Presseblick (64)

sueddeutsche.de vom 28. Juni 2017

sueddeutsche.de vom 28. Juni 2017

„Katastrophale Fehler, Dramatische Versäumnisse und Pannen beim Verfassungsschutz“ – so bezeichnet die Systempresse den bis heute nicht aufgeklärten NSU-Skandal. Zehn Morde, zwei Sprengstoffanschläge, 15 Banküberfälle und bisher sieben tote NSU-Zeugen. Gegen die RAF wurde mit aller Härte und Entschlossenheit vorgegangen. Aber der NSU-Ausschuss stellt nun seine Arbeit ein. Rechtsstaat Deutschland. :SICK: Weiterlesen

Jubelpresse

Titelseite von gamestar.de vom 15. Juni 2017

Titelseite von gamestar.de vom 15. Juni 2017

„wagt Crytek einen Neuanfang“ […] „mit abgedrehtem Humor“ […] „Nach 14 Jahren: Großartig“ […] „Günstig und leise!“ […] „Wahnsinns-0815-Singleplayer!“ […] „Das größte E3-Comeback“

Ein Aspekt, der mir bei der vielfachen Medienkritik häufig zu kurz kommt, ist die Kommerzialisierung der Medienlandschaft. Sie ist häufig so stark von Anzeigen und Werbeeinnahmen abhängig, so dass sie stellenweise nur noch als Produkt-, Vertriebs- und Jubelpresse bezeichnet werden kann. Es wird gelobt, gejauchzt und gepriesen, was das Zeug hält. Ganz so, wie es sich die Marketing- und PR-Abteilungen der Anzeigen-Unternehmen wünschen, damit ihre Produkte in einem positiven Licht dargestellt werden. Dieser Journalismus versucht nicht einmal mehr, eine neutrale oder sachlich orientierte Berichterstattung abzuliefern (von Kritik ganz zu schweigen), sondern nur noch -ganz devot- seinen Geldgebern zu gefallen.

Presseschau des Terrors

In diesen Tagen beherrscht uns nicht nur der islamistische Terrorismus, sondern auch der Medien-Terror. Er soll uns blind, ängstlich und gefügig machen. Unsere Vernunft ausschalten. Unseren freien Geist betäuben. Die Vorlage für den Abbau der Bürgerrechte liefern. Eine Auswahl.

Terrorangst: Politiker drängen auf Bundeswehreinsatz im Innern

Anmerkung: Der feuchte Traum des Wolfgang Schäuble. Er versucht schon seit Jahren das durch zu boxen. Nun rückt sein verfassungswidriges Ziel in greifbare Nähe. Dem Terrorismus sei Dank!

70.000 twittern zu totem Polizeihund in Paris – Keiner zu 50 Terror-Toten in Nigeria

Anmerkung: So sind sie,  unsere „westlichen Werte“. Für (Haus-)Tiere ein Vermögen ausgeben, viel Zuneigung, Aufmerksamkeit und Liebe aufbringen, Cat Content auf Facebook in die Hunderttausend „liken“, aber für Kriegsflüchtlinge, Obdachlose, ermordete Drohnentote, verhungerte Afrikaner oder Nicht-Westliche-Terror-Toten keine Empathie besitzen wollen.

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Journalisten vs Blogger

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Der Medienjournalist Steffen Grimberg schreibt in den aktuellen „Blättern“ (Ausgabe September 2015) über das Ende der Deutungshoheit“ und meint damit primär die Massenmedien. Er wehrt sich gegen den Vorwurf der „Lügenpresse“ vom rechten Rand der Pegida-Freunde sowie von linken „biederen Familienvätern“. Zwar sei das Vertrauen in die Massenmedien „empfindlich gestört“, die Ursache sei jedoch nicht „eine Art von Einheitsmeinung“ in den Leitmedien oder Journalisten die ideologisch von der Atlantikbrücke konditioniert seien, sondern –wie könnte es auch anders sein- überspannte Verschwörungstheoretiker, die glauben, Aliens würden an den Schalthebeln der Macht sitzen (S. 103). Weiterlesen

ZG-Rückblick: Kein Kommentar

ZG-RückblickDie Süddeutsche hat auf ihrem Online-Portal die Kommentarfunktion bei ihren Artikeln abgeschafft. Die FAZ deaktiviert sie nur bei einigen Beiträgen. Ist die Lösung wirklich so einfach? Trollen einfach gar nicht erst die Tür aufmachen? Oder muss man wirklich allen mit Internetzugang eine Plattform bieten? Weiterlesen

Liebe Massenmedien…

…seit einiger Zeit beklagt Ihr euch über den Rückgang an Lesern und den damit verbundenen finanziellen Verlusten durch weniger Kioskverkauf und Anzeigen. Die Frankfurter Rundschau hat Insolvenz angemeldet, die Financial Times ist pleite und auch der „Spiegel“ will Personal abbauen. Zudem hat der Berliner Verlag („Berliner Zeitung“, „Berliner Kurier“) einen Abbau von bis zu 86 Stellen angekündigt.

Ihr gebt vor allem dem Internet und der hiermit unterstellten „Gratismentalität“ die Schuld dafür. Ihr betont, eure wichtige Rolle als sog. „vierte Gewalt“, als Meinungs- und Bildungsmedium. Mitleid mit euch sollte man dennoch nicht haben. Ihr habt es schon lange aufgegeben, den Bürger ernst zu nehmen und ihn umfassend zu informieren und aufzuklären.

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