Neoliberalismus ist...

Die Wirtschaftswoche fragt rhetorisch, was eigentlich »neoliberal« bedeute und gibt sogleich eine Antwort vom Ökonomen Alexander Rüstow: »Die wohlstandsmehrende Kraft der Marktwirtschaft sollte genutzt, destruktive Monopole und Kartelle aber gebändigt werden.« Die Theorieverliebtheit und das abstrakte Geschwätz von Ökonomen, hat wenig mit der ökonomischen Not vieler Millionen, ja Milliarden Menschen auf der Welt, gemein. Im Alltag bedeutet Neoliberalismus...

  • ..wenn die Wasserpumpe auf dem Wasserspielplatz im Sommer bei 35 Grad abgestellt wird.
  • ...wenn Busse aus dem ÖPNV ständig überfüllt sind, so dass Mütter mit Kinderwagen und Senioren nicht mehr einsteigen können.
  • ...wenn das Gegeneinander kultiviert und das Miteinander verachtet wird.
  • ...wenn Kleinkinder, mit 3 oder 6 Monaten spätestens aber nach einem Jahr, in die Kita gesteckt werden, weil die Eltern wieder arbeiten gehen wollen müssen.
  • ...wenn Haustiere freie Kost und Unterkunft erhalten, während Obdachlose und Erwerbslose als faule Schmarotzer beschimpft werden.
  • ...wenn die Eintrittspreise für Kinos, Schwimmbäder, Museen, Ausstellungen und Konzerte, die Mieten‐ und Strompreise stets teurer, aber niemals billiger werden.

8 Gedanken zu “Neoliberalismus ist...

  1. - wenn große Teile der Weltgemeinschaft in Not, Hunger und Dreck leben müssen, damit sich eine kleine Elite ihren Wohlstand erhalten kann.

  2. ...ebenso wie die Flucht des Kapitals in die Finanzmärkte eine immanent‐kapitalistische Notwendigkeit, um den »Verwertungszwang« ob der krisenhaften Entwicklung des Kapitals weiterhin auf­recht­er­hal­ten zu können.

  3. wenn man genau auf den wortlaut achtet, dann sagt rüstow: sollte. als jemand mit lehrerausbildung kenne ich das sollte sehr gut. rahmenrichtlinien für die einzelnen unterrichtsfächer geben ziele vor: und so heißt es unentwegt: der schüler sollte ....

    der schüler sollte in der lage sein, wenn er den schulabschluss gemacht hat, einen text grammatikalisch und orthographisch richtig zu verfassen.

    wenn man sich den satz von rüstow genau ansieht, gleicht er dem fordern und fördern. dass fordern praktizieren sie alltäglich, vom fördern keine spur.

    was der neolib sollte und was er macht, sind immer noch zwei verschiedene seiten.

  4. der Neoliberalismus ist eine Steigerungsform des Kapitalismus — seine Hauptmermale: sind Unmenschlichkeit, sowie Kriege führen, und vor allen Dingen Lügen, Lügen und nochmal Lügen......

    Darüber hinaus schert sich der neoliberal denkende Mensch einen Scheißdreck um Arme, Kranke, Behinderte, Alte...
    Er ist ein Narzist und Nazi und super Egoist...........

  5. Irgendwie amüsant, wenn jene Leute, die permanent versuchen, die Menschen mit Neusprech zu manipulieren, sich darüber aufregen, dass ein Begriff, der ihnen am Herzen liegt, nicht so verwendet wird, wie sie sich das wünschen.

  6. Der Artikel in der Wirtschaftswoche mag bei der Theorie steckenbleiben , aber immerhin stellt er den drastischen Unterschied klar zwischen der ursprünglichen Bedeutung von »neoliberal« und der heutigen.

  7. Die Definition von Herrn Rüstow ist dem Ordoliberalismus zuzurechnen, unterscheidet sich damit wesentlich vom Neoliberalismus heutiger Prägung.

  8. Die Definition des Herrn Rüstow ist dem Ordoliberalismus zuzurechnen.
    In seiner heutigen Bedeutung steht »Neoliberalismus« im wesentlichen für einen degenerierten und entfesselten Finanzkapitalismus.

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