Archiv für die Kategorie ‘Zitate’

Frage der Woche

28. September 2011 von epikur

Wieso steckt eigentlich schon in dem Wort sterben Erben?

- Kabarettist Sebastian Pufpaff

Gefunden bei Klaus Baum am 27. September 2011.

Der Neonationaliberalismus

23. September 2011 von epikur

Der Neoliberalismus spricht mit einer schrecklichen Einheitlichkeit aus all seinen Lebensäußerungen und Hinterlassenschaften [...]. Was irgendwie von der einen zugelassenen Form abwich, drang nicht an die Öffentlichkeit; Buch, Zeitung, Behördenschrift und Formulare — alles schwamm in derselben neoliberalen Soße [...]. Der Neoliberalismus glitt in Fleisch und Blut der Menge über durch Einzelworte, die Redewendungen, die Satzformen, die er ihr in millionenfachen Wiederholungen aufzwang und die mechanisch und unbewusst übernommen wurden.

Anmerkung: Die Zitate wurden aus Victor Klemperers Buch »LTI« (lingua tertii imperii — die Sprache des Dritten Reiches), Stuttgart 1975, Reclam Verlag,  übernommen und die Begriffe Nationalsozialismus bzw. Drittes Reich mit Neoliberalismus ersetzt.

Menschenwürdig leben

13. September 2011 von epikur

»Weder mit 359 Euro noch mit 364 Euro kann man in unserer Gesellschaft menschenwürdig leben und am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben teilhaben«

- Christoph Butterwegge, »Schwarz-Gelbes Elend« in »Blätter«/Ausgabe September 2011, Seite 70

Anmerkung: Vielleicht liegt es aber auch im Interesse der Machthaber, dass die Ärmsten in unserer Gesellschaft, nicht am Leben teilhaben, sondern nur überleben sollen? Vielleicht sollen sie als Mahnmal für alle Lohnarbeiter stehen? Denn schließlich soll nur der essen, der auch (lohn-)arbeitet, oder? (F. Müntefering)

P:S: Ich war übrigens wieder 4 Tage im Krankenhaus. Ein böser Abzess im Hals, der nach knapp 1,5 Jahren wieder gekommen ist und mir wortwörtlich fast die Kehle zugeschnürt hatte. Zum Glück waren Beiträge im voraus geplant, sodass es keine Leselücke gab. Nun bin ich aber wieder fit und froher Hoffnung, dem Halsding endgültig abgeschworen zu haben.

Öl? Verschwörungstheoretiker!

28. August 2011 von epikur

Der päpstliche Nuntius in Tripolis, Bischof Innocenzo Martinelli, erklärte am Donnerstag gegenüber dem Deutschlandfunk, das einzige Ziel des Kriegs um Libyen sei es, »die besten Förderstellen zu sichern (und) Libyens Gas– und Ölvorräte auszubeuten«. Es tue ihm leid, das »so unverblümt« sagen zu müssen, »aber der Egoismus der beteiligten Länder ist unübersehbar«.

- Junge Welt vom 26. August 2011

Anmerkung: Selbst Bischöfe fallen jetzt auf linke Spinner und Verschwörungstheoretiker rein. Unglaublich! Die Massenmedien haben Recht. Es geht um Menschenrechte, Frieden, Demokratie und Freiheit in Libyen! SpiegelOnline, die Tagesschau, die Welt, die TAZ, die FAZ, die Süddeutsche — ja, alle berichten und schreiben dass der böse, grausame und unmenschliche Diktator, Despot, Tyrann Gaddafi, der neue Hitler ist! Saddam Hussein und Osama Bin Laden sind ja schon öffentlichkeitswirksam hingerichtet worden. Die Welt besitzt einfach zuviele Hitlers, dass in deren Ländern zufällig Öl ist, dafür können wir ja nichts, oder?

Schürfrechte vor Menschenrechte

15. August 2011 von epikur

»In einer Studie des UN-Beauftragten für Wirtschaft und Menschenrechte, John Ruggie, aus dem Jahr 2008 wurden zwei Drittel aller Menschenrechtsverstöße in 27 Ländern von Unternehmen aus dem Öl-, Gas– oder Minensektor begangen«

- Janna Greve, die dunkle Seite des Rohstoff-Booms, Blätter-Ausgabe August 2011, Seite 71

Anmerkung: Staatliche Menschenrechtsverletzungen in China, dem Iran oder Saudi-Arabien werden in den bürgerlichen Medien in Deutschland oft thematisiert und breit getreten. Weltweite Menschenrechtsverletzungen im Namen der Rohstoffgewinnung industrieller Nationen hingegen eher weniger. Dabei verursacht z.B. die Herstellung eines einzigen Goldrings ca. 20 Tonnen Minenabfall, Blutdiamanten unterstützen Warlords und diktatorische Regime, der Abbau von Uran verseucht lokale Böden und Gewässer usw. Meist werden Menschen wegen des Rohstoffabbaus zwangsumgesiedelt und in den Minen herrschen oft sklavenähnliche Zustände. In zahlreichen Ländern arbeiten auch Kinder in den Minen, die hochgiftige Stoffe einatmen und daran erkranken.

Das deutsche Geldglück

04. August 2011 von epikur

Den Deutschen würde es materiell gut gehen, sie jammern, nörgeln und meckern aber dennoch auf sehr hohem Niveau, sagt SpiegelOnline:

Obwohl wir in Kategorien wie Beschäftigungsquote, Sicherheit, Ausstattung von Wohnräumen mit zeitgemäßer Infrastruktur, Einkommen, Qualität von Umwelt und Versorgungsgütern recht weit oben rangieren [...] nörgeln wir, wenn man uns nach »Lebenszufriedenheit« und nach unserem körperlichen Wohlbefinden fragt.

Über 10 Millionen  Deutsche beziehen Hartz IV, ergänzendes Hartz IV, Sozialgeld oder Grundsicherung im Alter. Die Anzahl der Menschen, die trotz Vollzeitarbeit um die Armutsgrenze herum verdienen, steigt. Arbeitnehmer klagen immer mehr über Überstunden und Mobbing am Arbeitsplatz. Schlaf– und Schmerztabletten sind der Renner bei Apotheken. Die Zahl der psychischen Erkrankungen in Deutschland steigt. Altersarmut wird bald ein Massenphänomen sein. Zudem gibt es große Vereinsamungstendenzen in den Großstädten, Sorgerechts– und Unterhaltskriege, kaputte Beziehungen und Ehen usw. So gut wie behauptet, geht es der Masse der Bevölkerung in Deutschland dann auch wieder nicht. Weiterlesen »

Weltverbesserung

24. Juli 2011 von epikur

»Niemand von uns verändert in seinem Leben die Welt, aber wir berühren die Menschen in unserer Umgebung auf eine Weise, die möglicherweise von Dauer ist«

- Bob Greene, Kolumnist der Chicago Tribune

Anmerkung: Wenn wir uns selbst und unserer Umgebung Liebe und Vertrauen schenken, verändern wir doch damit auch die Welt, oder nicht?

Geschwätz von gestern?

20. Juli 2011 von epikur

»Die Erhöhung von Hartz IV war ein Anschub für die Tabak– und Spirituosenindustrie« (Philipp Mißfelder, CDU)

»Wenn Sie sich waschen und rasieren, finden Sie auch einen Job« (Kurt Beck, SPD)

»Hartz4-Empfänger sind Parasiten« (Wolfgang Clement, ehemalig SPD)

»Nur wer arbeitet, soll auch essen« (Franz Müntefering, SPD)

»Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein« (Guido Westerwelle über Hartz4, FDP)

»Eine große Zahl an Arabern und Türken hat keine produktive Funktion, außer für den Obst und Gemüsehandel« (Thilo Sarrazin, SPD)

»Soziale Gerechtigkeit muss künftig heißen, eine Politik für jene zu machen, die etwas für die Zukunft unseres Landes tun: die lernen und sich qualifizieren, die arbeiten, die Kinder bekommen und erziehen, die etwas unternehmen und Arbeitsplätze schaffen, kurzum, die Leistung für sich und unsere Gesellschaft erbringen. Um die – und nur um sie – muss sich Politik kümmern« (Peer Steinbrück, SPD)

Filmzitate raten IV

18. Juli 2011 von epikur

Aus welchem Film stammt dieses Zitat?

»Sehen Sie sich um. Dann sehen Sie zwei Stadträte, einen Gewerkschaftsfunktionär, ein paar Cops nach Dienstschluss und einen Richter. Also, ich würde keine Sekunde zögern, Ihnen vor all diesen Leuten den Schädel wegzupusten. Das ist Macht die man nicht kaufen kann. Das ist die Macht der Angst«

Es handelt sich um einen ersten Teil, in dem das Thema Gerechtigkeit actionreich behandelt wird. Der zweite Teil war sehr erfolgreich. Der dritte Teil wird gerade gedreht.

Leistungsdenken ist kinderfeindlich

14. Juni 2011 von epikur

Bereits heute führt es in manchen Elternhäusern zu panikähnlichen Reaktionen, wenn der achtjährige Zweitklässler mit seiner ersten Drei im Diktat nach Hause kommt.

- »Wirtschaftszweig Nachhilfe«, Dieter W. Feuerstein, Junge Welt vom 11. Mai 2011, Seite 3

Anmerkung: Leistung ist alles. Wer nichts leistet, ist auch nichts. Kinder sollen funktionieren. Kinder sollen gute Noten nach Hause bringen. Kinder sollen Sport machen. Kinder sollen Musikinstrumente lernen. Kinder sollen am besten schon früh mehrere Sprachen beherrschen. Kinder sollen still sitzen. Kinder sollen, Kinder sollen, Kinder sollen...Fragt eigentlich mal jemand was Kinder und nicht Eltern, Erzieher, Lehrer, Arbeitgeber und Politiker wollen? Sind Kinder etwa die Verfügungsmasse der Erwachsenen?

In dem Film »der Club der toten Dichter« bringt sich ein Jugendlicher um, weil sein erzkonservativer Vater ihn zu einem Leistungselitekind machen wollte. Dabei wollte der Junge nur seiner Leidenschaft nachgehen und Theater spielen. Für seinen Vater war das Quatsch und Spinnerei. Mir scheint, das Leistungsdenken ist heute nicht mehr nur ein Primat der Konservativen, sondern in der breiten Masse der Bevölkerung angekommen. Oder wie seht Ihr das?

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