Der tägliche Irrsinn (2)

Während man bei der intellektuellen Akademiker‐Sendung »Rosins Fettkampf — Lecker schlank mit Frank!« auf Kabel Eins, ganz ganz viel über soziale Gerechtigkeit und Bildung lernen kann, rückt der NRW‐Arbeitsminister Karl‐Josef Laumann (CDU) den echten Schmarotzern auf den Pelz. Wer eine zumutbare Arbeit ablehne -also in einem Call Center keine Psychofolter ertragen will‐ der solle zukünftig auch obdachlos werden dürfen sollen müssen! Wer nicht arbeite, dürfe auch nicht essen! Und bei Spiegel Online darf man ab sofort Geld dafür bezahlen, damit man digital nicht mehr verfolgt, gespeichert und weiterverarbeitet wird! :JAJA:

Wer bei solchen Meldungen schlechte Laune bekommt, für den zeigen wir das Haus von Kim Kardashian und Kanye West: »Einfach himmlisch — Jeder Raum wie ein Tempel!« Schon neidisch geworden? Dann bewerb Dich doch bei Novartis und gewinne ein Millionen‐Medikament! Also schnell noch das eigene Kind krank machen, damit Ihr euch an der Verlosung beteiligen könnt! Es gibt schließlich für alles eine Lösung! Man muss eben nur positiv und optimistisch sein! Und währenddessen morden Nazis mithilfe von Polizei und Verfassungsschutz fröhlich weiter. Und nun zum Sport. :d


Der tägliche Irrsinn

Locker durch die Hose atmen!

In diesem Sinne verschwinde ich für rund Zwei Wochen in die ohrenbetäubende Stille, voller Nadelstiche des Schicksals. Endlich wieder bigotte Zwangsharmonie, um anschließend wieder marktkonformen Kadavergehorsam leben und predigen zu können. Gleichgefaltete Angst abschöpfen und im Lügenmeer schwimmen. Gefühlsamöben ein Lächeln schenken und die eigene Premiumexistenz loben. Gierig fressendes Gesindel in ihrer Scheinidentität bestätigen. Fatalistische Feldforschung betreiben und der feist‐fröhlichen Entseelung frönen. Endlich! Wieder! Fröhliche Weihnachten! :EUPHORIE:


Die Definition von Irrsinn
Mehr Eigenverantwortung wagen!

Die Definition von Irrsinn

irre_titelSeit bald zehn Jahren schreibe ich gegen den ständigen Wahnsinn an. Gegen die installierten Narrative, gegen den massenmedialen Konsum‐Zeitgeist, gegen Sprachpropaganda, gegen Kulturimperialismus, gegen pseudo‐pädagogische Dogmen, gegen Medienverblödung und Lohnarbeitsfetischismus. Aber wofür schreibe ich eigentlich? Für Empathie, Nächstenliebe und Solidarität. Solche Werte sind heute völlig wertlos geworden. Schlimmer noch, sie werden im sozialen und pflegerischen Bereich für Profite instrumentalisiert: »ein Lächeln als Bezahlung ist doch mehr wert als eine anständige Entlohnung, nicht wahr?« Nichts und Niemand entkommt heute der marktradikalen Verwertungs‐ und Funktionslogik. Eine Weihnachtsrede, die keine sein kann. Weiterlesen