Der pädagogische Happen (39)

Der Landeselternausschuss von Berlin stellt mal wieder Forderungen für die Schulen. Dazu gehören unter anderem:

  • Tägliches Testen aller Schülerinnen und Schüler bis auf Weiteres.
  • Kostenlose Bereitstellung von altersgerechten medizinischen und FFP2-Masken durch die Schulen.
  • Der Senat soll die zunehmenden Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen bei Schülerinnen und Schülern als wichtiges Thema priorisieren.

Der Großteil aller Pädagogen, Lehrer und Psychologen wird mir zustimmen, wenn ich behaupte, dass in erster Linie die Zusammenarbeit mit den Eltern, weitaus schwieriger ist, als die Arbeit mit den Kindern. Sie sehen oft nur sich selbst und ihre Kinder. Sie wollen keine Kontexte besprechen oder akzeptieren. Sie sind selten kritikfähig, aufgeschlossen oder lernbereit.

Wie man beispielsweise tägliches Kinderquälen in den Schulen (Angstmache, testen, Masken, Ausgrenzung, Quarantäne, »Schwarze Pädagogik« etc.) und gleichzeitig einen größeren Fokus auf die Behandlung von Kinder-Depressionen, fordern kann — ohne hier einen kritischen Zusammenhang erkennen zu wollen, ist typisch für Eltern, die sich ihre Welt so zusammenbasteln, wie es ihnen gerade passt. Der ganze Corona-Regel-Wahnsinn schädigt Kinder und Jugendliche ganz massiv. Dieser Zusammenhang wird ganz bewusst zur Seite geschoben. Denn ansonsten würden die Eltern in erster Linie fordern, die Kinder von den Maßnahmen zu befreien. Aber das passiert nicht. Stattdessen übertragen sie ihre Ängste auf die Kinder.

Ich erlebe diese absurde kognitive Dissonanz, die Heuchelei und Bigotterie von Eltern, beinahe täglich. Alle sind sich beispielsweise einig, dass der exorbitante Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen, schädlich ist. Gleichzeitig hängen die Eltern selbst, in der Schule (und vermutlich nicht nur dort!), ständig vor ihren Smartphones. Sie leben damit ihren Kindern nicht nur das Gegenteil dessen vor, was sie selbst predigen, sondern reagieren allesamt komplett angepisst, wenn wir Lehrer und Pädagogen sie auf das Handy-Verbot in der Schule hinweisen. Denn das gilt selbstverständlich auch für die Eltern.


Kinder in Deutschland
Der pädagogische Happen (1−38)
Coronamaßnahmen machen Schulen zu Unorten

Tracking. Kontrolle. Überwachung.

»Vor jeder Fahrt checkt sich der Fahrgast ein, danach zeigt die App eine digitale Fahrtberechtigung an. Am Ziel checkt sich der Fahrgast wieder aus. Die Eezy-App berechnet den Fahrpreis, der dann vom Konto abgezogen wird.«

- BVG-Chefin Eva Kreienkamp über innovative neue Tarif-Modelle im Berliner ÖPNV

Anmerkung: Daten sind und bleiben das neue Öl. Alles und jeder will unsere Daten. Name. Adresse. Bankdaten. Telefonnummer. E‑Mail. Nutzerverhalten. Kauf- und Konsuminteressen. Für jeden Fliegenschiss soll man eine App installieren, wo im Hintergrund fleißig getrackt, Daten gesammelt und gesendet werden. Im zitierten Fall kann man wunderbar Millionen von täglichen Bewegungsprofilen erstellen und verwerten. Verkauft wird es dann ‑wie so oft- als Service für den Kunden. Es sei innovativ, flexibel und modern. Was jedoch mit den gesammelten Daten gemacht wird, weiß dann wieder keiner. Und die jungen hippen Leute verstehen nicht, welche digitale Kontroll- und Überwachungsgesellschaft hier weiter etabliert wird: »Ich habe doch nichts zu verbergen!«


Digitale Dystopien
Automatisierung. Digitalisierung. Industrie 4.0.

»Es ist doch nur...«

Es sind doch nur Bars.
Es sind doch nur Kinos.
Es sind doch nur Reisen.
Es sind doch nur Konzerte.
Es sind doch nur Restaurants.
Es ist doch nur der ÖPNV.
Es ist doch nur ein Zertifikat.
Es ist doch nur ein digitaler Impfpass.
Es ist doch nur eine digitale Identität.
Es sind doch nur wenige digitale Abfragen.
Es ist doch nur ein Social-Credit-System.
Es sind doch nur ein paar Grundrechte weniger.
Es sind doch nur private Video-Löschungen.
Es sind doch nur Hausdurchsuchungen.
Es sind doch nur vereinzelte Demonstrationsverbote.
Es ist doch nur eine Impfstatusabfrage.
Es ist doch nur ein kleiner Pieks.
Es ist doch nur eine Auffrischungsimpfung.
Es sind doch nur regelmäßige Auffrischungsimpfungen alle sechs Monate.
Es ist doch nur eine Zwangsimpfung.
Es sind doch nur ein paar Bußgelder.
Es ist doch nur ein Gefängnis.
Es sind doch nur ein paar weitere Maßnahmen.
Es sind doch nur noch 5 Jahre mehr.


»Hurra, hurra das Virus ist da«

Nach der Pandemie ist vor der Pandemie

»Unter den Kolleginnen und Kollegen der Gesundheitsminister der Länder sind wir uns einig, dass es — unabhängig von der Feststellung der epidemischen Lage — wichtig wäre, einen einheitlichen Rechtsrahmen zu haben, um weiterhin zielgerichtet Maßnahmen zu ergreifen. Dies sei notwendig, um den steigenden Infektionszahlen gerade im Blick auf den Winter zu begegnen. Da sei die künftige Koalition jetzt gefordert.«

tagesspiegel.de vom 18. Oktober 2021

»Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Klein-Schmeink, betont: Worauf es jetzt ankommt, ist, zu schauen, wie wir Vorsichtsmaßnahmen, die wir über den Winter brauchen, zum Beispiel die Maskenregel, gesetzlich absichern können

tagesschau.de vom 19. Oktober 2021

Anmerkung: Es ist davon auszugehen, dass selbst wenn im November die epidemische  Lage von nationaler Tragweite nicht verlängert werden sollte (wie Spahn schon leicht angedeutet hat) — wir dennoch kein Leben, wie vor März 2020 haben werden. Die Gesundheitsminister der Bundesländer betteln förmlich darum, vorher noch schnell entsprechende grundgesetzwidrige Maßnahmen-Kompetenzen in Gesetze zu gießen, die unabhängig von der Notlage sind. Damit werden wir den verfassungsfeindlichen Wahnsinn dann nie wieder los!

Ich kann mir auch schwer vorstellen, dass die Profiteure der Krise ‑vor allem Big Tech und Big Pharma- einfach so alles aus der Hand geben werden. Der Impfpass und die Kontaktnachverfolgung sind die Vorstufe zur digitalen Identität (ID2020). Auch die Gegner des Bargeldes werden weiterhin ihren Einfluss ausüben und ihre Agenda verfolgen wollen (betterthancash). »Bitte kein Bargeld, wegen der Schmiereninfektion. Es geht nur um Ihre Gesundheit!«

Ein »Freedom Day« ohne Freiheit? Masken, 2G und 3G als Normalzustand? Danke für Nichts!


»Bleibt 2G für immer? Gesetz ermöglicht das auch ohne Notstand.«

Corona: Quo vadis?

»Dreh Dich nicht um, der C‑Geist geht um!«

Es stellt sich zunehmend die Frage: was der Zweck der »Übung« ist? Wer wirklich noch glaubt, es gehe hier ‑seit bald einem Jahr- immer noch um die »Volksgesundheit«, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Der braucht ab hier auch nicht weiterlesen, sondern sollte weiter brav jeden Tag Tagesschau, Tagesspiegel und ZDF konsumieren. Und sein körperliches Wohlbefinden sowie sein Seelenheil in die Hände eines experimentellen Turbo-Impfstoffes sowie von ehrlichen Machtpolitikern samt angeschalteten Behörden und Experten legen. Befolgt weiter devot jede Maßnahme, diffamiert alle Kritiker und hofft darauf, dass alles irgendwie und irgendwann ein gutes Ende nehmen wird. Und fangt bloß nicht an, Fragen zu stellen oder selbstständig zu denken!

Wenn es wirklich um »Gesundheit« gehen sollte, dann machen 95 Prozent aller bisher weltweit getroffenen Maßnahmen absolut keinen Sinn. »Lockdowns« machen Menschen nicht gesund, sondern krank. Panik, Angst, Einschüchterung und Hysterie, machen Menschen nicht gesund, sondern krank. Massenarmut, Alkohol, Tabak, Drogen, multiresistente Keime, Burnout, Feinstaub, Bewegungsmangel, Giftmüll, Lebensmittelgifte usw. — machen Menschen nicht gesund, sondern krank. Interessieren aber Niemanden. Wo bleiben die Werbekampagnen zur Stärkung des Immunsystems und zur Rekrutierung von Pflegekräften? Weshalb gibt es  in Kliniken und Altenheimen immer noch ungesundes Essen? Warum werden Krankenhäuser in der laufenden »Pandemie« geschlossen? Und warum dann diese starke Repression gegen Kritiker und Andersdenkende? Also: weshalb wird Corona so unendlich groß aufgeblasen? Hierzu gibt es mittlerweile einige Thesen, Theorien und Erklärungsansätze. Weiterlesen

Kinder in Deutschland; Teil 49: Soziales Lernen

Seit einigen Jahren (also schon lange vor der »Corona-Krise«) wird die digitale Schule beschworen, gefordert und gefördert. Schulklassen sollen mit Laptops, Tablets, Smartphones und interaktiven Whiteboards ausgestattet werden. Ferner sollen digitale Plattformen, Web-Kommunikationswege sowie Video-Plattformen den Weg zur digitalen Schule (auch via Homeschooling) ebnen. Die Kritik lautet stets, dass es einen großen Mangel an der Umsetzung und Ausstattung geben würde. Ob und inwiefern digitale Lernmaterialien überhaupt pädagogisch sinnvoll oder ob sie nicht auch schädlich für die kindliche Entwicklung seien können, interessiert kaum.

Ein Aspekt kommt hierbei regelmäßig zu kurz und wird quasi nie thematisiert: das Soziale Lernen. Davon auszugehen, dass Kinder Objekt-Roboter seien, die man via digitaler Schul-Lernfabrik nur mit Daten füttern müsse, ignoriert alle pädagogischen, psychologischen, lerntheoretischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten 30 Jahre. Denn Kinder lernen fast ausschließlich in der sozialen und primär analogen Interaktion mit ihren Mitmenschen. Weiterlesen

Schöne digitale Welt

Im Wind-Schatten von Corona nehmen die Digitalisierungspläne von einflußreichen Silicon-Valley-Lobbyisten wieder kräftig Fahrt auf. Es soll keine öffentliche Debatte mehr über das »ob«, sondern nur noch über das »wann« geben. Homeschooling, digitale Schule, KI, Algorithmen, autonomes Fahren, smarte Technologien und so weiter, sollen möglichst schnell um- und eingesetzt werden. Die Diskussion über Folgen, Gefahren und Risiken ist zum Erliegen gekommen. Ein Blick in die Presse verdeutlicht das:

Natürlich ist das alles sicher, nutzerfreundlich, bequem, einheitlich, flexibel und produktiv. Öffentliche Diskussionen über Risiken und Gefahren sind hier nicht erwünscht. Selbst in der Schule habe ich das erlebt, wo ein Großteil der Lehrerschaft die kreidefreien Lehrerzimmer sowie die Medienkompetenz nur als Umsetzungsproblem debattieren, aber nicht, ob und inwiefern das überhaupt notwendig und zielführend sei.


Automatisierung. Digitalisierung. Industrie 4.0

Endlose Bilderflut

wikipedia.org

Heute scheint jeder ein Fotograf zu sein. Einfach alles wird mit dem smartphone fotografiert. Jeder Fliegenschiss, jedes Bauwerk, jeder flüchtige Moment, jeder oberflächliche soziale Kontakt muss digital eingefangen und für das eigene soziale Kapital verwertet werden. Dabei haben die meisten Bildfetischisten überhaupt keine Sensibilisierung für »das Recht am Bild«. Von Urheber- und Persönlichkeitsrechten ganz zu schweigen. Vielleicht ist Berlin aber auch nur noch von Tourismus-Foto-Zombies bevölkert.

Dabei hat diese endlose visuelle Reizüberflutung vor allem den Effekt, dass der Wert von Bildern und Fotos immer weiter abnimmt. Ja, ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Aber tausend Bilder sagen überhaupt nichts mehr! Wie viele Bilder haben denn beispielsweise die zahlreichen Eltern da draußen von ihren (Klein-)Kindern? Und welche Bedeutung hat hier das einzelne Foto überhaupt noch? Überall wird man mit Abbildungen der vermeintlichen Realität von Wichtigmenschen zugebombt. Aufmerksamkeit. Inszenierung. Narzissmus. Das Auge muss wohl in Bewegung bleiben, damit der Geist keine Ruhe finden kann.


Selbstinszenierung
Bilder in Fernsehnachrichten
Reale Welten vs. Fiktive Welten

Bequemlichkeit statt Freiheit

Ich habe nie verstanden, warum sich so viele Menschen freiwillig und ohne Not (sozialer Zwang?) in technisch geschlossene und eingeschränkte Systeme begeben. Nehmen wir beispielsweise die Apple-Produkte iPod, iPhone und iPad. Eigene Daten auf die Geräte spielen, sich die Benutzeroberfläche oder sich das Betriebssystem nach eigenen Bedürfnissen umgestalten, ist fast unmöglich. Aber auch Android, dass von Herstellerseite an ein Google-Konto geknüpft ist (ja, mit ein bisschen Fummelei gehts auch ohne), lässt nicht alles zu. Besonders Google blockiert den Zugriff auf bestimmte Webangebote oder verbietet ‑also zensiert- gleich spezifische Programme (beispielsweise YouTube-Downloader) in der Android-Umgebung.

Ja, es ist signifikant bequemer via Konsole statt mit einem PC zu zocken oder via Apple-Produkte mit leicht zugänglicher Benutzeroberfläche zu surfen. Aber es ist eben auch mit deutlich weniger Freiheiten verbunden. Keine Mods, keinen Zugriff auf die Spiel- oder Systemdateien und kaum Kontrolle über Datenfishing, Tracking und Cookies. Im Marketing- und PR-Bullshit-Sprech nennt man das dann euphemistisch »exklusiv«. Während man ansonsten ständig von Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Freiheit schwafelt, scheint das bei digitalen Unterhaltungsprodukten absolut keine Rolle zu spielen. Willkommen im digitalen Überwachungskapitalismus! »Ich habe auch nichts zu verbergen!« :jaja: 


Medial verstrahlt
Die Ablehnung der Wirklichkeit
Kollektive Kommunikationspflicht

Presseblick (81)

Jörg Heynkes bejubelt auf t3n.de die Digitalisierung, Automatisierung sowie den Silicon-Valley-Wahnsinn von der neuen Gesellschaft. Ich halte solche Positive-Thinking-Reden mittlerweile nicht mehr nur für grenzenlos naiv, sondern auch für komplett geschichtsvergessen. Wann und wo haben sich Konzerne oder das (Groß-)Kapital jemals für die Belange der Mehrheit der Bevölkerung interessiert oder eingesetzt? Es ging und geht ihnen immer nur um ihre eigenen Interessen, um Macht und Profit. Stop! Das zu behaupten ist Populismus! :jaja: Weiterlesen