennen sollte.
    Einerseits hat es was von diesen politischen Richtungen, auf der anderen Seite ist der jetzige Schwachsinn aber solch eine Perversion dessen, wofür das mal stand, dass man’s doch als Titel verwerfen müsste, um nicht diejenigen zu beleidigen, die in der ersten Stunde dabei waren und dem Grundanliegen treu geblieben sind ohne die völlige Verdrehung geistig mitzumachen.
    Zum Beispiel — ich denke, es wäre wohl nicht unbedingt anzunehmen, dass die Leute, die mal bei Bündnis 90 mit dabei waren, sich heutzutage begeistert davon zeigen, was alles unter dem Deckmantel »grün« gehandelt wird, geschweige denn, dass eine Partei mit dem Zusatz ihrer Formation im Namen ungeniert herum rennt und solche — auch im grünen Sinne — Schwachsinnspolitik vertritt.
    Bisher hat sich da leider aber noch nichts neues gebildet, mit Hilfe dessen man den pervertierten Unsinn inhaltlich vom Sinn unterscheiden kann, sodass es auch für andere erkennbar ist, was man meint.

  9. Daß jetzt mal alte, weiße und nichtschwule Männer dran sind, ist bestimmt nur ein Zufall.

    Irgendwer ist immer das »Opfa«. ;)

    Grundsätzlich richtig im Schema, ich würde da aber noch ergänzen: Selbst jeder schwule Mann, der sich nicht wie das Klischeebild einer Tucke benimmt, könnte da leicht in den Fokus als Hassobjekt geraten.
    Warum? Alles, was in diesen Tagen potentiell nicht effeminiert ist, gilt als Risiko, den Ablauf dieser großangelegten Gehirnvermüllung zu vereiteln. »Verweiblicht« macht sich nämlich viel einen Kopf darum, was andere über einen denken und passt sich dem Nonsens an, egal wie wenig Sinn er auch macht.
    Nicht‐verweiblicht denkt auch ab und zu mal mit dem Verstand nach und verwirft auch mal was, auch mit der Begründung »Warum soll ich?! Mich kann ruhig die ganze Frauenwelt für’n Arschloch halten, ich bin auf sie nicht angewiesen!«.
    Und genau das ist, wovor man bei all dem große Angst hat. Dass jemand auch mal zu dem Schluss gerät »nö, ich folge dem nicht, ich lasse mich nicht manipulieren« und bei seiner Meinung bleibt.

  10. @ epikur

    Was der Begriff beinhaltet, verrätst du also nicht.
    Stell dir vor, daß ich diesen ganzen Begriffe nur in anderen Zusammenhängen kenne.

    Ein Grüner war bei uns der Volkspolizist.
    Links bezeichnete lediglich eine Wegrichtung oder Ortsangabe .

    Ich muß mein »Lexikon Westdeutsch‐Deutsch« besser pflegen. ;)
    Stell dir vor, daß du 1990 ungefähr 2000 neue Wörter lernen mußtest.
    Westdeutsch.

    Wir scheitern heute noch an Begrifflichkeiten, weil wir anders denken.
    Weil wir anderes erlebt haben und anders erzogen wurden.
    I
    Ich verstehe mittlerweile vieles, aber nicht alles. Und da bin ich nicht der einzige »Ossi.«

  11. @ matrixmann

    Deine Kommentare haben Qualität. Du versuchst, etwas zu ergründen.

    Ich habe im Herbst 2011 mit Jochen Hoff (Duckhome) eine Nacht lang Whiskey gesoffen. Irgendwo in Westberlin. Damals veröffentlichte ich noch Artikel bei ihm.

    Jochen sprach nur über die Nazis in Westdeutschland. Das war sein Grundthema. Ich habe das damals nicht verstanden. Heute schon.

    Man reift und wird weiser und klüger.

  12. @ Ossiblock
    ...Ich denke, das darf ich unverfroren als »Lob« annehmen, oder?

    Es fällt einem in der jüngeren Zeit, gerade wie diese amerikanischen Ideologien und Sichtweisen in aggressivster Weise hier auftreten, immer mehr auf, dass es da merkliche Diskrepanzen gibt zwischen westlicher und östlicher Sicht. Das beschränkt sich nicht nur auf West Germany, auch den angelsächsischen Raum (zähle man hier UK und USA zusammen, ja?).
    Am meisten springt einem dabei ins Gesicht, dass, wenn westliche Sicht über Subjekt X redet, man häufig sagen muss »ey, Leute, ihr habt davon aber ganz komische Vorstellungen... Das gibt das Subjekt ursprünglich gar nicht her!«.
    Das ist keine Bemerkung aus Ost‐ oder West‐Identiätspolitik, es ist ›ne rein sachliche Feststellung, wenn man sich mit dem Subjekt näher befasst.
    Vor dem Hintergrund erklären sich dann auch manche Unterschiede, warum der Westen in ideologischer sich so »fucked up« ist und aus Dingen ein Drama macht, die es eigentlich nicht sein sollten.
    Manche Dinge davon hat der Osten (nicht nur auf den deutschen Raum bezogen) schlichtweg einfach ausgespart — und es ging ihm damit trotzdem gut. Damals wie heute. (Feminismus ist ein sehr gutes Beispiel dafür.)
    Gerade, dass es aber auch »ohne« funktioniert, sollte doch in der Logik darauf hindeuten, dass es möglich ist, und es nicht nur diesen einen Weg gibt, den man sich in der westlichen Welt vorgaukelt.
    Es ist nur eine Frage dessen wie weit man in der eigenen Suppe schmort und nicht auf die Idee kommt, über den Tellerrand zu schauen — im Sinne von »sehen und verstehen, was die anderen außerhalb des eigenen Kreises machen«. (Ich drücke das explizit so aus, weil es trauen sich schon welche, über den Rand zu schauen, aber sie tun es doch strikt nur durch die Brille, welche Prägung sie erfahren haben, anstatt zu versuchen zu verstehen wie fremde Systeme funktionieren.)
    Gerade, wenn es um die Beurteilung sozialer oder anderer ähnlich gelagerten systematischen Entwicklungen geht, fällt einem auf, dass die westliche Welt stets allzu gern nur auf Grundlage ihrer eigenen Verhältnisse Einschätzungen vornimmt. Regelrecht andere Entwicklungspfade ausblendet und Dinge z. B. für »natürlich« (oder »selbstverständlich«) erklärt, die es eigentlich nicht sind, wenn man über mögliche alternative Entwicklungspfade weiß.
    Hm... Ich denke, »dogmatisch« ist ein gutes Wort, um die Denkweise in vielen Ausprägungen zu beschreiben.

  13. @Ossiblock
    Linksgrün = links blinken, rechts abbiegen.
    So versteh ich das, reiner Heuchlerpartie. Solange es sie nix kostet ist Humanismus das Dogma. Wenn dieses Lager etwas abdrücken muss, dann legt es sich auch mit den Faschisten ins Bett.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.