»Die Stillen gehen unter...«

Seit wann ist eine öffentliche Anschuldigung ein Beweis?

...die Lauten brüllen sich in den Mittelpunkt«. So war es schon immer! Ja. Nichts Neues. Schon klar. Und dennoch: im Social‐Media‐Zeitalter bekommt diese Redewendung eine ganz neue Dimension. Kritiken, Reviews, Forenbeiträge, Twitter‐Geschrei und Kommentare werden bei Medienanalyse‐Zwecken als quantitative Messeinheiten herangezogen, um Statistiken und vermeintlich repräsentative Grafiken zu erzeugen. Nur: die stillen Leser oder diejenigen, die ihre Meinung nicht äußern, werden gar nicht mehr mit einberechnet. Es gibt keine Quote für Lesebeteiligung (wie die Wahlbeteiligung), Umfragen für die stillen Leser (»Warum kommentieren Sie nicht?«) oder Ähnliches. In den quantitativen und qualitativen Medienanalysen existieren sie schlicht nicht.

Insofern scheinen provozieren und polarisieren für viele Webseiten‐Betreiber eine geeignete Methode zu sein,  um Aufmerksamkeit, Kommentare und Klickzahlen zu generieren (»Clickbait!«). Auch hier lautet das Motto: »Inhalte überwinden!« Argumente im Twitter‐Format. Überschriften, die Versprechen machen, die sie nicht einlösen. Zwei‐, Drei‐ und Vierdeutige Botschaften. Personalisierungen statt Sachdiskussionen. Konflikte generieren. Gezielten Bullshit in den Äther rotzen. Und vor allem: immer und überall laut brüllen!

Was sagt eigentlich Habermas dazu, der Zeit seines Lebens immer an die Macht der »Kommunikation« geglaubt hat?


Shitstorm
Die SEO‐Filter‐Bubble
Aufmerksamkeit als Währung

#Breitscheidplatz

breit04

Nun ist es soweit: Deutschland hat mit München und Berlin sein eigenes kleines »Eleven Nine«. Für viele ein Schock, für manche eine Gelegenheit endlich die Militarisierung der Gesellschaft weiter voran zu treiben, ihren Rassismus auszuleben, wieder nach härteren Strafen, einem Abbau der Bürgerrechte (Frankreich hat seinen Ausnahmezustand gerade eben wieder verlängert!) sowie einen noch größeren Überwachungsstaat zu verlangen. Und nicht zu vergessen: die Flüchtlinge sind schuld und die AfD die Rettung! Am Schlimmsten empfinde ich jedoch die politischen Beileidsbekundungen und Trauer‐Statements: »Wir fühlen mit den Angehörigen!« Was für eine Bigotterie, während man gleichzeitig Waffen in Steinzeit‐Diktaturen verkauft und NATO‐Angriffskriege aktiv unterstützt. Hier noch ein paar Twitter‐Eindrücke. Weiterlesen

Was ist Social Media?

Zahlreiche Agenturen, Fachbücher und selbsternannte Internet‐Experten ranken und zanken sich um das neuzeitliche Phänomen »Social Media«. Es bringe die Menschen näher, ermögliche eine direkte Kommunikation und symbolisiere das digitale Zeitalter in Form des Mit‐Mach‐Webs (Web 2.0). Meist sind damit konkret Facebook, Twitter, Youtube, Weblogs, Foren, Bewertungsportale und Wikis gemeint. In aller Regel überbieten sich die Gurus gegenseitig mit Lobgesängen über die sozialen Netzwerke. Eindeutige Abgrenzungen, was genau nun Social Media sei und was nicht, gibt es nicht. Im Allgemeinen gilt dann die Devise: alles was irgendwie eine private Meinung darstelle, gehöre zum Social Media. Von dieser begrifflichen Schwammigkeit profitieren vor allem Unternehmen. Weiterlesen

Die Shitstorm — Nichtbewegung

Original: Johan Larsson, flickr.com. Bearbeitet von epikur.

Als »shitstorm« bezeichnet man eine massenhafte öffentliche Entrüstung, die meist im Internet über soziale Netzwerke (twitter, facebook etc.) stattfindet. In kurzer Zeit können sich so große Empörungs‐ bzw. Entrüstungswellen entwickeln. Auf Facebook werden viele Kommentare zu einem spezifischen Thema oder einer bestimmten Äußerung veröffentlicht, dutzendfach Inhalte geteilt und massenhaft Beiträge mit einem »gefällt mir« versehen. Dieses neuartige Phänomen zieht meist große Aufmerksamkeit auf sich und setzt damit Politik, Medien und Unternehmen einerseits unter Druck und Zugzwang, andererseits sehen Werbenetzwerke (Affiliate), durch tausendfache Klickraten (Page Impression), hier eine große Profitchance.

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Was ist alles passiert...

Wir sind nun bei einem neuen Webspace‐Provider: Campusspeicher. Dort ist eigentlich alles glatt gelaufen, außer dass eine benötigte Datei für den Blog nicht aktiviert war, was aber eigentlich laut Webpaket so versprochen war. Aber es wurde am nächsten Tag auf mein Ticket reagiert. Nicht so toll ist es dagegen mit unserem alten Provider gelaufen: Wir haben nur die Domain dort weggezogen und die haben gleich unseren Account gelöscht. Kein Zugang mehr und evt. alle Daten weg. Klasse Aktion und weckt Vertrauen, Server‐Drome. Nach dem wir nun so viel neues technisches Potential haben, soll dieses natürlich auch genutzt werden. Es kommen also bestimmt neue Features (aber nur wenn man sie wirklich braucht oder wir sie total klasse finden). Weiterlesen

Links I

Ein paar interessante Links zum Wochenstart:

  • lawblog
    Ein Blog von RA Udo Vetter der einen erfrischenden Einblick in die Welt von Recht und Gesetz gibt. Sozusagen aus erster Hand.
  • Plakatwelten
    Ein Blog von einer Mediendesignerin/Filmfan über Filmplakate. Beeinflussen sie uns mehr als man denkt?
  • Twitterumfrage
    Wer mit Twitter noch genauso wenig anfangen kann wie ich, kann hier mal sehen, warum die Leute das so machen.