Protest ist...

Das Jugend‐ und Ausbildungsmagazin »Spiesser« richtet sich an junge Erwachsene (16−24 Jahre) und erscheint bundesweit mit einer Druckauflage von 400.000 Exemplaren. Herausgegeben wird die Zeitschrift von der Orange YC GmbH, die von sich behauptet:

»...vereint unsere Agentur komplexe Themenfelder, wie z.B. Employer Branding, Ausbildungsmarketing und Personalwerbung. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung wissen wir, wie wir gute Kampagnen lancieren.«

Anzeigen schalten hier unter anderem die Deutsche Bahn, die Allianz‐Versicherung, DM und Metro. Die aktuelle Ausgabe vom Jugend‐ und Ausbildungsmagazin widmet sich ganz dem Thema »Protest«. Folgende inhaltliche Aussagen werden hier beispielsweise getroffen:

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Anleitung zur Ausbeutung

knigge_titelGustave Le Bons »Psychologie der Massen« ist aktueller denn je. Die Massen sollen (und wollen!) geführt, gesteuert und gelenkt werden. Schließlich will der Geldadel bei seiner Besitzstandswahrung und Profitvermehrung nicht gestört werden. Auch Unternehmen haben ein Interesse am Betriebsfrieden. Lohnarbeiter sollen funktionieren, nur reden, wenn sie gefragt werden und nicht aufmucken. Um all das zu erreichen, gibt es mittlerweile eine ganze Fülle an Methoden und subversiven Mechanismen. Heute stelle ich zehn beliebte und aktuelle (Um-)Erziehungsmaßnahmen vor. Weiterlesen

Fragmentierter Widerstand

»Im Universum der NGO’s  wird alles und jedes zu einem Thema, zum separaten, professionell abzuarbeitenden Einzelproblem und Einzelinteresse. [...] Diese Art der Förderung hat die Solidarität in einer Weise aufgesplittert, wie es keiner Repression je gelingen könnte.«

- Arundhati Roy, »Der Imperialismus der Wohltäter«, Blätter Ausgabe August 2012, S. 72

Anmerkung: Tausende, fragmentierte Grüppchen, engagieren sich in der Umwelt‐ oder Friedensbewegung, ehrenamtlich im sozialen Bereich oder streiten auf kommunaler Ebene für mehr Investitionen im Bildungssektor. Der Blick auf das große Ganze wird in der Regel systematisch ausgeblendet. Die tausendfache Zersplitterung nimmt nicht nur den Kapitalismus als Urheber komplett aus dem Blickfeld, sondern schwächt auch die eigene Position. Ob das Deutsche Rote Kreuz, der BUND, Amnesty International, Greenpeace, der WWF oder Ärzte ohne Grenzen – jeder kocht sein eigenes Süppchen und niemand stellt den Kapitalismus, der stets die Ursache für all die weltweiten Probleme ist, in Frage. Schließlich sei er alternativlos.

Und es gibt Alternativen!

AlternativeEs muss nicht immer gleich die große Revolution oder der Zusammenbruch sein. Letzterer wird sowieso irgendwann kommen, denn in einer Welt mit endlichen Ressourcen, muss der Kapitalismus, der auf unendlichem Wachstum beruht, zwangsläufig eines Tages zusammenbrechen. Auch der kleine Widerstand ist ein Anfang:

Konsumverweigerung. Nur das kaufen, was man wirklich braucht (Essen, Kleidung, Möbel, Gebrauchsgüter etc.). Kaputte Dinge reparieren. Wenn möglich: eigenen Strom produzieren, eigenes Gemüse anbauen. Auf Status‐Konsum weitestgehend verzichten. Weiterlesen

Blockupy: Agent Provocateur

Seit ich bei der Protestdemonstration anlässlich des G8 — Gipfel, im Jahre 2007 in Heiligendamm, live miterlebt habe, wie sog. Agent Provocateurs dafür gesorgt hatten, den ganzen Widerstand zu diskreditieren, indem sie ein Auto (!!) anzündeten -dass dann in verschiedenen Perspektiven gezeigt und so der Anschein erweckt wurde, hier werden reihenweise Autos in Brand gesteckt‐ glaube ich der Presse kein Wort mehr. Zufällig waren damals die Journalisten auch immer genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um Fotos zu machen. Selbst als der Provocateur später enttarnt wurde, hat man darüber kleinlaut oder gar nicht berichtet. Insofern sollte man die gleichgeschalteten Meldungen dieser Tage durchaus in diesem Zusammenhang sehen (ohne links):

  1. EZB‐Demo in Frankfurt: Randalierer greifen Polizei bei Blockupy‐Demo an (bild.de)
  2. Ausschreitungen in Frankfurt: Scharfe Kritik an Blockupy‐Organisatoren (spiegel.de)
  3. Frankfurt: »Gewalt gegen Polizei ist Angriff gegen uns alle« (welt.de)
  4. Linke Krawalle in Frankfurt: Nur noch blinder Hass (faz.net)
  5. Blockupy‐Proteste: Diese Feuer waren nicht gerecht (zeit.de)
  6. Kommentar Blockupy‐Proteste: Kein Recht auf Krawall (taz.de)

Natürlich kann man auch alle Menschen, die sich gegen die Banken‐ und Finanzmafia‐Diktatur erheben, als Randalierer, Chaoten und Vandalen beschimpfen, das gezielte Einsetzen von staatlichen Agent Provocateurs als Verschwörungstheorie diffamieren und weiterhin GZSZ, Dschungelcamp und DSDS schauen.

Wir zahlen nicht für eure Krise!

Am Samstag den 12. Juni 2010 gibt es einen bundesweiten Aufmarsch gegen das Kürzungspaket der Bundesregierung. Interessant ist, dass diese Demonstration schon lange vor der Bekanntmachung der radikalen Kürzungen angekündigt wurde. Viele wussten, dass für die Milliarden, die man den Banken großzügig geschenkt hatte,  nach der NRW‐Wahl die einfachen Leute bluten müssen. Die genauen  Standorte und wann es losgeht erfahrt ihr auf Kapitalismuskrise.org.

Filmtip: El Violin — der Geiger

Der lateinamerikanische Film erzählt die Geschichte eines mutigen, alten Geigers in Mexiko. Don Plutarco ist der älteste in der Geigerfamilie der Hidalgos, welche Musiker und Rebellen gegen das Militärregime in Mexiko zugleich sind. Um Munition für die Rebellen aus einem Militärfort zu schmuggeln, spielt er dem dortigen Hauptmann jeden Tag auf seiner Geige vor. Dieser ist von Don Plutarcos Musik begeistert und möchte selbst Geige spielen lernen. Dabei kommen beide aus ärmlichen Verhältnissen, stehen sich hier jedoch als Feinde gegenüber. Weiterlesen