Und es gibt Alternativen!

AlternativeEs muss nicht immer gleich die große Revolution oder der Zusammenbruch sein. Letzterer wird sowieso irgendwann kommen, denn in einer Welt mit endlichen Ressourcen, muss der Kapitalismus, der auf unendlichem Wachstum beruht, zwangsläufig eines Tages zusammenbrechen. Auch der kleine Widerstand ist ein Anfang:

Konsumverweigerung. Nur das kaufen, was man wirklich braucht (Essen, Kleidung, Möbel, Gebrauchsgüter etc.). Kaputte Dinge reparieren. Wenn möglich: eigenen Strom produzieren, eigenes Gemüse anbauen. Auf Status‐Konsum weitestgehend verzichten.

Holt euer Geld von der Bank! Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir mit unserem Ersparten für die Zocker‐Banken haften werden. Das was in Zypern, Griechenland und Bulgarien passiert ist, wird auch uns treffen. Früher oder später. Die Banken haben jegliches Vertrauen –im wahrsten Sinne des Wortes‐ verspielt. Die Zwangsabgabe wird kommen.

Lasst euch nicht entmutigen, wenn ihr als Spinner, Träumer oder Querulant diffamiert werdet! Nicht resignieren, zynisch oder fatalistisch werden. Wer Veränderung will, braucht einen langen Atem und viel Ausdauer.

Schmeißt euren Fernseher weg! Es läuft sowieso (fast) nur Verblödung und Propaganda. Nach einigen Wochen werdet ihr ihn nicht mehr vermissen. Lest stattdessen alternative und unabhängige Medien, wie beispielsweise die Junge Welt, die Le Monde Diplomatique, die Blätter, diverse Blogs, die Nachdenkseiten und so weiter.

Wieder lernen, die Stille in sich zu lassen. Auf die eigene, innere Stimme hören. Sich nicht davon beeinflussen und manipulieren lassen, was andere von einem erwarten, fordern oder wollen. Und wenn euch alle (Freunde, Familie, Bekannte, Kollegen) das Gleiche raten sollten, dann macht genau das Gegenteil! Nicht aus dem Zwang heraus, unbedingt gegen den Strom schwimmen zu wollen, sondern aus der Motivation, eure eigenen Erfahrungen zu machen.

Seid schöpferisch aktiv! Auch wenn das für manche romantisierend klingen mag, aber um den eigenen Seelenfrieden, Momente des Glücks, Ausgeglichenheit und Freude zu erleben, bedarf es unweigerlich einer eigenen inneren Aktivität. Das können beispielsweise Sport, Kunst, Musik, Literatur oder auch anregende Gespräche sein. Von smartphone‐Gedaddel, TV‐ oder Konsolen‐Berieselung werden wir zu passiven Zuschauern unseres eigenen Lebens reduziert.

Schützt eure Daten so gut es geht! Bezahlt so viel wie möglich mit Bargeld und nicht mit EC‐Karte, lehnt Payback und die diversen Kundenkarten ab. Wer auf facebook, smartphones, Skype und einen Google‐Account verzichten kann und wer beispielsweise mit den Add‐Ons NoScriptGhostery und Better Privacy surft, sowie seine Chronik, seinen Temp‐Ordner und alle Cookies regelmäßig löscht, ist zwar nicht vor den NSA‐Schnüfflern sicher (wer ist das schon?), aber macht es ihnen zumindest nicht spielend leicht eure Daten abzugreifen.

Nicht bei jedem Husten, jeder Erkältung oder bei Kopfschmerzen gleich Medikamente einwerfen. Auf den eigenen Körper hören, dem Selbstheilungsprozess wieder vertrauen lernen und den Ursachen auf den Grund gehen, statt nur die Symptome zu bekämpfen. Je weniger Präparate wir schlucken, desto weniger unterstützen wir außerdem die kriminellen Mafia‐Methoden der Pharmaindustrie.

Habt Ihr weitere Ideen und Vorschläge?

17 Gedanken zu “Und es gibt Alternativen!

  1. Für alle Deprimierten da draußen:
    Geht beim nächsten »Mega‐Event« (Fussball oder was ähnlich massenbewegendes) bei dem »ganz Deutschland« vor der Glotze hockt geht ihr einfach mal in den nächstgelegenen Park, in eine Fußgängerzone oder schaut ob ihr einen Tisch in eurem Lieblingsrestaurant reserviert bekommt.
    Die Zahl der Propaganda‐ und Gehirnwäsche‐Konsumenten ist imho kleiner als den Herrschenden lieb ist.
    Und die Zahl derjenigen, die mit 20‐jähriger Verspätung Peter Lustigs Mantra endlich umsetzen nimmt jeden Tag zu.
    An alle Büro‐Fuzzies da draußen: wann ist das letzte Mal in der Teeküche über die Fernsehsendung vom gestrigen Abend diskutiert worden? Na?
    Ja, ich weiß, die Hoffnung ist klein.
    Ich hoffe nicht darauf, daß jetzt alle vernünftig werden oder wenigstens zivilisiert. Die Masse der Menschen ist es leid, in eine Richtung gelenkt zu werden, die ihr nicht gefällt. Und sie reagiert mit Phlegma. Was mir nicht unsymphatisch ist.

  2. Sehr guter Artikel! Brauchte ich, um mich mal wieder daran zu erinnern, wie man konkret alternativ handeln kann.

    Was ich auch unheimlich erleichternd fand war das radikale Einschränken des (Frauen-)Zeitschriftenkonsums.
    Und kein Smartphone zu haben hat (zumindest für mich) fast nur Vorteile.
    Da ich zeitweise unheimlich viel passive Zeit vor dem PC verbringe, fahre ich ihn zwischendrin einfach mal runter und zwinge mich, mir eine andere Beschäftigung zu suchen. Allein die Tatsache, dass der PC aus ist, schmälert die Versuchung, sich wieder dran zu setzen.

  3. Wirklich sehr schön zusammengefasst. Bei einigen Punkten habe ich mich besonders wieder gefunden.
    Besonders bei »Auf die eigene, innere Stimme hören. Sich nicht davon beeinflussen und manipulieren lassen, was andere von einem erwarten, fordern oder wollen.«, merke ich immer wieder, dass ich mich gerade in diesem Bereich noch entwickeln muss/möchte. Denn gerade den Worten von Freunden und Familie, die einen lieben und es wirklich gut mit einem meinen, zu widerstehen, fällt mir persönlich wirklich nicht leicht. Ich habe mich schon oft gefragt, wie ich die gute Absichten der anderen und meine eigenen Zweifel und Wünsche, die sich trotzdem immer wieder melden irgendwie in Einklang bringen kann.
    Ebenso finde ich es recht anstrengend sich »nicht entmutigen« zu lassen. Hilfreich wäre es vielleicht mehr Gleichgesinnte zu treffen. Leider bin ich in dieser Hinsicht nicht ganz so vernetzt. Das Lesen von Blogs und der Austausch in Kommentarfeldern ist zwar ab und an ganz tröstlich und stärkt die Moral auch wieder für einige Zeit, allerdings ersetzt es nicht ein richtiges Gespräch.

  4. Nä, ich bleibe der Miesmacher! :P ;) Konsumverweigerung? Wir kritisieren einerseits die zunehmende Armut weiter Bevölkerungskreise — und sprechen auf der anderen, gutbürgerlichen, leicht versnobbten Seite von »Konsumverweigerung«? Und kritisieren den »geilen Geiz«...? »Konsumverzicht«, sparen, reparieren (sofern baulich überhaupt möglich, dazu meist viel teurer als der Neukauf...), flicken, »auf Verschleiß fahren« ist für die meisten inzw. Alltag. Die genannten Punkte sind ja nicht falsch — führen aber bestenfalls dazu, sich ein »richtiges Leben im Falschen« vorzulügen bzw. notdürftig neue Tapeten an die verschimmelten Wände einer vollkommen vergammelten Bude zu pappen. Als wenn der versiffte, selbst »angebaute« Koppsalat und die Mini‐Erdbeeren vom Balkon Monsanto in die Knie zwängen...

    Geld von der Bank — welches Geld?! Dir ist die Verteilung des Gesamtvermögens ja auch bekannt, oder...!?

    Nicht entmutigen? Nein, sollte man nicht. Man sollte aber auch nicht in hohlen, mantraartigen Positivismus verfallen, wonach am Ende wie in Hollywoodfilmen ja alles gut wird. Auch dies vernebelt den Blick auf viele Probleme.

    Fernseher wegwerfen? Wie war dass mit der Wegwerfgesellschaft? :d Warum ist da bei so vielen immer das Medium schuld...? Es gibt großartige Dokumentationen, kritische Filme, Serien — weg damit... Dann aber konsequent sein — und den Monitor (über den man auch »fernsieht«) — und das Internet nebenbei auch — besteht wie das Fernsehprogramm auch zu 95% nur aus hirnlosem, überflüssigem Mist...

    Ist nicht böse gemeint — aber diese Zusammenstellung zeigt auch, auf welch erbärmliches und jämmerliches Niveau wir als Kritische Beobachter des Zeitgeschehens uns im Kampf um eine »bessere Welt« schon zurückgezogen haben. Auf der einen Seite wird mit Milliardenaufwand systematische Gehirnwäsche, Menschendressur und Korruption im großen Stil betrieben — und wir reden über Gemüseanbau, Schuhsohlen‐Kleben und »Konsumverzicht«... Wie geschrieben — im Kern ist alles nicht falsch. Rückzugsgefechte und symbolisches Symtpomgeplänkel, um sich in einer immer beschisseneren Welt wenigstens noch halbwegs behaglich einzurichten — bzw. es einfach nur besser ertragen zu können...

    So lange man die große Masse aus der extremistischen Mitte an Mitläufern (die überwiegend dieses System will und am Laufen hält) nicht umstimmt, wird gar nichts relevantes besser... Und genau dafür sehe ich absolut keinerlei nennenswerte Ansätze, dieses Problem zu lösen. Selbst die kritischen Teile der Gesellschaft weigern sich, dieses Problem zu sehen. Nicht umsonst wird gerne »die Regierung« für alles verantwortlich gemacht — aber nicht jene große Masse an Idioten aus Lohnarbeits‐ und Konsumzombies, die diese neoliberal‐marktfaschistische Regierung (in versch. Farbtönungen) regelm. wählt — oder auch durch bequeme Nichtwahl zumindest nicht verhindert...

  5. @Dennis82

    So lange man die große Masse aus der extremistischen Mitte an Mitläufern (die überwiegend dieses System will und am Laufen hält) nicht umstimmt, wird gar nichts relevantes besser... Und genau dafür sehe ich absolut keinerlei nennenswerte Ansätze, dieses Problem zu lösen.

    Sehe ich leider auch nicht ;) Und von »einrichten« kann auch keine Rede sein. Niemand behauptet, vom eigenen Gemüseanbau würde man Monsanto in die Knie zwingen. Das wäre ja mal was. :d Dennoch: irgendwo muss jeder anfangen. Wer als erstes immer gleich die Revolution fordert, den Maximal‐Widerstand, wird damit niemanden erreichen.

  6. Ich kritisiere auch oft die Fantasien gewisser linker Kreise, welche sich regelm. eine (Alles-wird-gut-)»Revolution« herbeiträumen (in Duckmäuser‐Michelschland *muahahaha*) — und meinen, man könne da einfach mal einen Schalter »Kapitalismus an/aus« betätigen — und schon wären wir alle toootal glücklich...! Eine »Revolution« im diesen Sinne wird es niemals geben, höchstens Teilschritte, die einer solchen gleichkämen. »Revolutionär« wäre es doch in den heutigen Zeiten schon, wenn man für seine Kritik an Lohnarbeit von der buckligen Verwandtschaft oder am Kantinentisch nicht entsetzt / entgeistert angesehen würde, als hätte man grade eine satanische Messe abgehalten. Der Neoliberalismus / Marktradikalismus / Neofeudalismus frisst sich auch schon seit jeher Stück für Stück voran, er kam auch nicht »über Nacht« und per Revolution... und auch nur auf diesem Weg kann man ihn wieder zurückdrängen; mal mehr, mal weniger. Der Wunsch nach einem »tabula rasa« ist genauso Realitätsverleugnend wie sich einzureden, man könne dieses System »im Kleinen« irgendwie nennenswert beeinflussen, in dem man »irgendwo selber anfängt«, für sich allein(!) vermeintlich »alternativ« zu handeln. Dass dient — wenn man sich selbst gegenüber ehrlich ist — bestenfalls zur eigenen Seelenhygiene... ;) Mit allen Konsequenzen, die in dieser Realtität damit einhergehen, d. h. zusätzliche Isolation und Abstempelung als »Eso‐Spinner« etc. Grade vor ner alleinerziehenden, hartz‐geknechteten Person, nem Armutsrentner oder einem Niedriglöhner vom »Konsumverzicht« zu schwadronieren, ist glaube ich auch nicht sonderlich erfolgsversprechend! :P

  7. ...was wäre wohl, wenn bald das billige Öl wieder teurer wird, und teurer, und teurer und noch teurer...
    na? was wäre dann?
    vieles von dem, was hier diskutiert und kommentiert worden ist, träte dann von selber ein!
    Und es wird so kommen, darauf können wir uns verlassen, es wird garnicht mehr so lange dauern.
    Ob ich mich darauf freue, ich glaube nicht. Das wird hart.
    Nur mal so zum Nachdenken, wer Zeit hat.
    Gruß

  8. @Pasota: wieso meinst du, ich habe da eine(!) konkrete(!) Lösung bzw. warum bist du so vermessen, eine von mir zu fordern...? Weil dir die geschilderte Realität / Dystopie zu schwarz ist — und in Hollywoodfilmen am Ende die Guten immer gewinnen...? ;) Die eine Lösung wird es wie bereits angeklungen eh nicht geben, man kann nur versuchen, verlorenes Gelände zurück zu erobern. Aber jene oppositionellen Gruppen (insb. bei den Linken) haben im Ergebnis auch nix anderes zu tun, als sich permanent selbst gegenseitig zu zerhäckseln; selbst ohne große Mithilfe vom Verfasssungsschutz. Es bleibt da dann nur das kritische Gespräch mit den Mitmenschen. Wer dass in dieser(!) Gesellschaft lange und oft genug macht (also wie Sysiphos die Kugel nur oft genug den Berg raufrollt), wird irgendwann müde erkennen, dass es aussichtslos ist, gegen diesen Strom an Kleingeistigkeit, Dummheit, Borniertheit und Ignoranz anzuschwimmen. Diese Menschen wurden von frühester Kindheit programmiert und konditioniert — diese kannst du schlicht nicht mehr umstimmen. Diese Menschen müssten sich eingestehen, sich ihr ganzes Leben geirrt zu haben und manipuliert worden zu sein... vielleicht kennst du die Szene in »Matrix«, als Morpheus erklärt, warum sie niemanden ab einem gewissen Alter befreien? ;)

    Wer u. a. 1984 gelesen hat, sieht, wohin die Reise gehen wird... »Wenn Sie ein Bild von der Zukunft haben möchten, so stellen Sie sich einen Stiefel vor — der unaufhörlich in ein menschliches Gesicht tritt«... Dass heißt nicht, dass man aufgeben muss — man sollte sich aber auch keine unbegründeten und falschen Hoffnungen machen und sich seiner beschränkten Mittel bewusst werden...

  9. Eigentlich muss man doch nur die Alten fragen, wie sie damals überleben konnten. Solidarität, Kartoffelsäcke mit Erde auf dem Balkon, damit man etwas anpflanzen konnte und natürlich auch Dinge wie der Diebstahl von Kohle aus den Waggons anfahrender Züge oder die Schlachtung des Pudels der Tante sind Geschichten, wie sie mir zugetragen wurden.

    Meine Vorstellung wären vernetzte Ökodörfer fernab der Zentren, in denen teilweise Landwirtschaft betrieben wird, man aber auch genossenschaftlich organisiert die Produktion anderer Güter angeht. Was nützt mir aber ein Stück Land mit den Kartoffeln und den Hühnern, wenn im Krisenfall die hungrigen Städter plötzlich in Scharen vor meiner Tür stehen?

  10. Eigentlich müsste ich Epikurs Text voll zustimmen, weil ich das Privileg habe, so zu leben und vor allem so leben zu können.

    Allerdings gibt es 2 Ebenen: Die individuelle und die gesellschaftliche.
    Welche Auswirkungen hat es, wenn alle ‚so wie ich , kaum Konsumwünsche und trotzdem einen passablen Status in ihrer Umgebung haben, so dass sie eher Respekt als Abwertung erfahren.
    Welchen Rattenschwanz an unerwünschten Konsequenzen zieht es nach sich, wenn Geschäfte aller Art dicht machen, weil unrentabel und die strukturschwächeren Regionen arbeitsplatzmäßig noch mehr in die Röhre gucken?

    Wie gesagt: Ich kann mir dieses alternative Leben leisten und lebe ganz gerne so, weil weniger belastend. Die Geschäftsleute tröstet es aber nicht, wenn ich erkläre, dass ich auch nicht über‹ s Internet einkaufe. Ich rette damit trotzdem niemanden.

    Ich fürchte wir reiten als Gesellschaft den Tiger und können vor dem Abgrund nicht mehr abbremsen. Folglich pflege ich auch nicht die Illusion, dass durch obige Alternativen die Gesellschaft zu retten ist.
    Für mich sind die Alternativen allerdings wie gesagt echt gut.

  11. @Dennis 82

    Zustimmung , Fernsehen kann man so oder so , genauso wie konsumieren (was wir schließlich alle tun , PC?) , Fußball mögen (was auch auf intelligente Art geht) usw.usw.
    Solange Vorschläge gemacht werden , ist alles ok. , ich kenne aber aus alter Erfahrung auch — da bin ich wohl kaum der Einzige — diese verbiesterte linke Art , daß anders handeln zum Zwang erklärt wird , sonst gehört man irgendwie nicht dazu, was im Ergebnis genauso engstirnig ist wie das , was man kritisiert.
    Seltsam , wie wenig diese Muß‐Fraktion merkt , daß sie selber neoliberale Logik übernimmt , Schuld ist immer der Einzelne , strukturelle Zusammenhänge werden negiert, obwohl gerade letzteres urlinkes Terrain ist.

  12. @Art Vanderley: Distinktion halt. Ja, am Ende ist die Gefahr recht groß, dass genau solche vermeinlichen »alternativen« Handlungsweisen nur dazu dienen, sich von anderen in irgendeiner Form abzugrenzen. Außerdem muss man es sich erst einmal leisten können. Ich persönlich sammle z. B. auf meinen Touren mit dem Rad inzw. regelm. Pfanddosen auf. Pecunia non olet. Bei »Konsumverzicht« schüttle ich da nur noch mit dem Kopf; ich hab schlicht gar keine andere Wahl!

    Genau dies ist auch der Punkt, warum ich dann auch bei so manchem »Linken« sein »Linkssein« bzw. seine innerste Motivation bezweifle — da es so manchem im Kern einfach nur darum geht, sich von der großen Masse abzugrenzen, selbst »besser« zu sein — als diese Welt tatsächlich zu verbessern...! Was wäre denn das mühsam aufgebaute, linke, edle (aber auch mal förmlich vom Munde abgesparte, asketische) Selbstbild denn noch wert, wenn die große Masse genauso vernünftig / humanistisch / altruistisch handeln würde, wie man selbst...?! Ein Paradebeispiel war für mich dafür das Verhalten von Jutta D. in Sachen Ukraine...

    Wie du auch schreibst — die schuldbeladene »Eigenverantwortung« lauert auch von links (oben)... Grade diese grade bei Linken besonders ausgeprägten ausgrenzenden(!) Mechanismen sind für mich mit das größte Paradoxon — warum grade eine Gruppe, die ja das Soziale; Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit fordert — sich doch immer wieder in ihre Wagenburg zurückzieht... Und sich im Sinne der Volksfront von Judäa vs. Judäische Volksfront (bzw. IPhone‐Nutzer vs. Schrebergärtner) immer in irgendwelche Sekten aufsplittern muss...

  13. Pingback: Extremistische Mitte |

  14. @Dennis82

    Was wäre denn das mühsam aufgebaute, linke, edle (aber auch mal förmlich vom Munde abgesparte, asketische) Selbstbild denn noch wert, wenn die große Masse genauso vernünftig / humanistisch / altruistisch handeln würde, wie man selbst...?!

    Ich würde mich tatsächlich sehr freuen, wenn es mehr Mitmenschlichkeit, Solidarität und Empathie und weniger Gier, Haben‐Denken und Egoismus geben würde. Das würde auch meinem Blutdruck gut tun, weil ich mich weniger ärgern und aufregen würde :EYEBROWS:

  15. Es gehört viel Mut und auch viel Zivilcourage dazu, die im Artikel erwähnten Ziele im eigenen Leben zu verwirklichen. Man wird oft belächelt und mit hämischen Spott überzogen, wenn man sich dem
    allgemeinen Streben nach Status, Macht und noch mehr Besitz widersetzt, Bedenken hegt und auf
    Gefahren hinweist (wie unendliches Wachstum, die Jagd nach noch mehr Gütern und vieles mehr).
    Dieses Wachstum ist ein Art “Zeitbombe“, mit selbstvernichtendem Potential für die ganze Welt.
    Das zu Sehen und auch bewusst Wahrzunehmen und die eigene Lebensweise, so wie im Artikel beschrieben zu gestalten, ist ein guter Beitrag, diesem Streben nach globalem Wachstum Einhalt
    zu gebieten, natürlich so, wie es jedem einzelnen Menschen möglich ist. Jeder kleine Beitrag zählt
    und je mehr Menschen einen solchen kleinen Beitrag leisten, umso größer wird der damit verbundene Effekt sein.
    Ihr Artikel macht Mut, er vermittelt ein Gefühl der Zuversicht und zeigt, dass man dieser destruktiven Entwicklung nicht hilf‐ und machtlos ausgeliefert ist, weil man selbst einen kleinen Beitrag (so wie Sie es beschrieben haben) leisten kann. Ich bin froh, dass es immer noch Menschen gibt wie Sie, die das
    Sehen und kritisch benennen können, schon alleine das macht Hoffnung. Ich möchte gerne mit den Worten von Arno Gruen enden der meint: “Ein Mensch gilt dann als schwach, wenn er Bedenken äußert oder auf Gefahren hinweist. Lächerlich, geistesgestört, überreagierend, nicht ganz dicht – das sind die Prädikate, mit denen diese Menschen dann ausgestattet werden“ (Seite 69 aus “Dem Leben Entfremdet“). Dabei sind gerade diese Menschen stark, weil sie Mut und Zivilcourage zeigen und damit diesem destruktiven globalen Wachstum etwas entgegenzusetzen haben!

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