Bigotte Überwachungsmoral

tagesschau.de vom 19. Juli 2021

Die israelische Firma NSO soll also eine mächtige Spionagesoftware entwickelt haben. Nach eigener Aussage natürlich nur, um: »Pädophilie‑, Sex- und Drogenhändlerringe zu zerschlagen, vermisste und entführte Kinder zu lokalisieren« und:

»Die Wahrheit ist, die Technologien der NSO Group haben geholfen, Terrorangriffe, Waffengewalt, Auto-Explosionen und Selbstmordanschläge zu verhindern«, teilte die israelische Firma auf Anfrage mit.«

Logisch. Was sonst. Die eigenen Aussagen von Konzernen sind immer verlässlich. Das wissen wir seit Corona (Impfstoff-Wirkung). Und nun das:

tagesschau.de vom 18. Juli 2021

Wie jetzt? Ich dachte die »Pegasus-Software« stammt von einer israelischen Firma? Bezeichnet die Tagesschau etwa die israelische Regierung jetzt als »autoritär«? Ist die Tagesschau jetzt antisemitisch? Ach nein, sie meint damit natürlich andere Staaten, welche diese Software verwendet haben, um »damit auch politische Gegner, Oppositionelle, Menschenrechtsaktivisten und kritische Journalisten zu überwachen und zu verfolgen.«

Aber wie kommen die denn überhaupt an diese Überwachungstechnologie?

Merke: Wenn Israel oder der Werte-Westen die Trojaner-Technologie verwenden, dann ausschließlich dafür,  um damit gegen »Terroristen, Pädophile, Mörder« etc. vorzugehen. Wenn aber Saudi-Arabien, Ungarn oder Aserbaidschan »Pegasus« verwenden, dann, um Journalisten und Menschenrechtsaktivisten zu überwachen.


Wer und was steckt hinter Pegasus?

Corona Neusprech (3)

Herrschaftswörter: schärfen, schleifen, wetzen.

Das erste Opfer in einem Krieg ist immer die Sprache. Jede neue Erzählung, jedes Mainstream-Narrativ und jede große Ideologie, benötigt ihre eigene Sprache, um sich in den Herzen und Köpfen der Menschen verankern zu können. Alte Begriffe bekommen eine neue Bedeutung. Neue Wörter sollen den mental erlaubten Denkrahmen festlegen. Diffamierungsvokabeln verengen den Meinungskorridor. Haltung und Gesinnung stehen fortan vor Vernunft, Rationalität und gesundem Menschenverstand. Sprache formt nicht nur unsere Kommunikation, sondern auch unser Denken. In den letzten 40 Jahren war es vor allem die Sprache des neoliberalen Marktradikalismus, die nicht nur unseren Alltag bestimmt, sondern sich tief in unsere Gefühlswelt gefressen hat. Aber auch bei der Vorbereitung und Durchführung von Kriegen, ist Sprachmanipulation ein bewährtes Mittel. Die »Corona-Pandemie« hat unsere Sprache ‑ein weiteres Mal- mit Gift und Galle überzogen. Heute: Teil 3. Weiterlesen

whataboutism

In der Politikwissenschaft gibt es eine wissenschaftlich anerkannte und weitverbreitete Methode: die Komparatistik oder vergleichende Politikfeldanalyse. In allen Bereichen von der politischen Theorie, der Wahlforschung, der politischen Systeme, der Medien‑, Bildungs- oder Umweltpolitik bis zur internationalen Politik, spielt der analytische Vergleich eine immanent wichtige Rolle. Wer aber nun Strukturen, Berichterstattungen, Wertungen, Präsidenten, Regierungsformen oder politische Fakten miteinander vergleicht, die nicht in das eigene ideologische Narrativ und/oder Wertesystem passen bzw. über die man einfach nicht sprechen will, dem wird als Totschlagargument »whataboutism« vorgeworfen. Weiterlesen

Euphemistische Vorwurfsprache

vorwurf_titelIn der zwischenmenschlichen Kommunikation gibt man sich selbst gerne Blankoschecks, um anschließend vermeintlich verletzende und/oder kritische Dinge sagen zu dürfen. Vorwürfe will man so relativieren, abschwächen oder legitimieren, weil man nicht auf sie verzichten will. Dabei sollten klare Ansagen und Aussagen nicht generell im Widerspruch mit Höflichkeit und Rücksichtnahme stehen. Und auch komplett ohne Vorwurfssprache auskommen können. Beliebte Phrasen sind:

Bitte nicht falsch verstehen!“
„Ist nicht persönlich gemeint!“
 „Nichts gegen Dich, aber…“
„Das ist jetzt nicht böse gemeint!“
„Nimm‘s mir nicht übel, aber...“

Kriegssprache

warspeak_titelWir leben in medialen Vorkriegszeiten. Immer mehr Menschen wird das bewusst, auch wenn es leider noch viel zu viele gibt, die sich in ihre Biedermeier-Weltverleugnungs-Glasbunker einigeln und glauben, verschont zu werden. Das erste Opfer zur Vorbereitung eines Krieges ist nicht die Wahrheit, sondern die Sprache. Ein Feind und Gegner muss aufgebaut, die Emotionen müssen gelenkt werden. Begriffe werden erfunden und neu besetzt. Assoziationen und Konnotationen eigennützig ausgenutzt. Bedeutungen verdreht und ins Gegenteil gekehrt. In Syrien tobt bereits ein Stellvertreter-Krieg und Russland wird als Staatsfeind Nummer Eins erklärt. Unsere NATO-Kriegspropaganda-Presse leistet hierbei ganze Arbeit.

  • Putin und Assad sind Machthaber, Diktatoren und Autokraten statt gewählte Präsidenten.
  • Erklärte NATO-Gegner sind nicht an der Spitze einer Regierung, sondern eines Regimes.
  • Es gibt auf NATO-Seite keine Terroristen, Milizen, Söldner und Mörder, sondern gemäßigte Rebellen und Freiheitskämpfer.
  • Ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg wird zu: Offensive, eine präventive/kollektive Selbstverteidigung oder zu einer humanitären Intervention.
  • Aleppo wurde zerstört. Mossul wird befreit.
  • Souveräne Staaten werden nicht angegriffen oder völkerrechtswidrig bombardiert, sondern ihnen wird Freiheit und Demokratie gebracht.

Die AfD, Pegida, Le Pen und Trump sind schlimme Rechtspopulisten, aber die rechtsradikalen Minister in der ukrainischen Regierung, die Steinzeit-Diktatur Saudi-Arabiens und auch die Autokratie in der Türkei, sind kein demokratisches Problem.