Kinder in Deutschland; Teil 42: Hausaufgaben

Hausaufgaben_Titel

„Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch.“

Hans-Peter Vogeler, ehemaliger Vorsitzender des Bundeselternrats am 12. November 2015 auf Spiegel Online

Sobald die Kinder in die Schule gehen, sind Hausaufgaben immer wieder ein großes Konflikt-Thema. In der Schule, mit den Lehrern und vor allem Zuhause. Mit Ausnahme einiger reformpädagogischer Konzepte, Lehrern und Schulen, müssen sich alle Kinder und Eltern irgendwann damit auseinandersetzen. Nicht selten gibt es hier große Probleme. Weiterlesen

Der pädagogische Happen (11)

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Mutter A: „Oh Man, Theodor hat heute schon wieder Hausaufgaben in Deutsch und Mathe auf. Die bekommt er fast jeden Tag! Wir sitzen dann immer über eine Stunde da dran.“

Mutter B: „Sei doch froh! Meine Elsa bekommt gar keine Hausaufgaben auf. Alternative Reformpädagogik oder so ähnlich nennen die das. Gefällt mir aber gar nicht! Wie soll sie denn ohne Hausaufgaben eigenständig werden und was lernen?“

Mutter A: „Sie geht doch täglich für den halben Tag in die Schule! Ich denke, da büffeln die Kinder schon genug. Hausaufgaben dienen doch primär dazu, die Kinder frühzeitig mit Sachzwängen vertraut zu machen und um sie zu disziplinieren. Ich übe und lerne spielerisch mit Theodor auch so zwischendurch. Ganz ohne Hausaufgaben. Das macht er dann aber gerne und ohne Zwang!“

Mutter B: „Ja, aber ich finde es eben wichtig, dass meine Elsa nachmittags nicht immer nur spielt, sondern eben auch begreift, dass das Leben kein Ponyhof ist!“

Mutter A: „Aber spielen ist doch Lernen!“

(Bisherige Folgen)

Der pädagogische Happen (9)

_happen_Viele Jungen lieben Fußball. Sie sind in Vereinen aktiv, ihre Eltern fiebern am Spielrand mit (sorgen für ordentlich Leistungsdruck) und am Wochenende gibt es regelmäßige Turnierspiele. Insgesamt wird diese Freizeitaktivität als sehr positiv bewertet. Insbesondere auch deshalb, weil sie bei vielen Vätern so beliebt ist. Dabei eignet sich gerade diese Sportart sehr gut, um schon die Kleinen frühzeitig mit neoliberalen (Un-)Werten zu indoktrinieren und zu infizieren.

Wie oft habe ich es persönlich schon erlebt, dass selbst bei den Kindern der Leistungsgedanke, der Erfolg, der Egoismus, der Wille zum Sieg, der Ehrgeiz, das Wettbewerbs- und Konkurrenzdenken sowie das rücksichtslose Vorgehen vor Spaß, Empathie (beispielsweise bei Verletzungen im Spiel) und Teamgeist stehen. Sicher, es mag diese Aspekte schon immer beim Fußball gegeben haben. Aber es gab auch mal Zeiten, bei denen man selbst bei einer Niederlage noch Spaß haben konnte. Oder wo man beim Fußball-Spielen noch gelacht hat. Oder wo Jungen, die kein Fussball mögen, nicht sofort ausgegrenzt wurden. Stattdessen gibt es heute vielfach den heiligen Leistungsernst.

Der pädagogische Happen (8)

_happen_Die häufigsten Fragen von Eltern an Erzieher und Kinder, wenn sie die Kleinen entweder vom Kindergarten, der Schule oder der Nachmittags-Betreuung abholen, sind:

  1. (an das Kind) „Was hast Du heute gegessen? Wann? Wie viel? Hat es Dir geschmeckt?“
  2. (an die Erzieher) „Hat das Kind heute einen Mittagsschlaf gemacht?“
  3. (an das Kind) „Hast Du Hausaufgaben auf?“

Fragen nach Spiel-Aktivitäten, Freunden/Freundinnen sowie danach, wie sich das Kind tagsüber gefühlt hat, welche Gedanken, Träume oder Interessen es hatte, werden in der Regel von Erwachsenen eher selten gestellt. Besitz-, Versorgungs- und Leistungsdenken dominieren das Eltern-Kind-Verhältnis. Sie nennen es „Liebe“.