Artikel mit ‘Zitate’ getagged

Der Abschaffungsminister

08. Februar 2010 von epikur

»Niebel höre zu, stelle gute Fragen und lasse sich beraten, heißt es immer wieder. Das Arbeitsklima im Ministerium sei so gut wie lange nicht in den elf Jahren, während derer seine Vorgängerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) dort regierte.«

- Philipp Neumann auf Welt.de

Anmerkung: Herr Neumann und die Welt schreiben Niebel hoch. Wollte der Herr FDP-Minister das Entwicklungshilfeministerium vor kurzem nicht noch abschaffen?

Jeder kann etwas bewirken

01. Februar 2010 von epikur

Es gibt Formeln, die man gern zur Beschwichtigung oder zur Tarnung der eigenen Bequemlichkeit benutzt. Dazu gehört der Satz: »Alleine kann man doch ohnehin nichts bewirken«. So oft heisst es also: »Was soll man machen?«, die Welt sei halt schlecht, »das war schon immer so und das wird auch so bleiben«. Es sind Sätze der Gleichgültigkeit, Sätze der Trägheit, der Apathie, der Resignation, manchmal auch der Feigheit. […] Eine Demokratie kann man aber mit solchen Sätzen nicht bauen. Einen guten Rechtsstaat auch nicht. Und die Menschenrechte bleiben, wenn man solchen Sätzen nachgibt, papierene Rechte.

- Heribert Prantl, »Der Unruhestifter«, Blätter für deutsche und internationale Politik, Seite 63

Anmerkung: Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, außer dem Hinweis auf meinen Artikel zur Politikverdrossenheit.

Täuschungsträger

27. Dezember 2009 von epikur

»Nicht unsere wirklichen Leistungsträger werden angeblich am besten bezahlt, sondern diejenigen, welche am besten bezahlt werden, sind angeblich unsere Leistungsträger.«

- Peter Finke, die süße Täuschung der Oberflächlichkeit, Blätter-Ausgabe 1/2010, Seite 40

Anmerkung: Da haben wir es wieder: Geld adelt. Völlig egal, welche Tätigkeit zu welchem Zweck, zu wessen Nutzen und zu wessen Schaden ausgeübt wird: Wer viel Profit macht oder groß geerbt hat, ist Leistungsträger. Nach dieser Logik müssten ja Kriminelle, die viel auf der Tasche haben, viel Schotter gemacht haben, auch Leistungsträger sein, oder? Ist es vielleicht sogar so, dass viele dieser vermeintlichen Leistungsträger sogar selbst Verbrecher sind?

Auflösung des Rätsels

13. November 2009 von epikur

Interessant zu beobachten, dass tatsächlich viele Deutschland oder zumindest die westlichen Industriestaaten genannt haben. Ihr haltet Deutschland bzw. die kapitalistischen Staaten echt nicht mehr für eine funktionierende Demokratie? Leider muss ich euch da weitestgehend zustimmen. Und genau das habe ich mir dabei auch gedacht und euch in eine süße Falle gelockt ;) Denn der Autor des Zitates, Sozialwissenschaftler Hein Mück, schrieb in der Blätter-Ausgabe 11/09, über Simbabwe. Dieses Land gilt mittlerweile  fast schon als »Failed State«. 90 Prozent aller Schulen und Krankenhäuser sind geschlossen und Machtinhaber Robert Mugabe hat das Land heruntergewirtschaftet. Sind wir in Wahrheit also Simbabwe näher als wir glauben möchten?

Kniffliges Rätsel?

12. November 2009 von epikur

»Kurzum: Dieser Staat tut nur so, als wäre er demokratisch. Es gibt Wahlen, ein Parlament und eine demokratische Verfassung. Die Realität ist jedoch eine ganz andere. Das System funktioniert nur bis zum Scheitelpunkt des eigenen Machterhalts.«

Anmerkung: Welches Land ist wohl gemeint? Auf welche Länder würde es denn zutreffen? Bin auf eure Kommentare gespannt. Auflösung folgt dann ;)

Gutes Design

28. Oktober 2009 von jtheripper

… ist so wenig Design wie möglich.

… ist wie eine kurze Rede mit langem Sinn.

… kommt aus dem Kopf, nicht aus dem Computer!

… trifft ins Herz, bleibt im Kopf.

… hat Apple nicht erfunden.

… wird gern kopiert.

… liegt im Auge des Betrachters.

… wird leider oft an die Wand gestellt und erschossen.

Diese und weitere Sprüche sind auf der Seite vom Forum Mediendesign 2009 zu finden, welches am 7. November in Köln stattfindet. Die Website finde ich sehr schön gemacht und ist auf jeden Fall ein Besuch wert.

Die Machtfrage

20. Oktober 2009 von epikur

»Eine Partei die neben dem Glauben an die Gesetze auch den Adel verwerfen würde, hätte sofort das ganze Volk hinter sich, aber eine solche Partei kann nicht entstehen, weil den Adel niemand zu verwerfen wagt. Auf dieses Messers Schneide leben wir.«

- Franz Kafka, Die Erzählungen: »Zur Frage der Gesetze«, Seite 367

Anmerkung: Eigentlich sollte man sich nicht länger an CDU/FDP aufziehen, sondern aufdecken, welcher heutige »Adel« dahinter steckt. Schwarz-Gelb ist doch eine reine Marionettenregierung großer Wirtschaftsverbände und Konzerne. Genau die gehören doch entmachtet oder nicht?

Umdenken

13. Oktober 2009 von epikur

»Die einzigen Veränderungen von Bedeutung – die einzigen, aus welchen die Erneuerung der Kulturen hervorgeht – vollziehen sich innerhalb der Anschauungen, der Begriffe und des Glaubens. Die bemerkenswerten Ereignisse der Geschichte sind die sichtbaren Wirkungen der unsichtbaren Veränderungen des menschlichen Denkens.«

- Gustave Le Bon, Psychologie der Massen, Nikol Verlag 2009, Seite 21

Anmerkung: Ob schwarz-gelb, Jamaika, rot-rot-grün oder andere Machtkonstellationen – solange es keine grundlegende geistig-moralische Wende in Deutschland gibt, wird sich nicht viel verändern. Solange die Menschen in Politik und Wirtschaft ihre Entscheidungen von einem durchweg negativen Menschenbild leiten lassen, steuern wir unaufhaltsam in den Abgrund. Die Losung sollte sein: Menschen vor Profite und ethisch-normatives Denken statt Kosten-Nutzen Effizienz.

Eva über Adam

07. Juli 2009 von epikur

»Der Mann erscheint als Feind, der erst einmal beweisen muss, ob er nicht doch zum Freund werden könnte. Überall scheint Unterdrückung zu lauern, Unterwerfung, Sklaverei«

- Eva Herman, Das Eva-Prinzip, Seite 215

Anmerkung: Das Buch hat Eva Herman viel Aggressivität von Feministinnen eingebracht. Bei Kerner wurde sie sogar öffentlichkeitswirksam aus der Sendung dafür geworfen. Dabei spricht sie sich eben nicht für »Frauen zurück an den Herd« aus, sondern befürwortet eine Versöhnung der Geschlechter. Auch wenn der Feminismus noble Ziele verfolgen mag, so hat er eben auch eine Spaltungsdynamik zwischen Männern und Frauen geschaffen, statt die Geschlechter einander näher zu bringen.

Links, linker, am linkesten

28. Juni 2009 von epikur

»Fällt das Bündnis eher links aus, geht es den Reichen an den Kragen. Fällt es eher rechts aus, schrumpfen die Staatsausgaben und steigt die Mehrwertsteuer«

- Rainer Hank in der FAZ.net vom 28. Juni 2009

Anmerkung: Ein Bündnis sollte in der Regel ja mindestens aus zwei Parteien bestehen, oder? Wen, außer der Linkspartei, sieht Herr Hank denn noch als links an? Die pragmatischen Grünen, die zum Machterhalt eh alles mitmachen würden (schwarz/grün)? Die SPD, die seit Jahren links blinkt und rechts fährt? Den Reichen wird es niemals »an den Kragen gehen«, solange bezahlte Lobbyisten, skrupellose Karrieristen und pöstchengeile Politiker sich im Bundestag tummeln. Nach der Wahl wird es ein sehr grausames Erwachen für viele Bürger geben.


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