Blockupy: Agent Provocateur

Seit ich bei der Protestdemonstration anlässlich des G8 — Gipfel, im Jahre 2007 in Heiligendamm, live miterlebt habe, wie sog. Agent Provocateurs dafür gesorgt hatten, den ganzen Widerstand zu diskreditieren, indem sie ein Auto (!!) anzündeten -dass dann in verschiedenen Perspektiven gezeigt und so der Anschein erweckt wurde, hier werden reihenweise Autos in Brand gesteckt‐ glaube ich der Presse kein Wort mehr. Zufällig waren damals die Journalisten auch immer genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um Fotos zu machen. Selbst als der Provocateur später enttarnt wurde, hat man darüber kleinlaut oder gar nicht berichtet. Insofern sollte man die gleichgeschalteten Meldungen dieser Tage durchaus in diesem Zusammenhang sehen (ohne links):

  1. EZB‐Demo in Frankfurt: Randalierer greifen Polizei bei Blockupy‐Demo an (bild.de)
  2. Ausschreitungen in Frankfurt: Scharfe Kritik an Blockupy‐Organisatoren (spiegel.de)
  3. Frankfurt: »Gewalt gegen Polizei ist Angriff gegen uns alle« (welt.de)
  4. Linke Krawalle in Frankfurt: Nur noch blinder Hass (faz.net)
  5. Blockupy‐Proteste: Diese Feuer waren nicht gerecht (zeit.de)
  6. Kommentar Blockupy‐Proteste: Kein Recht auf Krawall (taz.de)

Natürlich kann man auch alle Menschen, die sich gegen die Banken‐ und Finanzmafia‐Diktatur erheben, als Randalierer, Chaoten und Vandalen beschimpfen, das gezielte Einsetzen von staatlichen Agent Provocateurs als Verschwörungstheorie diffamieren und weiterhin GZSZ, Dschungelcamp und DSDS schauen.

7 Gedanken zu “Blockupy: Agent Provocateur

  1. Selbst wenn die Gewalt »echt« gewesen wäre, so reicht sie nicht an das Ausmaß der 70er& 80er heran. Kein Wunder, dass Proteste nicht ernst genommen werden. ;)

  2. eike: Zustimmung. In Wackersdorf gab es eine enge Kooperation zwischen Autonomen und älterer Landbevölkerung.

    https://www.youtube.com/watch?v=DCrHbOhHhT8

    Am Ende sagt die Interviewte « Als sie von den Hubschraubern Gasgranaten auf uns schmissen, haben wir, also nicht die Autonomen, die Einheimischen, ein Polizeiauto umgekippt .....und angezündet.«

    Alles Terroristen. Distanzierungen wie heute von den Organisatoren der Demo, linken Bloggern, einigen parlamentarischen System‐Linken und Grünen hat es damals nicht gegeben. Das war ein Akt der Stärke der Bewegungen. Heute grenzt man den Teil des Widerstandes aus, der sich nicht an die Regeln der Obrigkeit hält.

    Die Frage, was mit der Randale erreicht werden soll, gebe ich zurück: Was soll mit friedlichen Latschdemos erreicht werden? Man fährt mit einem guten Gefühl wieder nach Hause, hat einen ganzen Tag verschwendet, das demokratisch freiheitliche System legitimiert und sieht sich dann in der Tagesschau Sarah tolle Rede an.

    Solange die Herrschenden sich sicher fühlen können, und dafür ist die Polizei ein Garant, glauben sie, so weitermachen zu können. Es ist erwiesenermaßen ein Irrglaube, dass ihnen mit Flugblättern, Parlamentsanfragen, Kundgebungen und Demonstrationen ihre Privilegien genommen werden könnten. Das staatliche Gewaltmonopol wird daher stets darauf bedacht sein, das Legalitätsprinzip sicherzustellen, in dessen Rahmen sich Protest entfalten darf, weil es außerhalb davon die Kontrolle verliert.

    Ich denke, dass die Machtfrage durchaus auf der Straße, aber nicht in offenen Auseinandersetzungen mit der Polizei gestellt werden sollte.

  3. »[...]Natürlich kann man auch alle Menschen, die sich gegen die Banken– und Finanzmafia‐Diktatur erheben, als Randalierer, Chaoten und Vandalen beschimpfen, das gezielte Einsetzen von staatlichen Agent Provocateurs als Verschwörungstheorie diffamieren und weiterhin GZSZ, Dschungelcamp und DSDS schauen[...]«

    Man stelle sich nur die Situation in Frankreich anno 1788 vor — es wäre nie zur Großen Französischen Revolution gekommen — allesamt Terroristen, die damaligen Jakobiner und Republikaner — nur der König Ludwig XVI eben nicht.....

    Amüsierte Grüße
    Bernie

  4. Pingback: Duckhome - Duckhome

  5. Die zum Teil nicht nur polemische, sondern sogar wütende Kritik einiger sich links nennender Blogger wie Lapuente und Spiegelfechter Berger richtet sich undifferenziert gegen Autonome, den schwarzen Block oder alles, was schwarze Kapuzenpullis trägt. Deren Überheblichkeit resultiert einerseits aus der Tatsache, dass sie selber so gut wie noch nie auf einer Demo waren, die ohne eigenes Zutun allein durch Provokationen der Polizei in eine gewalttätige Form umgekippt ist. Ich verweise nur auf Stuttgart 21.
    Ob eine Veranstaltung gewaltfrei oder gewalttätig verläuft entscheiden in der Regel die Leiter der Einsatzkräfte vor Ort. So wurde z. B. auf der letzten Occupy‐Demo in Ffm das Mitführen von Regenschirmen aufgrund der Definitionsgewalt des Staates als passive Bewaffnung bzw. Vermummung mit Pfefferspray beantwortet.

    Andererseits haben sich diese Kritiker noch nie mit autonomen Zusamenhängen beschäftigt. Das ist nämlich auch ohne selber zum Inner Circle zu gehören allein durch Informationen im Netz möglich:

    http://www.die-autonomen.de/Organisiserungsdebatte.htm

    http://keinort.de/?p=793

    Stattdessen pflegen sie ihre bürgerlich‐reaktionären Vorurteile.

    Autonome (auch die Revolutionären Zellen mit Ausname der Knieschüssen auf den Bundesrichter in Asylprozessen Korbmacher) haben Gewalt gegen Menschen immer abgelehnt, sofern es sich nicht um Notwehr oder Selbstverteidigung handelt. Autonomen ist klar, dass jede Verletzung von anderen Menschen auf sie selber zurückfällt. So gab es nach den Starbahnschüssen eine heftige Diskussion innerhalb der Szene.

    Ein weiteres Prinzip ist, dass Randale immer vermitttelbar sein muss und mit Inalten in Verbindung gebracht zur Nachahmung führen soll. Daneben gibt es Aktionen, die auch ohne Flugblätter, Transparente und Reden aus sich heraus sprechen (Umsägen von Strommasten).

    In Frankfurt bedufte es daher keiner »informellen« Begründung der Aktionen. Alle wußten doch, worum es dabei ging.

    Nicht jeder, der einen schwarzen Kapuzenpulli trägt, ist jemand, der aus autonomen Zusammenhängen agiert. Und eine Frau , die High‐Heels und Minirock trägt, kann durchaus eine Feministin sein.

  6. Wer hätte hätte auch schon gedacht, dass Frankfurt, die romantische Furt am Main, ein gefährliches Pflaster sein kann.

  7. Pingback: In die Ecke gestellt. | Red Skies over Paradise

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