Männlich. Weiß. Hetero.

Ich bin privilegiert und weiß es gar nicht. Ich werde wohl angeblich weniger diskriminiert. Generalisierte Vorwürfe und Anschuldigungen zählen nicht! Deshalb stehe ich in der Opferpyramide ganz unten. Ich habe meine Fresse zu halten! Mir habe es doch gut zu gehen! Ich dürfe nicht klagen, jammern oder mich diskriminiert fühlen! Beispielsweise wegen der Frauenquote, dem Sorge‐, Scheidungs‐ und Unterhaltsrecht in Deutschland oder, dass Männern (also auch mir) generell unterstellt wird, gewalttätig, gefühllos, notgeil und egoistisch zu sein. Ich bin männlich, weiß und heterosexuell. Ich gehöre zur Tätergruppe, sagen sie. Latente Männerfeindlichkeit im Gewand von linksgrüner, feministischer Komfortzonen‐Gender‐Ideologie. Das ist natürlich keine Diskriminierung. :NENE:

Genau! Und was machen wir gegen Krankheiten? Wir bekämpfen sie!

[»In diesem Beitrag verwende ich keinen Gender‐Gap (Unterstrich, z. B. in Schüler_innen), um Menschen, die sich als Frauen, Männer, Trans*-Personen, Inter*, gendernonconforming, genderqueer, twospirit, weder*-noch*, sowohl*-als auch*, als weder das eine noch das andere und als dazwischen definieren, direkt anzusprechen. Ich bitte untertänigst um Verzeihung!«]

Gender. Sex. Bullshit.

sexgender_titelFrüher war die individuelle Sexualität Privatsache. Teil des Charakters und der persönlichen Selbstbestimmung. Etwas, dass man nur selten offensiv in die Öffentlichkeit getragen hatte. Keine Marke, Image oder ein Franchise. Und damit will ich explizit nicht sagen, dass ich konservative Vorstellungen oder ein neues Biedermeier befürworte, sondern, dass der inszenierte Marketing‐Missionseifer bei den Gender‐Themen völlig ausgeufert ist. Mit geschlossenen Weltbildern sollen Dogmen, Ismen und vorgefertigte Meinungen in die Köpfe eingehämmert werden. Unternehmen fahren Marketingkampagnen und die Massenmedien freuen sich über die erhöhte Aufmerksamkeit. Dabei nervt das alles nur noch. Einige Beispiele. Weiterlesen

Presseblick (10)

Auf pressenet.info wird über die »grenzenlose Sexualisierung im täglichen Leben« geschrieben. Wie so oft wird sich moralisch über die »Generation Handyschmuddel« aufgeregt: »Kinder, die Sexualität ähnlich begreifen, wie kurz einen Imbiss nehmen und im reichhaltigen Angebot wühlen, lassen die Empathie für den anderen weit hinter sich zurück«. Treffender Satz, wenn auch ohne tiefergehende Analyse. Die Sexualisierung der Gesellschaft ist untrennbar mit der Kommerzialisierung des öffentlichen und privaten Lebens verknüpft. In Deutschland macht die Sexindustrie ca. 14 Milliarden Umsatz jährlich. Den verantwortlichen Profiteuren ist es dabei völlig wurscht, welche Folgen die grenzenlose Sexualisierung bei unseren Kindern haben könnte. Hauptsache die Kasse klingelt.

Die Wolfsburger Allgemeine berichtet, dass 35.000 Tonnen Schimmel‐Mais, welches zuerst deutsche Höfe aus Serbien bekommen haben, nun in die USA weiter verschifft wird: »nun ist das verseuchte Futtermittel auf dem Weg in die USA. Dort darf der Mais an Tiere verfüttert werden, weil andere Grenzwerte gelten als hierzulande [...] Damit endet das monatelange Gerangel um die Entsorgung des mit dem krebserregenden Schimmelpilzgift Aflatoxin B1 belasteten Futtermittels«. Das nennt man dann wohl »freie Marktwirtschaft«. Irgendjemand wird sich immer finden, dem wir unseren Dreck verkaufen können. Weiterlesen

Das sexuelle Kapital

Der französische Soziologe Pierre Bourdieu entwickelte in seiner Kulturtheorie vier Kapital‐Begriffe: das ökonomische Kapital, das kulturelle Kapital, das soziale Kapital und das symbolische Kapital. Jeder Mensch besitzt und verinnerlicht diese Kapitalarten. Sie zeigen sich in individuellen Denk‐ und Verhaltensmustern, Wahrnehmung und Auftreten oder kurz: im Habitus. Dieser Habitus verdeutlicht eine real existierende Klassengesellschaft, die sich eben nicht nur in feudalen Kriterien offenbaren. Erweitert man nun die Kapitalarten Bourdieus mit den Werken des Psychoanalytikers Erich Fromm und den Thesen des französischen Skandalautors Michel Houellebecq, so ergibt sich eine fünfte Komponente: das sexuelle Kapital. Weiterlesen

Sex oder Nicht‐Sex?

Der Sex stellt in unserer Gesellschaft eindeutig ein zweites Differenzierungssystem dar, dass vom Geld völlig unabhängig ist, und es funktioniert auf ebenso erbarmungslose Weise. [...] In einem liberalen Sexualsystem haben einige ein abwechslungsreiches und erregendes Sexualleben, andere sind auf Masturbation und Einsamkeit beschränkt.

- Michel Houellebecq, Ausweitung der Kampfzone, Seite 108

Anmerkung: Auch wenn ich Houellebecq´s Werke durchaus kontrovers finde, so erweitert er sinnvoller Weise Erich Fromm´s »Persönlichkeitsmarkt« um einen »Sexualmarkt«. Liebe und Sexualität haben heutzutage kaum noch etwas mit der von Hollywood verklärten Romantik zu tun. Es ist häufig wie in der Marktwirtschaft: Gier, Habendenken sowie Statusbewusstsein, Neid, Konkurrenz und Wettbewerb.