Der Reichstagsbrand von 1933

»Auf eine Beteiligung der Nationalsozialisten am Reichstagsbrand von 1933 deutet eine neu aufgetauchte eidesstattliche Versicherung eines SA‐Mannes hin [...] Augsteins Dogma von der Unschuld der Nazis [...] alleinigen Täterschaft Marinus van der Lubbes nicht zu zweifeln ist.«

Otto Köhler in: Junge Welt vom 18. Oktober 2019

Anmerkung: Wenn sich ein Narrativ erst einmal jahrzehntelang in den Köpfen verfestigt hat, können selbst handfeste Beweise, Dokumente oder Fakten nicht dazu beitragen, der »Wahrheit« näher zu kommen. Selbst der SPIEGEL (»Sagen, was ist«) schafft es nicht, Größe zu zeigen, in dem Fehler eingestanden werden. Relotius scheint schon wieder in der Schublade verschwunden zu sein. Und dann wundern sie sich, dass die Glaubwürdigkeit der bürgerlichen Massenmedien immer weiter sinkt?


Presseblick
Ziegenjournalismus

Brexit‐Eierlauf

»Bei einer Volksbefragung im Vereinigten Königreich am 23. Juni 2016 sprachen sich 51,89 % der Wähler für den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union („Brexit“) aus.« [Quelle: wikipedia]

Anmerkung: Der Volksentscheid ist bald 3 Jahre alt und noch immer eiern und lavieren die politisch Verantwortlichen im Vereinigten Königreich herum, weil ihnen der Wille des Volkes wohl nicht in den Kram passt!?

»Theresa May lässt erneut über ihren EU‐Austrittsvertrag im Unterhaus abstimmen.«

Seltsam. Mehrwert‐Steuererhöhungen oder andere soziale Grausamkeiten werden viel schneller umgesetzt...Woran das wohl liegen mag?

Eigennützig Gemeinnützig (2)

Manche halten den (Börse-)Werte-Westen -und insbesondere Deutschland‐ immer noch für den Demokratie‐und‐Friedens‐Nabel der Welt. In was für einer Bananenrepublik wir eigentlich leben, erkennt man beispielsweise daran:

»Das globalisierungskritische Netzwerk Attac ist in seiner bisherigen Struktur nicht gemeinnützig. Der Bundesfinanzhof urteilte, Attac versuche mit seinen Kampagnen die politische Meinung zu beeinflussen.« (tagesschau.de vom 28.03.2019)

Gleichzeitig behalten Organisationen, wie die Bertelsmann‐Stiftung oder die »Initiative Neue soziale Marktwirtschaft« die vorrangig Industrie‐ und Konzerninteressen vertreten, ihre Gemeinnützigkeit. Industriewohl gleich Gemeinwohl? Was ist das für ein Verständnis von Gesellschaft?


Eigennützig Gemeinnützig
Typisch Bürgersöhnchen
Attac: Gemeinwohl ist politisch!

Bildung nur für Reiche

»Laut einer aktuellen Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fehlen Eltern mit geringerem Einkommen die Ressourcen, um ihre Kinder bei der Bewältigung des größeren Lernpensums zu unterstützen.«

- Böckler Impuls Ausgabe 09/2018. »G8 verringert die Chancengleichheit«. (Hans‐Böckler‐Stiftung. Deutscher Gewerkschaftsbund. DGB)

Anmerkung: Das war und ist wohl das Ziel des Bologna‐Prozesses gewesen. Die finanziell Armen raus und unten halten. Mission erfolgreich!

Eure Armut kotzt mich an!

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»Ein hoher Prozentsatz von Privatwohnungen ist selten oder gar nicht bewohnt, während viele Leute, die auf der Warteliste für eine Sozialwohnung stehen, aus ihrem Stadtteil oder gleich ganz aus der Stadt wegziehen müssen.«

Rowland Atkinson. »Die toten Häuser von London«. Le Monde Diplomatique. Ausgabe Juli 2017. S. 8

Anmerkung: So ist das. Geld und Kapital regieren die Welt. Aber nein, wer so etwas sagt, ist polemisch, populistisch und vereinfacht die herrschenden Verhältnisse. Immer wieder, lese ich -insbesondere von vermeintlich linken Akademikern und Wissenschaftlern‐ dass ja alles immer und überall wahnsinnig kompliziert, diffus und abstrakt sei. Damit verschleiern und relativieren sie sehr häufig, wenn womöglich auch unbewusst, reale Macht‐ und Herrschaftsverhältnisse. Denn anstatt den Reichen, Milliardären, Konzernen, Banken, Oligarchen und Mafias auf die Finger zu schauen, wird sich lieber mit Inklusion, Gender und anderen Nebenkriegsschauplätzen beschäftigt.

Wirtschaftskultur

»Seit ein paar Jahren denken manche Leute aus der Musikbranche mehr ans Geld als an alles andere. Die Musiker werden manipuliert. Sie unterzeichnen Knebelverträge und müssen ihre Urheberrechte auf Lebenszeit an diese Unternehmen abtreten. Für die ist Musik bloß Content, den man zu Geld machen kann, nicht die Frucht künstlerischer Arbeit.«

Frage: Von welchem Land ist hier die Rede?

Misserfolge sind Erfolge

»Frankreich engagiert sich bereits massiv in Afrika und ist nicht in der Lage, einen Krieg im Nahen Osten zu gewinnen.«

Serge Halimi. »Nichts gelernt«. Le Monde Diplomatique. Dezember 2015. S. 8

Anmerkung: Vielleicht definiert man Erfolg aus der falschen Perspektive? Vielleicht ist die derzeitige Syrien‐Krise ein Erfolg für die internationale Waffenindustrie? Ein globaler »Waffenübungsplatz«, bei dem man sich eine goldene Nase verdienen kann? Vielleicht ging es beim Afghanistan‐Krieg nie um Demokratisierung und Menschenrechte, sondern um die Sicherung von Rohstoff‐Transportwegen (Pipelines) sowie um die Opiumfelder? Vielleicht ist die »Schock‐Strategie« der Erfolg, den man will? Womöglich wäre ein dauerhafter Frieden, Freiheit und Wohlstand im Nahen und Mittleren Osten,  ein echter Misserfolg für die Interessen westlicher Regierungen und Konzerne?

Kranke Gesellschaft

»Wir alle sind krank. Die einen, weil sie keine Arbeit haben. Die Anderen, weil sie Arbeit haben.«

- Volker Pispers

Anmerkung: In unseren bürgerlichen Massenmedien wird jedoch vor allem nur darüber gesprochen, dass Erwerbslosigkeit krank machen würde. Sie würde Depressionen und Süchte verursachen. Wer sich nicht der Zwangsverwertung und der Selbstentfremdung durch Lohnarbeit unterwerfe, sei sinnentleert und unglücklich, so der Tenor. Dabei wird gerade auch die große Mehrheit der Bevölkerung durch ihre Lohnarbeit krank und kaputt.